(Ruben Cossani)
Sonntag, 4. Mai: Interview im sonnendurchfluteten Hof des Kölner Gloria-Theaters mit Ruben Cossani, der Band um den bekannten Produzenten und Singer/Songwriter Michel van Dyke. Nach gelungenem Soundcheck und bei einer Flasche Kölsch stellt sich das entspannte Trio den Fragen von Musicheadquarter-Redakteur Willi Nickolaus.

Ihr habt euch ja gerade erst gegründet und euer Debüt-Album vorgelegt. Der wievielte Auftritt wird das heute Abend?
Konrad Wissmann: Nach einigen Showcases, bei denen vor allen Medien vor Ort waren, ist dies unser erstes eigentliches Konzert.
Ihr seid alle erfahrene Musiker, mit einem neuen Baby namens Ruben Cossani. Ist man da aufgeregt, weil alles noch ganz frisch ist, oder ist das business as usual?
Konrad: Natürlich ist man da aufgeregt, weil alles noch ganz neu ist und wir uns ganz am Anfang unserer ersten Tour befinden. Das wird sich sicherlich nach einigen Konzerten legen. Trotzdem sind wir hoffnungsvoll und guter Dinge was unseren heutigen Gig angeht.
Leonard (Leo) Valentin Lazar: Es ist was neues, ein anderes Projekt, eine Band mit der man vorher noch nicht gespielt hat. Und obwohl man die Texte kann und sich eigentlich sicher ist, gibt es ja viele filigrane Dinge wie die Kommunikation mit dem Publikum, die sich erstmal einspielen müssen. Man fragt sich wie das Publikum auf uns reagiert und das können wir ja noch nicht wissen, weil wir gerade erst angefangen haben. Man muss halt eine gute Mischung finden: Dass man sich da nicht zu sehr reinstürzt, aber auch nicht zu lässig ist.
Michel van Dyke: Wir werden da jetzt nicht verbissen und angestrengt dran gehen, weil die Musik wirklich sehr entspannt ist. Trotz aller Aufgeregtheit muss man immer darauf achten, die Lässigkeit zu bewahren.
Welche Nationalität hat Ruben Cossani?
Konrad: Auf jeden Fall etwas Südländisches. Es gibt sicherlich viele verschiedene Assoziationen: Italiener, Argentinier, Kubaner… Jeder soll sich selbst ein Bild davon machen.
Gibt es das Wort oder ist das eine reine Namenserfindung?
Konrad: Das ist ne reine Namenserfindung. Es gibt einen Ort namens Cossani und auch einen Menschen, der wohl in Südamerika lebt, aber dass wussten wir vorher nicht. Grundsätzlich ist es einfach ein schöner Name, den wir uns ausgesucht haben. Ursprünglich wollten wir uns „Casino“ nennen, aber das war wohl geschützt und da haben wir dann einfach Cossani draus gemacht. Das war uns nicht genug. Da hat unser Fotograf das Wort Ruben hinzugefügt und so ist der Name entstanden.
Michel und Konrad, ihr habt euch beim wöchentlichen Freizeitkicken Hamburger Musiker und Ärzte kennen gelernt. Leo, wie bist Du dazugekommen?
Leo: Der Kontakt kam über eine Freundin. Über sie habe ich Michel kennengelernt und er hat mich gefragt, ob ich da Lust drauf hätte. Konrad und ich kannten uns schon vorher.
Du bist ja eigentlich Drummer. Hast Du schon mal gesungen vorher?
Leo: Doch, schon immer. Aber immer nur Backings und nicht als Frontmann. Mittlerweile kicke ich auch mit den Jungs.
Wie kommt es eigentlich, dass Ärzte zusammen mit Musikern Fußball spielen?
Michel: Da hatte - glaube ich - Mark Tavasoll (Bassist von Wir sind Helden, d.Red.), der auch gleichzeitig Arzt ist, seine Hände mit im Spiel. Irgendwie hat auch Sasha damit zu tun. Dann ist da noch Ali Zuckowski, der Sohn von Zuckowski, und der Gitarrist von Juli ist auch dabei.
Michel, warst Du intensiv auf der Suche nach Bandmitgliedern oder war das eher Zufall?
