(Masterplan)
Essenszeit in der Kantine im Backstage Bereich der Live Music Hall, 18 Uhr. Masterplan haben sich in die Garderobe zurückgezogen, ich darf für ein Interview mit Gründer und Gitarrist von Masterplan Roland Grapow stören. Er schaut schnell noch nach, was es zu Essen gibt und lässt sich etwas zurücklegen. Während ich auf ihn warte, plaudere ich mit Keyboarder Axel über den Tourauftakt in Antwerpen 3 Tage zuvor.
Bevor ich jedoch Roland zum Album und zur Tour löchern kann, bitte ich ihn, einen kurzen Shortcut mit seinen persönlichen Angaben auszufüllen. Roland rätselt, welche psychologischen Rückschlüsse ich bezüglich seiner Farbwahl des Stiftes für das Ausfüllen dieses Shortcuts ziehen könnte, arbeitet sich jedoch durch das Formular, wechselt zwischen Deutsch und Englisch und bemerkt, welch Sauklaue er habe. Er ist erleichtert, keine Angaben zum Gewicht machen zu müssen. Ich merke schon... das wir ein sehr angenehmes Gespräch mit ihm!

Roland (nach dem Ausfüllen des Shortcuts): Das war´s schon?
Moment! Jetzt kommen erst noch ein paar Fragen! Was ist mit den gecancellten Shows dieser Tour? Hat dies irgendwelche Nachteile für Euch gehabt?
Roland: In London, bzw. England?
Ja, habt Ihr noch ein bisschen mehr Zeit gehabt, um noch ein wenig zu üben?
Roland: Wir haben leider gar nicht geübt. Mike Terrana ist nach Hause gefahren und Mike DiMeo nach Hause geflogen und ich habe in der Zeit in Hamburg bei meiner Mutter gewohnt, weil ich in der Slowakei lebe und habe etwas Business gemacht für die Band: Buchführung mit Steuern und all so was. Die Zeit genutzt, aber leider nicht unbedingt, um an den Songs weiterzuarbeiten.
Hättest du dir trotzdem gewünscht, dass Ihr nochmals zusammentrifft? Ich war in Antwerpen dabei – erst mal Gratulation für den Tourauftakt! Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass Ihr mehr aus Euch herausgeht.
Roland: Na ja... es war die erste Show.
Es wirkte noch etwas verkrampft, jedoch wird sich dies sicherlich legen.
Roland: Das hat sich beim zweiten Gig auf jeden Fall gelegt. Heute wird noch mal richtig gut. Aber das Problem ist... hast du die Bühne gesehen? Das Schlagzeug steht seitig, das ist doof, die Kommunikation ist natürlich nicht ideal (A.d.R.: das Schlagzeug wurde vor der Masterplan Show mittig gestellt, da die Drums von Rose Tattoo nach deren Auftritt abmoniert wurden). Aber das wird schon. Er (Mike DiMeo) fühlt sich auch wohler jetzt. Der erste Gig ist immer Anspannung. Obwohl wir ja schon zwei Shows gemacht haben (A.d.R.: Bremen und Hamburg im Februar 2007) – durch diese zehn Tage Pause dazwischen, ist man eigentlich wieder draußen. Im Ballroom in Hamburg haben wir eine wirklich tolle Show gehabt und die allererste Show in Bremen war megagrausam, das war die schlimmste Show überhaupt. Auch vom Sound her und wir hatten die Crew von Mob Rules mitbenutzt. Deshalb kann man uns da nicht ganz böse sein.
Wie fühlt es sich an mit der neuen Band zu touren? Bist du zufrieden mit der Zusammenstellung?
Roland: Wir verstehen uns super. Momentan haben wir von der freundschaftlichen Seite her das beste Line-Up. Klar, Uli ist ein alter Kumpel und so langsam sucht er auch wieder den Kontakt. Schreibt uns immer SMS „Viel Spaß“ und hier und da. Aber im Prinzip mit Terrana – er ist ein spaßiger Typ in der Band, der auch sehr wichtig ist für uns und macht einfach gute Laune.
