Interview mit Dani Löble (Schlagzeuger von Helloween)

(Helloween)

12.04.2011 von Andreas Weist

Vor dem Konzert in Saarbrücken konnten wir uns mit Daniel Löble unterhalten – seit 2005 Schlagzeuger von Helloween. Das Konzert sollte eigentlich schon im Februar stattfinden, wurde aber aufgrund einer Stimmbandentzündung von Andi Deris auf Mitte April verlegt. Mit der Veröffentlichung von „7 Sinners“, das alte und neue Fans gleichermaßen zufrieden stellt, steht die aktuelle World Tour unter einem sehr guten Stern und wir trafen auf einen sichtlich gut gelaunten Drummer.

 

Dani Löble und MHQ-Redakteur Andreas Weist

Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst. Wir kommen von Musicheadquarter – einem Onlinemagazin mit Sitz in Köln. Ihr seid im Internet sehr aktiv – auf Facebook oder mit einer gut aufgebauten und immer aktuellen Homepage. Da gibt es dann interaktive Spielchen wie „Are You Dr. Stein“, „Are You Roadie“ oder das Quiz „Are You Metal“. Wie sind die Reaktionen darauf? Machen viele mit?

Dani: Ja, klar. Helloween hat natürlich eine riesige Fanbase weltweit und bedingt durch diese starke Internetpräsenz geht auch viel. Internet ist heutzutage ein sehr starkes Medium. Gerade eben war ich, wie du gesehen hast, am surfen und habe gelesen, was manche Leute für eine Scheiße schreiben – gerade auf Facebook. Manchen ist es wohl echt langweilig. Wenn die alle bei mir arbeiten würden... Und gerade die Reaktionen. Das sind natürlich alles Fans und die Fanbase ist sehr groß. Die tummeln sich da drin rum. Durchs Internet bekommst du schon eine gewisse Fannähe.

Hat das Internet die Musikwelt verändert? Wie ist eure Meinung dazu? Ein notwendiges Übel oder eine Bereicherung, um mit den Fans in Kontakt zu kommen?

Dani: Es ist sowohl eine Bereicherung als auch eine Schwächung. Die illegalen Downloads sind schon sehr stark vertreten. Internet ist aber auch eine positive Geschichte, wie du grade gesehen hast. Als Band kannst du dich viel besser vermarkten. Du kannst einen sehr schnellen, spontanen Vermarktungsablauf forcieren.

Es gibt neuerdings viele Bands, die das nutzen und ihre Livekonzerte umgehend zum kostenpflichtigen Download anbieten. Habt ihr auch schon mal daran gedacht, diesen Weg zu gehen?

Dani: Ja, das wird auch früher oder später kommen, denn CDs sterben definitiv aus. Leider bedingt durch gewisse Verhaltensformen in unsrer Gesellschaft. Musik ist ja nichts mehr wert. Wer schätzt Musik noch? Hör mal, wie die Leute schreien, wenn du sagst: ‚Ich hätte gern 17 Euro für die CD.‘ Das sind drei Caipirinha am Wochenende. Die kotzt der am nächsten Tag wieder raus und freut sich des Lebens. Eine CD hält ein Leben lang. Schau mal – es ist gerade sehr still. Wären wir hier gemütlich einen am trinken, würden wir Musik im Hintergrund laufen lassen. Aber sobald du denen sagst ‚Zahl mal zwei Euro für die Musik‘ geht das große Gekotze los. Also die Wertschätzung für die Musik ist allgemein am Boden. Die Jugend weiß gar nicht mehr was das heißt, Musik zu konsumieren. Also es ist für sie ein Konsumding – wie ein Teebeutel auch, aber es ist einfach kein Luxusartikel mehr, der wertgeschätzt wird. Früher hast du dir eine LP gekauft oder eine CD, hast die mit deinen Kumpels auf dem Sofa angehört, bist mit dem Cover durchs Wohnzimmer geflitzt und hast dich drauf gefreut.

Helloween waren ja auch immer eine Band, für die das Albumcover eine große Bedeutung hatte.

Dani: Klar, viele Bands leben vom Cover. Die Wertschätzung ist einfach down. Darum möchte ich das auch nicht alles aufs Internet schieben. Da sind viele Eltern dran schuld, die ihren Kindern das nicht mehr mit auf den Weg geben. Und auch die Lehrer in der Schule. Die Politik. Das Internet ist da nicht wirklich schuld dran. Es ist einfach das Verhalten. Mit 12 ist es schon normal, dass du so eine Kack-Alkopop-Scheiße in dich reinziehst. Die rauchen, haben mit 11 schon Sex. Da ist es auch normal, dass du für Musik nichts zahlst.