Michel: Ich hab mich schon sehr sehr lange mit dem Gedanken rumgeschlagen, aber letztendlich kriegte diese Idee Gestaltung, als ich Konrad kennengelernt habe. Du kannst natürlich immer diese Ideen mit dir herumtragen und weiterhin deine Solo-Platten machen, aber wenn du keine Leute triffst, dann trägst du diese Idee immer weiter mit dir rum, bis man doch irgendwann mal jemanden kennenlernt so wie Konrad. Da habe ich gemerkt, aha, da ist jemand, der unglaublich viel Talent hat, den ich respektieren kann und somit war der Grundstein gelegt. Es fehlte einfach nur ein Dritter. Es war zwar nicht ganz genau klar, wie viele Leute es letztendlich werden sollten, aber Drei war schon ne gute Sache.
Neben dem Singen spielt ihr alle Instrumente. Welche?
Konrad: Ich würde mich eigentlich als Sänger bezeichnen, aber wenn dann geht es in Richtung Klavier. Leo spielt Schlagzeug und Michel Klavier und Gitarre.
Michel spielt bei den Konzerten Gitarre und Klavier. Leo, wirst Du Dich ans Schlagzeug setzen?
Leo: Eigentlich sehen wir drei uns als Frontmänner, die primär singen, aber bei „Erinnern“ werde ich mich als besondere Showeinlage ans Schlagzeug setzen.
Auch wenn ihr kein Acapella macht, erinnert euer dreistimmiger Gesang stellenweise daran. Was haltet ihr von Bands wie beispielsweise den sehr erfolgreichen Wise Guys?
Konrad: Ich persönlich finde diese Bands sehr plastikmäßig (äfft ein paar typische Acapella-Töne nach). Und auch die Wise Guys. Ich finde, das klingt so geleckt. Das hat für mich zu wenig Herz. Natürlich gibt es andere Beispiele wie Die Prinzen. Die waren ja eigentlich ganz witzig. Und Norbert und die Feiglinge damals, supergeile Jungs, das ist natürlich was ganz anderes. Lalelu hab ich auch öfters auf Konzerten gesehen. Die sind auch ganz okay.
Michel: Im Vordergrund steht bei uns die Musik und die Sounds, und es ist nicht so entscheidend, dass wir den Gesang dreistimmig machen, sondern das Entscheidende ist, wie wir den Songs Gestaltung geben, wie wir die Songs arrangieren. Es hat für mich wenig mit Acapalla zu tun, sondern eher wie wir die Texte transportieren. Es entsteht Atmosphäre wenn da wirklich drei Typen singen.
Konrad: Das ist so ein bisschen Beach Boys-mäßig wenn man nicht genau weiß, wer gerade singt.
Michel: Mir geht’s heute noch so wenn ich die Beatles höre, dass ich mich frage, wer singt das jetzt gerade. Ist das jetzt John Lennon oder Paul McCartney…
Auf eurer CD vereint ihr einen Mix aus Melancholie und Optimismus, wobei das Positive die Oberhand behält. Hat dieser Mix etwas mit euren Wesenszügen zu tun?
Leo: Man arbeitet daran, dass man nicht ständig negativ denkt, sondern einfach mehr lacht. Dass man die Dinge eher mit einem lachenden Auge sieht. Es macht einfach mehr Sinn zu lachen und es ist gesünder. Ich persönlich arbeite sehr daran, dass ich über Dinge schmunzeln kann und nicht alles zu schwer nehme.
Michel: Wenn man sich als Mann bewusst ist, dass man manchmal sehr hilflos sein kann, gerade in Verbindung mit dem weiblichen Geschlecht, dann kann man auch tatsächlich mehr über sich Lachen und eine Distanz schaffen, um nicht im Selbstmitleid zu versinken. Das ist so ne Art Therapie, mit Dramen fertig zu werden.

Da stehen die Frauen doch bestimmt drauf, könnte ich mir vorstellen. Habt ihr mehr Frauen auf euren Konzerten?
Konrad: Das witzige ist, dass genau der Punkt, dass Männer über ihre Gefühle sprechen, bei uns im Gästebuch thematisiert wird. Da gab es z.B. einen Mann, der unseren Song „Ich kämpfe mich in dein Herz zurück“ seiner Freundin geschickt hat oder jemand, der schrieb, dass er gerade heult und „Mitgefühl“ hört und damit seine Trennung von seiner Freundin verarbeitet. Irgendwie süß, was die Männerherzen da offen darlegen. Aber wir sind nicht Botschafter des offenen Herzens des Mannes, sondern wir freuen uns darüber, wenn Mann es zeigen kann.
