(Kaizers Orchestra)
Die Herren von Kaizers Orchestra sind in Norwegen Superstars und füllen dort mit ihrem hart erarbeiteten Ruf als bester Live-Act der Welt Arenen, obwohl ihr chaotischer Pumporgel-Rock mit norwegischen Texten nicht unbedingt auf das Gehör großer Massen abzielt. Hierzulande sind Kaizers nach etlichen Touren schon mehr als nur ein Geheimtipp und die Kaizers-Familie wächst stetig weiter. Als langjähriger Hardcore-Fan habe ich mich dieses Jahr schon tierisch auf die Maskineri-Tour gefreut, die nach dem im Frühjahr erschienen vierten Album "Maskineri" (sprich: Maschinerie) benannt ist und in Norwegen bereits die Top-Ten angeführt hat. Wie es aber mit dem Erfolg in Deutschland aussieht, ist eine meiner vielen Fragen...
Dresden 14.04.2008: Ich treffe Janove, den Sänger der Band, im Alten Schlachthof. In den einzelnen Räumen im Backstage-Bereich sitzen die Bandmitglieder, lesen oder arbeiten am Laptop. Janove muss erst seine Socken zusammensuchen, weil ihm an den Füßen kalt geworden ist. Kein Wunder bei dem Sauwetter in Dresden. Später gießt es dann noch in Strömen. Aber Janove lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und nimmt sich Zeit für die Fragen. Die Rampensau, die jeden Abend auf der Bühne mehrere hundert Fans in Ekstase versetzen kann, ist privat immer eher schüchtern und höflich, aber keineswegs wortkarg. Er kommt dabei zwar manchmal von Hölzchen auf Stöckchen, aber das ist nicht weiter schlimm, denn wir haben ja Zeit!

Auf der Bühne interviewt Janove auch gerne mal Bandmitglieder (alle Fotos: Shirin K.).
Ihr hattet 2007 ein Jahr Pause mit nur drei Konzerten. Habt Ihr es vermisst, auf Tour zu sein?
Janove Ottesen: Wir sind auch gern zu Hause, zum Lieder schreiben und so weiter. Aber gegen Ende hat es uns gefehlt, aufzutreten. Wir wollten schon im Januar auf Tour sein, aber die Vorbereitungen haben dann doch ein ganzes Jahr gedauert.
Und, wie war die Tour bis jetzt? Hat alles Eure Erwartungen erfüllt?
Janove Ottesen: Nun, wir haben diesmal alles verändert, das Album, den Sound, die Musik – etwas weniger, aber Studio, Platten-Verlag, die Booking-Agentur, die Crew und das Tour-Management. Vieles davon hat sich zum Besseren hin geändert, das konnten wir allerdings vorher nicht wissen.
Verdient Ihr überhaupt Geld mit dieser Tour?
Janove Ottesen: Wir verdienen das erste Mal Geld in Europa. Das liegt daran, dass Kaizers das ganze Geschäft übernommen haben. Alles, was Strategie und Werbung/Promotion angeht, wird von der Band kontrolliert. Wir haben sechs Jobs in der Band und es ist ein relativ großes Geschäft, insbesondere in Norwegen und Dänemark – und jetzt auch im restlichen Europa. Wir setzen 20 Millionen norwegische Kronen (etwa 2,5 Millionen €, d.Red.) pro Jahr um. Das ist ein Haufen Geld. Und es gibt eine Menge Leute, mit denen wir zusammen arbeiten müssen in all diesen Ländern. Wir nehmen das sehr ernst und entscheiden alles selbst, daher sind die Verträge besser.
Also habt Ihr von der letzten Tour gelernt?
Janove Ottesen: Ja, in der Tat, obwohl wir die Zusammensetzungen der Crew jedes Mal geändert haben. Es sind immerhin zweieinhalb Jahre seit dem letzten Album vergangen und die Zeiten in der Musikbranche ändern sich so schnell, dass die Entscheidungen von vor vier Jahren für das "Maestro"-Album nicht mehr die gleichen bleiben konnten. Was dann das Beste war, gilt so heute nicht mehr, deshalb verändern wir ständig Dinge. Beim nächsten Mal wird das wieder anders werden. Gut ist, dass uns alles selbst gehört und wir immer nur Verträge für ein Album und eine Tour machen, damit wir alles, was nicht stimmt beim nächsten Mal ändern können.
