(Lapko)
Nach ihrer Show beim Ruisrockfestival 2008 hatten wir die Gelegenheit die Jungs von Lapko in einem Interview zu befragen. Bei strahlendem Sonnenschein zog man sich dann doch lieber zurück in den klimatisierten Wagen im Backstagebereich, gefüllt mit Getränken und Süßigkeiten.
Zuerst wollte ich eine Ungereimtheit klären… bei unserem letzten Interview in Berlin habt ihr erklärt, euer Bandname habe keine Bedeutung. In einem anderen Interview las ich allerdings, dass es sich dabei um einen russischen Nachnamen handele. Was bedeutet euer Name nun?
Malja lacht
Nordberg: Es ist ein polnischer Nachname.
Heikkonen: Nein russisch.
Nordberg: …oder vielleicht doch polnisch?
Malja: Anfangs war es wirklich ohne Bedeutung… einfach nur ein Wort. Doch dann fanden wir heraus, dass das Wort Lapko tatsächlich eine Bedeutung hat.
Der Sound auf eurem aktuellen Album „Young Desire“ scheint stimmiger zu sein als auf „Scandal“. Denkt ihr das liegt daran, dass ihr als Band gereift seid oder trug euer Produzent Karo Broman in erster Linie dazu bei?
Malja: Ich hoffe, dass wir reifer geworden sind mit unserer Musik. Es war aber auch das erste mal, dass wir mit einem richtig starken Produzenten zusammen arbeiteten.
Heikkonen: Allerdings müssen wir auch beachten, dass Karo nicht beim Songwriting an sich involviert war. Wir haben lediglich die Aufnahmen in seinem Studio gemacht.
Malja: Karo war derjenige, der das Album im Endeffekt realisiert hat.
Warum habt ihr Karo Broman gewählt? …oder hat er euch ausgesucht?
Malja: In gewisser Weise schon. Wir suchten nach einem interessanten Character, der unser Album produzieren sollte. Wir hatten da einen anderen Typen im Kopf und fragten Karo nach dessen Nummer. Karo meinte daraufhin „Ihr solltet den Typ vergessen, denn ich kann das besser!“. Also dachten wir uns „Na gut, wenn du das so sagst, glauben wir dir und versuchen es einfach.“ Wir nahmen ein paar Demos auf und es lief alles sehr gut. Also entschlossen wir uns, das Album bei Karo zu produzieren. Es war wie ein kleines Märchen.
Nordberg: Die Sache ist, dass wir nun schon so viele Jahre zusammen Musik machen. Wir hatten auch ab und zu andere Musiker in unserer Band, aber nie diese Verbindung zu ihnen, die zwischen uns drei besteht. Doch dann hatten wir diese Verbindung mit Karo – das war es, was es besonders machte.
Also lief alles fantastisch…
Malja: Ja.
Nordberg: Es war das erste mal, dass jemand anderes mit uns arbeitete und es war sehr erfrischend.
Heikkonen: Mir kam diese Produktionsphase oft wie eine Art Stand Up Comedy Show vor, bei der wir ein Hauptbestandteil darstellten.
Malja: Egal ob wir was zu lachen hatten oder nicht…
Heikkonen: Und wir trugen eine hohe Verantwortung in dieser Show.
Malja: Ich denke, dass wir sehr eng zueinander stehen, dadurch dass wir nun schon über 10 Jahre gemeinsam Musik machen. Darum brauchten wir einen starken Charakter, der sich dursetzen konnte, bevor wir akzeptieren konnten, dass sich die Zusammenarbeit mit Karo lohnt. Und Karo’s Methoden waren eher psychisch als musikalisch. Er sagte Sachen wie „Okay das ist gut, aber vielleicht solltest du versuchen dich dabei anders zu verhalten wenn du spielst.“
Er wollte dass ihr die Musik lebt und ausdrückt.
Malja: Ja. Manchmal rief er „Nein nein nein nein nein! Ihr hört euch an wie Trottel! Versucht es anders. Findet eure persönliche Einstellung zu euren Songs!“ Es war nicht so, dass wir korrekt und jeden Ton ganz genau spielen sollten, er sagte ganz gegensätzliche Sachen wie „Das hört sich zusehr Ton in Ton an, macht etwas künstlerischeres!“
Heikkonen: Als wir meine Schlagzeugspur aufnahmen meinte er „Das ist ganz nett, aber vielleicht solltest du hier einen komplett anderen Stil ausprobieren.“
Malja: Karo sagte „Trink noch ein paar Gläser Wein und dann versuchen wir es nochmal.“
Nordberg: Der gesamte Aufnahmeprozess war… ich weiß nicht…
Malja: Irgendwie weinlastig.
