(Jason Mraz )
Als der etwas andere Singer/Songwriter Jason Mraz um die Jahrtausendwende anfing mithilfe des Internets ein breiteres Publikum zu erreichen, konnte der oft in Coffee Shops auftretende Musiker von Tourneen durch Europa oder einem Plattenvertrag nur träumen. Nicht ganz zehn Jahre später ist es nun soweit, einen Plattenvertrag hat er bereits seit einiger Zeit in der Tasche und dieser Tage beginnt Mraz’ erste große Tour durch Europa. Da hierzulande ebenfalls der Release seiner neuen Platte “We Sing. We Dance. We Steal Things“ ansteht, nutzte Musicheadquarter die Gelegenheit Jason ein paar Fragen zum neuen Album, der anstehenden Tour, seinen Erfahrungen mit Major-Labeln und vielem Anderen zu stellen. Das Gespräch mit Jason Mraz führte Sascha Knapek.

Jason, demnächst wirst du deine erste reguläre Tour in Europa spielen, die dich auch nach Deutschland bringt. Warum hat es so lange gedauert?
Jason Mraz: Na ja, wenn du unbekannt bist ist es schwer, die entsprechende Unterstützung zu finden, so weit zu reisen und so weit weg von zu Hause Shows zu organisieren. Nach all den Jahren und den Versuchen meine Musik via Internet unter die Leute zu bringen, war es im letzten Sommer das erste Mal, dass ich ein paar Konzerte in Deutschland spielen konnte (der Großteil dieser Konzerte wurde allerdings mehr oder weniger privat veranstaltet, d. Red.) und echte Fans, die meine Musik schon seit einiger Zeit hören, zu den Shows gekommen sind. Dieses Jahr habe ich ein neues Album am Start, das weltweit mehr und mehr Leute wahrnehmen und da ist es natürlich eine prima Gelegenheit hier auf Tour zu gehen.
Wird die bevorstehende Tour eher auf dein akustisches Setting ausgelegt sein, oder wirst du mit einer kompletten Band unterwegs sein?
Jason Mraz: Ein bisschen von Beidem. Die meisten der Konzerte werden das akustische Setting haben, aber gleichzeitig werden ein paar Mitglieder meiner Band dabei sein. Nicht die komplette Band, wenn wir im Oktober wieder hierher kommen wird die gesamte Band mit von der Partie sein. Also jetzt im Juni/Juli wird nur ein Teil der Band dabei sein.
Die Veröffentlichung deines neuen Albums “We Sing. We Dance. We Steal Things“ steht hier in Deutschland unmittelbar vor der Tür. Bitte erzähle uns doch etwas über deine Herangehensweise und deine Ziele für diese, deine dritte Platte. Ist das Endergebnis so geworden, wie du es dir vorgestellt hast?
Jason Mraz: Ja ist es. Ich hatte vor, ein Album aufzunehmen, das nicht von der Musikindustrie beeinflusst wird. Ich wollte nicht, dass mir Leute über die Schulter gucken und mir sagen, was ich im Verlauf der Aufnahmen zu tun und zu lassen habe. Mein Ansatz war es, ein Album aufzunehmen, das voll mit menschlichen Erfahrungen ist. Und darum geht es auf der Platte – Bewusstsein. Die Erkenntnis, dass wir ein bewusstes Leben führen und dass wir für das, was wir haben, einen großartigen Ort zum Leben, dankbar sein sollten. Diese Botschaft findet man im Verlauf des Albums immer und immer wieder. Ich wollte, dass die Texte relativ unkompliziert werden und dass die Melodien sich vertraut anhören. Was ich nicht wollte war, dass sich das Album überproduziert anhört – funky und farbenfroh sollte der Sound allerdings schon werden. Ich glaube all diese Vorhaben konnte ich auch umsetzen.
Kannst du uns ein paar der Gründe verraten, warum du nicht einfach mit deinem langjährigen Perkussionisten Toca Rivera und ein paar Gästen wie Bushwalla oder Gregg Gerson ins Studio gehst und deine Songs in dem Stil aufnimmst mit dem du bekannt wurdest? Viele Anhänger deiner Musik, ich nehme mich da ausdrücklich mit ein, erachten diesen musikalischen Rahmen als deine mit Abstand größte Stärke.
