(Private Line)
Ich fange mal damit an, einen Satz ihrer Biografie zu zitieren (und zu übersetzen), der es wohl sehr gut zusammenfasst: "Der Titel von Private Line’s Debutalbum, ‘21st Century Pirates’, erzählt eine Menge über die Band, ihre Musik und ihre Haltung. Sie haben Piraterie praktiziert, in dem sie die wesentlichen Elemente ihrer Kindheitshelden geborgt und geklaut haben, und sie in ihren eigenen modernen Sound des 21. Jahrhunderts verwandelt haben." (*1) Besagtes Debutalbum ist mittlerweile mehr als zwei Jahre alt und die Fans erwarten sehnlichst das neue Album, welches noch für dieses Jahr geplant ist. Beim diesjährigen Rovaniemirock hatte MHQ die Möglichkeit, einige der Private Line Piraten zu einem kleinen Gespräch zu treffen.
Die Sonne scheint in Rovaniemi, der zweite Festivaltag kommt gerade in die Gänge, und ich mache mich auf den Weg, Sänger Sammy im Backstagebereich des Festivals zu treffen. Als wir uns setzen, gesellt sich auch Gitarrist Ilari zu uns, und bevor wir mit dem eigentlichen Interview anfangen, müssen beide erstmal ihre Shortcuts ausfüllen.
Ok, was die meisten Leute wohl im Moment brennend interessiertÂ… Ihr habt gerade eure neue Single ‘Broken Promised Land’ veröffentlicht und auch schon einige der neuen Songs auf den zurückliegenden Konzerten gespielt. Wann bekommen wir den Rest zu hören? Wann kommt das neue Album?
Sammy: Wahrscheinlich Ende September.
Aber ein genaues Datum habt ihr noch nicht?
Sammy: Nein.
Ilari: Aber es kommtÂ…
Es kommt, das ist gut. Wisst ihr schon, wo es veröffentlicht wird? Also Finnland zuerst und der Rest kommt dann später?
Sammy: Ich glaube, es kommt zuerst in Finnland, dann zum Ende des Jahres in Japan, und hoffentlich auch im restlichen Europa. Wir werden sehen. Wir sind noch dabei, die europäischen Deals mit den Labels zu diskutieren. Ich hoffe, es kommt in allen europäischen Ländern noch vor Jahresende heraus. Und nächstes Jahr dann in den Staaten, denn die veröffentlichen gerade in diesem Monat erst ‘21st Century Pirates’, alsoÂ…
Also werdet ihr mit dem neuen Album dort noch etwas warten, natürlichÂ…
Sammy: Yeah.
Habt ihr schon einen Titel?
Sammy + Ilari: Der ist geheim!
Okay, dann müssen wir geduldig seinÂ… Erzählt uns doch ein bißchen über die neuen Songs. Einige habe ich ja schon bei den Gigs gehörtÂ…
Sammy: Und wie haben sie dir gefallen?
AlsoÂ… in Tampere habt ihr einen Song namens ‘The Sindicate’ gespielt. Der ist toll!
Sammy: Yeah, er ist gut!
Und gestern, ich glaubeÂ… der letzte?
Sammy: Ja, der letzteÂ… Nein, der ist nicht auf dem Album. Das ist ein alter Song von einer EP namens ‘Six Songs Of Hellcity Trendkill’. Aber da war der drittletzte Song, ‘Alive’. Und der erste, der heißt ‘Evil Knievel Factor’. Der wird aufs Album kommen.
Und ‘Sindicate’, der kommt auch mit auf’s Album?
Sammy: Ja. Also ich denke, jeder Song ist großartig. Es ist schwer zu sagen, wie man es beschreiben sollÂ… Ich glaube, es gibt gute Songs, undÂ…
Ilari: Es gibt nur gute Songs!
Okay. Wenn ihr die Songs schreibt, wie entwickelt sich eure Musik da? Ist es ein Prozess in der Band, so dass alle involviert sind? Oder ist es eher so, dass nur ein oder zwei Leute das tun?