Nordberg: Wir hatten die Verbindung zu Karo gefunden und er konnte und total zusammenstauchen... und ich meine damit so richtig zur Sau machen!
Malja: Und er steigerte sich richtig rein. Wenn wir schlecht spielten rief er „What the fuck!“ and heulte „neeeeein!“
Bei den Leuten, mit denen wir zuvor zusammengearbeitet hatten, gab es dieses unausgesprochene Gesetz, dass man während der Aufnahmephase keinen Alkohol trinken durfte. Aber Karo schlug andere Wege ein. Er meinte zu uns „Ich werde keinen Whiskey oder anderen hochprozentigen Alkohol trinken, aber ich mag Bier und Wein. Ich fühle mich besser damit und wenn ich mit gut fühle, kann ich auch eine bessere Arbeit abliefern.“
Nordberg: Und wenn wir einmal damit angefangen hatten, mussten wir auch das Level beibehalten.
Malja: Und ich kann dir sagen, diese beiden (zeigt auf Nordberg und Heikkonen) haben eine Menge Wein getrunken!
Nordberg: Ja, ich erinnere mich…
Malja (mit gespielter Überraschung): Du erinnerst dich an etwas?!?
Nordberg: …all diese leeren Verpackungen.
Malja: Doch vielleicht war das einfach nur ein kleiner Bonus der gesamten Aufnahmephase.
Nordberg: Trotzdem glaube ich nicht, dass wir das bei unseren nächsten Aufnahmen haben müssen.
Malja: Nein!
Heikkonen: Nein! Wir fühlten einfach, dass wir nun das Album aufnahmen, das ja auch auf den Namen „Young Desire“ lautet. Das war die ganze Idee, die dahinter steckte. Als wir Karo das erste mal trafen, war es Liebe auf den ersten Blick. Doch man kann diese Erfahrungen nicht wiederholen.
Malja: Ich kann den Alkohol und all das Abgefuckte nicht mehr gut heißen. Als wir aber bei den Aufnahmen waren fühlten wir einfach „Young Desire“ voller Leidenschaft ohne jegliche Kompromisse.
Heikkonen: Ja und das Album ist einfach perfekt geworden.
Gibt es auch Songs, die verworfen wurden?
Nordberg: Da gab es vielleicht ein paar, aber ich kann mich nicht mehr erinnern...
Also gibt es keine Pläne diese Songs anderweitig zu veröffentlichen?
Heikkonen: Nein.
Malja: “Young Desire” ist auch ein Konzeptalbum. Darum wussten wir von vorneherein ganz genau welches der erste, der zweite und welches der letzte Song auf dem Album sein würde. Es gab keinen Platz für zusätzliche Songs.
Vielleicht werden wir auf unserem nächsten Album die Möglichkeit haben, das zu ändern und flexibler zu sein. Ich denke nicht, dass wir die ganze Zeit immer nur Konzeptalben produzieren werden.
Heikkonen: Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Ich bevorzuge es zehn gute Songs aufzunehmen und nicht zwanzig, von denen die Hälfte Mist ist. Ich meine, das macht keinen Sinn. Es ist besser die Leidenschaft in ein paar richtig gute Songs zu stecken. Ich sehe auch keinen Grund irgendwelche B-Sides rauszubringen. Die nerven doch nur.
Malja: Es ist auch nicht so einfach. Die Zeit im Studio besteht aus harter Arbeit… im psychischen Sinne. Es ist also besser so wenig Zeit wie möglich dort zu verbringen. Es bekommt der Gesundheit nicht so gut zu lange im Studio zu verbringen.
Wir lange wart ihr im Studio für “Young Desire”?
Heikkonen: Einen Monat.
Malja: Ja einen Monat plus Workouts.
Nordberg: Doch zu den Aufnahmen zu “Scandal” blieben wir auch die Nächte im Studio. Dort gab es kein Entrinnen.
Malja: Ja das Studio war vollkommen isoliert. Wir hatten keine Möglichkeit abends in eine Bar zu gehen oder so. Ich habe sechs Wochen neben der Base Drum geschlafen. Wir arbeiteten mehrere Tage am Stück und dann hatten wir ab und zu einen freien Tag. An diesen freien Tagen sind wir dann in die nächstgelegene Stadt gefahren.
Wie weit war die nächste Stadt entfernt?
Malja: Ungefähr eine halbe Stunde mit dem Auto. Doch das Problem war, dass wir keinen eigenen Wagen hatten.
