(Hanoi Rocks)
Als wir hörten, dass Hanoi Rocks das Simerock-Festival im Sommer 2007 headlinen würden, rechneten wir uns nicht unbedingt gute Chancen für ein Interview aus. Um so erfreuter waren wir dann aber, als wir zusammen mit Suomirocks die Zusage bekamen. Schlussendlich bekam die Band allerdings so viele Interviewanfragen, dass beschlossen wurde, das Interview in Form einer Pressekonferenz stattfinden zu lassen, zu der mehrere Pressevertreter, darunter auch wir von Musicheadquarter, geladen wurden. Nichtsdestotrotz waren wir vorher so aufgeregt, dass unsere Freunde der Meinung waren, wir würden auf sie denselben Eindruck machen wie eine Gruppe Kleinkinder vor Heiligabend ;)
Lest selbst, was uns Hanoi Rocks über ihr neues Album Street Poetry und das Leben im Showgeschäft zu erzählen hatten (click for their English version of this interview).

Mike, du hast in früheren Interviews gesagt – und ich weiß nicht, ob das auch für den Rest der Band gilt – dass du einen Teil deiner Energie immer noch aus Frustration oder Ärger ziehst. Ist das immer noch genau so?
Mike Monroe: Auf jeden Fall.
Was macht dich momentan wütend? Worüber bist du frustriert?
Mike: Persönliche Gründe.
Andy McCoy: Bei mir ist es ein wenig Negativität und ein wenig Positivität.
Mike: Ich konnte noch nie richtig in einem Hotel schlafen, wenn jemand nebenan ist, das nervt mich wirklich tierisch. Grundsätzlich geht es darum, unsere Negativität in positive Energie umzuwandeln. Was ich damit meinte, als ich darüber gesprochen habe, war das Showgeschäft im Allgemeinen, wisst ihr? Wir waren nicht immer eine vom Glück begünstigte Band in dem Geschäft. Die Motivation ist nicht das, um was es bei uns geht, bei uns geht es um Rock’n’Roll.
Frustrieren euch solche Dinge hier (wie diese Pressekonferenz)? Wollt ihr nur aufstehen und Musik machen?
Mike: Nein, überhaupt nicht.
Andy: Neeeee.
Ihr glaubt also immer noch, dass das Teil eures Jobs ist?
Mike: Oh ja, ja.
Andy: Ja auf jeden Fall. Man kann sowas nicht vermeiden, aber wenn wir erst mal auf der Bühne sind Â… das macht es alles wert.
Mike: Aber ich singe natürlich lieber, als das ich rede, wisst ihr...
Ich würde gerne über die neue Single Fashion (dt.: Mode) reden. Was bedeutet Mode für euch im allgemeinen?
Mike: Es ist ein Liebeslied...
Wem ist es gewidmet?
Mike: Allen und jedem.
Habt ihr eure eigenen Designer?
Conny Bloom: Wir sind alle unsere eigenen Designer. Wir entwerfen unsere Klamotten selbst.
Mike: Es gibt da keine Regeln, wir können auch vom Second-Hand-Shop kaufen. Oder du kannst es selbst designen.
AC Christell: Man kauft von wo auch immer.
Was habt ihr in letzter Zeit so gemacht?
Andy: Wir waren im Studio um das Album fertig zu machen. Wir sind alle sehr glücklich damit. Wir können es kaum abwarten, bis es veröffentlicht wird, damit wir endlich die Songs live spielen können.
Mike: Ja, unser neues Album Street Poetry kommt am 5. September raus. Fashion wird darauf zu hören sein.
Was ist das Konzept dahinter?
Andy: Das ist kein verdammtes Konzeptalbum! (alle lachen)
Was ist die Message?
Mike: Es gibt wirklich kein richtiges Konzept. Meinst du die Gedanken, die dahinter stecken?
Conny: Meinst du, wie es sich anhört?

Ja, woher habt ihr die Ideen gesammelt, woher kam die Inspiration all diese Songs zu schreiben?
Mike: Kauft das Album und rettet die Welt! Nein...
AC: Unterschiedliche Geschichten, unterschiedliche Songs, wisst ihr, alles verschiedene Konzepte.
Conny: Die Songs kommen von verschiedenen Orten. Ich glaube, es ist mit Sicherheit ein großartiges Album geworden. Es hört sich an wie... also auf jeden Fall wie Hanoi, aber so, wie sich Hanoi heutzutage anhörenÂ…
Mike: Geschichten von verschiedenen Wegen des Lebens. Worüber schreiben wir? Wir schreiben darüber, was um dich herum passiert...