Sammy: Das kommt darauf an. Normalerweise, wenn ich eine Idee oder so etwas habe, dann teile ich diese mit Ilari und wir checken das dann ein bißchen aus, und dann jammen wir zusammen mit der Band. UndÂ… es kommt darauf an. Es gibt viele Wege. Irgendwie musst du dieses erste Gefühl dafür bekommen, worum es in dem Song gehtÂ…
Und was kommt normalerweise zuerst, die Musik oder die Texte?
Sammy: (lacht) Die Musik! Immer. Das ist viel einfacher, weißt du? Es kann schon passieren, dass ich mal die Texte zuerst habeÂ… Aber bei den Texten – ich bin nicht so der Typ Dichter, der immer schreibt, der immer irgendwas schreibt. Ich schreibe nur, wenn ich weiß, worüber ich schreibe.
Ilari: Es beginnt eher mit einer Art Gefühl, dass es ein Song wird. Es sind nicht die TexteÂ…
Sammy: Es kann nur eine Kleinigkeit sein, es können sogar nur Drums seinÂ…
Ilari: Oder etwas, dass du irgendwo aufgegriffen hast.
Sammy: Oder irgendein cooler Sound, wie z.B. von einer Gitarre. Es kommt, und dann baust du das auf. Aber wir wollen immer einen Schwerpunkt damit haben: Worum geht es? Warum sollte dieser Song gemacht werden? Wir schmeißen vielleicht manchmal auch einige gute Dinge weg, wenn wir diesen Punkt nicht finden, warum dieser Song gemacht werden sollte.
Aber alle sind nun fertig, oder?
Sammy: Die Songs? Yeah, die sind aufgenommen. Ich bin noch dabei, hier und da einige Gesangsteile aufzunehmen und Ilari macht noch ein paar Synths und so. Aber wir fangen in ca. drei Wochen mit dem Mixen an, so gegen Ende August wird es endlich fertig sein, und dann geht’s an’s Mastering und so.
Und danach, habt ihr Pläne für die Tour nach der Veröffentlichung? Wohin, außer Finnland, wird sie euch führen?
Sammy: Yeah, natürlich werden wir in Finnland anfangen, wenn das Album in Finnland veröffentlicht wird. Also fangen wir im September an. Ich glaube, es gibt sogar schon einige bestätigte Daten. Und dann hängt alles von der europäischen Veröffentlichung ab. Aber ich hoffe, und glaube, dass wir in die Staaten gehen, vielleicht noch dieses Jahr, oder Anfang nächstes Jahres. Und dann nach Japan, um die neuen Songs zu spielen, In der USA werden wir eher ‘21st Century Pirates’ spielen.
Ilari: Und dann müssen wir nach ItalienÂ…
Sammy: Wir müssenÂ… (Gelächter)
So schlimm? ;)
Ilari: Ich wünschte, ich hätte eine gute Antwort darauf! (mehr Gelächter)
Sammy: Ja, wir gehen dorthin, weil es dort schon sehr viele Fans gibt und die Alben dort draußen sind. Es hängt alles von dem neuen Vertrag ab, denn Deutschland ist ein ziemlich großer Markt. Und wir wollen es auf jeden Fall dort schaffen. Aber es ist besser, mit einem veröffentlichten Album im Gepäck zu kommen, weißt du. So dass die Leute es auch kaufen können.
Ja, das stimmt! Seid ihr alle mit musikalischen Einflüssen aufgewachsen? Also als ihr klein wart?
Ilari: Ja, so ziemlich. Der gleiche Schalter in unseren Köpfen, der verkehrt ging. (lacht)
Also habt ihr sehr zeitig angefangen, ein Instrument zu spielen?
Sammy: Ich habe mit 11 angefangen.
Ilari: Ich habe mit 9 angefangen, glaube ichÂ…
Das ist eigentlich ziemlich spät, wenn man das bedenktÂ…
Ilari: Ich hatte einen großen Streit mit meinen Eltern, um meinen ersten Synthesizer zu bekommen. Ich habe mich vielleicht zwei Jahre mit der Gitarre beschäftigt. Und dann war es so: ‘Ich will einen Synthesizer, bitte kauft mir diesen verdammten Synthesizer!’ (Sammy lacht) Es war nicht so, wie mit manchen Eltern: ‘Hier hast du eine Geige. Ich weiß, du willst nicht, aber du spielst trotzdem!’