Jason Mraz: Vielen Dank, ich sehe das genauso. Ich freue mich schon sehr darauf, ein Album machen zu können, das nur aus Toca, ein paar Gästen und mir besteht. Das ist einfach der Rahmen in dem ich am liebsten Musik mache. Wenn ich nicht auf Tour bin, arbeite und experimentiere ich mit diesen Musikern in den Coffee Shops und wir haben einfach eine großartige Zeit und viel Spaß zusammen. Ein Grund warum solch ein Album schwer umzusetzen ist, ist die Beteiligung des Major-Labels. Ich wurde als Solo-Act unter Vertrag genommen. Jedes Mal wenn ich neues Material einreiche oder versuche neues Material zu erarbeiten bedeutet das, dass ich über mein Duo-Livekonzept hinausgehen muss, obwohl das der Rahmen ist in dem ich den Großteil meiner Konzerte bestreite. Mit den drei Akustik-EPs, die dieses Jahr in den Staaten im Vorfeld des neuen Album herausgekommen sind und akustische Versionen von den meisten Albumtracks beinhalten, habe ich einen Schritt in diese Richtung gemacht. Die EP-Versionen bestehen zu einem großen Teil nur aus Toca, Ian am Bass und mir. Aber ich denke, das Akustikalbum, auf dem nur Toca und ich zu hören sein werden, steht noch aus und in Zukunft wird es das mit Sicherheit auch irgendwann noch geben.
Kann man also sagen, dass die Veröffentlichung der EPs “We Steal“, “We Dance“ und “We Steal Things“ eine Art Entgegenkommen für deine Fans sein sollte, die sich darüber beschwerten, dass deine Studioalben sich nicht wirklich nach dem frühen Jason und dem Jason, den man live kennt, anhören?
Jason Mraz: Ja, es war sozusagen ein Weg diesem Teil meiner Fans etwas zurückzugeben. Ich weiß, dass viele da draußen die akustische Seite meiner Musik bevorzugen. Es war ein Weg um zu sagen: „Hier habt ihr die zurückgenommenen Versionen der Songs, falls euch die Durchproduzierten nicht interessieren sollten.“ Zusätzlich ist es, denke ich, ein großartiger Weg um die Leute an dem Prozess teilhaben zu lassen, den die Songs während der Arbeit am Album durchlaufen. Es war lange her, dass ich neue Musik herausgebracht habe, die EPs mit den rauen Demo-Versionen zu veröffentlichen war eine gute Methode um die neuen Songs mit den Fans zu teilen. Außerdem fängt man bei zurückgenommenen Demo-Versionen oft eine Facette eines Songs ein, die sich maßgeblich von allen Versionen dieses Tracks unterscheidet, die du jemals aufnehmen wirst.

Die dritte EP “We Steal Things“ ist eine handbeschriftete CD-R. Hast du die Teile selbst beschriftet und wie wörtlich kann man dich bei der Aussage „we steal things“ nehmen? Ist es für dich in Ordnung, wenn Leute deine CDs für ihre Freunde kopieren?
Jason Mraz: Absolut, absolut. Seitdem ich vor gut sieben Jahren meine Karriere in den Coffee Shops begonnen habe, haben die Leute das gemacht. Ich habe handbeschriftete CDs verkauft, die ich am Tag der jeweiligen Show selbst gebrannt habe. Dass diese CDs dann für Freunde weiter gebrannt wurden, habe ich immer ausdrücklich unterstützt und befürwortet. Ich wollte noch nie, dass zehn Dollar zwischen irgendjemandem und der Erfahrung von guter Musik stehen. Die Musik war für mich immer die Belohnung, die Shows spielen zu dürfen war eine großartige Belohnung. Ich habe nie erwartet, ein Teil der Musikindustrie zu werden und dadurch reich zu werden. Das hat für mich keinen Sinn ergeben. Meine Meinung was File-Sharing betrifft werde ich also nie ändern und ich werde Leuten nie vorschreiben, so etwas nicht runterzuladen und keine CDs für Freunde zu brennen. So ist es nun einmal einfach, so sind wir. Das Geschenk der Musik ist ein wunderschönes Geschenk.
Und wer war für die Handbeschriftung verantwortlich?
Jason Mraz: Die habe ich nicht gemacht. Es gibt davon ungefähr 5000. Ein paar von uns haben sich hingesetzt und die Dinger beschriftet, insbesondere Praktikanten.