"Maestro" wurde von Universal herausgegeben. Euer neues Werk "Maskineri" ist auf dem Mini Label Petroleum Records herausgekommen. Wie war die Reaktion von Universal, als Ihr Ihnen eröffnet habt, dass Ihr sie verlasst? Und seid Ihr zufrieden mit der Entscheidung?
Janove Ottesen: Naja, sie haben nicht viel gesagt. Sie haben uns einen Vertrag angeboten, uns hat er nicht gefallen, sie konnten uns aber nichts Besseres anbieten. Da sind wir zu denen mit dem besseren Vertrag gegangen. In den meisten Ländern Europas haben wir jetzt nur Distributions-Verträge. Wir verlassen uns darauf, dass wir uns einen Namen erspielt haben und das Album nur verteilt bekommen müssen. Natürlich vergeben wir in jeder Region auch die Promotion nach außen und das scheint zu funktionieren: In Deutschland haben sie 6.500 Alben vor dem Erscheinungsdatum versandt. Ursprünglich wollten sie nur 4.000, haben dann erst 5.000, dann 5.500 und am Tag vor dem Erscheinen noch mal 1.000 Einheiten bestellt, weil es viel Nachfrage nach dem Album gab. Das sind also allein für Deutschland bis jetzt 6.500 Alben, mit "Maestro" standen wir nach einem Jahr bei 8.000 verkauften Einheiten. Demnach werden wir wohl bei der gleichen Zahl landen und sehen, dass wir gar kein großes Label brauchen. Und wir freuen uns, dass wir konstante Zahlen verkaufen, weil die meisten anderen nur noch halb so viel wie in den Jahren zuvor verkaufen. Wir halten den Level und das ist gut, weil das uns zeigt, dass wir stetig besser werden. In Norwegen ist es auch so, dort sind bereits 30.000 Alben weggegangen. Wir spielen dieses Jahr auf 40 Festivals und machen Oktober/November noch eine Tour und hoffen, dass wir dann noch etwas mehr verkaufen können. Außerdem sind die Konzerte größer und besser als zuvor.
Warum kam es zur Verzögerung beim Erscheinungsdatum von "Maskineri" in Deutschland?
Janove Ottesen: Weil wir noch keinen Vertrag hatten. Das Timing war nicht perfekt dieses Mal. Die Tour ist etwas zu spät, nach den Osterferien und zu nah am Sommer. Außerdem sagt man, dass man schon drei oder vier Monate vor der Tour anfangen soll, die Alben zu verkaufen. Manchmal kann man eben nicht alles entscheiden, das Album war einfach nicht rechtzeitig fertig. Die Verzögerung ist also einer Reihe praktischer Ursachen geschuldet.

Kaizertools: Ölfässer, Gasmaske und Autofelge.
Was waren die positivsten Dinge auf dieser Tour?
Janove Ottesen: Mir gefällt es, die neuen Stücke vor großem Publikum zu spielen – wie in München und Wien. Frankfurt war auch sehr schön, aber die Halle zu klein. Köln war schön, hat aber nicht so richtig Arsch getreten, es war nicht intensiv genug, weder Publikum noch Band. In Norwegen war es toll, z.B. hatten wir 3.500 Zuschauer in Bergen. Das war die erste und größte Show auf der Tour, außerdem war sie vor Erscheinen des Albums ausverkauft. Das zeigt, dass wir in Norwegen größer als je zuvor sind. Alles in allem kann man sagen, dass alles ein Stückchen positiver geworden ist. "Maestro" war ein großer Schritt, und "Maskineri" ist ein weiterer.
Das überrascht ein wenig, denn "Maskineri" unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von "Maestro". Einige Leute sagen sogar, dass ihnen das Rock’N Roll-Feeling fehlt.
Janove Ottesen: Das stimmt, weil "Maskineri" nicht so intensiv und direkt ist, was die Produktion und eigentlich auch alles andere angeht. Das liegt an der Arbeitsweise im Studio. Wenn Du eines der "Maestro"-Stücke spielst, schlägt das sofort ein, selbst die mittelschnellen Stücke sind direkt da. "Maestro" geht mitten auf die Zwölf, aber das ist nicht immer der beste Weg, daher haben wir es diesmal geändert. Die Produktion von "Maskineri" ist viel wärmer, viel weniger komprimiert. Und anstelle der Zigeuner-Stücke haben wir ein paar klassische Balladen wie "Med en gong eg når bånn" und "Den andre er meg" drauf. Ich finde zum Anhören ist das auf einem Album viel schöner.