Sammy: Yeah, sowas hatten wir nicht. In unserer Familie spielte mein Vater Cello, als er jünger war, aber ich tat das nicht, als ich klein war. In unserer Familie war es meine Schwester, sie war ein Teenager und wollte Rock’n’Roll hören, als ich jünger war, und dann habe ich alle ihre Platten angehört. Vielleicht ist sie dafür verantwortlich, dass ich nun in einer Band bin! (lacht)
Okay. Könnt ihr jeden in der Band mit einem Wort beschreiben?
Sammy: Eins? Das ist ein bißchen wenigÂ…
Okay, dann nimm zwei, drei oder vierÂ…
Ilari: Jeden in der Band?
Jeden, ja.
Sammy: Spit ist ein Punker aus vollem Herzen. Jack istÂ…
Ilari: Er ist ein Rockstar!
Sammy: Ein Rockstar mit voller Leidenschaft. Und Eliaz ist wieÂ… auf dem falschen Planeten im Moment. (Gelächter)
Ilari: (zeigt auf Sammy) Er ist der ultimative Visionär, weißt du?
Sammy: (zeigt auf Ilari) Und er ist der Multi-Instrumentalist.
Ilari: Ich bin der StreberÂ… (lacht)
Okay, und wie gut kommt ihr alle miteinander aus? Seid ihr Freunde, seit ihr klein wart?
Sammy: Ja, wir sind Freunde seitÂ… ich kenne Ilari vielleicht seit ‘96 oder so.
Ilari: Yeah, so ungefähr.
Sammy: Also 10 Jahre. Und Eliaz kenne ich seit ich sieben war. Er war in der selben Schule, in einer anderen Klasse, und wir haben uns dann besser kennengelernt, als ich ein Teenager war, so 15 oder 16. Und Spit, das war vielleicht seit dem selben Jahr, in dem ich dich getroffen habe. (zeigt auf Ilari). Aber wir haben ihn getroffen, als er in dieser wirklich schlimmen Band gespielt hat, und es war total verrückt, die können sich an keine ihrer Gigs erinnern, weißt du? (Gelächter) Sie waren eigentlich sehr gut manchmal, und an diesem Tag waren wir zusammen dort und es war so: ‘Den müssen wir haben!’ Und Jack kenne ich seit 2001 oder sowas. Er ist also der ‘Neue’.
Also ist er das Baby?
Sammy: Yeah! (lacht) Aber ich glaube, das ist schon sowas wie Brüderschaft auf dieser Ebene. Ich glaube, wir sind alle glücklich miteinander, so ziemlichÂ…
Ilari: Es ist sowas wie eine Familie geworden, weißt du?
Sammy: Es ist das gleiche Ziel für alle: sie wollen die Band aufbauen. Wenn einer an einem Tag das Arschloch ist, kann er am nächsten Tag nett sein. Es ist sowas wie Brüderschaft. Sie streiten, und sind immer noch Freunde.
Okay. Finnische Bands werden heutzutage immer beliebter außerhalb Finnlands. Es gibt eine Menge NachfrageÂ… und da gehe ich nur mal von Deutschland aus.
Ilari: Ja, das ist mir aufgefallen!
Warum glaubt ihr, dass das so ist?
Sammy: Warum?
Yeah! FangfrageÂ…;)
Sammy: Weiß nichtÂ…(lacht)
Ilari: Ich glaube, und natürlich muss man das sagen, haben HIM eine Menge getan. So vor 15 Jahren ungefähr, oder eher, kannte keiner Finnland – wo ist das? Aber durch HIM wissen die Leute nun, dass wir hier eine ganze Menge talentierte Musiker haben. Hier war es nie einfach, von Musik zu leben. Du musst wirklich gut sein, um durchzukommen.
Sammy: Eine Sache ist, dass es nicht soviel Druck von der geschäftlichen Seite der Musik gibt.
Ilari: Ja, nicht alles ist Mainstream. Wenn du an all diese Sachen denkst, dann ist es etwas, das finnisch klingtÂ…
Sammy: Wir hatten jede Menge Zeit, die wir in einer Garage verschwenden konnten, um zu spielen, weißt du? Es gab nichts anderes zu tun. Sogar in den ersten Jahren der 90er, wie ’91 und ’92, als wir Teenager waren, da gab es keine Sommerjobs oder sowas in Finnland. Es war wie ein Bankrott im verdammten gesamten Land. Und es gab nichts zu tun, du hast dann nur die Zeit mit deinen Freunden verschwendet, und gespielt. Und ich glaube, es ist sehr wichtig, das zu habenÂ…
Ilari: Du baust dir dein Zeug auf und denkst nicht über den Mainstream nach.