Hast du schon mal daran gedacht, dich bei zukünftigen Studioausflügen an einigen deiner legendären älteren Songs wie “Halfway Home“, “Did I Fool Ya“, “Conversation With Myself“, oder “Older Lover Undercover“ zu versuchen?
Jason Mraz: Ja, daran denke ich öfter. Ich denke öfter, dass sie jetzt, da ich ein wenig mehr Erfahrung als Musiker und Sänger habe, endlich zu richtigen Songs werden könnten. Live spielen wir die Tracks noch von Zeit und Zeit und mir gefällt es sehr, wie sie sich entwickelt haben. Ein Teil des Grundes warum ich sie nie im Studio aufgenommen habe ist, dass ich gefühlt habe, dass sie noch nicht fertig sind. Sie waren aus einer bestimmten Zeit, ich entwickelte mich weiter und schrieb neues Material. Aber so langsam nehmen sie eine neue Gestalt an und es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Album erscheint, das diesem Material gewidmet ist.
Manche Musiker weigern sich bei einem Major-Label zu unterschreiben, da sie in Fragen der künstlerischen Freiheit keine Kompromisse machen wollen. Wie sind deine Erfahrungen mit Major-Labeln, hat jemand versucht dich zu ändern oder deinen Sound aufgrund von marktorientierten Überlegungen zu beeinflussen? Und stimmt es, dass deine Idee “We Sing. We Dance. We Steal Things“ zu einem Doppelalbum werden zu lassen von der Plattenfirma abgelehnt wurde?
Jason Mraz: Ja. Na ja, zuerst war ich bei Elektra unter Vertrag. Ich wurde vom „Coffee Shop Typ“ der Songs wie “Halfway Home“ oder “Conversation With Myself“ singt, zum Interpreten von “The Remedy“ und diesem Album mit Bombastsound (“Waiting For My Rocket To Come“, d. Red.). Natürlich war das der Einfluss des Labels. Sie sagten, es wäre hilfreich, wenn wir in diese Richtung gehen würden. Ehrlich gesagt machte mich das nervös und ich fühlte mich eine Zeit lang wie ein Sellout. Ich dachte: „Wie kann ich das Ganze live durchziehen? Muss ich jetzt zu einer großen Pop-Band mutieren? Muss ich das alles machen?“ Das hat mich wirklich sehr belastet, aber letztendlich habe ich gelernt wie es geht und während ich auf Tour war, Abend für Abend, formte ich eine Band. Das Publikum sah sozusagen bei unseren Proben und der dazugehörigen Weiterentwicklung zu. Glücklicherweise sprachen die Songs und die Aussagen darin die Leute noch immer an, wir befanden uns also immer noch auf dem richtigen Weg. Über die Jahre hab ich nun noch mehr Erfahrung was das alles anbetrifft. Für das aktuelle Album habe ich jetzt ein großartiges Team. Ich habe nur einen Ansprechpartner beim Label, jemand der mir vertraut, jemand der auch meine alten Sachen kennt, jemand der gesagt hat: „Lass es uns richtig machen!“ Als ich die ersten Songs von “We Sing. We Dance. We Steal Things“ beim Label eingereicht habe, waren sie so produziert, dass sich das gesamte Album sehr funky angehört hat, so wie “Butterfly“ und “The Dynamo Of Volition“. Alles war fetzig, tanzanregend und irgendwie komisch. Aber ich sagte: „Keine Sorge, ich mache auch ein Akustikalbum, das Ganze wird ein Doppelalbum.“ Allerdings war das zu viel Musik, eine zu große Aufgabe, die wir uns da vorgenommen hatten. Also wurde die Idee abgelehnt und sie schlugen vor, dass ich die Arbeiten in London, wo ich gerade war, beenden sollte. Aber ich sagte, dass sie mir noch ein paar Wochen geben sollen, denn fertig seien wir eh noch nicht. Lasst uns das was wir angefangen haben, zu Ende bringen und dann entscheiden wir. So ist es dann auch passiert und das fertige Produkt war einfach großartig.
Was wäre denn auf der zweiten CD gewesen?