Eigentlich waren wir vor ein paar Wochen schon am Start und wollten euch zum Auftakt der Tour befragen. Wie ist es gelaufen mit der Stimmbandentzündung? Alles wieder in Ordnung?

Dani: Ich hab Andi jetzt noch nicht gesehen, aber die letzten Tage hat er eine gute Nummer vor mir abgegeben (lacht). Er ist wieder ganz oben auf. Wir haben einfach die Notbremse gezogen. Es wäre schon gegangen, aber wir touren noch bis Ende des Jahres. Da kommen noch so 50-60 Shows auf ihn zu und wir mussten vorsorgen. Das geht so schnell und man ist völlig am Arsch.

Jetzt geht der deutsche Teil der Tour in Saarbrücken zu Ende anstatt dort zu starten. Ihr tourt seit Jahren durch die ganze Welt. Was macht den Unterschied aus, wenn ihr in Deutschland seid? Sind Auftritte hier etwas Besonders?

Dani: Nö. Deutschland zu spielen ist echt hart. Ich bin selber Deutscher, ich bin auch stolz drauf. Die Leute kommen zahlreich, sind da, aber sie wollen entertained werden. Wenn sie Hände klatschen müssen sieht das so aus nach dem Motto ‚Wie – jetzt muss ich auch noch klatschen? Wenn ich mich bewegen will, geh ich ins Fitness-Studio.‘ Die Stimmung ist schon gut, aber im Vergleich zu anderen Ländern, wo die Fans mehr passioniert sind und einfach ausflippen, ist es anders. Dort siehst du, die haben Bock drauf, haben drauf gewartet, die schätzen das und wollen was für ihr Geld. In Deutschland ist es eher: ‚Ja kommt jetzt, spielt jetzt, entertained mich. Klatschen soll ich auch noch? Ich hab 30 Euro gezahlt. Leckt mich am Arsch.‘ Das geht mir aber auch so. So sind wir einfach (lacht). Ein Deutscher bewegt sich beim Konzert nicht. Normal bräuchten die nur Stühle. Das ist so. Nur ein einziges Konzert war ein Standout-Konzert. Das war in Balingen – in Süddeutschland. Das war das geilste Konzert was wir jemals in Deutschland gespielt haben. In 25 Jahren.

Da seid ihr jetzt bald wieder, beim „Bang Your Head“-Festval, oder?

Dani: Ja, genau. Die sind richtig abgegangen. Also die haben jetzt nicht die Halle zerlegt, aber die sind so abgegangen. Die haben das Konzert selber bestimmt. Das hat es noch nie gegeben. Nicht mal in Südamerika.

Ist das so, dass ihr zum Beispiel in Südamerika – wo ihr nächste Woche sein werdet –, Osteuropa und Japan einen Status als Superstars habt, der in Deutschland nicht so recht anerkannt wird? Und wenn ja: Stört euch das?

Dani: Ja, es ist so. Die Scorpions haben hier auch nicht den Superstar-Status, obwohl sie in Amerika Stadien voll machen. In Deutschland ist es so: ‚Der Messias im eigenen Land zählt nichts.‘ Das ist kein Vorwurf. Wie gesagt – ich bin stolz, ein Deutscher zu sein. So sind wir halt und das ist der feine Unterschied. Wir touren trotzdem gerne hier und genießen es. Aber du hast als Musiker permanent Vergleiche und musst dich darauf einstellen. Es ist was anderes hier. Man freut sich drauf, aber das ist der Unterschied. Wenn ich an nächste Woche denke. Da zerlegen sie die Halle, bevor es überhaupt los geht.

Gibt es Songs, von denen ihr inzwischen sagt „Nein, die wollen wir nicht mehr spielen!“ oder Songs von denen Ihr sagt „Ja, die müssen wir spielen wegen der Fans!“

Dani: Klar gibt es Songs, die wir abliefern müssen. Der Fan will ja ‚I Want Out‘. Er will ja ‘Future World’ und so geht es mir auch. Wenn ich auf das Konzert einer Band gehe, die ich mag, dann möchte ich auch ihre Hits live hören. Es ist für mich ein Desaster, wenn gewisse Hits nicht gespielt werden. Und so haben wir ein Hitprogramm und bauen drum herum neue Songs ein, aber es gibt einfach Songs, die müssen gespielt werden.