Vor allem, wenn Ihr auf Tour 24 Stunden zusammenhockt.
Roland: Sicher! Da ist er! (Terrana stolpert aus der Garderobe) Nur dummes Zeug! (lacht)
Habt Ihr auch mal Hotels zwischendurch, in denen Ihr mal absteigen könnt?
Roland: Es war mal geplant. Wir haben nur fünf day off´s auf der ganzen Tour, bis auf diesen Mittelpart nach Paris – vor Ostern haben wir eine lange Pause, da fahren wir auch mal wieder alle nach Hause. Wir haben jetzt nächste Woche einen day off, da bin ich mir nicht sicher, ob wir überhaupt ein Hotel haben. Wir hatten gestern einen day off gehabt hier, wir haben auch im Bus gepennt, nur Biff war im Hotel. Momentan geht das, muss man halt mal zu Burger King, wenn man aufs Klo muss. Im Bus darf man ja nicht. (Wir müssen beide lachen)
Ach so, klar! Wenn der Bus nicht fährt, darf das Klo nicht benutzt werden!
Roland: Nee, auch so nicht. Nur pinkeln. „Groß“ muss man irgendwie improvisieren. Aber das ist momentan noch ganz lustig. Gestern waren wir in Köln in der Innenstadt, haben Musikgeschäfte abgeklappert, sind Essen gegangen mit der Crew zusammen. Macht schon Spaß.
Wart Ihr im Music Store?
Roland: Genau.
Neue Gitarren gekauft?
Roland (druckst herum): Leider nicht.... Ich hatte eine gesehen, die gefiel mir und heute war ich auch hier bei Uli´s oder wie der Shop auch heißt – da war auch ein toller Amp, aber ich muss mich ein bisschen zurückhalten mit dem Kauf.
Irgendetwas Neues für das Studio, was du noch komplettieren möchtest?
Roland: Jaaaa! Ich hätte gerne noch das Ein oder Andere, aber es sitzt alles nicht so locker im Moment. (lacht)
Du wohnst teilweise in der Slowakei wegen deiner Freundin, jedoch hast du auch ein Studio dort. Hast du noch vor andere Bands zu produzieren oder ist das Studio nur für private Zwecke, damit Ihr Euch mal zusammenfindet, um Songs aufzunehmen?
Roland: Die Idee war, dass ich ein eigenes Studio habe für die Band. Wir haben jetzt noch ca. ein Jahr bis auch der obere Bereich fertig wird, dass auch eine Band dort komplett wohnen kann. Ich sowieso unten, aber die Band oben im Gästebereich. Ich möchte also auch in Zukunft andere Bands so langsam anfangen zu produzieren.
Jemanden bereits ins Auge gefasst?
Roland: Nöö, ich habe immer diverse Anfragen aus Russland, Südamerika oder Italien, nicht unbedingt aus Deutschland jetzt. Aber die Leute, die das Studio jetzt gesehen haben auf Fotos, sagten „geiles Studio“. Ich suche nicht, um mega Geld zu machen. Das ist auch ziemlich anstrengend. Ich suche nur nach ausgewählten Sachen. Wenn ich die Zeit habe, gerne, wenn es nicht passt, ungern. Es geht mir nicht darum, etwas extra Geld zu machen. Das macht man nicht so nebenbei. Da muss man sich konzentrieren und da will ich auch Lust drauf haben. Und wenn man speziell mit jungen Bands, meine Erfahrung, die ich gemacht habe als Produzent, dann weitergeben kann....
Also kleine Bands unterstützen, die noch keinen Plattenvertrag haben?
Roland: Genau, die noch keinen Deal haben oder gerade den Deal haben und den nächsten Schritt planen, guten Sound und auch ein bisschen Inspiration geben. Ich glaub´ ich mag ganz gerne mit jüngeren Leuten zusammenarbeiten.