Hatte das auch was mit Eurem neuen Produzenten, Mark Howard, zu tun?
Janove Ottesen: Ja, weil er die Zigeuner-Stücke nicht mochte. Ihm gefiel der Rest besser, weil andere Bands solche Songs wie sagen wir "Maskineri" oder "Bastard sønn" einfach nicht machen. Als es um die Zigeuner-Nummern ging, meinte er, wir sollen die einpacken, weil die mit den anderen Stücken nicht mithalten können, sie waren nicht so interessant. Außerdem haben wir im Moment mehr Lust auf diese abgedrehten Sachen.
Ihr habt auf dieser Tour auch nicht das “Zigeuner/Gipsy-Finale” gespielt, das aus den drei Stücken "Sigøynerblod", "Bak et halleluja" und "Resistansen" besteht...
Janove Ottesen: Nö, weil wir es dieses Mal nicht wieder so machen wollten wie vorher. Die meisten Bands bringen im Übrigen immer nur einen Stil, wie z.B. Gogol Bordello, die immer nur den Zigeunerkram spielen. Die sind ja auch gut darin. Ich persönlich mag aber eigentlich gar keine Zigeunermusik, habe sie nie gehört und es ist auch nicht das, was ich heute höre.
Also was hast Du während der "Maskineri"-Aufnahmen gehört?
Janove Ottesen: Ich habe mir viel Black Rebel Motorcycle Club angehört, alten Kram wie David Bowie, Rolling Stones und Iggy Pop. Außerdem Lucinda Williams und eine Menge der Sachen, an denen Mark Howard gearbeitet hat, wie z.B. U2s "Joshua Tree".
Meinst Du, dass das irgendeinen Einfluss auf "Maskineri" gehabt hat? In einem Interview vor Erscheinen des Albums hast Du gesagt, da würden Rap und R’n’B-Einflüsse auf "Maskineri" zu hören sein. Die Leute haben sich echt Sorgen gemacht! Schlussendlich kann man diese Einflüsse aber nicht so sehr ausmachen…
Janove Ottesen: Ja, das liegt daran, dass die Leute nicht so recht verstanden haben, wovon ich gesprochen habe – nämlich von der der Produktion. Das ist wie mit jemandem über Architektur zu sprechen, der keinen blassen Schimmer hat. In dem Interview mit der Zeitung VG (die norwegische Bild-Zeitung, d.Red.) fragten sie nach den Einflüssen und ich habe gesagt, „ja da ist eine Menge R’n’B, Rap und Soul auf dem Album!“. Und am nächsten Tag gab es tatsächlich die Schlagzeile: Kaizers machen jetzt Rap und R’n’B. Die meisten haben dann wirklich geglaubt, wir würden jetzt Hiphop und Soul spielen. Dabei ging es nur um die Produktion, Tricks und Wege, wie in diesen Genres arrangiert wird. Zum Beispiel haben wir eine alte Maschine gesampelt und geloopt, d.h. aufgenommen und immer wieder hintereinander weg gespielt, das wird in vielen Rap Songs eben genau so gemacht. Die samplen und loopen.
