Interview mit Nibbs Carter (Saxon), Live Music Hall Köln

(Saxon)

13.03.2007 von Ingrid Silvasi

Gleich drei Bands am heutigen Abend, auf dessen Live-Shows ich ganz heiß bin - Rose Tattoo, Masterplan und Kultband Saxon, dessen Tieftöner Nibbs Carter mich zum Interview empfangen soll. Ich werde kurz vertröstet - Nibbs dusche noch gerade. Immer wieder huscht er mit einem Handtuch auf dem Kopf durch die Gänge und Garderoben und etwas verspätet wird er zu mir geführt. Noch mit nassen Haaren schütteln wir uns die Hand, seine Haare tropfen vor Wasser, was ihn wenig stört - Mütze aufgesetzt und gut ist! Wir mümmeln uns auf eine Couch in der Kantine, wo vor 18 Uhr reger Besuch herrscht, denn die Roadies und Musiker haben Hunger und Durst und achten eher wenig auf uns - es ist laut und hektisch. Nibbs hingegen ist die Ruhe selbst - er spricht sehr langsam, sehr ruhig und überlegt genau, was er antwortet.

Nibbs Carter Live Music Hall Köln

Super Tourauftakt in Antwerpen, Nibbs! In meinen jungen Jahren war dies meine erste Saxon Show.

Nibbs: Wirklich?

Ich bin aus Deutschland nach Belgien gereist, um mir ein Bild von Eurer Show machen zu können, bevor wir uns hier zum Interview treffen.

Nibbs: Das ist eine gute Entscheidung gewesen! Anstatt nur zu fragen „Was hältst du von der Show? Was hältst du davon?“. Diese Fragen hatten wir schon zu genüge.

Ich reiche ihm den Musicheadquarter.de Shortcut zum Ausfüllen, er staunt nicht schlecht, welch Aufgabe er von mir damit bekommt.

Habt Ihr bereits den Soundcheck hinter Euch?

Nibbs: Ja, heute war es recht relaxt, niemand von uns wollte viele Songs proben.

Ihr hattet gestern einen „Day-Off“.

Nibbs: Ja, unser Bus war um die Ecke geparkt und jeder von uns ist losgezogen und hat alleine etwas unternommen.

Konzentriert füllt er den Bogen aus, posiert für ein Foto.

Nibbs (schmunzelnd): So etwas musste ich ja noch nie machen!

Es ist mal etwas anderes.

Nibbs: Yeah!

Auf Deutsch fragt er mich, ob er dunkelbraune Haare habe und witzelt „blue hair and brown eyes“. Laut sagt er auf Deutsch seine Größe vor: 1,76 als eins siebenundsechzig. Ich korrigiere ihn schmunzelnd.

Nibbs: Hast du die R30 DVD von Rush gesehen?

Nein.

Nibbs: Ah, sie ist fantastisch! Mein Sohn hat sie mir geschenkt!

Vermisst du deine Kinder nicht on Tour? Hast du keine Möglichkeit sie mal mitzunehmen?

Nibbs: Leider nicht wirklich. Ab und zu mal.

Mir fällt auf wie fest er mit dem Filzstift aufdrückt, so dass der Stift teilweise nur so quietscht.

Was ist genau mit Biff passiert, dass Ihr die England Shows verschieben musstet?

Nibbs: Mandelsyndrom. Mein Sohn hatte dies auch. Ich hatte jedoch damals nicht mit Biff geredet, sondern Thomas, unser Manager, rief mich an und sagte, Biff habe Tonsilitis und wir müssten die vielen Shows der England Tournee verschieben. Ich fand dies natürlich schade, denn ich und meine Freunde haben uns auf Rose Tattoo gefreut, die im Vorprogramm spielen. Nun ist es uns gelungen, die Shows an das Ende der Europa-Tour zu hängen, jedoch sind Rose Tattoo leider nicht dabei, da sie bereits nach Hause fliegen.

Für die Zukunft droht Biff´s Stimme aber keine Gefahr?

Nibbs: Ich denke nicht, ich denke nicht.

Er klang stimmlich super in Antwerpen!

Nibbs: Das wollte ich gerade sagen! Wir hatten eine gute Show in Antwerpen und er hat sich stimmlich nicht zurückgehalten. Auch in Amsterdam hat er volle Power gegeben.