Jason Mraz: Auf der zweiten CD wären komplett andere Songs gewesen. Insgesamt dann 24 verschiedene. Aber da waren so viele komische Nummern dabei, die einfach nur darauf angelegt waren, auf das poppige „Tanzalbum“ zu passen. Einige Songs auf der akustischen Seite waren relativ melancholisch, also dachte ich: „Lasst uns einfach die besten Tanznummern und die gefühlvollsten akustischen Songs nehmen und daraus eine Playlist erstellen.“ Und das ist dann auch passiert.

Vor ein paar Jahren hattest du im Rahmen eines Dave Matthews Band Konzerts auf dem Parkplatz von „The Gorge“ einen kleinen Auftritt. Überraschenderweise gesellte sich dann Dave Matthews höchstpersönlich zu euch auf die Bühne. War das geplant oder spontan und an was genau erinnerst du dich noch von diesem legendären und ungewöhnlichen Gig?
Jason Mraz: Es war vollkommen spontan. Ich erinnere mich daran, einfach nur total erstaunt gewesen zu sein von jemandem, den ich so bewunderte, überhaupt wahrgenommen zu werden. Dave Matthews’ Songwriting hat mein eigenes Schreiben ungeheuer beeinflusst. Es war grandios, Teil dieses kleinen spontanen Ereignisses zu sein. Was mir noch am besten in Erinnerung ist, ist dass meine Gitarre zu dem Zeitpunkt, als er anfing auf ihr zu spielen unglaublich verstimmt war. Er hat das sogar kommentiert. Es war ein Open-Air-Auftritt und dieser Moment hat uns dank Daves Anwesenheit und seiner „Empfehlung“ ins Rampenlicht gerückt. Ein richtig besonderer Moment. Im Endeffekt verließ ich die Bühne um eine Zigarette zu rauchen und diesen Zeitpunkt, als meine Band oben auf der Bühne stand und Dave bei seinen Nummern unterstützte, einfach nur noch zu genießen. Es war einfach nur cool.
Wo wir gerade bei Gastauftritten sind. Auf deiner Live-CD “Tonight, Not Again“ hat John Popper von Blues Traveler einen Gastauftritt. Stehst du immer noch mit ihm in Kontakt und ist eine weitere Zusammenarbeit von euch in Zukunft im Bereich des Denkbaren?
Jason Mraz: Es könnte eine geben, aber ich habe schon längere Zeit nicht mit ihm geredet. Dann und wann laufen wir uns über den Weg oder ich bekomme eine Nachricht von ihm. Er ist richtig locker drauf. Wir spielten beide bei einem Konzert für wohltätige Zwecke und ich hab mich in seine Art und Weise verliebt wie er arbeitet. Ihm gefiel auch meine Herangehensweise, also entschieden wir uns etwas zusammen aufzunehmen. Es war Zufall das die nächste Geschichte die ich ein paar Wochen später aufnahm mein Livealbum war. Also flog er in die Stadt und rockte gemeinsam mit uns, es war genial.
Die bekanntesten Gastmusiker auf deinem neuen Album sind Colbie Caillat und James Morrison. Wie kam es zu diesen Kollaborationen?
Jason Mraz: Das war richtig leicht. Colbie hab ich einfach angerufen. Ich hab ihr erzählt, dass ich ein großer Fan von ihr bin und dass ich diese Idee für einen gemeinsamen Song habe. Den Song habe ich ihr dann via Email geschickt und sie war davon sehr angetan und schickte mir ihre Ideen zurück. Als sie dann während ihrer Tour durch London kam, schaute sie im Studio vorbei und sang ihren Teil ein. Es war richtig einfach, sie ist so süß wie ihre Songs. Und zu James: Mein Produzent Martin Terefe hat auch James’ “Undiscovered“ Album gemacht. James hat sozusagen gewartet bis wir fertig waren, um seine neue Platte aufzunehmen. Ich benutzte zu der Zeit seine Touring-Band und sang die Vocals von “Details In The Fabric“ andauernd aufs Neue ein. Ich spürte, dass ein zweiter Sänger dem Song richtig gut tun würde. Mit James vor Ort hatten wir dann den perfekten Sänger für diesen Job. Wir hatten Glück dass er da war.
Du sprachst gerade schon von deinem Produzenten Martin Terefe. Warum hast du dich für ihn als Produzenten deiner neuen Platte entschieden?