Das neue Album „7 Sinners“ ist wesentlich härter und schneller geworden als die Vorgänger-CDs. Wolltet ihr an die Anfänge anknüpfen? Zum Beispiel an „Walls Of Jericho“?

Dani: Also so richtig wollten wir nicht. Wir hatten zwar die Intention, etwas Härteres zu machen und hatten das im Hinterstübchen im Kopf. Wir haben auch viele Songs aufgenommen. So 23-24 Songs. Balladen und rockige Songs. Wir haben viele bewusst weg gelassen, um das Album hart zu halten. Wir wollten ein roughes Ding machen. Dazu haben wir auch viele Produktionsabläufe reanimiert, die man früher so gemacht hat, heute aber nicht mehr, um aus dem Einheitsbrei raus zu kommen. Das Resultat ist ein sehr roughes Album und wir haben nur die schnellsten und härtesten Nummern drauf gepackt. Wir hatten auch softere Sachen, aber das hat einfach nicht zusammen gepasst.

Was steckt hinter dem Titel „7 Sinners“? Habt ihr die Todsünden auch in den Songtexten verbraten?

Dani: Der Titel kam eigentlich erst später dazu. Viele Tracks und Songtitel standen lange vor dem Albumtitel. Witzigerweise sind da ein paar Sachen wie ‚Where The Sinners Go‘ die von den Lyrics zum Albumtitel passen wie die Faust aufs Auge. Aber es war kein Konzeptalbum geplant und so ist es auch nicht zu verstehen. Aber wenn man will, findet man immer irgendwelche Connections. Jeder soll es so sehen, wie er will.

Wer hatte die Idee zum Cover von „7 Sinners“? Hat der Ninja-Stern eine spezielle Bedeutung?

Dani: Eigentlich ist es kein Ninja-Stern. Unser Gitarrist Weiki kam irgendwann mit diesem Feenstern. Es ist eigentlich ein Feen- oder Elfenstern. Er hat sieben Zacken und es ist ein positiver Stern. Ich weiß jetzt nicht, ob er älter ist als das Pentagramm. Wir fanden das alle sehr cool und Andi ist eh so ein Freak von Mythen. Der hat eine Mythe zu dem Stern gefunden, welche besagt, dass sieben Sünder über die Welt verstreut sind und im Namen des Bösen agieren und nur der Stern kann diese mit seinen Zacken besiegen. Das fanden wir ein cooles Ding und so entstand die Idee.

Habt ihr einen persönlichen Favoriten auf dem neuen Album? Welche Songs spielt ihr am liebsten?

Dani: Es hat sich heraus kristallisiert, dass ‚Where The Sinners Go‘ jeden Abend gespielt wird. Und auch ‚World Of Fantasy‘ spielen wir mittlerweile jeden Abend. Wir haben so 4-5 Songs von dem neuen Album, die immer in der Rotation sind. ‚You Stupid Mankind‘ gehört auch dazu. Mein Lieblingssong ist ‚The Song For The Future‘ [ich vermute: ‚Far In The Future‘, Red.]. Das ist ein Knallersong. Jeder hat seinen Favoriten, aber eigentlich muss ich sagen: zum ersten Mal höre ich alle Songs von vorne bis hinten. Ich skippe sie nicht weg. Bei den anderen Alben gibt es immer Songs, die ich nicht brauche. Aber die neue Scheibe kann ich gut durchhören.

Das geht uns auch so. Aber zur nächsten Frage: Liegt bei den Konzerten ein Schwerpunkt auf den neuen Songs oder spielt ihr mehr alte Stücke?

Dani: 4-5 neue Songs, aber nicht auf einmal, sondern in einer Rotation. Auch um es für uns interessanter zu halten. Die Fans gehen ja immer gleich ins Internet und wissen, was man spielt. Leider auch ein Nachteil. Bei uns steht schon vieles fest, weil die Produktion so groß ist. Jeder Song ist schon mit Licht, Ton und Effekten programmiert. Da kann man nicht einfach spontan sein. Da haben wir auch gar keinen Bock drauf. Ich finde das eigentlich cooler, wenn es fest steht.

„Are You Metal“ ist ja schon sowas wie die Erfüllung eines Klischees. Ich sehe Andi auf der Bühne stehen und „Are You Metal?“ rufen und der Zuschauerchor brüllt „Yeah“. Ähnlich wie Gamma Ray, die ihr letztes Album „To The Metal!“ genannt haben. Ist das so? Muss man sich vergewissern, dass der Metal alter Schule nicht tot ist?