Also ging es nur um die Methode…
Janove Ottesen: Richtig! Es ging lediglich um Methode und Technik bei der Produktion. Wir haben auch diese bestimmte, uralte, klassische Bassdrum 808 benutzt, die Du quasi auf jedem alten Hiphop-Lied hörst. Die benutzen wir jetzt auch. Um sowas geht es halt. Aber ich denke, das war nicht so schlimm, weil die Leute aufwachten und sich nicht vorstellen konnten, wie das sein soll, dann hörten sie sich uns noch mal an und merkten, dass ihre Vorstellung falsch war. Allerdings habe ich ein paar Freunde, die selber Hiphop und R’n’B hören. Als ich Ihnen "Maskineri" vorgespielt habe, haben die beim Refrain sofort gesagt: “Mensch, das ist Hiphop!“ Und das war vor diesem Interview mit VG. Allerdings ist die Schnittmenge von Kaizers- oder Alternative-Fans und Hiphoppern wohl nicht so groß – die Kaizers-Fans kennen diese Einflüsse nicht. Für mich ist es ein Spielen mit den Beats, wie Jay Z es tut oder auch viele Latino-Gruppen. Was wir vorher nicht wussten, war, dass auch die Latino-Musik stark von osteuropäischer Musik beeinflusst ist, ebenso wie der argentinische Tango. Irgendwann in der Geschichte ist das verschmolzen und daher sind die Genres sehr verwandt miteinander. Also, man findet alle diese Einflüsse, die ich genannt habe auf unserem Album. Ich denke, das macht es auch so gut auf der einen Seite und so unaufdringlich auf der anderen Seite. Es ist einfach cool und hat einen wunderschönen Klang und ich liebe die Stücke mit ihren feinen Arrangements. Dann ist da mein Gesang, der Rappen und Singen vermischt – und genau das wollten wir tun.
Lass uns mal weiter zu den Texten auf dem Album gehen. "Maskineri" ist kein Konzeptalbum wie die vorhergehenden, aber die Stücke teilen sich eine Stimmung: Da ist immer noch so viel Verzweiflung und Elend wie auf den vorhergehenden Alben.
Janove Ottesen: Ich denke mal, das ist so, weil es unser Stil ist. Daran erkennt man das Kaizers Album. Viele Leute würden sagen, Kaizers wäre nicht mehr Kaizers, wenn man die Gasmaske, die Zigeuner-Songs und die Ölfässer wegnähme. Genau das haben wir getan: Gasmaske weg, keine Zigeunerlieder, kaum noch Ölfässer und es klingt immer noch nach Kaizers Orchestra und ist ein großartiges Album. Mit den Texten verhält es sich genauso. Die Leute dachten, ohne Krieg und all die Namen und ohne durchgehendes Konzept würde es kein Kaizers mehr sein. "Maskineri" hat weder Kriegsthemen noch Namen und ist dennoch 100% Kaizers Orchestra, weil die Texte aus unserem Universum kommen. All das zeigt doch nur, dass zu unserer Musik viel mehr gehört als Gasmaske, Krieg und Zigeunerlieder.
Also erziehen und bilden Kaizers ihr Publikum?
Janove Ottesen: Ja, und das haben wir schon immer so gemacht. 2001 wusste keiner, dass er diese Art von Musik mögen würde. Hätten wir denen gesagt, im Folgejahr werdet ihr es lieben und die Platten kaufen und zehnmal zum Konzert rennen, um die bekloppte Band mit dem Harmoniumspieler, dem Kontrabass und den Ölfässern zu sehen, die in norwegischem Dialekt singen, hätte es keiner geglaubt. Dann kamen wir und sie haben es gemocht. Jetzt ist das auch so. Die Fans haben gesagt, wir mögen Kaizers nur wegen der Gasmaske, den osteuropäischen Einflüssen und den Konzepten, das haben wir weggenommen und sie lieben uns immer noch. Wir müssen auch den Fans immer eine Nasenlänge voraus sein, weil wir keine Mainstream-Band sind, wir mögen es, unerwartete Sachen zu tun.
Ja, einige Fans haben scheinbar die Sorge, dass Kaizers mehr zum Allgemeingut wird…
Janove Ottesen: Ich weiß, aber die sollten sich einfach mal ruhig zurücklehnen und die Musik genießen. Es geht ums Hören, nicht ums Analysieren.

Vielleicht nicht weise, aber wenigstens erleuchtet...
Wie waren die Tage in L.A., wo Ihr das Feinabstimmen mit Mark Howard vorgenommen habt?
Janove Ottesen: Es war toll. Wir haben den ganzen Tag gemischt. Es war nur Arbeit, aber in einem tollen Studio. Da mussten wir hin, weil Mark da arbeitet und die Geräte kennt. Was davor kam, war das Aufnehmen der Instrumente in den richtigen Räumen, das war in Berlin eine tolle Gelegenheit. Wir haben den Ton überhaupt nicht verändert, es war einfach so, wie es in diesen Räumen klang. Dann haben wir das Material mit nach L.A. genommen und dann wurde der Sound von dem Mischpult gefärbt, durch das wir ihn geleitet haben. Dafür musste natürlich das Bestmögliche her, deshalb haben wir das von Mark genommen. Es machte den Klang wärmer. Letztendlich gab es eine Reihe von Gründen nach Berlin und L.A. zu gehen, und alle waren zum Wohle der Kunst.
