(Scars of Tomorrow)
Aus der Wärme Kaliforniens hinein in den bittersten Winter DeutschlandsÂ… Schneefall begrüßt die Jungs von Scars of tomorrow und Hand to Hand am 09.03.2006 in Hannover. Nur die Leipziger Myra dürften die Temperaturen gewohnt sein.
Am Merchandise Stand treffen wir Dan, den Bassisten von Scars of tomorrow. Da Sänger Mike gerade in einem anderen Interview steckt unterhalten wir uns mit ihm über die Offenheit und Freizügigkeit deutscher Mädchen, die Kälte (How could you stand this? I´d die!) und und den bisherigen Verlauf der Tour (awesome!).
Da stößt Mike zu uns und wir begeben uns in den hinteren Raum, um mit dem Interview zu beginnen. Auf der einladenden Couch tummeln sich Leute aus allen drei Bands. Es herrscht ein Kommen und Gehen und wir haben die Möglichkeit unsere Fragebögen von allen vier Scars of tomorrow Mitgliedern ausfüllen zu lassen.
Im April 2005 habt ihr mit Stephen Carpenter von Deftones zusammen gearbeitet. Wie war die Zusammenarbeit?
Mike: Wir haben es nicht hingekriegt. Wir hatten es vor, ja. Er war auf eine Vorproduktion vorbereitet aber wir hatten unsere Songs nicht fertig zu diesem Zeitpunkt. Wir versuchten den Maßstab zu ändern und haben es nicht hinbekommen. Wir waren alle ganz schön enttäuscht, dass wir es nicht geschafft hatten.
Damn!
Mike: Ich hätte heulen können.
Das hätte ich an eurer Stelle auch getan!
Mike: Das war wirklich eine dumme Sache, denn wir waren auch sehr begeistert von deren Manager. Er managed Teamsleep und kennt all die Deftones Jungs und fragte uns “Hey wie wäre es mit einem der Jungs einen Song zu produzieren?” und wir “Das wäre Wahnsinn!”. Es war alles vorbereitet, wir haben alle Schranken geöffnet und dann haben wir es vermasselt und hatten keine Songs auf die wir mit ihm aufbauen konnten.
Aber könnte diese Zusammenarbeit vielleicht in Zukunft statt finden?
Mike: Ich hoffe es sehr.
Wie bekannt seid ihr bei euch zu Hause?
Mike: Es läuft richtig gut wir haben einige Alben verkauft. Wir sind viel auf Tour und es läuft super, die Shows sind immer voll. Wir haben eine schöne Zeit und wir waren auch noch nicht hier (in Deutschland) zuvor, es ist echt cool endlich mal hierher zu kommen. Es scheint als ob die Leute derselben Ansicht wären. Es ist nicht größer hier aber wir hatten Leute, die zu unseren Shows kamen und sogar mitsingen konnten und das ist toll!
Also sind die Shows im Vergleich zu Deutschland größer?
Mike: Zu Hause sind die Shows größer. Aber die Auftritte hier sind wirklich großartig für die erste Tour. Wir touren mit Hand to Hand und die Jungs waren schon einmal hier und haben auch gute Erfahrungen gemacht beim ersten Mal.
Und die Shows sind wirklich toll, da eine Menge Leute kommen. Hoffentlich werden die Shows zu der Größe wachsen, die wir zu Hause haben.
Und worin besteht der Unterschied zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Publikum?
Mike: Hier in Deutschland sind die Leute offener der Musik gegenüber. Sie kommen zu den Auftritten und genießen einfach die Show. Sie wollen nichts verpassen, sie wollen alle Bands sehen und all die Musik hören und es ist toll auf die Bühne zu gehen. Du weißt, manchmal kommen die Leute nur wegen einer einzigen Band. Es ist cool, auch wenn es bei manchen Leuten hier vielleicht nicht 100% den Geschmack trifft, so respektieren sie die Musik und das Publikum. Das ist toll!
Was bevorzugst du – kleine Locations oder eher größere?
Mike: Es ist ziemlich unterschiedlich musst du wissen. Wir haben schon ein paar große Touren hinter uns, bei denen zwischen 1000 und 3000 Gäste jeden Abend waren. Und das über 7 Wochen hinweg und das ist der totale Hammer vor dieser Menschenmenge zu spielen! Es ist Wahnsinn.