Jason Mraz: Ich hatte mit Martin schon zusammengearbeitet bevor ich meine erste Platte aufgenommen hatte. Er war einer der ersten Produzenten mit denen ich jemals zusammengearbeitet habe. Wir beide waren über die Jahre gut befreundet und ständig in Kontakt. Als er mich dann in San Diego besucht hat, während ich die Songs fürs neue Album geschrieben habe, dachte ich, ich hätte endlich ein paar Stücke beisammen die genau zu seinem Stil passen. Da rief er mich dann im August oder September an und sagte, dass er den Oktober frei hätte und wenn ich wollte, könnte ich nach London kommen, eine Band zusammenstellen, an den neuen Songs arbeiten und sehen was passiert. Also flog ich nach London um ein bisschen zu experimentieren, um zu sehen ob irgendwas Brauchbares dabei rauskommt. Wir hatten eine großartige Zeit in den paar Wochen und entschieden uns dafür weiterzumachen und das gesamte Album dort aufzunehmen.
Vorhin hast du schon mal von den Coffee Shops gesprochen. Trittst du dort auch heute noch von Zeit zu Zeit auf?
Jason Mraz: Das Java Joe’s (der Coffee Shop in San Diego in dem Jason am meisten auftrat und in dem auch einige seiner Live-CDs, wie z.B. “Sold Out (In Stereo)“ entstanden, d. Red.) hat leider vor ungefähr drei Jahren zugemacht. Also sind wir alle in einen anderen Laden umgezogen, der dann aber leider vor ungefähr einem Jahr auch geschlossen wurde. Dann zogen wir gegenüber in die „Massage School“ ein. Den Leitern des„Holistic Center For Massage“gefielen unsere Coffee Shop-Shows so sehr, dass sie vorschlugen, die Konzerte einfach von nun an dort zu machen. Also spielen wir jetzt jeden Sonntagabend im Mueller College For Holistic Studies. Ziemlich interessant und nicht der typische Coffee Shop-Vibe. Aber es ist immer noch die gleiche Show, die gleichen Leute kommen und es ist immer noch die gleiche Community. Mein Traum ist es, eines Tages mein eigenes Java Joe’s aufzumachen, Java Jason’s, sozusagen die nächste Generation.
Einer meiner Lieblingssongs von dir ist “The Dreamlife Of Rand McNally“. Bitte erzähl uns zum Abschluss doch etwas über das Stück.
Jason Mraz: Klar. In den Vereinigten Staaten gibt es einen Verlag namens Rand McNally, der Landkarten und Kinderbücher über Geographie herausbringt. Als ich das erste Mal auf Tour war, ungefähr 2000 oder 2001 bevor ich etwas bekannter wurde, dachte ich darüber nach meinen Namen zu ändern. Ich dachte darüber nach mich Rand McNally zu nennen, dann würden die Leute denken, sie hätten schon mal von mir gehört. Natürlich war das ein alberner Gedanke und so entschied ich mich dafür einen Song über einen Charakter namens Rand McNally zu schreiben. Mein Rand McNally bereiste die Welt und geriet in brenzlige Situationen, erlebte alle möglichen Abenteuer und über jeden Ort, den er bereiste, machte er kleine Karten, die ihn daran erinnern sollten, entweder nie mehr zu diesem Ort zurückzukehren oder daran zu denken, wie besonders dieser bestimmte Ort war. Den Song habe ich tatsächlich während einer Tour, sozusagen „on the road“, im hinteren Teil eines Wohnmobils geschrieben. Ich denke immer wieder darüber nach, den Track wiederzubeleben (live hat der Song eine beträchtliche Auszeit hinter sich, d. Red.), aber vorher muss ich ihn aktualisieren. Die ganzen Strophen sind ziemlich veraltet. Zum Beispiel der Teil mit den Spice Girls, die sind ja nicht mehr zusammen, oder die Gräueltaten in Singapur, das war vor acht Jahren in den Nachrichten.
Der Song legt also gerade nur eine Art Pause ein?
Jason Mraz: Ja, er nimmt sich gerade eine kleine Auszeit. Höchstwahrscheinlich kommt “The Dreamlife Of Rand McNally“ eines Tages wieder zurück.
Vielen Dank für deine Zeit, Jason.
Vielen Dank an Daniela Lehmann von der Promotion-Werft für die freundliche Unterstützung!