Mir ist aufgefallen, dass Biff die Lyrics zu den neuen Songs auf den Monitoren aufgeklebt hat und er runterschielte und sich hinunterlehnte, um diese ablesen zu können.

Nibbs (lacht): Er hat sie überall! Er lacht eigentlich eher darüber, die alten Songlyrics zu vergessen, die Lyrics, die jeder aus dem eff-eff kennt. Aber auch wenn dies passiert, ist er nicht enttäuscht darüber, sondern muss eher darüber lachen, da er ja nicht aufhören kann zu singen. Du musst halt irgendetwas zur Melodie singen! Manchmal singt er die komischsten Sachen! (wir müssen beide lachen) Wir lachen uns dann schlapp, obwohl wir versuchen, ernste Heavy Metal Musiker auf der Bühne zu mimen. Es dauert halt seine Zeit die Lyrics zu lernen. Ich kann dir gar nicht pauschal sagen wie lange.

Ihr habt eine sehr Action-geladene Show, du wirbelst nur so über die Bühne. Wie hältst du dich fit? Ich nehme an, du bist der Jüngste von Saxon?

Nibbs: Ja, ich bin der Jüngste, dann ist Dougie fünf oder sechs Jahre jünger als ich. Aber es ist die Musik, die uns hilft zu spielen oder uns so auf der Bühne zu geben. In Antwerpen war es auch die Bühne, die groß genug war, um regelrecht herumzurennen. Hier gibt es dafür keine Möglichkeiten, hier werden wir räumlich eingeschränkt. Wir choreographieren nichts - wir haben mal darüber nachgedacht zu jedem Song eine Choreographie parat zu haben. So könnte man im Falle von Spontanität auf der Bühne ungefähr wissen, wo die anderen Jungs gerade stehen.

Aber nach all´ den Jahren braucht Ihr doch nun wirklich keine Choreographie!

Nibbs: Ich meine keine Choreographie, die auffällig ist. Es würde nur darum gehen die einzelnen Positionen der Mitglieder zu kennen und sich gegenseitig nicht über den Haufen zu rennen. Auf einer kleinen Bühne ist es jedes Mal eine Art Lotto. Wir krachen dann ständig ineinander. Vor dieser Tour hatte ich die Möglichkeit mir ein neues Bass auszusuchen.

Hast du das Instrument bereits dabei?

Nibbs: Nein, ich hatte die Möglichkeit mir eines auszuwählen. Eine Firma unterbreitete mir ein Angebot für "richtig coole Metal-Bässe", wie sie es nannten, mit richtigen spitzen Basshälsen. Ich habe mir die Bässe auf der Website angesehen. Ja, sie sahen klasse aus, wenn ich mich jedoch für einen der Teile entschieden hätte, wäre Biff längst aufgespießt! So habe ich mich dazu entschieden, die Jungs weiter mit den Standard-Bässen zu schlagen!

Sind dir bereits neue Fans im Publikum aufgefallen, Fans, die ihr vielleicht erst seit "Lionheart" habt?

Nibbs: Ja, sicherlich! Wir haben auf zahlreichen Festivals gespielt letztes Jahr und auf diesen gelingt es uns immer wieder neue Fans zu gewinnen.

Wie fühlt es sich an, neue Anhängerschaften zu haben?

Nibbs: Sehr gut! Auf den Festivals haben die Leute die Möglichkeit sich auch andere Bands anzuschauen, während sie auf die Lieblingsband warten. Wenn du von der Bühne auf das Publikum schaust, sind dort Leute, die du niemals vorher gesehen hast. Und das ist dann unsere Möglichkeit zu zeigen wer wir sind!

Wie sieht es mit Graspop aus? Biff witzelte in Antwerpen, unbedingt mit Bob über eine Teilnahme am Graspop Festival in Belgien reden zu müssen!

Nibbs: Wir haben bereits letztes Jahr dort gespielt, deshalb glaube ich nicht, dass wir dieses Jahr dabei sein werden.

Ihr werdet nun mit Masterplan einige Wochen on tour sein. Könnt Ihr auch mal aus dem langweiligem Busleben ausbrechen und mal in ein Hotel umziehen?

Nibbs: Oh, das macht mir nichts aus! Ich mag das Busleben ganz gerne! Und momentan hat es sich auch so ergeben, dass nur unsere Band in unserem Bus mitreist, so ist dieser fast leer. Jeder hat Platz, es ist ruhig und ab und zu rauche ich ganz gerne mal eine. Aber mit 16 Leuten in einem Bus kommst du nicht um den Scheiß-Gestank von den Zigaretten rum. Ich bin nicht unbedingt ein gesunder Typ, aber du merkst schon den Unterschied.