Heikkonen: Ja es hatte schon seine Vorteile sich einfach auszuziehen und betrunken in einem Brunnen zu planschen. Doch das nächste Mal wäre es vielleicht besser keine sechs Wochen neben der Base Drum zu schlafen.
Malja: Dann werden wir zu Hause schlafen... vielleicht.
Heikkonen: Vielleicht. Und sechs Wochen Aufnahmezeit ist auch zu teuer. Ich denke vier Wochen sollten ausreichen.
Malja: Wir sind auch bessere Musiker als noch vor einem Jahr.
Heikkonen: Also werden wir hoffentlich nicht mehr soviel Zeit benötigen für das nächste Album.
Das Cover von „Scandal“ zeigt ein Mädchen, das sich mit einer Hand ein Auge zuhält. „Young Desire“ zeigt Nordberg, der sich beide Augen zuhält. Worin besteht hier die Verbindung?
Malja: Als wir die Idee zu „Young Desire“ entwickelten, versuchten wir die Verbindung zwischen den beiden Albumcovern aufrecht zu erhalten. Wir versuchten allerdings auch ein paar neue Elemente einzubringen. Bei „Scandal“ gibt es somit keine Farben im Booklet.
Wenn du Geschichten einfach frei heraus erzählst ist es nicht so interessant, als wenn du etwas verbirgst. Also dachten wir uns es macht Sinn, beide Augen zu bedecken. Es besteht auch gleichzeitig eine Verbindung zwischen dem Titel und dem Cover. Im dem Alter von „Young Desire“ möchte man nicht die Fakten sehen – man möchte einfach genießen ohne an die Folgen zu denken.
Nordberg: Aber muss ich euch daran erinnern, dass es nach wie vor das schlechteste Cover des Monats ist!
Ist es das? Wer sagt das?
Nordberg: Das Vice Magazin.
Malja: Aber vielleicht werden wir auf dem nächsten Cover keine Hände mehr zeigen.
Ihr habt ja auch nur zwei Hände. Es gibt also gar keine Möglichkeit noch etwas zu zuhalten…
Gelächter…
Malja: Du weißt nicht was für Hände wir haben… ich schätze das willst du auch lieber nicht wissen.
Nordberg: Wir können das ganze Cover nicht handhaben.
Heikkonen: Wir haben bereits über das neue Cover gesprochen und die visuellen Elemente, die es enthalten soll. Ich denke es sollte das komplette Gegenteil sein, wie unsere letzten Cover.
Unsere ersten Demos und EPs zeigten allesamt Leute, die ein T-Shirt mit Lapko-Aufschrift tragen. Und dann haben wir mit dieser Hand-Geschichte angefangen.
Malja: Ich denke unser nächstes Album wird vielleicht etwas softer. Nicht ganz so leather-like. Vielleicht so wie Sting. Yoga und all der Kram.
Gelächter…
Heikkonen: Allerdings wäre etwas Punkrock auch ganz gut.
Malja: Punkrock aber nicht Emo.
Heikkonen: Vielleicht wird unser nächstes Albumcover voller Zwiebeln sein. Die bringen einen zum weinen wie all die Emo kids.
Nordberg: Ich glaube, dass es mehr wie Lemonheads werden wird.
Malja: Ja mehr in die künstlerische Richtung.
Heikkonen: Mit Bildern und Zeichnungen.
Wie diese Zeichnungen… (deutet auf ein Blatt Papier – offensichtlich von Heikkonen ausgefüllt – mit einem Tic Tac Toe Spiel darauf)
Heikkonen: Ja genau.
Nordberg (schaut auf das ‚X’ in dem Tic Tac Toe Spiel): X ist ein Symbol… ich weiß nicht mehr für was es steht…
Für einen Schatz auf einer Schatzkarte.
Nordberg: Ja, das auch… aber da ist noch was anderes…
Malja: Wo wir gerade dabei sind… was bedeutet überhaupt die „Null“ auf deinem Arm? (Zeigt auf Heikkonens Tattoo)
Heikkonen: Null steht für… hmmm…
Kreis - Unendlich.
Heikkonen: Naja, ich sehe meine eigene, persönliche Bedeutung in diesem Tattoo, doch was ist die allgemeine Bedeutung?
Null… ein Anfang.
Malja: Ich denke, Null ist einfach die Zahl, die vor Eins kommt.
Heikkonen: Ich hatte die Idee mir ein Tattoo zu machen, das ein ‚X’, ein Dreieck und ein Quadrat zeigt. Doch meine nächste Tätowierung wird (murmelt etwas in finnisch).