Würdet Ihr gern mal eine Tour durch die Vereinigten Staaten machen?
Janove Ottesen: Nun ja, wenn wir als Vorgruppe für eine große Band, wie sagen wir den Red Hot Chili Peppers spielen könnten, sofort, aber wir werden nicht durch Pubs ziehen.
Wie gehst Du mit der Tatsache um, dass Du als Sexsymbol giltst? Leute scheren sich um Deine Frisur und so weiter…
Janove Ottesen: (lacht) Ich war schon länger nicht mehr in diesen offiziellen Listen. Aber das liegt daran, dass wir in einer Band spielen. Wenn Leuten meine Haare nicht gefallen, sagen sie es normalerweise nicht MIR. Aber es ist so, Du siehst erst so aus, dann irgendwann anders und es gibt immer wieder Leute, denen die ursprüngliche Version fehlt. Mit den Live-Auftritten ist es ja genauso.
Wo wir gerade von Sex sprechen… was ist die Geschichte des Mädels mit den dicken Titten und der Gasmaske im Booklet der CD, das jetzt auch auf Euren neuen T-Shirts zu finden ist?
Janove Ottesen: Naja, wir denken, dass unsere Musik sexy Rock’n’Roll ist. Da war dies eine Retro-Burlesque, die Tänzerin mit Gasmaske und Kameras hineinzubringen. Es vertieft auch das Filmthema als Konzept.
Kann man sich "Maskineri" als Soundtrack für einen noch nicht existierenden Film vorstellen?
Janove Ottesen: Ja, weil genau das passiert, wenn ich – und andere Leute wahrscheinlich auch – Musik schreiben: man hat all diese Bilder und Filmausschnitte im Kopf, auch von noch nicht gedrehten Filmen. Und die Fans haben auch Bilder im Kopf, wenn sie unsere Musik hören, das haben uns die Leute von Anfang an erzählt. Selbst Künstler wurden schon inspiriert. Da war dieser dänische Maler, der sich schon zurückgezogen hatte und nach einem Kaizers-Konzert plötzlich seine Kreativität wiederfand. Das heißt, dass wir Leute treten und anschubsen können. Daher die Idee, auf dem Cover vor einem Kino zu stehen. Da gibt es im Booklet auch dieses Bild, wo wir im Kino sitzen und die Leinwand anstarren. Das Mädel, so sehen wir es, ist so etwas wie der Film, den wir uns anschauen.
Habt Ihr schon Material für die nächste Platte?
Janove Ottesen: Wir haben eine Menge Ideen. Aber ich sammle die nur in meinem Kopf und schreib sie auf, wenn wir zurück zu Hause sind. Das ist natürlich alles noch geheim. Wir sagen den Leuten nie, was als nächstes kommt. Wir werden nicht versuchen, die gleichen Dinge zu verbessern. Und wir werden nicht mehr das gleiche wie jetzt tun. Wir haben auch kleinere Pläne für die Fans. Wir haben auf dieser Tour jede Show aufgenommen. Vielleicht machen wir auch eine Zusammenstellung der besten Lieder dieser Tour. Vielleicht gibt es auch eine Zusammenstellung der B-Seiten für die Fans. Das sehen wir später.
Eure Promotion hat sich dieses Jahr mehr auf die Fans konzentriert…
Janove Ottesen: Deshalb haben wir auch die Plattenfirma gewechselt – zu einer unabhängigen hin. Die haben die Zeit, solche Dinge zu tun. Wir sechs in der Band sind enorm mit der Musik beschäftigt und können uns schlechter um die ganze andere Arbeit kümmern, wenn wir auf Tour sind. Wenn wir nicht touren, kümmern wir uns um die Produktion, schließen Verträge ab, beantworten Fragen und planen die Strategien, Merchandise – gerade das erfordert eine Menge Zeit. Jau, wir arbeiten eigentlich ständig.
Vielen Dank für das Gespräch!