Kontaktieren dich die Interessierten über MySpace?
Roland: Über MySpace kommen Anfragen, aber auch direkt über meine E-Mail Adresse von Masterplan.
Bearbeitest du deine Myspace Adresse selbst? Bist du auch auf diesen Hype aufgesprungen?
Roland: Wenn ich zu Hause bin, ja. Momentan kontrolliert meine Freundin und schickt mir dann manchmal etwas weiter. Momentan bin ich nicht immer online, ich bin dann wirklich on tour, dann vermisse ich das nicht so sehr. Ich bin dann wirklich konzentriert hier und nicht die ganze Zeit am Dealen. Aber ich habe jetzt auch Anfragen aus Südamerika eine Guitar Clinic zu machen, eine Woche nach der Tour, glaube ich. Ich stehe dann auf der Bühne und „daddel“ rum, ganz alleine ohne Band, dann spiele ich ein bisschen solo, erzähle etwas über meinen Sound und dafür kriege ich richtig gutes Geld. Und dann ist dort noch ein Meet & Greet, mit den Leuten, die da sind ein Bier trinken, sich unterhalten und richtig nahen Kontakt zu den Fans halten. Und das finde ich eigentlich toll. Das hätte ich mir, als ich jünger war, mir eigentlich auch gewünscht. Mal Michael Schenker zu treffen und „Hallo“ und so.... wie gesagt, ich mag ja gerne mit Leuten quatschen. Das ist eigentlich ideal für mich!
Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit deine Solomusik weiter zu verbreiten, denn du hast nach deinen zwei Soloalben erst mal gar nichts weiter gemacht....
Roland: Nöö, Masterplan ist eigentlich mein Ding, ich bin super glücklich damit und ich denke jetzt schon an das nächste Album, das wahrscheinlich auch etwas schneller rauskommt, als die letzten drei Alben.
Ich habe da etwas von Ende nächsten Jahres gehört?
Roland: Genau. Wir planen jetzt, dass es jedenfalls vor Weihnachten noch rauskommt. Das heißt, nach dieser Tour fange ich bereits an über das Songschreiben nachzudenken, wo ich mir sonst normalerweise gesagt habe, in dem Jahr, in dem ich toure, möchte ich nichts schreiben. Weil ich bin immer derjenige, der Batterien aufladen muss und so, aber irgendwie bin ich schon wieder hungrig. Ich habe Bock mit dem neuen Line-Up weiter zu machen.
Trotzdem ist es bemerkenswert innerhalb welch kürzester Zeit du dieses Album produziert hast, obwohl manche Ideen bereits einen längeren Bestand hatten. Hast du dich nicht unter Zeitdruck gefühlt?
Roland: Ich war mega unter Stress. Das war nicht nur Zeitdruck, sondern Überlebenskampf, weil wenn da zwei wichtige Mitglieder die Band verlassen, das ist dann natürlich nicht mehr weit dahin zu sagen „das ist das Ende der Band“. Da gab es genug Zweifel bei mir selber. In meinem Studio alleine sitzen und überlegt „krieg ich das hier überhaupt noch alleine gewuppt?“ und das war wirklich hart an der Grenze. Aber der Zeitstress war leider das Schlimmste. Das heißt, wir hatten Abgabetermin Anfang Dezember bei AFM, das heißt der Mix musste da fertig sein, damit diese Tour überhaupt noch stattfindet. Damit das Release-Date und die ganzen Vorbereitungen für die Plattenfirma eingehalten werden konnten und so weiter. Und da fühlte ich mich super unter Zeitstress gesetzt und musste beim Mix immer noch Gitarre spielen. Das ist eigentlich nicht der Idealfall. Und da verliert man immer ein bisschen den Überblick. Ich habe dann jeden Tag, was ich da gemacht habe, mir vertraut und mir gesagt „das wird gut“ und besser ging´s in dem Moment auch nicht. Bin auch ein Typ der auch mal gerne eine Woche darüber nachdenkt „Ist das gut genug?“. Dann kann ich es noch mal machen, wenn ich Zeit habe. Aber das war diesmal nicht möglich.
