Interview mit Dave in Hamburg

(Cradle of Filth)

10.12.2006 von Melanie Schupp

Vor dem Auftritt von Cradle of Filth in der Hamburger Markthalle hatten wir die Gelegenheit ein Interview mit Bassist Dave Pybus zu führen. Völlig unerkannt lief er ungeschminkt bereits einige Stunden zuvor an uns vorbei, umso mehr überraschte es uns, als er später an unseren Tisch geführt wurde, um unsere Fragen zu beantworten.

Beim Ausfüllen erklärte er uns, dass wir das Interview getrost nebenher führen könnte, da er Multitaskingfähig sei („I know that´s what you think men can´t do. But I learnt from my dad.“ grinste er uns an).

Euer neues Album Tornography beinhaltet 12 Songs. Hattet ihr ursprünglich mehr als diese 12 Songs zur Auswahl?

Dave: Ich denke als wir fertig waren mit unserer Arbeit hatten wir an die 17 Songs. Zwölf davon haben wir auf das Album gepackt. Drei werden auf einer Special Edition rausgebracht, die nächstes Jahr erscheinen wird und zwei Songs haben wir verworfen. Wir werden diese bei der nächsten Session aufnehmen.

Wann genau wird die Special Edition erscheinen?

Dave: Die US Tour beginnt im Januar. Es wäre sicherlich das Beste sie dann rauszubringen. Aber wahrscheinlich ist es zu früh, da wir kaum Zeit haben für das Cover artwork. Also wird es wohl später werdenÂ… im Sommer vielleicht.

Wie lange haben die Aufnahmen gedauert? Ist etwas Außergewöhnliches passiert während den Aufnahmen?

Dave: Vieles ist schief gelaufen. Ich glaube wir haben an Halloween 1978 begonnenÂ… es ist lange her. Nein, jetzt haben wir 2005. Also wir begannen an Halloween und haben mit den Drums angefangen. Dann mussten wir für zwei Wochen auf Tour durch EnglangÂ… super Idee! (Gelächter) Nicht wirklich. Dann kam Weihnachten dazwischen und somit waren wir ca. einen Monat nicht im Studio. Als wir dann zurück zu den Aufnahmen kehrten und mit den Drums fortfuhren war der Sound anders als zuvor. Es war das absolute Chaos. Dann passten die Gitarren nicht dazu und der gesamte Sound war unstimmig – es war total chaotisch!

Und dann verlor Dani seine Stimme. Wir hatten die Hälfte seiner Vocals aufgenommen. Die tiefen Parts und als die hohen Screams kamenÂ… er bekam sie einfach nicht hin. Er musste einen Arzt aufsuchen. Er bekam Medizin und geriet ein wenig in Panik. Wir mussten also erneut die Aufnahmen unterbrechen.

Das Release Datum lag seit Monaten zurück und dann ging Dani nach Amerika um seine Gesangsparts zu beenden, denn das Studio in England war ausgebucht. Wir konnten kein freies Studio in England finden also gingen wir nach Amerika und Rob Caggiano unser Produzent beendete die Aufnahmen dort.

Aber es gibt immer irgendwelche Probleme. Im Studio haben wir gelernt geduldig zu sein. Es ist dasselbe wie wenn du mit der Band unterwegs bist. Beeilen und warten. Du musst also ständig bereit sein und kannst darum stundenlang nichts tun.

Das wäre mein größtes Problem an der Sache. Ich hasse es zu warten.

Dave: Yeah du kannst dich nicht allzu weit entfernen. Du sitzt irgendwo stundenlang während du eigentlich in die Stadt hättest gehen können

Zeitverschwendung.

Dave: Ja! Man könnte in die Stadt gehen, Essen gehen oder sonst was tun.

Euer erstes Cover Artwork wurde von eurem Label abgelehnt. Was war der Grund?

Dave: Ich denke... das Cover zeigte etwas, das verboten war. Ich habe es nicht gesehen. Der Künstler änderte es ein wenig bevor es veröffentlicht wurde.