Dani: Ach ne. Das sind einfach solche Klischee-Fragen, die in der Weltgeschichte aufkommen. Der Titel hat eine kleine Vorgeschichte: Wir haben – wie du sicher weißt – ein 25-Jahre-Anniversary-Album gemacht, wo wir eigentlich gar keinen Metal gemacht haben. Wo wir alles entschärft haben, was ein riesiger Spaß war und uns auch weiter gebracht hat. ‚Are You Metal?‘ ist einfach eine kackfreche, stupide Frage. So hohl, dass es schon wieder geil ist.

Ein T-Shirt mit dieser Aufschrift wird schon dazu führen, dass man mit Leuten ins Gespräch kommt. Zum Beispiel, wenn man auf einem Festival ist und die Leute lesen „Are You Metal?“

Dani: Ja klar. Ein Statement, mit dem man zeigt, dass man Hardrock und Heavy Metal liebt. So findet man sich. Wenn ich ein ‚Ich sauf Whisky-Cola‘-Shirt anziehe und über ein Festival laufe, finde ich sicher auch welche die ‚Hey, ich auch‘ rufen.

Und wie schätzt ihr die Reaktionen der Fans auf die neue CD ein? Gibt es da Unterschiede je nachdem auf welchem Erdteil ihr unterwegs seid?

Dani: Eigentlich nicht. Die Platte ist durchweg hart und das kommt überall gut an.

Wird es für die Festivals im Sommer (Bang Your Head, Wacken usw.) eine ganz neue Setlist geben?

Dani: Festivalkonzerte sind immer anders. Natürlich spielen wir auch Songs vom Live-Set hier, aber es ist schon was anderes. Andere Stimmung – schwer zu beschreiben. Es ist was komplett anderes.

Wacken ist schon was Besonderes, oder?

Dani: Es ist halt groß (lacht).

Dann gab es ja zum 25jährigen Jubiläum das Album „Unarmed“ mit ungewöhnlichen orchestralen und akustischen Arrangements. Das hat in manchen Fällen ganz gut funktioniert, z.B. beim „Keepers-Medley“ wie ich finde. Aber vieles war grenzwertig. Das Poppige bei „Future World“, die Bläser bei „Dr. Stein“. Was war die Idee dahinter?

Dani: Erstens wollten wir mal was anderes machen. Man muss dazu sagen: Hätten wir die Songs mit dem Line-Up neu aufgenommen, hätte ich die Fans schon wieder schreien hören: ‚Wie kann man das machen?‘ Hätten wir eine Neuauflage neu gemischt mit einigen Bonussongs – ‚Brauch ich den Scheiß? Ich hab schon alles. Ausverkauf!‘ Also sind wir hingegangen und haben die Songs auf die Art aufgenommen, was richtig schwer war. Wir sind es nun mal gewohnt, Heavy Metal aufzunehmen. Wenn man jetzt aber recht balladeske Nummern hat, mit nem Orchester spielen muss... Allein schon alles umarrangieren, in eine andere Tonart bringen – das war für uns eine große Herausforderung und hat uns auf ein anderes Level gebracht. Das reflektiert sich im ‚7 Sinners‘-Album. Mich als Drummer hat ‚Unarmed‘ sehr forciert und auf ein anderes Level gebracht. Außerdem war es ein Riesenspaß. Wir wollten es einfach machen. Ein kleiner Nebeneffekt: Viele Fans sind jetzt in dem Alter mit Familie und hören eigentlich gar nicht mehr Heavy Metal. Wir dachten ‚Lass uns doch als Dankeschön für die Fans der ersten Stunde Songs so machen, dass man sie wieder hören kann.‘ Welcher Metalfan kann sagen, dass seine Band so flexibel ist? Der Fan kann im Wohnzimmer mit seiner Oma oder im Kinderzimmer ‚Eagle Fly Free‘ hören. Ist doch geil – Vollbedienung für jegliches Alter. Die Platte kam gut an. Der treue Heavy-Metal-Fan ist halt schockiert gewesen. Aber es ist schon beschämend, dass Leute sich so negativ äußern. Das zeigt, wie engstirnig man sein kann. Wenn ich kein Michael-Jackson-Album will, dann höre ich es halt nicht. Aber ich reiße nicht die Backen auf. Wir hatten einen Riesenspaß und ich stehe dahinter. Es war irre geil. ‚If I Could Fly‘ als Drum’n’Bass, als Loops zu spielen.