Doch andererseits waren auch viele Shows der jetzigen Tour, die in kleineren Clubs statt fanden super. Das Publikum steht dir von Angesicht zu Angesicht. Es ist genauso gut eine kleine Gruppe krasser Leute auf kleinem Raum und genauso viel Spaß zu haben, als spiele man vor 2000 Menschen.
Es ist wieÂ… wir spielten inÂ… ich weiß nicht wie man es hier aussprichtÂ… BearchgardenÂ…?
Bearchgarden...?
(Mike zeigt uns auf seinem Tourpass den Ort, den er meint.)
Aaah Berchtesgaden!
Mike: Ja, wir spielten dort und der Raum war vielleicht doppelt so groß wie dieser hier und es war heiß und die Leute ließen sich über das Publikum tragen. Und sie schnappten sich auch die Bandmitglieder und wir surften über da Publikum. Diese Show hatte eine unglaubliche IntensitätÂ… es war so spaßig! Es war auf jeden Fall genauso lustig als hätten wir vor 1000 Leuten gespielt. Ich mag beides aber manchmal bringen die kleineren Shows mehr Spaß.
Alright. Bist du lieber auf Tour oder bevorzugst du die Arbeit im Studio?
Mike: (lange Pause) Ich weiß nicht. Es hat beides seine positiven Seiten. Ich mag das Touren sehr, denn du hast viel Praxis du spielst deine Musik. Du gehst raus und siehst viele neue Dinge. Aber den richtig kreativen Spaß hat man im Studio. Ich mag beides, ich könnte jetzt keins speziell rauspicken. Während den Aufnahmen sind wir richtig Kreativ aber es ist stressig, genauso wie das Touren.
Wie lief die Tour bis jetzt? Ich meine, ihr seid zwei Bands die gemeinsam touren. Habt ihr viele Partys, lange Nächte und kurze TageÂ…?
Mike: Oh ja. Hand to Hand... wir kleben aneinander. Es ist fun bis jetzt. Manchmal sind wir alle im selben Van. Wir sind die Nächte über wach, schlafen im Van und gehen dann zum Gig. Jeder macht Party und ist die ganze Nacht unterwegs. Wir haben jetzt noch vier weitere Shows und ich denke wir werden alle gemeinsam ausgehen bei unserer nächsten Station.
Was für Eindrücke nimmst du mit nach Hause? Gab es da etwas spezielles?
Mike: Wir haben eine Menge toller Leute getroffen und so viele Bands wie Semana Santa. Wir spielten mit ihnen und diese Leute waren sooo cool. Und Crisis never ends. Diese Leute waren sehr offen uns gegenüber und wir haben eine Freundschaft aufgebaut. Die Deutschen sind Feierleute, die Shows die wir spielten gingen gut ab. Die Leute passen auf dich auf, sie sind sehr offen und möchten einfach eine gute Zeit haben. Es ist besser als zu Hause. I mag Deutschland lieber als die Staaten.
(Â…entrüstete Aufschreie von den anderen Bandmitgliedern, bis Mike realisiert was er gesagt hatÂ…)
Oh jetzt habe ich eben Bulshit erzähltÂ… ich meinte natürlich ich trete hier lieber auf als zu Hause!
Dan flüstert uns zu: Das ist wahr!
Mike: Es stimmtÂ… wir sagen das nicht nur, damit die Kids denken “Oh wir sind die coolste Stadt.” Hier zu touren ist viel mehr als zu Hause zu touren.
Und das deutsche BierÂ… (denn gerade wurde eine neue Palette geöffnet)
Mike lacht – er ist strikter Antialkoholiker.
Aber du kannst auch Bier ohne Alkohol bekommen.
Mike: Da ist trotzdem ein minimaler Prozentsatz Alkohol drin. Ich habe meinen Orangensaft, meine Coke und meine Energydrinks. Aber die anderen trinken es immer zu, es muss also gut schmecken.
Okay. Was war das Peinlichste, das jemals on Stage passiert ist?
Mike: On stage?
(Kevin meldet sich zu Wort, aber es ist zuviel Tumult um zu verstehen was er spricht.)
Mike (an Kevin gewandt): Was ist dir passiert?
Kevin: Ich fiel hin. Und habe dich mitgerissen.
Mike: In welcher Stadt war das? Ist das auf dieser Tour passiert?
Kevin: Diese Tour? Oh nein es war nicht diese Tour...
Mike: Wann war das?
Kevin: Es war zu Hause.