Also würdet ihr sagen, dass die Tatsache, dass ihr in Finnland aufgewachsen seid, einen Einfluss auf das hatte, was ihr jetzt tut?
Sammy: Ja, ich glaube schon.
Ilari: Yeah.
Sammy: Auf jeden Fall. Wenn ich irgendwo gewesen wäre, wie z.B. London, oder sogar in Stockholm, wo es im Ausland eine etwas größere Szene gibt, dann hätte ich vielleicht die Möglichkeit gehabt, die Dinge die ich tue etwas eher zu tun. Aber ich glaube, da wäre ich nicht dafür bereit gewesen, weißt du.
Okay. Letztes Jahr hattet ihr die Ehre, für Bands wie Mötley Crüe und Alice Cooper bei den Finnland-Shows Vorband zu sein. Das muss großartig für euch gewesen seinÂ…
Sammy: Also, für Alice Cooper waren wir Vorband in Italien.
Ilari: Ja, in Italien.
Italien? Nicht Finnland? Oh! (Anm. d. Red. Ooops!;)
Sammy: Hanoi Rocks waren Vorband für ihn in Finnland. Ich war auf dem Konzert, ich war eingeladen von Ryan Roxie, dem Gitarristen von Alice Cooper. Aber Vorband waren wir in Italien.
Okay. Gibt es irgenwelche anderen ‘große’ Künstler, mit denen ihr gern spielen würdet?
Sammy: Wir haben mit D.A.D. aus Dänemark gespielt. Die sind einer unserer Favoriten. Und ich glaube wir waren wie Teenager! (Gelächter) Die ganze Tour lang. Und hinterher waren wir wie: ‘Waaah, ich habe gar nicht so viel mit denen geredetÂ… verdammt nochmal?!’ Sie sind meine Lieblingsband seit ich 14 oder so war. Und es war so verblüffend, dass sie uns eingeladen haben. ‘Wir wollen diese Band, Private Line aus Finnland, als Vorband für unsere Skandinavien-Tour.’
Ilari: Yeah! Ich will das jetzt nicht so pushen, aber sie haben uns kontaktiert! ‘Würdet ihr gerne?’ Und wir dann: ‘JAAA!’
Wow, das ist cool! Aber habt ihr jetzt eigentlich jemanden getroffen, irgendjemand von den anderen, wie Alice Cooper?
Sammy: Die anderen ja, aber nicht Alice. Ich glaube, er war da ziemlich sauer auf dem italienischen Veranstalter.
Ilari: Yeah, ich muss dir diese Backstage-Geschichte erzählen. Also, wir kommen Backstage und da war nirgendwo jemand von der Crew zu sehen, also dachten wir ‘Das muss es sein’. Da waren diese tragbaren Wände, vier davon, und ein paar Kekse auf dem Tisch. Ok, also das muss dann unser Backstage sein. Dann saßen wir alle dort und dann kommt da dieser eine Typ rein: ‘Hey, bewegt eure Ärsche hier raus, das ist Alice Coopers Backstage!’ (Gelächter) Wir dachten nur so: ‘Was zum Teufel?! Was tut ihr hier? So könnt ihr ihn nicht behandeln!’
Sammy: Wir waren dann auf der anderen Seite dieser abnehmbaren Wände und wir hörten, dass Alice ziemlich sauer war. Er schlug mit seinem Gehstock, oder wie man das sagt, gegen die Wände. So: ‘Aaaargh!’ (Gelächter) Aber ich habe ihn später getroffen, als er in Finnland gespielt hat. Ich habe mir den Gig angesehen und ihn dort getroffen, und da hatte er sich wieder beruhigt. (mehr Gelächter)
Okay. Ich habe euch bis jetzt nur zwei Mal gesehen. Das erste Mal war in Tampere vor ein paar WochenÂ…
Sammy: Im Yo talo?