Du hast die Sachen selbst eingespielt?

Dani: Klar. Alles. Es war schwer, diese Nummern so klingen zu lassen, dass man meint, es ist programmiert. Ich hab mir den Arsch aufgerissen und länger für die Platte gebraucht als für eine Metal-Platte. Ich bin durch die Welt geflogen in jedes Studio. Da haben wir diesen Sound – da diesen. Das war eins der teuersten Alben, das Helloween jemals gemacht hat. Dazu haben wir noch Stars an Bord.

Gab es die Überlegung, mal mit Orchester oder rein akustisch auf Tour zu gehen? Oder passt das nicht zu euch?

Dani: Das lässt sich nicht realisieren. Und das wäre auch Ausverkauf. Metallica haben es gemacht und Deep Purple. Das finde ich total langweilig. Heavy Metal-Musik und einfach ein Orchester dazu stellen. Dann bist du besser konsequent wie wir es gemacht haben: gar keine Gitarren an Bord.

Wie kamen Stratovarius zu der Ehre, mit euch auf Welttour zu gehen? Kennt ihr die Band schon länger?

Dani: Ja, wir haben ne Kontaktanzeige aufgegeben (lacht). Eigentlich war es die Idee, wieder ein Package zu machen. Da kamen etliche Bands in Frage und Stratovarius lag am nächsten und sie hatten Zeit. Es hat alles gepasst und ist eine gute Weiterführung zu der Tour mit Gamma Ray. Stratovarius sind natürlich nicht so connected zu uns wie Gamma Ray. Das war mehr so ein Familienausflug.

Mit Pink Cream 69 könnte es ja auch ein Familienausflug sein. Ihr scheint ein gutes Verhältnis zueinander zu haben. Juckt es Andi nicht, mal für 1-2 Songs mit auf der Bühne zu stehen?

Dani: Was glaubst du? Den haben wir im Tourbus jetzt angebunden. Der kann es kaum erwarten (lacht). Nein, das wäre Ausverkauf. Man soll die Geschichte auch abhaken. Da hat der Andi keinen Bock drauf und die Pinkies auch nicht.

Aber Stratovarius sind euch ja musikalisch sehr ähnlich. Schaut ihr auch mal über den Tellerrand – zu Bands wie Porcupine Tree, Pain Of Salvation oder Tool? Was haltet ihr von denen?

Dani: Hab ich alle hier auf dem Rechner. Tool finde ich hammergeil, Porcupine Tree musikalisch sehr anspruchsvoll und Pain Of Salvation ist einfach ein Abklatsch von Bands, die es schon gibt. Sorry. Nicht originell. Aber Porcupine Tree finde ich sackgeil. Spricht mich nicht so an, aber ich hab sie schon auf Festivals gesehen. Und Tool ist eine meiner Favoritenbands. Die finde ich absolut phänomenal. Und das nur als Hobby. Die haben ja alle saugeile Jobs. Das machen die nur so nebenbei.

Eine abschließende Frage noch zur Zukunft von Helloween. Gibt es neue Pläne, die schon spruchreif sind?

Dani: Ja, Weiki heiratet und macht ne Großfamilie. Markus geht unter die Vegetarier und nimmt ab, Andi gibt das Whisky-trinken auf und hört auf zu rauchen (großes Gelächter). Nein, Quatsch. Natürlich gibt es Pläne, aber nicht so lange. Wir wollen unser Baby Helloween auf der Erfolgsspur halten und jeden Abend das Beste geben. Da hängt soviel Herzblut dran. Wir wollen so lange wie möglich Spaß haben – so lange uns noch jemand hören will.

Ihr schreibt also noch kein neues Album?

Dani: Doch, natürlich. Unsre Hauptsongwriter sammeln schon fleißig Ideen. Ende des Jahres ist die Tour fertig. Es ist geplant, dass wir Anfang nächsten Jahres mal anfangen, Songs zu sortieren. Ende 2012 werden wir mal sehen, wenn das Ozonloch uns nicht verschlingt oder Japan uns in die Luft sprengt...

Wir danken dir für die Zeit, die du für uns hattest und wünschen euch ein erfolgreiches Konzert in Saarbrücken.

Herzlichen Dank auch an Moritz von Gordeon Music, der uns das Interview vermittelt hat!

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