Michel: Ich glaube auch, dass viele Männer in unserem Publikum zu ihren Gefühlen stehen. Ebenso wie Frauen, die daran interessiert sind, wie Männer sich fühlen. Es gibt Frauen, die es interessant finden, Dinge aus der Sicht des Mannes zu erfahren.
Auf dem Album finden sich Retro-Anleihen à la Burt Bacharach oder Phil Spector. Fühlt ihr euch zu diesem Sound besonders hingezogen?
Leo: Wir mögen dieses Orchestrale und möchten keine Computermusik machen.
Michel: Es ist so, dass wir diesen Sound lieben und ich als Produzent mag die Musik der 60er Jahre, weil dieser Sound sehr leichtfüßig ist und es gibt tolle Arrangements und wir machen im Prinzip das was wir lieben. Wir versuchen diese Schätze auszugraben und ihnen für die heutige Zeit eine moderne Jacke zu geben. Für mich persönlich klingt vieles, was man im Radio hört, gleich und ich hatte das Bedürfnis, eine Platte zu machen, die irgendwie anders klingt. Und in den 60ern gibt es ganz viel zu entdecken. Und ich bin auch der Meinung es gab sehr viel bessere Arrangeure damals. Die Kunst des Arrangierens ist irgendwie verlernt worden.
Man hat das Gefühl, dass im Radio seit einiger Zeit wieder facettenreichere Musik gespielt wird. Was meint ihr?
Konrad: Das finde ich auch. Snow Patrol ist eigentlich das beste Beispiel dafür. Das fing aber schon an mit Coldplay oder Kean. Kean ist ein ziemlich geiles Projekt, die haben einen fetten Sound, aber gar keine Gitarre.
Michel: Ich kann diese zigtausend Gitarrenbands nicht mehr hören bzw. kann ich sie natürlich immer noch hören, wenn sie gute Songs haben. Aber das schaffen halt nicht so viele. Insofern ist es mir eigentlich auch egal welche Besetzung, welche Arrangements - Hauptsache gute Songs.
War für euch von Anfang an klar, auf Deutsch zu singen?
Konrad: Die Songs standen ja durch Michel schon und da war es natürlich klar, dass wir die auf Deutsch machen. Ich hatte nicht vor, Michels Texte jetzt umzuschreiben.
Michel: Ich hab auch in Englisch geschrieben bis 97/98, aber ich finde die deutsche Sprache bietet viel mehr Ausdrucksmöglichkeiten. Ich bin ein in Deutschland lebender Mensch und wohne seit 1977 hier und man kann sich in der deutschen Sprache einfach sehr viel genauer ausdrücken. Deutsche Sprache und Popmusik passen sehr gut zusammen. Deutsch kann auch gut klingen. Nicht nur wie Heinz Rudolf Kunze.
Habt ihr außer Ruben Cossani noch andere Projekte?
Leo: Ich hab halt im Moment keine andere Band, was es irgendwie leichter macht und dafür sorgt, dass auch wirklich der Fokus darauf liegt und was ich auch im Moment brauche, um mich gut zu entwickeln. Ich mache aber nebenher meinen Acapella-Kram und meine eigene Musik, die man auf MySpace nachhören kann.
Konrad: Ich hab noch ne andere Band, die Funk-Pop macht. In Richtung Jamiroquai/Maroon 5. Da kann man sich zwischendurch auch mal ausleben. Das habe ich schon vorher gemacht und das will ich nicht missen.
Merkt man so langsam, wie sich der Erfolg einstellt und wenn ja, woran?
Konrad: Die Presse reagiert sehr positiv auf unsere erste Platte. Trotzdem sind die Verkaufszahlen bisher relativ übersichtlich. Ich glaube einfach, dass es seine Zeit braucht. Viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, sagten, dass sie die Platte von mal zu mal besser fanden. Wir sind ja auch komplett neu. Die Leute müssen erstmal begreifen, was das ist und vielleicht brauchen wir so was wie ein Kick off-Ding im Fernsehen. Ein Auftritt bei Stefan Raab zum Beispiel. Da macht es auf einmal Klick und dann wissen auch die Leute wirklich Bescheid. Es wird aber langsam immer mehr. Gestern haben wir zum Beispiel mit Polylux gedreht.