Yeah! Und dann gestern hier natürlich. Dies Shows waren ziemlich unterschiedlich, was das Publikum betrifft. Wie wichtig ist die Stimmung des Publikums für euch? Bevorzugt ihr die größeren Festival-Gigs, oderÂ…?
Sammy: Die Club-Gigs sind fantastisch, wenn ein paar Leute da sind! (lacht) Ich weiß nicht, was da im Yo talo passiert ist.
Ilari: Weißt du, normalerweise ist Tampere immer ausverkauft. Keine Ahnung, was da passiert ist.
Sammy: Wir haben schon oft im Klubi gespielt, und es war oft total vollgepackt. Ich hab keine Ahnung, was mit diesem Yo talo los ist. (lacht)
Es gab eine Altersgrenze dort, glaube ich.
Sammy: Das ist normalerweise auch im Klubi so. Nur nicht nächste Woche, wenn wir dort spielen, da ist das Teil des Tammerfests. Aber normalerweise gibt es da eine Altersgrenze.
Ilari: Ich glaube in Tampere sind immer viel mehr Leute, unabhängig von einer Altersgrenze. Ich glaube wir haben im Klubi sogar den Rekord mit dem Publikum.
Sammy: Ich weiß nichtÂ…
Ilari: Ja, ich glaube das haben wir. Die meisten Leute, die jemals da waren. Das war letztes Jahr.
Sammy: Aber gestern, das war wieÂ… Ich glaube, diese Festivals sind natürlich unterschiedlich. Aber ich mag beides, es ist sehr unterschiedlich. Und gestern war es ganz in Ordnung. Ich war nur ein bißchen neben mir, als ich da gefallen binÂ… (Gelächter)
Aber du bist wieder okay?
Sammy: YeahÂ…
Ilari: Er hat einen netten blauen Fleck auf seinem Arsch! (lacht)
Okay, wenn ihr auf Tour seid, gibt es da irgendetwas, das ihr haßt?
Sammy: WartenÂ… früh aufstehenÂ… nach Hause gehenÂ… (lacht)
Ilari: Soundchecks!
Sammy: Nein, nein, wir hassen sie nicht. Aber weißt du, wenn du auf Tour bist, dann kannst du für ungefähr sechs Stunden im Tourbus sein. Dann musst du zwei Stunden warten, dann hast du zwei Stunden um dich für den Gig fertig zu machen, und dann geht der Gig selbst eine Stunde lang. Da sind also so viele Stunden, die du nur auf den Gig wartest, und danach fühlst du manchmal so ewas wie Leere, so ‘Oh shit, was zum Teufel ist passiert?’ Und dann machst du das selbe immer wieder. Also hast du nichts anderes zu tun, als dich danach zu betrinken. (lacht) Und dann, ich habe sogar Familie und so, also ist es manchmal viel schwerer, eine lange Zeit unterwegs zu sein. Aber es ist eine andere Welt, eine Welt mit der ich aufgewachsen bin. Es macht mir nichts aus. Ich muss das einfach tun, sonst würde ich verrückt werden. Aber das bin ich ja! (Gelächter)
Okay, also Gigs zu spielen macht alles wieder gut, sozusagenÂ…
Sammy + Ilari: Yeah!
Okay, ich habe gesehen, dass ihr alle ziemlich aktiv in eurem eigenen Forum seid, ihr postet ziemlich vielÂ…
Sammy: Ja, ich glaube wir sind ziemlich aktiv, nur ich, Ilari und Jack. Spit und Eliaz nicht so sehr. Eliaz ist mehr interessiert an Text TV. Kennst du das? Hast du das?
Yeah, aber nicht den Finnischen natürlichÂ…
Sammy: Die Variante der alten SchuleÂ…
Ilari: Weißt du, du drückst auf den Knopf und kommst auf die Seiten, ein bißchen wie InternetÂ… (lacht)
Sammy: Also, wir haben gedacht, dass wir unsere eigene Text TV Seite haben müssen, und Eliaz kann die dann moderieren. (Gelächter)
Ilari: Ich glaube wir wären tatsächlich die erste Band in der Welt, die sowas machen würdeÂ…
Ja, wahrscheinlich!