Ich dachte ich hätte es online gesehen...

Dave: Online? Jeder hat online danach gefragt... doch ich denke nicht, dass es online war.

Die ersten Töne von Cyanide dringen vom Soundcheck zu uns herüber und ich freue mich.

Dave: Deine Lieblingsband oder? (Gelächter)

Ja, ich mag die Deathstars.

Früher habt ihr mit eurem Cover Artwork geschockt. Und nun ist es sozusagen harmlos im Vergleich zu vergangenen Covers. Denkst du dass gerade die Harmlosigkeit nun schockt?

Dave: Nein. Ich meine, viele Leute erwarten von uns, dass wir schocken. Aber manchmal ist es schwer neue Platten zu machen und immer noch zu schocken. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Verkauf der Platten in Kaufhäusern und Underground Plattenläden, in denen sie kaum jemand sehen kann. Es ist also schwer die Leute zu schocken. Das „Jesus is a cunt“ Shirt wurde vor Jahren entworfen und es war das meist verkaufte Shirt.

In anderen Interviews habt ihr sehr begeistert von eurem neuen Album gesprochen. Beabsichtigt ihr nun den Stil von Thornography beizubehalten?

Dave: Wir versuchen ständig etwas neues zu machen. Zum Beispiel vor „Damnation of a day“ wollten wir die Sache mit dem Orchester durchziehen. Und das war ein mächtiges Projekt. Es ist eine große Herausforderung für eine Band und es ist sehr kompliziert. Und es hört sich am Ende nicht unbedingt gut an, denn es hört sich sehr vereinfacht an. Für den Hörer kommt es dann rüber wie „aaah das ist okay, das kann man mal einen Song lang machen“ aber 77 Minuten Orchester und MetalÂ…??

Ja, das ist vielleicht keine so gute Idee.

Dave: Aber als ein Künstler möchtest du es natürlich ausprobieren. Wenn du die Freiheiten hast und das Budget dann versuchst du es.

Aber es bleibt etwas Besonderes.

Dave: Ja. Aber wir haben auch noch nicht über neue Sachen gesprochen. Wir sind nicht festgelegt auf etwas, wir konzentrieren uns erstmal auf die Show heute NachtÂ… und die Amerika Tour.

In Amerika geht ihr mit den 69 Eyes auf Tour. Habt ihr die Jungs zuvor schonmal getroffen?

Dave: Ich kenne Jyrki. Ich habe ein Plattenlabel und Jyrki hatte mich damals gefragt, ob ich seine zwei Alben unter Vertrag nehmen und in England auf den Markt bringen würde.

Aber es ging leider nicht. Das tat mir wirklich leid, es war eine Ehre, dass er mich gefragt hat, denn mein Label ist wirklich klein. Das hat zwar nicht geklappt aber es wird cool sein mit ihnen auf Tour zu gehen und mit ihnen einen zu trinken.

Ich denke wir hätten einmal fast den Drummer gekillt. Wie heißt der Drummer noch mal?

Jussi?

Dave: Ja. Wir hatten eine Show in Finnland und gingen danach trinken. Und er meinte “Oh yeah... wir werden euch Jungs unter den Tisch saufen!” Und das letzte an das ich mich erinnere ist wie der Drummer auf dem Boden des Hotel Voyers lag mit geöffneten Augen. Ich dachte wir hätten ihn umgebracht! Ich dachte nur „Oh shit! Was haben wir getan?!”

Wie du siehst ist es keine gute Idee mit uns trinken zu gehen!

Jussi ist ein Party animal.

Dave: Das ist er aber wir haben ihn geschafft! Also vielleicht ist er es doch nicht...

Zurück zu eurem Album. Wie kam die Zusammenarbeit mit Dirty Harry zustande?