Malja lacht
Ist was…??
Heikkonen: Vor drei Jahren war ich eines abends sehr betrunken und wir haben dieses Spiel gespielt, bei dem einer etwas aufzeichnet und die anderen raten müssen, was es darstellen soll.
Ich habe also einen Wagen gezeichnet, dessen Kotflügel offen stand und runterfiel. Das sieht so cool aus, ich habe die Zeichnung aufbewahrt und ich möchte ein Tattoo davon.
Den Wagen…?
Heikkonen: Ja, diese Zeichnung bedeutet, dass man völlig betrunken ist.
Malja: Ich schätze man versteht den Witz nicht wenn man nicht finnisch spricht. Es ist eine finnische Redewendung.
Heikkonen: Und es wird ein richtig cooles Tattoo.
Dann wird plötzlich die gesamte Aufmerksamkeit auf die Gummibärchen auf dem Tisch gelenkt. Eine Diskussion, welche Geschmacksrichtung die beste und welche die schlechteste ist, bricht aus.
Wer schrieb die kleine Geschichte in eurem Booklet und wessen Idee war das?
Malja: Jonathan Mander schrieb sie. Die Geschichte basiert auf Geschichten, die wir ihm erzählt haben.
Nordberg: Die Idee war, eine Art Biografie zu verfassen, die Geschichten enthält die zu gut sind um wahr zu sein. Ich habe mal ein paar Sachen über Marc Bolan von T. Rex gelesen und da gab es eine Menge billige Stories. Zum Beispiel, dass Marc Bolan der coolste Typ in London gewesen sein soll und all sowas. Und wir wollten so eine Art Geschichte auch in unserem Booklet präsentieren. Darum wurde diese kleine Story geschrieben.
Malja: Auf verschiedneste Arten haben Band meist nicht unbedingt Lügen, aber diese übertrieben ausgeschmückten Geschichten. Wir entschlossen uns dazu so eine Geschichte auf unsere Art in unser Booklet zu packen.
Heikkonen: Es ist lustig zu lesen wenn man die Hintergründe kennt. Es sind keine dunklen Geschichten, nur die netten.
Malja: Leute, die gerne eine bestimmte Band hören, fühlen sich mit der Musik verbunden. Und es steckt soviel mehr hinter der Musik, im psychischen Sinne. Deswegen ist es wichtig ein wenig mehr der „Lapko-Welt“ zu schaffen. Es ist nicht nur die Musik, es ist unser Leben.
Dann verlassen uns Nordberg und Heikkonen, um den Auftritt ihrer Freunde von Disco Ensemble anzusehen. Malja bleibt netterweise und beantwortet noch ein paar Fragen..
Ihr hattet bereits ein paar Auftritte in Deutschland. Wie gefiel es euch und wie waren die Reaktionen des Publikums?
Malja: Grundsätzlich ist das deutsche Publikum viel aufgeschlossener gegenüber neuen Bands. Sie sind in der Lage sich schnell in die Musik hinein zu versetzen. Finnische Leute sind da mehr so „Hm… was ist das? Kenne ich nicht. Das ist Mist!“. Ich weiß nicht ob die Leute in Deutschland prinzipiell offener sind, aber es erweckte den Anschein von der Bühne aus betrachtet.
Wir sind durch Skandinavien getourt… Norwegen, Schweden und Dänemark. Unser Booking Agent warnte uns vor dem schwedischen Publikum. Doch mein Eindruck war besser, als so manch anderes Publikum, das wir hatten. Wir haben mittlerweile so viele Shows in Finnland gespielt, dass es jedes Mal wenn wir außerhalb spielen so neu und erfrischend wirkt… man könnte es vielleicht mit den ersten Wochen mit einer neuen Freundin vergleichen. Vielleicht erweckt es deshalb den Anschein es wäre alles besser.
Aber ihr seid ziemlich bekannt in Finnland, oder?
Malja: Ja es läuft ganz gut. Wir spielen nicht gerade auf den Hauptbühnen. Heute haben wir auf einer der kleineren Bühnen gespielt.
Ja, aber da waren sehr viele Leute… und es war erst 12 Uhr morgens!
