(Fujiya & Miyagi)
Ich bin mit Fujiya&Miyagi im Stadtgarten verabredet. Sie haben gerade ihr Album Transpa-rent Things herausgebracht. Das Wetter ist super und der Stadtgarten rappelvoll. Zum Inter-view erscheint dann David Best, alias Fujiya, der Sänger der Gruppe.
Fujiya and Miyagi, Wie seit ihr auf den Namen gekommen?
David Best: Ich hatte ein Poster mit vielen Plattenspielern und einer davon hieß Fujiya. Am Anfang waren wir ja nur zu zweit, Steve und ich. Und jeder brauchte einen Namen. Myjagi kommt aus dem Film Karate Kid und da ich den Film sehr mag, enstand so unser Name.
Glaubst du, dass der Name für die Leute einprägsam genug ist?Â
David Best: Der Name hört sich gut an, auch wenn man ihn schlecht aussprechen kann, aber anfangs konnten wir ja nicht ahnen, dass wir bekannter werden und deswegen war der Name ja eigentlich auch egal. Ich dachte wir könnten vortäuschen, dass wir aus Japan kommen. Dann hätten wir die Musik anonym machen können und hätten weiter zuhause Fußball gucken können... Aber so lief es dann natürlich doch nicht, wir hatten einfach kein Konzept und nicht genug Zeit eins zu entwickeln. Wir hoffen, dass die Musik für uns spricht.
Ich hab gelesen, dass ihr euch beim Fußball kennen gelernt habt?
David Best: Ja, Steve und ich haben uns vor acht Jahren beim Fußball kennen gelernt. Steve kannte Matt da schon. Sie sind zusammen aufs College gegangen. Aber Matt ist jetzt erst seit drei Jahren in der Band. Ja, aber wie die meisten Dinge in England, begann es auch bei uns mit Fußball...(Er lacht)
Wer ist deine Lieblingsmannschaft?
David Best: Arsenal! Letztes Jahr waren sie im Champions-Leaque-Finale!
Das blöde daran, dass wir oft nicht zuhause sind, ist, dass ich meine Schwester und meinen Kumpel Paddy aus London so oft nach den Ergebnissen vom Wochenende fragen muss. “Wie steht´s, wie steht´s?”
Ihr veröffentlich eure Musik auf Grönland, dem Label von Herbert Grönemeyer, habt ihr ihn schon getroffen?
David Best: Nein, der Kontakt hat sich zwischen Grönland Records und uns ergeben, ohne Herbert Grönemeyer direkt zu treffen. Ich weiß, dass er in Deutschland sehr verehrt wird. Wenn ich deutsch könnte, würde ich seine Musik und Texte verstehen, so ist er erstmal ein netter Typ, über den man mal was in der Zeitung liest.
Eure Musik ist ja so ne Mischung aus Electronika und Krautrock...?
David Best: Sie hat Einflüsse von Industrial der Siebziger, wie Kraftwerk oder Can. Wir sind aufgewachsen mit der Musik von WARP Music. Und diese Einflüsse verarbeiten wir. Als Sechzehnjähriger habe ich Can gehört und gedacht, die Musik kommt von einem anderen Planeten! Sie haben sich brilliant angehört. Im Gegensatz dazu habe ich keine britische Musik gehört.
Wieso nicht?
David Best: Ich mag sie einfach nicht. Vielleicht weil sie dich dauernd umgibt und irgendwann langweilt. Kraftwerk und Can klangen eben mehr traditionell. Aber wir wollen diese Bands nicht kopieren oder so ähnlich klingen wie sie. Wir erkennen sie einfach an.
Wart ihr sehr nervös als ihr die ersten Male vor eurem Publikum gespielt habt?