Dave: Rob kannte sie. Er hatte schon zuvor mit ihr zusammen gearbeitet. Es war praktisch: sie lebt in L.A. und arbeitet auch dort, also war es einfach ihr das Demo zu übergeben. Zuerst war sie nicht dafür vorgesehen bei „Temptation“ mitzusingen. Sie hat das Demo nur aufgenommen, um es der ursprünglichen Sängerin vorzuspielen. Und dann war das Demo so gut, dass wir beschlossen es zu verwenden. Dinge geschehen immer sehr spontan. Aber sie ist eine tolle Frau, ich traf sie beim Videodreh. Sie ist ursprünglich aus London, sie ist gar keine Amerikanerin.

Warum habt ihr beschlossen einen instrumentalen Song aufzunehmen?

Dave: Es ist ziemlich riskant einen Song ohne Dani aufzunehmen. Die Fans sind total auf ihn fixiert und obsessiv. Den Sänger also einfach wegzunehmen ist vielleicht keine gute Idee. Aber Dani wollte es so. Er ließ die Musik so stehen und meinte „Ich werde nicht singen auf diesem Track! Ich möchte ihn instrumental haben.“ Es ist etwas, das wir seit unserem ersten Album machen wollten. Es war also nicht so, dass wir einen Song geschrieben haben und plötzlich entschieden hatten „Du sollst nicht singen!“. Es war als Instrumentalsong geplant von Anfang an. Und wir werden es auch live spielen, was ein wenig merkwürdig ist denn Dani wird von der Bühne gehen und oftmals reagieren die Fans verwirrt wie „Was passiert jetzt?!“

Und wie waren die Reaktionen bis jetzt?

Dave: Das ist jede Nacht unterschiedlich. Manchmal lieben sie es und manchmal sind sie einfach gelangweilt so in der Art „Wo ist Dani?“. Es ist also unterschiedlich.

Doch ich denke genau das ist es, was es so interessant macht.

Dave: Ja natürlich. Ich denke die Leute schätzen es, dass wir einen Song ohne Dani aufgenommen haben. Denn die Musiker werden oftmals als eine Art Statisten angesehenÂ… nunÂ… jaaah wir SIND nur Statisten (Gelächter) aber wir sind trotzdem in der Lage alleine einen Song zu spielen.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Doug Bradley? Warum habt ihr ihn gewählt?

Dave: Nun, einfach weil er der Typ aus den Hellraiser Filmen ist. Er lebt in einer Stadt nahe der Studios, also war es einfach für ihn täglich zum Studio zu kommen, mit uns rumzuhängen, Bier zu trinken und dann die Aufnahmen zu machen. Aber der Grund ist weil er in Hellraiser mitgemacht hat.

Naja James Earl Jones wäre wohl der BesteÂ… der Typ, der Darth Vader spricht. Aber andererseits ist es auch ein wenig billig. Ich weiß nicht ob es sich nicht lächerlich anhören würde wenn Darth Vader über Friedhöfe und solches Zeugs sprechen würde.

Doch die Band Rhapsody hat etwas mit Christopher Lee rausgebracht! Wir sind wirklich neidisch! Wir hätten nie gedacht, dass Christopher Lee mit einer Metalband zusammen arbeiten würde. Aber seine Tochter hat auch mitgewirkt also war es wohl einfach für sie auch ihn zu kriegen. Ich habe es noch gar nicht gehörtÂ… ist es gut?

Ich weiß auch nicht.

Ein Album voller Gastsänger. Ein weiterer ist Ville Valo. Habt ihr ihn zu den Aufnahmen getroffen oder hat er euch lediglich seine fertigen Vocalparts zugeschickt?

Dave: Wir haben ihm die Tapes ins Studio geschickt. Ich denke auf dem Demo hat Rob gesungen. Wir meinten zu ihm er solle es einfach nachsingen, denn in dieser Situation ist es schwer jemandem zu erklären wie es klingen soll. Es hätte Wochen gedauert. Um es also gleich richtig zu machen hatte Rob die Idee Ville ein Tape zu schicken. Ich habe ihn nicht persönlich getroffen.

Ihr scheint ja sehr zufrieden mit Ville´s Arbeit gewesen zu sein. Gedenkt ihr in Zukunft noch mal mit ihm zusammen zu arbeiten?