Malja: Ja wir haben einige Fans in Finnland. Aber es ist schwierig für finnische Festivals gebucht zu werden. Ich rede zwar nicht gern über das Business und Geldangelegenheiten. Aber in Finnland gibt es viele Bands, die man sehr günstig buchen kann. Darum fühlen wir uns sehr geehrt und sind glücklich darüber, dass wir die Gelegenheit geboten bekamen, heute bei Ruisrock das Festival zu eröffnen. Und das obwohl wir schon seit längerem nicht neues veröffentlicht haben. Es ist über ein Jahr her, seit „Young Desire“ rauskam. Wir planten eigentlich nicht mehr als fünf Shows zu machen diesen Sommer, aber dann boten sich uns ein paar gute Möglichkeiten. Und es ist wichtig für uns diese Shows wahrzunehmen. Dadurch bekommen wir etwas Geld um eine Tour durch Europa in Angriff zu nehmen.
Ja, ich hoffe doch euch bald wieder in Deutschland zu sehen!
Malja: Wir planen im Herbst nochmal auf Tour zu kommen.
Eure eigene Tour oder als Support Act?
Malja: Ich weiß es noch nicht. Wir haben viel darüber diskutiert mit wem man auf Tour gehen könnte oder ob wir doch lieber allein touren sollen. Aber ich denke für eine Headliner-Tour ist unser Bekanntheitsgrad noch zu gering. Wir haben uns schon nach Bands umgeschaut mit denen man ein paar Shows machen könnte. Es wäre super, wenn wir mit einer deutschen Band auf Tour gehen könnten.
Gab es bei eurer „Scandal“ Tour irgendwelche Skandale?
Malja (lacht): Wenn wir unterwegs sind, gibt es immer kleine Skandale. In der Vergangenheit verbrachten wir mehr Zeit in Bars und machten Dinge wie bei den „Young Desire“ Session, über die wir vorhin gesprochen haben.
Da waren sicherlich einige… nicht wirkliche Skandale. Doch jetzt haben wir eine gesündere Richtung eingeschlagen. Lapko und Skandale, das ist immer eine Frage von Selbstübertreffung.
Kannst du mir erkären, was das Besondere an Lapko ist? Ich habe eure Platte gehört und da ist etwas in den Songs, das ich nicht ausdrücken kann…
Malja: Für mich… ich habe oft überlegt, dass es viel einfacher sein muss in einer Band zu sein, die einfach nur ihre Musik macht. Aber Lapko ist soviel mehr für mich. Wir spielen nicht einfach in einer Band und das wars… ich komme zum Beispiel aus einer kaputten Familie. Und irgendwie versuchte ich immer eine Art Familienersatz um mich herum aufzubauen. Diese Jungs - ich möchte sie nicht mit Eltern vergleichen – aber sie haben ein familiäres Gefühl für mich geschaffen. Es besteht eine Verbindung zwischen uns… du weiß was ich meine… wir sind wie eine Familie aber nicht wie Eltern und Kind. Es ist mehr als nur Freunde sein. Und ich hoffe, dass man das unserer Musik anhört. Die „Lakpo-Atmosphäre“. Das ist das gewisse Etwas, auf das wir stolz sind. Und es ist auch eine der größten Herausforderungen, dieses Gefühl, diese Atmosphäre zum Beispiel nach Deutschland zu vermitteln. An die Leute, die uns noch nicht so gut kennen. Denn dies ist etwas, das man nicht richtig beschreiben kann, man fühlt es wenn man sich mit unserer Musik auseinandersetzt.
Danke, das half mir weiter!
Malja: Mir auch. Das war das erste Mal, dass ich versuchte es in Worte zu fassen… ich wurde schon öfters danach gefragt, konnte es aber nie wirklich ausdrücken.
Cool das ist eine große Ehre für mich.
Nun zur letzten Frage: Gibt es eine Frage, die ihr nicht mehr hören könnt?
Malja: Nicht direkt eine Frage. Aber wir hören oft, dass sich Lapko wie Placebo oder Tool anhört. Natürlich ist es sinnvoll ein paar Namen als Vergleich zu nennen wenn eine neue Band auf dem Markt ist. Das macht es den Leuten einfach sich etwas darunter vorzustellen. Doch diese beiden Namen verfolgen uns…
Aber werdet ihr nicht auch oft nach eurem Bandnamen gefragt?
Malja: Ja, das auch. Aber wenn man einen Bandnamen hat wie wir, ist es normal, dass die Leute nach dem Ursprung fragen.
Dann ist es an der Zeit das Interview zu seinem Ende zu bringen und Malja zu seinen Freunden zu entlassen, um den Rest der Disco Ensemble Show anzusehen.
Wir möchten uns ganz herzlich bei Lapko bedanken, die soviel Zeit für unser Interview geopfert haben. Ebenso möchten wir Silke und Johannes von Fullsteam Records danken, die uns das Interview ermöglicht haben!!