Leo: Ich finde es auch gesund, wenn es langsam wächst. Es ist ja für uns alle Drei neu, miteinander zu arbeiten. Das ist ja erst seit einem Jahr so.
Michel: Wir haben die Möglichkeit, uns in guten und in schlechten Zeiten kennenzulernen und das verbindet halt so ne Band. Also wenn es nur abgehen würde und wir hätten dann plötzlich ein schlechtes Erlebnis - so manche Band würde daran zerbrechen.
Konrad: Ich glaube wenn man so eine Musik macht wie z.B. Revolverheld, ich glaub dann ist man schneller drin, in dieser Gesamtmasse dabei, die einfach immer mitschwimmt. Und wenn man dann so wie wir nicht auf dieser Welle mitreitet, sondern was komplett anderes macht, dann ist es wohl schwieriger, da rein zu kommen. Wenn man dann aber einmal drin ist, entsteht hoffentlich so etwas wie ein Hype und das wäre genau das, was wir uns wünschen würden. So etwas wie ne Marke „Ruben Cossani“, mit der man etwas verbindet.
Michel: So was wie ne Modemarke (lacht).
Konrad: Genau, nicht mehr Bruno Banani, jetzt kommt Ruben Cossani (alle lachen). Erstmal fangen wir mit unseren ersten eigenen Shirts an (holt stolz von drinnen ein Shirt heraus).

Debüt-Album, CD-Kritiken, TV-Auftritte, Interviews: Hat sich euer Leben dadurch komplett verändert oder ist das einfach part of the deal, wenn man sein Hobby zum Beruf macht.
Konrad: Es ist dieses professionelle, was einen auf jeden Fall beeindruckt. Plattenfirma, Konzertagentur… Das ist alles so riesig groß und das pusht einen ungemein. Leo und ich haben mit so was natürlich noch nie Erfahrung gemacht, weil sich z.B. die Presse für das, was wir vorher gemacht haben, nicht sonderlich interessierte. Und jetzt gibt’s nen Plattenvertrag und man verdient wirklich damit sein Geld und macht große Konzerte und fährt mit einem Nightliner rum. Das wäre vorher alles gar nicht möglich gewesen. Dieses Gefühl ist schon wahnsinnig und wir müssen halt versuchen cool zu bleiben. Ich glaube, das kriegen Leo und ich ganz gut hin, dass wir wir selber bleiben. Insofern sind wir jetzt bei Interviews nicht sonderlich aufgeregt.
Leo: Das ist auf jeden Fall ne andere Art von Arbeit. Es ist eine Beschäftigung mit einem Thema über eine sehr lange Strecke. Das hatte ich vorher so noch nicht. Ich hatte vorher die Möglichkeit, wie so’n Flummi mal dahin zu hüpfen, da mal ein bisschen Geld zu verdienen, mal hier, mal da zu spielen und als Trommler ist man ja auch so’n bisschen Trittbrettfahrer. Die Art der Verantwortung hat sich komplett geändert. Wir müssen jetzt nicht mehr die Konzerte selber buchen und die CDs pressen, aber all das was wir jetzt machen, muss funktionieren. Es ist eine ziemlich monochrome Arbeit, aber nicht unkreativ. Auf der einen Seite nervt es mich manchmal tierisch, dass es so viel ist, aber auf der anderen Seite bin ich total befriedigt, weil sich etwas entwickelt. Und das bringt mich und auch Konrad ziemlich weit. Es ist eine große Erfahrung und wenn es mal nicht so toll laufen sollte, wie man es sich gerade vorstellt, hat man einfach wahnsinnig viel mitgenommen. Darum geht’s halt auch und nicht nur um Kohle und Fame.
Ihr seid auf dem gleichen Label wie Ina Müller, Stefan Gwildis und Annett Lousian. Habt ihr die schon mal getroffen?