Dave: Ich weiß nicht. Wenn man eine Idee hatte, die funktionierte sollte man etwas neues tun. Wir versuchten mit Danzig zusammen zu arbeiten, aber das hat nie hingehauen. Es schien unmöglich, ich weiß nicht wieso. Er hat Interesse an einer Zusammenarbeit, aber unsere beiden Manager stritten ums Geld. Es hat also nie geklappt.

Dani´s Vocals bei “Tonight in Flames” sind anders als sonst... hat er jemals zuvor versucht so zu singen?

Dave: Nein. Dani wollte etwas ganz neues mit seiner Stimme ausprobieren, etwas das er noch nie zuvor getan hatte. Und das ist spannend, denn Dani hat viele Stimmlagen. Er hat bereits tiefe, mittlere und hohe Stimmen gesungen. Solche Centerparts wie in „Tonight in Flames“ hatte er noch nie gesungen und war ein wenig nervös. Aber es war wirklich cool als es dann geklappt hat.

Und wie gelingt es on stage?

Dave: Ich denke es ist gut solange er nicht zuviel trinkt davor.

Warum habt ihr euch dazu entschieden Shakespears Sisters´ “Stay” zu covern?

Dave: Darüber hatten wir schon lange gesprochen. Vielleicht fünf Jahre. Ich habe das Cover erst einmal gehört. Ich mag es nicht sonderlich, es ähnelt meiner Meinung nach zu sehr dem Original.

Als wir Vorschläge für Coversongs sammelten... ich weiß nicht, ob dir die Band Minor Threat etwas sagt? Dies ist eine Hardcoreband der frühen 80er Jahre. Dani und ich sind große Fans und ich schlug vor den Song „Small man big mouth“ zu covern. Denn der Song ist echt hardcore und stell dir vor Dani singt „Small man big mouth“Â… das ist es doch was die Leute von ihm denken! Er hat den Gedanken dahinter begriffen, aber wir haben es trotzdem nicht genommen.

Kanntest du euren relativ neuen Gitarristen Charles, bevor er in die Band kam?

Dave: Nein.

Kannte irgendjemand aus der Band ihn zuvor?

Dave: Ich denke Paul war derjenige, der ihn aufgetrieben hat. Vor zwei Jahren habe ich die Band für sechs Monate verlassen. Charles kam an meine Stelle als Bassist. Als ich dann zurück kam, übernahm Charles die Gitarre. Wir haben also einfach ein wenig die Instrumente getauscht. Er war also schon in der Band, als ich wiederkam.

Ihr wart ja auch bei Viva la Bam. Wie war es und hat es euch vielleicht zu einem Song inspiriert?

Dave: Das lustige daran ist, dass wir ungefähr eine Woche in einem Hotel mitten im Nirgendwo waren und nichts zu tun hatten. Und wir waren letztendlich ca. 2 Minuten zu sehen im Programm. Wir waren nicht wirklich gelangweilt, wir sind ausgegangen und haben getrunkenÂ… hast du die Folge gesehen?

Nein.

Dave: Es ist cool geworden.

Früher habe ich mal Viva la Bam geschaut, aber irgendwann wurde es mir zu blöd.

Eure Bühnenoutfits wurden speziell für euch angefertigt. Habt ihr vor, sie vielleicht mal als Limited Edition zu verkaufen?

Dave: Ich denke die Firma, die die Outfits herstellt tut das bereits. Man kann sie im Shop kaufen. Ich glaube Paul hat sein getragenes Shirt verkauft. Aber es riecht sehr unangenehm! Also falls ihr später mal an unseren Klamotten riechen möchtet, könnt ihr das gerne tun.

Uh, nein danke.

Dave: Wir tragen sie jede Nacht uns sie sind immer klatschnass. Wir lassen sie den ganzen Tag in der Garderobe hängen und es stinkt ganz schön. Wie eine Bakterie, die im Labor gezüchtet wirdÂ…

Also falls die Klamotten mal von alleine anfangen zu laufen seid ihr in Schwierigkeiten.