Du bist mit den Tapes aus Finnland zurückgekommen und hast diese den Bandmitgliedern vorgespielt. Was wäre gewesen, wenn diese nicht zufrieden gewesen wären?
Roland: Ja, dann war´s das. Das meine ich halt – ich bin auf volles Risiko gegangen. Klar, man hätte sagen können, „wir releasen das Album jetzt nicht. Lass uns noch mal dran arbeiten“, aber dann wäre die Tour weg gewesen. Und ich habe gesagt, wo auch Uli ausgestiegen ist, dieses Gerücht oder dieses Gefühl in der Szene „Was kann man von dir noch erwarten? Erst der Sänger und dann das...“.
Trotzdem sagen einige Fans, dass Masterplan mit dem neuen Line-Up nicht mehr Masterplan seien, sondern eine andere Band.
Roland: Deswegen haben wir es auch MKII genannt. Es ist ein neues Design. Es ist eigentlich das Gleiche melodiemäßig oder vom Stil ist es schon sehr ähnlich. Mikes Stimme klingt natürlich schon anders.
Finde ich gar nicht mal, ich finde durchaus Parallelen zu Jorn´s Stimme.
Roland: Sind es auch. Er singt ja automatisch diese Blues-Linien, bloß melodiemäßig habe ich natürlich auch sehr darauf geachtet, dass wir beim Gesang auch recht nah an den alten Sachen gehen. Beim ersten Album sind fünf Songs von mir geschrieben gewesen, vom Text und von der Gesangsmelodie. Und deswegen glaube ich, dass wir ein super Team waren bei dem Album und er auch flexibel war. Weil er hatte Melodien für jeden Song angeboten, aber das war mir zu weit weg, von dem was ich dachte, was Masterplan ist.
Seine Ideen gingen wahrscheinlich eher in die Richtung seiner Bands.
Roland: Das war Riot-mäßig. Aber das meine ich mit Traumteam: Wenn jemand so offen ist, dass er dann flexibel ist und dann auch noch sagt „hey, Alter, das ist geil, das ist besser als ich gedacht habe oder was ich dir angeboten habe“. Ich kam aus Finnland und hab denen das am nächsten Tag vorgespielt in Hamburg im Ballroom und dann kam er zu mir, dieses typische Ami „Alter, great, absolute fantastic“. Das ist dann auch schön zu sehen, dass die Band mit einem breiten Grinsen, gerade jetzt auch Axel. Weil er auch drei Songs schrieb und er wusste ja nichts, was von den Gesangsmelodien und so draufkommt. Wir haben bis zuletzt gearbeitet, bis zum Mix und dann bin ich abgehauen und dann wusste er nicht mehr so genau, was er gesungen hatte. Da hatte keiner in der Band irgendeinen Überblick, nur ich irgendwie. Es hat sich aber gelohnt.
Würdest du dich als Workaholic bezeichnen?
Roland: Eigentlich gar nicht. Wenn du aber dieses Zeitlimit hast, musst du dich reinknien. Dann bin ich aber auch so, dass ich sage zu meiner Familie oder meiner Freundin und ihrer Familie „Das war´s – ich mache jetzt hier eine Auszeit für zwei, drei Monate“. Und dann möchte ich nicht, dass irgendwie Stress entsteht und dass ich mich irgendwie um meine Freundin kümmern muss, „du kümmerst dich nicht um mich“ – das war auch mit meiner Ex-Frau. „Ich arbeite jetzt“ und dann bin ich ungenießbar. Und dann bin ich auch wirklich am Limit. Es kann dann auch sein, dass ich dann mal ausraste oder Selbstzweifel habe und sage „Ich kann nicht mehr, ich gebe auf“.