Andy: Woher kommt die Inspiration? Die Leute fragen mich immer, was zum Teufel mich inspiriert. Was inspiriert mich nicht? Letztendlich kann alles was du siehst, hörst, sogar der Verkehrslärm, Inspiration sein. Ich glaube das wird klar, wenn du unsere Musik anhörst.
Mike: Street Poetry ist eigentlich eine Geschichte über diesen Kerl in London, den wir ständig gesehen haben. Ein Obdachloser, der über Leute schreibt, die er in der U-Bahn auf ihrem Weg zur Arbeit sieht und er selbst ist irgendwie unsichtbar für sie. Manchmal trägt er Gedichte vor, um ein bisschen Geld zu machen.
Also neue Ideen jeden Tag?
Mike: Ja. Eine Pressekonferenz oder was auch immerÂ…
AC: Für das nächste AlbumÂ…
Conny: Ich kann einen Hit kommen sehen! (alle lachen)
Fühlt ihr euch vollkommen im Leben, habt ihr alles erreicht was ihr wolltet
Andy: Es gibt immer noch mehr zu erreichen. Ich denke, es geht immer weiter, solange, bis wir ins Gras beißen.
AC: Ich bin glücklich mit dem was wir machen. Wir können froh sein, dass wir davon leben können. Es ist ein Segen.
Andy: Es ist nicht nur ein Segen, es ist wie von Gott geküsst zu werden.
AC: Ja.
Hattet ihr Schwierigkeiten das Album zu machen?
Mike: Nein, alles ging glatt.
Mehr Schwierigkeiten mit dem Cover?!
Mike: Das ging alles glatt, wir haben das Album in ein paar Monaten gemacht.
Was ist mit Proben?
AC: Zur Abwechslung haben wir mal geprobt, normalerweise proben wir wie gestern: vor 30.000 Leuten!
Mike: Ein Haufen neuer Songs und wir haben sie einfach so gespielt, vor 30.000 Leuten! Auf diesem Album haben wir alle zusammen an den Arrangements gearbeitet. Von Anfang bis Ende fügte sich alles zusammen, es hört sich nach einer Band an. Gitarren, Bass und Drums, keine Synthesizer.
Andy: Und wir haben die unnötigen Nachsynchronisierungen vermieden. Wir wollten, dass esÂ…
Mike: Â…wie eine ordentliche Rock Band klingt...
Andy: ...sozusagen so, wie es sich live anhört. Es ist nicht so: oh man, ihr hört euch gar nicht wie auf dem Album an. Ich finde, wir hören uns besser live an.
Mike: Es gibt einen Horn-Teil in einigen Songs und Klavier. Gleichzeitig...
Andy: Ja, so im alten Lennon und McCartney Style.

Mit so vielen Leuten und Bands die zu euch aufsehen, habt ihr euch jemals in der Verantwortung eines Vorbildes gesehen? Seid ihr mittlerweile vorsichtiger geworden mit dem was ihr sagt?
Andy: Oh Mist, ich wollte und will niemals irgendjemandes Vorbild sein! Ich glaube nicht, dass ich ein Vorzeigeleben führe. Ich scher mich nen Dreck darum. Alles was zählt ist, dass sie die Musik mögen und das bringt gute Vibes.
Mike: Alles was wir je wollten, ist die Leute zu ermuntern sie selbst zu sein, Individualisten zu sein und ihr eigenes Ding zu machenÂ…
Andy: ...und nicht uns zu imitieren.
Mike: Was mich stört ist, wie sie versuchen dich zu kopieren. Das bringt nicht wirklich was...
Andy: Das heißt nur, dass sie unseren Standpunkt total missverstanden haben. Ich denke, wenn du jemanden kopierst, wirst du immer als Zweiter enden, denn du kannst niemals den Typen schlagen, der es ursprünglich gemacht hat. Deswegen versuchen wir immer, zur Individualität anzuregen, wie Michael gesagt hat. Geh deinen eigenen Weg, denn dann kann dich niemand schlagen bei dem was du tust.
AC: Gute Antwort!
Andy: Ich weiß, ich bin ein Genie!
MM: Und ein guter Kommentar auf die Antwort!
Einige von euch haben mit vielen berühmten Leuten über die Jahre gespielt, vor allem Mike. Eine Reihe Namen von Leuten, die man nicht mal im Traum treffen wird, und ihr habt mit ihnen auf der Bühne gestanden. Gibt es jemanden mit dem ihr noch nicht zusammengearbeitet habt, aber es gern würdet?
Andy: Einer meiner größten Helden – Chuck Berry.
Mike: Ich würde sagen Little Richard. Ich habe ihn getroffen, aber nie mit ihm gearbeitet.