Dave: Ja, dann werden wir sie erschießen und auf ebay verkaufen.

Plötzlich kommen viele Leute in den Vorraum.

Oh wurden nun die Türen geöffnet?

Dave: Ja aber das macht nichts. Die Leute erkennen mich ohne Make-up nicht.

Ist bei dem vielen Touren mal etwas Außergewöhnliches passiert?

Dave: Naja jeder Tag ist anders. Es kommt auf die Laune der Leute an. Manchmal sind sie übel gelaunt und sprechen kaum ein Wort und manchmal sind alle gut drauf.

Eine Sache ist wirklich merkwürdig. Als Band verbringen wir nicht viel Zeit miteinander. Ich meine alle Bandmitglieder zusammen – alleine. Ohne Tourmanager oder die Crew. Es gibt vielleicht eine einzige Nacht, in der wir für 10 Minuten untereinander sind und reden. Lediglich 10 Minuten! Ich vermisse das und wünschte wir könnten das öfters tun, aber es liegt nicht in meinen Händen.

Habt ihr denn viele freie Tage?

Dave: Ich denke wir hatten neun von 30 Tagen frei. Und diese waren sehr teuer! Wir haben ungefähr 100 Euro an einem freien Tag ausgegeben. Also bei neun Tagen macht das 900 Euro für Bier! Das ist verdammt viel Geld.

Aber in Deutschland ist das Bier nicht allzu teuer.

Dave: Ja aber wir trinken so viel! In Polen kostete das Bier 1.- Euro und in Paris waren es 7.50 Euro, es kommt also darauf an wo du bist. In Paris hatten wir gerade mal ein Bier und dann „F*** ich habe kein Geld mehr über!“

Wie ist es mit den Deathstars zu touren?

Dave: Sehr cool.

Ist da eine Zusammenarbeit geplant, vielleicht als Gastsänger oder so?

Dave: Wir haben noch nicht darüber gesprochen. Es ist wirklich komisch wenn so eine Tour beginnt. Denn anfangs spricht niemand, nur „Hi. Wie geht’s?“ und du weißt nicht so recht wer die Jungs sind. Nach einer Woche fragt man dann schon „Wollt ihr mit uns ein Bier trinken gehen?“ und zwei Wochen später „Yeeeah. Lasst uns feiern!“. Und in der letzten Woche kommt dann „Ooooh ich will euch nicht verlassen!“ Es ist immer dasselbe!

Es gibt immer gute und schlechte Dinge aber es ist immer hart Tschüß zu sagen. Vielleicht sieht man die Jungs nie wieder?!

Ich hoffe ja, dass die Jungs ganz groß werden, so dass wir sie eines Tages supporten können. Denn weißt du was jede Nacht passiert? Wenn die ihre Show abziehen, sehen die Mädels sie. Sobald wir dann dran sind, haben die Jungs zwei Stunden Zeit all die Mädels abzugreifen! Wenn die Deathstars also groß rauskommen und wir sie supporten, können sie spielen während wir die Mädels abkriegen! Bastarde!

Wenn wir abends rauskommen nach der Show ist alles leergefegt! Die Leute denken immer es gäbe da einen Haufen Mädels, aber das stimmt nicht! Das ist alles Mist! Du kommst raus aus dem Backstage, nachdem du deine Dusche genommen hast und denkst „Cool jetzt noch ein paar Bier und ein paar Mädels!“ aber die einzigen Frauen die noch übrig sind schlafen auf dem verfluchten Boden.

(Gelächter)

Und wie verhinderst du in einem Alltagstrott zu verfallen während einer Tour?

Dave: Da kann man nichts tun, es passiert einfach. Du nimmst Bücher, CD´s und dein Laptop mit. Du nimmst einfach alles mögliche mit und nach einer Woche bist du von allem gelangweilt!

Ein Tag ist wie der andere.

Dave: Yeah und oftmals sind die Leute auch sehr unfreundlich. Du lachst darüber aber wir weinen! Aber das sind die besten Witze. Wir haben einen bösen Humor.