Also teilt Ihr Euch auch keinen Bus mit Masterplan?

Nibbs: Das haben wir vormals bereits getan, dass wir mit unserem Support-Act einen Bus teilten oder mit der Crew. Dieses Mal haben wir uns entschieden einen Bus nur für uns alleine zu nehmen und die Crew ist bei Masterplan im Bus.

Wer entscheidet bei Euch über die Support-Acts? Habt Ihr die Möglichkeit bei der Auswahl ein Wörtchen mitzureden?

Nibbs: Wir haben schon die Möglichkeit zu sagen, welche Band uns gut gefällt. Aber letztendlich ergibt sich vieles aus Zusammenarbeit von Plattenfirmen, Musikstil, Veröffentlichungsdatum einer Platte - es ist gut, wenn all diese Faktoren passen und nicht nur, weil du die Band magst. Ich hätte so einige Bands gerne mit auf Tour.

Mir hat es wahnsinnig gut gefallen mit Dream Evil zu touren. Andere würden zu mir sagen, dass die Band nicht der richtige Support für Saxon sei. Für mich war´s in Ordnung!

Und es beschert Euch vielleicht neue Fans, die Ihr sonst nicht zu einer Saxon Show bekommen hättet. Anderes Thema: Obwohl "Inner Sanctum" wieder sehr gute Kritiken erhalten hat, werden Saxon meist in zweiter Liga der NWOBHM nach Iron Maiden und Judas Priest genannt. Stört dich das?

Nibbs: Ja, klar! Das Problem ist, dass die beiden Bands immer recht gute Entscheidungen in ihren Karrierestationen getroffen haben.

Was hättet Ihr denn besser machen können?

Nibbs: Saxon hätte sich auf die Musikrichtung konzentrieren sollen, für welche sie auch berühmt geworden ist. Nach 1984, ich weiß nicht mehr genau welches Album es war - 1985 kam das Album "Innocence is no Excuse" raus, das hatte mehr von einer US-Rock-Band. Was auch immer die Band damals vor hatte, vielleicht sogar in den Staaten Fuß zu fassen, sie hätten die Musikrichtung nicht ändern sollen. Saxon sind auf einer Stufe sitzengeblieben. Die anderen Bands konnten so auf ihren Erfolg aufbauen und vorankommen, ihre Musik verbreiten und riesige Fangemeinden überall aufbauen.

Das, was Euch vielleicht momentan wiederfährt.

Nibbs: Ja, "Lionheart" war ein guter Schritt. Es hört sich an wie "Metalhead" und auch "Killing Ground". Es gab einen ständigen musikalischen Fortschritt, welcher gezeigt hat, dass wir unterschiedliche Einflüsse haben, es dreht sich nicht mehr nur um eine Dimension, was wir gerne machen. Man muss aber vorsichtig sein, nicht zu verschiedenartig zu werden. Das wäre wieder eine Veränderung zu dem, was Leute von uns kennen. Wir sahen zwar, dass die Leute das kleine Rumexperimentieren gemocht haben, es ist jedoch immer eine Herausforderung, nicht zu weit zu gehen. Ich mag "Inner Sanctum" mehr als "Lionheart".

Das sagt Ihr Musiker doch immer: "Dieses letzte Album ist besser als der Vorgänger!"

Nibbs (lacht): Ja, aber "Lionheart" ist zu weit gegangen, ist zu verschieden, die Produktion war zu 'clever', schon fast zu nett. In den harten Songs ist es ein fantastisches Album, aber in den langsamen Songs haben wir zu viel Style und zu viel Produktion verwendet.

Nibbs Carter Live Music Hall Köln

Hatte Charly auch bereits die Finger im Spiel?

Nibbs: Ja, jedoch waren wir es alle Schuld. Wir wollten noch mehr Balladen, dann hier noch etwas mehr davon und dort noch mehr hiervon.

Ihr hattet nun bei weitem weniger Zeit für die Produktion von "Inner Sanctum", also hattet Ihr auch weniger Zeit zum Rumbasteln und seid sicherlich deshalb zufriedener.