Conny: Meinst du zum touren oder...?
Alles, auf die Bühne gehen und nur einen Song performen, ins Studio gehen...
Conny: Die meisten sind leider schon tot.
AC: Du magst doch den Typen von Roxette, mit dem du arbeiten willst!
Conny: Ja klar! Ich würde gern ein Duett mit Agnetha Fältskog von ABBA machen!
AC: Hier haben wir eine schwedische Verbindung!

Lacu, was ist mit dir?
Mike: Lacu möchte mit Bill Ward spielen.
Lacu: Ich bin ganz zufrieden mit diesen Leuten hier!
Andy: Ich bin so verdammt glücklich, ein Teil dieser Band zu sein. Es ist die Band meiner Träume. Ich denke, dass Träume wirklich wahr werden.
Was ist mit dem Auftritt heute Nacht?
Mike: Wissen wir noch nicht, wir haben die Setlist noch nicht zusammengebastelt.
Andy: Wir haben die Setlist noch nicht gemacht. Es ist schwer, es jedem recht zu machen.
Mike: Es wird komplett anders sein als das, was wir letztes Mal gespielt haben. Es ist immer anders. Beim Rovaniemirock und im letzten Winter haben wir einen Gig hier gespielt. Aber auch wenn wir die gleiche Setlist haben, ist es eigentlich immer anders.
Conny: Selbst wenn wir eine Setlist haben, kann die sich immer noch während des Konzerts ändern.
AC: Weil wir sie nicht lesen können!
Mike: Irgendwann hatten wir mal beschlossen, keine Setlist zu schreiben, sondern uns die Songs einfach zuzurufen und jeder hat dann einen anderen Titel verstanden.
Conny: Die Bühne war einfach zu groß, Leute kamen dann angerannt und fragten "was??"!
Was denkt ihr über Rovaniemi und das Festival, Simerock?
Andy: Wir haben hier noch nicht gespielt, also ist es schwierig zu sagen.
Mike: Aber die Organisatoren scheinen sehr gut zu sein. Es ist immer nett im Lordi-Land. Andy hat sogar eine Gitarre für Lordis Restaurant gespendet, richtig?
Andy: Sowas ist nett zu sehen.
Mike: Ich würde meine Unterwäsche spenden, aber ich trage keine.
Ihr fahrt also ins Nirgendwo um Rock’n’Roll zu spielen...
AC: Ja, wo immer der uns hinbringt.

Wohin zum Beispiel?
Mike: Belgien! Alle möglichen Orte. Mitten an den Arsch der Welt.
Conny: Wir haben mal in einem Kebabladen gespielt...
Mike: Ein Gig ist ein Gig, wisst ihr!
Andy: Man sagt immer, da wo das beste Publikum ist, aber das ist quatsch. Wenn die Band gut ist, ist es das Publikum auch!
Mike: Wir machen die gleiche Show, egal ob für 2 oder 2.000 oder 20.000. Wir geben immer 100%, 150%, einfach alles.
Conny: Es ist natürlich immer inspirierend, wenn viele Leute da sind, aber du spielst in erster Linie, um mit dir selbst zufrieden zu sein.
Mike: Ich bin weniger aggressiv in meiner Seele, die Songs haben gute "Gedankennahrung" gegeben. Ich hab soviel Spaß beim spielen, deshalb werde ich immer weniger kritisch. Ich bringe es nicht immer alles auf den Punkt, manchmal sind es einfach nur gute Storys, wisst ihr...
Andy: Die Welt ist so ein grausamer und jämmerlicher Ort heutzutage, Rock’n’Roll sollte eine Art Fluchtmöglichkeit sein. Ich betrachte die Dinge gern von der positiven Seite...
Mike: Um auf eine der ursprünglichen Frage zurückzukommen... Ich bin viel glücklicher jetzt und ich denke mein Leben ist ausgeglichener, aber ich stehe immer noch hinter jedem Wort, das ich gesagt habe.
Ich habe euch in 2005 gesehen, es war ein heißer Sommer. Jetzt ist es ein bisschen kälter, hüpft und schwitzt ihr dann mehr?
Conny: Eigentlich ist es auf der Bühne wegen dem Licht immer warm.
Andy: Einige Leute erkennen gar nicht, wie körperlich anstrengend diese Arbeit ist.
Mike, du bist sehr aktiv auf der Bühne, kletterst auf das Bühnengerüst und sowas. Hattest du da viele Unfälle?
Mike: Bis jetzt noch nicht...
Andy: Es gab da mal einen Typen, der war ein kompletter Idiot. Er dachte, er wäre sicher und kletterte Mike nach und natürlich fiel er runter und brach sich beide Beine.