Ich auch.

Dave: Nein, ich meine wirklich böse. Es muss schon mit Schmerz zu tun haben oder jemand muss weinen – das finden wir witzig. Sonst ist es nicht lustig. Das ist schon heftig.

Und wie stehts mit Interviews. Was war das Merkwürdigste, das ihr in Interviews gefragt wurdet?

Dave: Einmal hatten wir ein Interview in dem uns nur Fragen über unser Sexleben gestellt wurden. Aber es war ein cooles Interview, denn wir hatten nie zuvor solche Fragen in einem Interview beantwortet. Was ist deine LieblingsstellungÂ… Hattest du jemals zwei FrauenÂ… und so weiter. Das war cool!

Was verbindest du mit Deutschland? Gibt es da etwas Bestimmtes?

Dave: Vielleicht sollte ich dies nicht in einem Interview rauslassen. Aber für mich ist es das Geschichtliche um den Krieg. Als wir in Dresden waren wollte ich die zerbombte Kirche ansehen und all die bekannten Plätze. Es ist die Art von uns Engländern, wir sind immer noch sehr fasziniert von dem damaligen Krieg. Ich weiß auch nicht weshalb. Es ist so ein England-Ding. Ich mag Deutschland, da ich gern nach Berlin gehe und mir die historischen Plätze ansehe. Ich mag Deutschland dafür. Manche Plätze haben eine verzauberte Atmosphäre, das ist cool.

Es ist jedenfalls besser als Spanien. Dort kann niemand Englisch sprechen.

Und was ist mit Frankreich?

Dave: Nun, die können Englisch sprechen, aber sie wollen nicht! Das ist der Unterschied.

Dani schreibt ja für den American Hustler. Um was für eine Kolmne handelt es sich?

Dave: Ich weiß nicht. Vielleicht sollte ich ihn mal fragen. Es ist auch was Neues, das er erst seit ungefähr einem Monat macht. Ich würde das auch gern machen!

Über was würdest du dann schreiben?

Dave: Aaaaahm vielleicht Mädels in Bikinis.

Mit oder ohne Bikini.

Dave: Es würde in das Magazin passen, oder?

Wie fühlt es sich an Mitglied einer der bekanntesten Metalbands zu sein?

Dave: Schrecklich. Fucking pain in the ass. Nein, du musst dazu schreiben, dass ich hier nur Spass mache.

Wenn du 16 Jahre alt bist und in deinem Zimmer auf der Gitarre klimperst und ein paar AC/D Songs ausprobierst denkst du nicht daran, dass du vielleicht jemals 2 Millionen Autogramme geben musst. Das ist etwas, das man sich nie vor Augen führt. Oder du kannst dir auch nicht vorstellen wie fanatisch Fans sein können!

Was war denn das Verrückteste, das ein Fan jemals getan hat?

Dave: Es kommt drauf an, was du wissen möchtest. In Amerika war mal ein Mädchen, das sich mit Handschellen an Martin gekettet hat. Er meinte „Was tust du da?“ und sie antwortete „Ich möchte mit dir zusammen sein und jetzt kannst du mir nicht entkommen!“. Er meinte nur „Ich muss aber auf die Toilette! Du musst also mitkommen.“ Sie hing ungefähr vier Stunden an ihm. Sie ließ ihn nicht gehen und ihr Freund war ganz schön angepisst.

Und ein anderes Mal... das ist echt eklig... es war bei einer Autogrammstunde. So ein Mädchen wollte, dass wir auf sie spucken. Doch wir wollten das nicht tun nur unser alter Gitarrist John war dazu bereit. Und als er es tat flippte sie voll aus vor Freude.

Fucking weirdos.

Genau... und diese “weirdos” füllten nun die Hamburger Markthalle und es war Zeit Dave für weitere Interviews freizugeben.

Wir danken ganz herzlich Roadrunner Records, die uns dieses Interview gewährt haben, als auch Dave und Cradle of Filth.

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