Wie relaxt du dann zwischendurch? Es reicht doch nicht, wenn du dir sagst, dass du in zwei-drei Monaten wieder zur Ruhe kommst.
Roland: Das ging nicht, die Zeit war nicht da. Diesmal nicht, ich habe wirklich bis zu meiner Leistungsgrenze gearbeitet. Ich war wirklich so, dass ich wiederkam und Leute sagten „Alter, deine Augen“ – alles schwarz hier (zeigt um die Augen). Um mal den Tagesablauf zu erklären: normalerweise bin ich immer gegen 10 vom Hotel zum Studio gegangen, das sind ungefähr 20 Minuten laufen, habe dann besprochen, was an dem Tag gemixt wird und wie ich mir das vorstelle, gefragt, ob alles da ist und wurde dann wieder weggeschickt. Teilweise musste ich noch die Drums editieren, die wurden auch nicht fertig. Und dann habe ich am nächsten Morgen wieder solo gespielt: von 6 Uhr morgens bis um 10 bis ich wieder zum Studio gegangen bin und teilweise war es so, wenn im Studio um 20 Uhr Feierabend gemachte wurde, bin ich dann noch geblieben bis Mitternacht oder 2 Uhr morgens. Ich habe teilweise nur drei, vier Stunden gepennt. Über zwei Wochen. Und irgendwann ging nichts mehr.
Wie ist dies jetzt auf Tour?
Roland: Das ist für mich Urlaub. Als Support ist es eigentlich genial. Nur als Headliner bist du natürlich noch später dran, bei uns ist es eine angenehme Zeit. Es ist ideal, um zusammenzuwachsen als Band, das habe ich mir auch von vornherein so gedacht. Jetzt als Headliner wäre falsch gewesen. Wir müssen erst einmal zusammen wachsen und können dann zu dem alten Level zurück.
Wer schreibt die Setlist bei Euch?
Roland: Das ist Teamwork. Aber ich habe mir natürlich am Anfang die meisten Gedanken gemacht, was wir als beste Songs von den drei Alben nehmen.
Trotzdem sind sehr wenige Songs von „Aeronautics“ dabei. Ich meine lediglich „Back For My Life“ habt ihr in Antwerpen gesungen.
Roland: Ja, „Back For My Life“ ist der einzige Song. Ich finde einfach, das erste Album ist einfach stärker und wir können Sachen wie „Kind Hearted Light“, „Crystal Night“, „Soulburn“ nicht weglassen. „Enlighten Me“ spielen wir heute nicht, weil wir nur 45 Minuten spielen. Wir werden wieder „Lost And Gone“ spielen, das haben wir vorgestern vergessen. (lacht) Wir haben nur einen Song vom neuen Album gespielt, wir haben die Setlist vorher gemacht. (wendet sich zu Mike DiMeo und übersetzt, welches Maleur in Amsterdam passiert sei.)
Ihr habt das erst nachher bemerkt?
Mike DiMeo: Noch nicht mal nachher, erst 30 Minuten nach der Show! Wir tranken ein Bier, gratulierten uns zu der guten Show und dann dämmerte es! Und Roland sagte bereits vorher „irgendetwas fehlt in der Setlist“ und ich sagte „neeeeeeeeeein, das ist das volle Set, welches wir jeden Abend spielen!“ (lacht)
Gibt es Chancen „Crimson Rider“ zu hören? Das Lied MUSS doch gespielt werden!
Roland: Tja... wir haben zu viele gute Songs! Nigel, der Trommler von Saxon, sagte „Mein Lieblingssong ist 'Wounds'“. Ich kenne viele Leute, die „Wounds“ toll finden, aber es gibt einfach zu viele Songs. Wenn man Headliner ist, würde ich natürlich „Crimson Rider“, „Not Afraid“ auf jeden Fall ins Set nehmen und so weiter.