David Best: Oh ja! Wir standen dort wie das Kaninchen vor der Schlange... ( “we were like rabbits in headlights”). Vor sieben Jahren war das... wir wollten Musik machen, nicht Popstars werden. Wir wollten die Dinge tun, an denen wir Spaß hatten. Es hat eine Zeit gedauert sich wohlzufühlen. Heute sind wir nicht mehr nervös. Wenn du weißt wo alles steht und weißt dass du mit jedem Auftritt besser wirst, dann macht das glücklich. Ich denke, es ist nicht gerade natürlich auf der Bühne vor vielen Leuten Musik zu machen und deswegen denke ich darüber dann nicht weiter nach. Ich mache es einfach.
Hat sich für euch irgendetwas verändert seit ihr jetzt bekannter geworden seid?
David Best: Ja, die größte Veränderung war sicherlich, dass wir vor zwei Monaten unsere Jobs gekündigt haben. Es war mittlerweile einfach zu hart, von montags bis freitags am Schreibtisch zu hocken und abends Songs aufzunehmen. So haben wir mehr Freiheit Musik zu machen und sind nicht so sehr an einen bestimmten Ort gebunden. Das war immer das was wir machen wollten, nicht das mein Job so schlecht war, aber so können wir uns ausschließlich der Musik widmen.
Was habt ihr als nächstes vor?
David Best: Morgen spielen wir in Berlin, danach sind wir in Schottland. Dort bin ich dann echt das erste Mal! Merkwürdig. Dann sind wir ein paar Wochen in Amerika. Im Sommer spielen wir auf ein paar Festivals...*
Bei welchen Festivals seid ihr dabei?
David Best: Ich weiß es gar nicht genau. Auf jeden Fall Primavera in Barcelona, bei einem im Irland und in England. Es sind einige. Ich weiß echt nicht mehr genau wo. Das schöne an Festivals ist, dass man selber auftritt und danach den anderen Bands zuhören kann und andere Bands kennen lernt.
*...Und natürlich: Wir wollen eine neue gute Platte aufnehmen. Wir arbeiten gerade an neuen Songs. Und wenn du das machst, findet sich alles zusammen. Wenn du ne schlechte Platte rausbringst, wirst du vielleicht nicht mehr nach Köln kommen können...
Schlagt ihr beim neuen Album die gleiche Richtung ein, oder wollt ihr dieses Mal was ganz anderes machen?
David Best: Von der Produktion her sind wir noch nicht wirklich weit, aber einige Songs haben wir ja.. Es hat wenig Sinn, genauso zu klingen wie auf der ersten Platte, sonst könnte man ja einfach die hören...Wir werden uns wohl etwas vom “deutschen” Krautrock entfernen, aber unsere Musik wird sicherlich immer mit elektronischen Elementen verbunden sein. Noch arbeiten wir ja mit Drum-Machines, aber beim nächsten Mal werden wir einen Schlagzeuger haben. Das wird dann dynamischer. Wahrscheinlicher klingen wir auch ein wenig funky. Ein Song hat so einen Mo-Town-Beat. Der klingt so nach uns. Es ist echt hart dir selbst zu entkommen! Und vielleicht ist das gar nicht so ne schlechte Sache. Weißt du, das ist wie mit “The Smith”... als ich ein Kind war, mochte ich “The Smith” sehr. Alles was so geklungen hat wie “Thw Smith” fand ich gut, aber wenn man genau hinhört, hört man Elvis-Riffs, Glam, Glam Rock, aber du hörst immer “The Smith”! Vielleicht ist es das was wir auch anstreben.
Ihr wollt einzigartig sein?
David Best: Ja, ich will nicht sagen, dass wir es bereits sind, aber wenn es möglich ist, dann Ja! Wir wollen niemanden kopieren. Wir wollen unser eigenes Ding machen.
Ok, das wars von meiner Seite..Genießt Köln!
David Best: Ja das werden wir. Steve war hier schon mal im Urlaub. Er mag Köln.
Danke für das Interview!
David Best: Danke für die Fragen.
Mir hats Spaß gemacht mit David Best zu plaudern. Ein echt sympathischer Typ. Heute Abend ist noch das Konzert. Mal schauen wie es wird und wieviel Leute davon Wind be-kommen haben...