Mike: Welche Show? Ich kann mich nicht erinnern... oooh ja jetzt. Okay wir waren eine der letzten Bands auf einem großen Festival zu Hause und da waren rund 16000 Zuschauer! Und wir spielten (an Kevin gewandt) und du hattest diese Slipper an.
Kevin: Es war nicht deshalb! Es war aufgrund deines Kabels.
Mike: Ich denke das stimmt nicht, aber mein Kabel ließ Kevin angeblich stopern und er fiel auf seinen Hintern und stieß an mein Bein, so dass ich auch hinfiel. Aber wir konnten es gut überspielen.
Kevin: Yeah, ich konnte einfach nur lachen.
Mike: Und letzte Nacht hatte ich einen Zusammenstoß mit dem Bass. Das war bei einem der letzten Songs. Ich lehnte mich vornüber und rammte meinen Kopf in Dans Bass mit dem er gerade hoch schwang. Das war ziemlich peinlich.
Was geschah noch...? Ich kann euch eine Menge peinliche Missgeschicke anderer Bands erzählen!
Bob rutschte aus und fiel auf seinen Hintern.
Bob: Da waren ein paar Wasserflaschen auf der BühneÂ…
Mike: Yeah es gab schon eine Menge Hinfallen und Ausrutschen...
Habt ihre viele Auftritte diesen Sommer?
Mike: Wir haben das gesamte Jahr. Als nächstes gehen wir nach Hause und haben ein paar Touren am laufen. Wir spielen an einem Hardcore Festival, wir arbeiten an einem neuen Album und werden im September auch wieder hier sein.
Ich habe gesehen, dass ihr am Hellfest in Frankreich auftretetÂ…
Mike (verwundert über den Namen): Es gibt ein Hellfest in Frankreich?
Ja, es heißt Hellfest... (ich zeige es ihm auf meiner Liste)
Mike: Ich wusste nicht, dass wir dort auftreten. Ich habe noch nicht mit unserem Manager gesprochen und kenne noch nicht alle Tourdaten.
Habt ihr zuvor schonmal in Frankreich gespielt?
Mike: Ja wir haben einmal in Paris gespielt. Das war lustig, das Konzert war auf einem Schiff. Das war cool. (Dann an Dan gewandt, der gerade wieder rein kommt) Treten wir am Hellfest in Frankreich auf? (Das Hellfest scheint Mike zu amüsieren und er scherzt weiter) Wir werden Headliner sein, und es werden an die 20000 Leute kommen! Wir werden die ganze Nacht Killswitch Engage Coversongs spielen ;)
Was erwartet uns hinsichtlich eurer Festival-Gigs bei der Länge der Setlist oder irgendwelchen Specials?
Mike: Heute abend oder im Sommer?
Im SommerÂ…
Mike: Wir wissen noch nicht was wir tun werden. Wir gehen bald nach Hause und dann werden wir entscheiden wie die Setlist aussehen wird. Wir haben darüber nachgedacht ob sie so bleiben soll wie jetzt, denn wir haben bis jetzt jeden Tag dieser Tour genossen!
Und gibt es weitere Zukunftspläne?
Mike: Weiter arbeiten, weiter schreiben, weiter aufnehmen und dann im September hierher zurück kehrenÂ…. Ist es warm im September?
Ja, es sollte warm sein. Ich hoffe es zumindest.
Mike: Ich hoffe es auch. (Wir hatten schon zuvor festgestellt, dass Winter den Bands etwas zu schaffen macht)
Was war die komischste Frage, die dir in einem Interview gestellt wurde?
Mike: Ob ich meine Hose ausziehen würde bevor ich auf die Bühne gehe. Das tat ich natürlich nicht!
Was war dein beeindruckendstes musikalisches Erlebnis, das du hattest?
Mike: Wir waren auf Tour mit Estranged für sieben Wochen. All die Shows waren riesig. NunÂ… wir hatten so viele tolle Erlebnisse es ist schwer ein spezielles rauszupicken.
Okay die nächste Frage ist nicht für dich, da du ja keinen Alkohol trinkstÂ… fragen wir mal die anderen. Welche Biersorte ist euer Favorit?
Bob: Es schmeckt alles gleich... warte, das Bier in Berchtesgaden war das Beste.
Dem stimmen alle zuÂ… was für ein Bier gibt in Berchtesgaden frage ich mich nun?
Herzlichen Dank an Scars of tomorrow und Hand to Hand, die uns so herzlich empfangen haben. Und vor allem an Moritz und Dagmar von Gordeon Music, die uns so kurzfristig dieses Interview ermöglicht haben!