Nibbs: Ja, genau. Die Art, wie "Inner Sanctum" beginnt, mit dem Chor und den Glocken - es passt perfekt zum ersten Song und zum Artwork der Platte. Ich mag "Attila The Hun" oder allgemein die Heavy Rock Songs. Eigentlich bin ich kein großer Anhänger von Intros, es passt jedoch gut zum Konzept und es ist mal etwas anderes, was die Leute vielleicht hören wollen. Ich habe noch nicht viel Reviews gelesen und noch nicht viel Feedback gehört.

Diese sind recht positiv! Es heißt immer wieder, dass Saxon erneut auf den alten Spuren wandeln, dabei moderne Elemente des Heavy Metal erfolgreich mit den klassischen Rockelementen mischen. Hört sich doch gut an! Wie lange werdet Ihr noch mit der Musik fortfahren?

Nibbs: Du musst all dies machen wollen. Mit diesem letzten Album haben wir wieder die richtigen Sachen ausgepackt. Es sind ein paar Songs dabei wie "I´ve Got To Rock To Stay Alive", welches ich absolut liebe, es ist ein regelrechter Ohrwurm geworden, ich singe es ständig. Es ist auch ein klasse Songtitel, um es auf einem klasse Rock-Album zu haben. Wir haben sogar Lemmy als Sänger auf einer anderen Version dieses Songs und Angry Anderson von Rose Tattoo und auch Andy von Helloween ist dabei. Wenn es gelingen sollte, diesen Song auf DVD oder Video zu bringen, dann kann es Erinnerungen wachrufen und den Leuten sagen: 'Ja, Saxon sind noch dabei, die Band ist keine zweite Liga!'. Biff sang diesen Song, als sei dieser auf ihn zugeschnitten und es hört sich einfach cool an! Solange wir solche Songs schreiben und mit den anderen Sachen zusammenpasst, ist es nicht schwierig ein solches Album zu schreiben. Wir waren unter Druck, wir wurden für eine Dokumentation für das britische Fernsehen ständig gefilmt - das hat uns Zeit für das Songschreiben geraubt und dadurch wurde die Produktionszeit für das Album kürzer, aber die Musik war ständig dabei. Wir sind momentan sehr motiviert wie du auch in Antwerpen sehen konntest.

Was macht die Chemie zwischen Euch aus?

Nibbs: Wir nehmen uns nicht zu ernst, wir witzeln ständig miteinander. Wir haben jetzt auch ein gutes Management, welches viel Druck von uns nimmt. Wir haben nun mehr Zeit wie 'kids' zu sein. Ich bin kein Business-Typ, ich bin ein Bass-Spieler, ein Familientyp - wir haben alle Kinder. Nigel hat einen Sohn in den Staaten, welcher bei seiner Frau wohnt. Aber der Rest von uns hat die Kinder alle zu Hause. Manchmal treffen wir uns auch privat. Wir leben zwar recht verstreut - ich lebe in Deutschland, Biff in Frankreich, Nigel in Polen, Dougie in England, Paul in Frankreich. Es ist nicht immer einfach alle zusammen an einen Ort zusammenzubringen, aber wir treffen uns so oft es geht. Wir sind gerne zusammen, was ja auch etwas Besonderes ist nach so langer Zeit.

Schön! Wo du auch von Management geredet hast: Ihr habt Fans die Möglichkeit gegeben die neue Single "If I Was You" im Netz runterzuladen. War dies Eure Entscheidung oder Entscheidung des Managements?

Nibbs weiß nicht so recht, ob er eine richtige Antwort liefern kann und ruft kurzerhand Manager Thomas (Tom) hinzu:Tom, Tom! Was weißt du von einer Single-Veröffentlichung?

Es geht um das Herunterladen von "If I Was You". Wessen Entscheidung war es, diesen Song ins Netz zu stellen?

Tom: Es war Teil der TV-Dokumentation. Die Dokumentation war eine Idee den Erfolg in England darzustellen. England ist ein sehr schwieriges Land was Metal Musik betrifft. Wir stehen gut da, aber es könnte besser sein. So dachten wir an etwas 'Modernes' - lass uns eine Single zum Downloaden haben, mit einem anderen Produzenten!

Nibbs: Ich mag, was David und Mark aus dem Song für diese Singleversion gemacht haben!

Tom: Die beiden fragten uns, was sie aus dem Song machen sollen, wenn es denn etwas komplett anderes werden soll. Wir alle sagten, dass wir keine Pop-Ballade haben wollen. Nun ist der Song auf dem Jewel-Case Album als Bonustrack veröffentlicht oder kann im Netz runtergeladen werden.