Leo: Ina ist echt total süß. Wir waren auch gerade bei „Inas Nacht“ (Talkshow beim NDR, d.Red.). Die ist echt so ein Engel. Es ist ein Frauen-/Mädchen-Mix, der einfach perfekt ist. Und auch Stefan Gwildis ist übrigens auch ein sehr korrekter Typ. Rein menschlich gesehen verstehen wir uns mit allen Leuten von und auf unserem Label sehr gut.
Michel, du hast einige Songs für Echt geschrieben. Gibt es noch Kontakt zu den Jungs. Weißt du, was sie derzeit machen?
Michel: Direkten Kontakt gibt’s nicht, aber z.B. unser Grafiker hat mit Kim Frank zusammengewohnt. Flo treffe ich ab und zu mal. Der arbeitet in einer Videothek, bei der ich auch Mitglied bin. Kai treffe ich selten. Der macht jetzt so weit ich weiß Klamottendesign und Kim ist der einzige, der aktiv noch Musik macht. Er hat auch bei unserem Video Regie geführt.
Konrad: Das war echt professionell, hat er auch super gemacht.
Läuft das Video irgendwo auf VIVA oder MTV?
Leo: Nein, das kannst Du nicht erwarten. Das fällt durchs Format. Die einen sagen, das ist was für VIVA, die anderen sagen, das ist was für MTV. Du kannst da niemanden mit füttern, das ist irgendwie ne andere Kost und guck Dir Youtube an. Das ist sowieso mittlerweile fast populärer.
Angenommen VIVA würde euch rauf und runter spielen und die Bravo würde total auf euch abfahren und euch in jeder Ausgabe bringen. Wäre das okay für euch oder stünde das euch imagemäßig im Weg?
Konrad: Man muss einfach nur seinen Style und sein Gesicht bewahren. Wir würden uns jetzt nicht für ein Bravo-Poster wie die Backstreet Boys anziehen, sondern wie sonst auch. Ob sie es dann annehmen oder nicht, das ist uns egal.
Michel: Wir wissen wie wir uns präsentieren, wir haben einen gewissen Stil und so lange der beibehalten wird, ist es uns relativ Wurst, in welchen Medien wir stattfinden. Ich glaube auch, dass die Gefahr nicht groß ist, weil wir eine sehr spezielle Art von Musik machen und allein das ist schon der Grund, warum wir keine Angst haben. Wenn wir Boygroupmusik machen würden oder nah am Mainstreamrock, dann hätten wir vielleicht ein Problem damit. Aber gerade weil wir außerhalb jeglicher Schublade sind, haben wir da überhaupt keine Ängste.
Leo: Bei Schlager- und Volksmusikshows würden wir sicherlich nicht auftreten, aber wenn uns die Leser/innen der Bravo mögen und wir dadurch dann da stattfinden, warum nicht. Wir fänden es nur nicht gut, wenn man uns total hypen würde und uns die Leser/innen nur deswegen gut fänden.
Gibt es im Pop-Bereich aktuell Künstler, die ihr besonders mögt? Wie schaut’s in Deutschland aus?
Leo: Die Musik vom dänischen Musiker Tim Christensen gefällt mir sehr gut.
Michel: The Divine Comedy, im deutschen Bereich Sven Regner oder in jüngeren Generationen vielleicht Clueso, da würde ich als Produzent nicht nein sagen.
Bei eurem Showcase in Hamburg hat euch eine riesige Kapelle unterstützt. Wird das bei euren Konzerten auch der Fall sein?
Michel: Es ist ne Budget-Frage, weil man sich erst mal kein Orchester und Bläser leisten kann. Es geht auch so. Bei den Showcases war das eine tolle Möglichkeit, weil man ein saftiges Set auffahren konnte, man konnte sagen: Geil wir nehmen noch den Streicher und da konnte jeder so seine Leute einbringen. Und irgendwie war das sehr kraftvoll. Auf der Tour geht das leider aus Kostengründen erstmal nicht.
Was steht als nächstes an?
Leo: Wir sind jetzt erstmal auf Tour. Die ganzen Leute zusammenhalten, Spaß miteinander haben. Es soll allen gut gehen. Danach haben wir dann ne Woche Urlaub und dann stehen auch schon bald ein paar Konzerte mit Ina Müller im Sommer an. Open Airs, Kieler Woche und solche Dinge.
Weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für das Gespräch!