Wie komponierst du die Songs, Roland? Die fertigen Masterplan Songs sind auch wunderbar auf der Akustikgitarre zu spielen... komponierst du zuerst mit der akustischen Klampfe?
Roland: Gar nicht... ich bin zu faul auf der Akustischen. Ich liebe Akustikgitarre, aber das ist für mich eine andere Welt. Wenn ich mal so relaxt sein möchte und rumklimpere, dann spiele ich auch mal gerne Akustik. Komponieren gar nicht.
Wie entsteht ein Masterplan Song?
Roland: In meinem kleinen Studio. Da habe ich ein Keyboard, Klavier, Piano, mit Drumsounds, alles dran. Teilweise nutzen wir es immer noch, schon seit drei Jahren. Das ist mein altes Setup, das habe ich schon seit ein paar Jahren. Das ist ein PowerBook von Apple. Und dann habe ich eine Gitarre, wo ein Pick-Up drin ist, wo ich auch Keyboards mit spielen kann. So versuche ich mich dann zu inspirieren. Das sind manchmal Drum-Grooves oder Gitarren-Riffs. Ich glaube, mein Geheimnis ist, dass ich alles, was ich aufnehme, was ich auch beim „daddeln“ mitschneide auf Mini-Disc, das höre ich mir alles am Ende des Jahres an, wenn ich Zeit habe. Ich habe jetzt zwei, drei voll. Und wenn ich das beim Anhören immer noch gut finde, dann behalte ich es und was ich nicht gut finde, lösche ich. Und wenn ich von dem Tape nur zehn Ideen nehme, dann sind es auch gute Sachen und die packe ich dann in meinen Computer rein und da habe ich so ein richtig großes Puzzle voller Ideen der letzten zwanzig Jahre – immer noch – und das ist eigentlich mein so genanntes „Back Katalog“.
Wie und wann kommen dir Ideen? Auch auf Tour?
Roland: Ich bin jetzt wirklich auf Urlaub hier. Manchmal machen wir beim Soundcheck einen Jam, aber die Zeit haben wir leider auch nicht immer. Wir haben festgestellt, dass diese Band viel besser jammt wie in den 70ern bei Deep Purple. Im Proberaum macht das so einen Spaß. Wir können ein bisschen jazzig spielen oder bluesig.
Diese Partystimmung fehlt mir aber live noch! In Antwerpen kam die Show noch etwas zu verkrampft rüber.
Roland: Da waren die Leute aber auch ein bisschen komisch!
Vielleicht wird es ja in Deutschland anders!
Roland: Ich hoffe! Heute ist ja Deutschland! Kööööööln!
Was hast du mir noch an News bezüglich Masterplan vorenthalten? Eine DVD soll veröffentlicht werden – mit welchem Mitschnitt?
Roland: Wohl doch erst nächstes Jahr...
Nächste Headlining Tour?
Roland: Auch erst nach dem nächsten Album. Wir halten uns doch ein wenig kürzer. Wir machen noch ein paar Festivals. Die Angebote sind etwas mau, weil wir doch sehr spät mit dem Album sind und die meisten sagen, wir sind eh jetzt überall auf Tour. Ich denke mal, wir machen Wacken und Earthshaker eventuell, ist aber noch alles in Planung. Slowakei noch ein Festival.
Dann wünsche ich Euch viel, viel Erfolg!
Roland: Super, danke!

Das obligatorische, gemeinsame Foto darf nicht fehlen, welches ich selbst von uns knipse. Roland begleitet mich aus der Garderobe und treffen auf Mike DiMeo, mit dem wir noch einen kleinen Plausch halten.
Herzlichen Dank an Peter Ganske von AFM für das Ermöglichen des Interviews und nochmals an dickes Dankeschön an Roland für seine Zeit und das angenehme Gespräch! Wir sehen uns noch „on the road“!