Mike: Er war nicht unbedingt ein Idiot, aber es war dumm von ihm, mir zu folgen. Das einzige was ich mache würde, wäre zu treten und zu sagen "fass mich nicht an, blamier mich nicht, ich kann selber klettern!" Ich will ja auch nicht runterfallen. Der Typ hat versucht, mir nach oben zu folgen und er ist halt einfach runter gefallen. Ich habe gehört, dass er aus meiner Heimatstadt ist und dass seine Beine immer noch kaputt sind.
Andy: Es war einfach dumm, sowas zu machen.
Mike: Er hat immer noch OPs an seinen Beinen. Ich hab bisher das Glück gehabt, nicht so übel zu stürzen.
Was wisst ihr über Lettland und wann werden wir euch in den baltischen Staaten sehen können?
Mike: Ich würde schon da spielen...
Andy: Ja, das würden wir.
Es ist recht nah an Finnland...
Andy: Es ist näher dran als das hier! (Anm. d. Red.: Rovaniemi) (alle lachen)
Mike: Ja doch, ziemlich. Ich würde ganz gern dort hin fahren, es könnte interessant sein. Es ist cool, an neuen Orten zu spielen und unseren Ruhm zu verbreiten. Wir haben bisher nicht mal in Russland gespielt.
Andy: Also wenn wir Russland machen würden, warum nicht auch Lettland? Lettland war mal Teil von Russland, oder?
Aber jetzt hat es nichts mehr mit Russland zu tun.
Andy: Aber es war Teil der UdSSR, oder? Aber ihr wurdet gewaltsam eingenommen.
Mike: Another hostile takeover! (Anm. d. Red.: Titel des vorherigen Hanoi-Albums, dt.: Eine weiter feindliche Übernahme) (alle stöhnen)
Gibt es irgendwelche neuen Bands, die ihr euch anguckt und denkt, "ja, die haben’s drauf"?
Conny: The Beatles!
Mike: Foo Fighters.
AC: Amy Winehouse.
Conny: Ja, ich liebe sie.
Andy: Ich liebe ihr aktuelles Album.
Mike: Ozzy hatte einen Song, der so ging (singt) "dur dur dur... I don't wanna stop."
Andy: Wir hören eine ziemliche Bandbreite an Musik. Alles von Klassik, über arabisch, Flamenco... Es gibt einfach zu viel guten Mist da draußen. Wir kundschaften das aus. Man kann so viel Talent da draußen finden.
Mike: U2 hatten einen tollen Song namens Vertigo vor ein paar Jahren, den ich mochte. Ein paar Songs kommen hier und da raus. Es gibt einige gute Bands zur Zeit, aber es gibt auch viel Mist. Alles wegen MTV. Die versuchen dir ein Schema aufzuzwingen. Das tötet Musik und die Kreativität.

Habt ihr immer noch ein gutes Verhältnis zu euren ehemaligen Managern?
(gemeinschaftlicher Versuch, nicht zu fluchen, und verschiedene Ausrufe, begleitet von Gelächter)
Mike: Nein, es gibt eine lange Liste an Schäbigkeiten... Jemanden wurden die Knie gebrochen. Nicht von uns! Diese Leute müssen mit sich selber leben. Es gibt viele Leute in dem Business, die, ich weiß auch nicht warum, nichts Gutes im Schilde führen.
Andy: Viel Verdorbenheit in diesem Geschäft...
Mike: Es gibt leider eine Menge Widerlinge im Rock’nRoll und Showgeschäft, eine Menge. In anderen Branchen natürlich auch, aber in dieser ganz besonders. Aus unerfindlichen Gründen denken Leute, dass sie in diesem Biz andere abzocken können. Jede Band hat das durchgemacht.
Andy: Schau dir zum Beispiel all das ganze alte Zeug an. "Whole lotta love" war ursprünglich in den 20er von diesem Kerl geschrieben. Peter Grant hat die Rechte für $100 und 2 Flaschen Jack Daniels gekauft und der Kerl was zufrieden damit, aber trotzdem, ich weiß nichtÂ… Oder schau dir Chuck Berry an. Er war ein schwarzer Künstler und Platten von Farbigen wurden damals "race records" genannt. Also hat sein Techniker seinen eigenen Namen auf alle Chuck Berry Songs gesetzt, so als ob er die Hälfte der Songs geschrieben hätte, aber natürlich hat er einen Scheiß davon geschrieben.