Sammy: So: ‘Private Line – schaut auf diese Text TV Seite!’ (Gelächter) Das wäre toll!
Ja, das wäre gute PromotionÂ… (lacht) So, da ihr eine Menge Zeit im Forum verbringt, schaut ihr euch auch Fansites and?
Sammy: Ja, natürlich!
Ilari: Natürlich. Es ist toll, dass es Leute gibt, die Fansites machen. Für uns ist das ja wie gratis Werbung. Es ist eine Ehre für uns, dass Leute unsere Musik so sehr mögen, dass sie ihre Zeit dazu verwenden, diese Sachen zu machen.
Okay, und was ist mit Reviews? Also solche von Fans und der Presse. Lest ihr das eigentlich, oder interessiert euch das nicht so?
Sammy: Ja, manchmal.
Ilari: Wenn wir können. Aber manchmal sind es zu viele. Aber natürlich, normalerweise möchten wir das gerne wissenÂ…
Sammy: Die Hauptsache ist, dass wir ohne diese Fans keine Chance hätten, diese Musik zu machen. Also wir machen das für sie, für die Leute, die uns anhören.
Ja, aber weißt du, manchmal kann es so seinÂ…du weißt, dass ihr eine gute Show gespielt habt, und dann kommt die Presse und sagt: ‘es war mies’. Lässt euch das dann kalt? Wenn ihr selbst wisst, dass es gut warÂ…
Sammy: Also eigentlich weiß ich immer wenn es gut war und gute Reviews kommen, und wenn es mies war, und dann war es das auch.
Ilari: Yeah, dann weißt du das selbst.
Sammy: Man bekommt so etwas wie ein Gefühl dafür. Sogar wenn nichts direkt falsch war oder so. Aber das ist so ein Gefühl, dass du bekommst, dass die Stimmung nicht richtig war. Die Stimmung ist das wichtigste, ich glaube sogar am meisten für den Sänger. Es ist wichtig, die richtige Stimmung zu bekommen, und dann Erwiderung vom Publikum zu bekommen.
Ilari: Es ist sogar wichtiger, als diese technischen Dinge. Die Stimmung ist viel wichtiger. Wenn ich eine falsche Note spiele, macht das eigentlich nichts, solange die Stimmung richtig ist.
Yeah, aber genau das macht ja auch den GigÂ…
Sammy: Speziell, ja. Es sollte nicht die ganze Zeit wie Roboter sein.
Ilari: Yeah, das ist Rock’n’Roll. Du weißt nie, was passiert.
Sammy: Ich glaube, es ist alles ziemlich speziell. Ich glaube wir haben einen gewissen Standard, und der ist nicht schlecht. Wir haben einen ziemlich guten Standard.
Ilari: Ja, es sind ein paar lustige Dinge, z.B. ist es, als ob wir alle mit dem selben Gehirn zur selben Zeit denken. Wir können diese Dinge nur so aus Spaß machen, wir können einfach Quatsch mit der Musik machen. Das ist Rock’n’Roll.
Ja, das stimmt. Ich fand die Show gestern wirklich gut!
Sammy: Danke!
Wir machen weiter mit ein bißchen Smalltalk, z.B. über Eurovision, über Lordi und Santa (selbstverständlich, denn wir sind ja in Rovaniemi) und darüber, wie wichtig es ist, Äpfel zu essen ;) Dann wird Jack, der andere Gitarrist, der sich in der Zwischenzeit in der Nähe niedergelassen hat, dazu beordert, seine nachmittägliche Trinkstunde für einen Moment zu unterbrechen, um sich zu uns zu gesellen und seinen Shortcut auszufüllen. Mein Treffen mit den charmanten Piraten neigt sich dem Ende zu, und Sammy gibt mir noch eine Botschaft für die Fans mit auf den Weg:
‘Wir kommen nach Deutschland, auf jeden Fall. Wir wissen nur noch nicht, wannÂ…’
Okay, wir warten! ;)
Unser Danke an Sammy und an Mira von Sam Agency, die uns dieses Interview ermöglicht haben, und ein weiteres dickes Dankeschön geht an Sammy, Ilari und Jack dafür, dass sie sich die Zeit genommen haben geduldig alle Fragen zu beantworten.
(*1) Quelle (Original): www.samagency.fi