Nibbs an Tom: Was weißt du über (lacht) - jetzt führe ich das Interview - über ein mögliches Veröffentlichungsdatum der "Got To Rock To Stay Alive"-Single?

Tom: Wir arbeiten noch dran. Alle Beteiligten sind richtig aufgeregt über die Mitarbeit an dem Song. Der Song ist echt klasse.

Nibbs: Ja, ich sagte ihr bereits, dass ich den Song auch sehr gerne mag, weiß allerdings nicht, ob der Song als Single veröffentlicht wird.

Tom: Alle beteiligten Personen, das sind mehr als nur Lemmy, haben bereits die Vocals aufgenommen. Dann arbeitet Charly an dem Song und wenn alles fertig ist, setzen wir uns "in unserem Inner Sanctum" zusammen und entscheiden, was wir mit dem Song machen. Es wird so aussehen, dass der Song als Spezialversion im Sommer erscheinen wird, entweder mit einer DVD oder als richtige Single. Lemmy ist großartig auf dem Song. Wir wollten schon ewig so etwas machen, jedoch waren Motörhead immer beschäftigt, wir sind es ja auch.

Und eine Tour mit Motörhead?

Nibbs: Das haben wir bereits gemacht! Das ist gefährlich! (lacht)

Tom: Wir werden auf einem Festival mit Heaven & Hell und Motörhead in der Schweiz spielen (A.d.R.: Spirit of Rock),um auch ein Video zu "Got To Rock To Stay Alive" zu drehen.

Danke für die Insider-Infos! Nibbs, gibt es irgendetwas in deiner musikalischen Karriere, was du bereut hast?

Nibbs (überlegt): Bereut? Nein, eigentlich nicht. Nein, gar nichts. Ob ich mich eher für die Keyboards entschieden hätte? Nein, schließlich bin ich hier gelandet, wo ich gerade bin. Vielleicht bereue ich lediglich, dass ich nicht bereits früher meine eigenen Sachen geschrieben habe. Ich möchte dies momentan gerne machen.

Denkst du über ein Solo-Projekt nach?

Nibbs: Wir schreiben ständig an neuen Sachen und es wäre schön, wenn Fans nicht veröffentlichte Sachen im Rahmen eines separaten Projektes hören könnten. Ich weiß allerdings nicht wann.

Hast du bereits befreundete Musiker, die an einer Zusammenarbeit interessiert wären?

Nibbs: Noch nicht, aber sobald ich mich zu etwas entschlossen habe, werde ich sicherlich mit ein paar Leuten zusammenarbeiten und sehen, was aus meinen Ideen wird.

Welche Shows stehen Euch noch bevor auf dieser Tour, auf welche du dich besonders freust?

Nibbs (lacht und zückt seinen Künstlerpass, um die Daten nachzuschauen): Dublin war ganz gut letztes Jahr, aber London ist auch immer toll. Es ist schön zu sehen, wie sich solche Konzerte und Auftritte in einer Stadt jedes Mal verändern. Letztes Jahr haben wir an Saint George´s Day in London gespielt. Wir mussten nichts tun - das Publikum ist von alleine total ausgeflippt.

Ich hoffe, das wird Euch heute Abend auch passieren!

Nibbs: Sicherlich - wir haben ca. 920 Tickets bis jetzt verkauft, an der Abendkasse gehen nochmals 200-300 Tickets weg - es wird also voll und heiß! Normalerweise spielen wir im E-Werk. Ich freue mich auf heute Abend! Schaust du dir die Show an?

Klar, ich bleibe!

Nibbs (lacht): Hast du noch nicht genug von uns gehabt?

Das passiert nicht so schnell! Nibbs, danke für das Interview!

Nibbs: Dank dir!

Ein netter Roadie schaut von seinem Abendessen hoch und knippst noch ein Foto von uns beiden. Schnelle Verabschiedung, denn es folgt ein fliegender Wechsel zu Masterplan Gitarrist Roland Grapow.

Natürlich liefern Saxon am Abend eine grandiose Show ab - es war nicht anders zu erwarten! Die Band ist nach all den Jahren ein eingespieltes Team und enttäuscht das Publikum nicht so schnell. Ein großes Danke gilt neben Thomas und Nibbs auch an Olly von SPV für die Ermöglichung des Interviews - cheers!

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