Mike: Das gleiche mit Little Richard. Sie wollten ihm seine Tantiemen nicht bezahlen, weil er schwarz war. Sie wollten ihn nicht als Vorbild für ihre Kinder. Sie haben versucht, ihn zu unterdrücken. Pat Broon versuchte dann, eigene Versionen von diesen Songs aufzunehmen, gefälschte, lahmarschige Versionen. Sie wollten einen weißen Künstler als Vorbild für ihre Kinder. Und Little Richard, wann immer er nach seinen Tantiemen fragte, hörten sie auf seine Songs im Radio zu spielen, und schoben sie unter den Tisch. Pat Broon hat letztendlich mehr "Tutti Frutti" verkauft. Und "Long Tall Sally", da kamen sie mit einer todlangweiligen, richtig verdünnten Version von Pat Boon. Aber so funktioniert das System. Das ist der Grund warum es so viele Mord-Theorien an Jimi Hendrix gibt, denn sie wollten ihn nicht als Held für ihre Kinder. Es geht immer noch bergab.
Andy: Ja, es geht immer weiter bergab...
Mike: ...bis heute. Schau dir an, wie die Dixie Chicks wegen eines einzigen Kommentares gekreuzigt wurden.
Andy: Â…gegen die Amtsführung von Bush. Aber schau sie dir an, das hat sie noch größer gemacht.
Mike: Aber letztendlich haben wir das Recht auf Meinungsfreiheit, also muss man etwas sagen. Politik und Rock passen einfach nicht zusammen. Glücklicherweise sind wir Rock‘n’Roll. Natürlich sagst du das, was du denkst, wirfst Fragen auf, aber du musst Songs schreiben, die etwas zu bedeuten haben, aber kein moralisches Zeugs, wisst ihr? Die Leute können sich ihre eigene Meinung bilden. So lange sie eine gute Zeit haben und gute Musik spielen...
Andy: Und natürlich versteht jeder die Lyrics auf seine eigene Art.
Mike: Ja! Es ist unglaublich, einige Leute kommen zu dir und sagen "dieser Song den du geschrieben hast, bedeutet mir wirklich sehr viel". Jemand analysiert den Song für mich und ich habe keine Ahnung wovon er spricht und es hat nichts im Geringsten damit zu tun, was ich ursprünglich im Sinn hatte. Wenn es jemandem soviel in einem anderen Zusammenhang bedeutet, dann ist das cool. Wir lassen gerne Raum für Interpretation.
Seid ihr mit Sime befreundet?
Mike: Sime von Simerock? DER Sime? Nun, wir sind Bekannte, aber keine Kumpel. Wir haben ihn durch den Besitzer des Tavastia Clubs in Helsinki kennen gelernt, ein enger Freund von uns seit Jahren. Als wir hörten, dass er bei dem Festival involviert ist, haben wir entschieden, hier zu spielen und nicht bei dem anderen, das abgesagt wurde. Also haben wir es vorgezogen, ihn zu unterstützen. Und natürlich, ist Lordi hier nicht mit dabei, ist Lordi hier?
Nein, er ist mit Ozzy beim Ozzfest...
Mike: Ja, das ist wichtiger! Wie auch immer, wir haben ihm vertraut bei der Organisation, also dachten wir, dass wir hier am richtigen Platz sind.
Andy: Ich bin sicher, dass die Kids viel Spaß haben werden heute. Sie kriegen echten Rock’n’Roll, der leider immer seltener wird heutzutage.
AC: Wir sind eine aussterbende Spezies.
Mike: Eine Rarität im Rock’n’Roll. Keiner verlässt unsere Show enttäuscht, sie haben normalerweise alle ein Lächeln auf dem Gesicht. Wir geben alles.
Andy: Wir ziehen es vor, wenn die Leute uns hassen oder lieben, anstatt zu denken "die waren in Ordnung". Das ist das schlimmste... wenn du "in Ordnung" warst...
Mike: Wie lauwarmes Wasser. Wir sind so ziemlich alles oder nichts.
Ja, das stimmt allerdings. Eine ganze Menge Respekt für diese Jungs! Sie haben sich nie verkauft, sie haben immer gemacht was sie für richtig hielten ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere denken oder sagen. Sie haben nie Kompromisse gemacht und liefern seit über 27 Jahren guten alten Rock‘n’Roll mit Leidenschaft. Wahrscheinlich eine der am meisten unterschätzten Bands der Welt. Es war uns eine Ehre und Freude, Sie interviewen zu dürfen‚ meine Herren!

Ein großes Dankeschön an Hanoi Rocks, die sich Zeit für diese Pressekonferenz genommen haben, an Tuukka und die Jungs von Simerock für die Mithilfe und fantastische Organisation, und an Lynn von Suomirocks für die gute Zusammenarbeit.