(The Horrors)
The Horrors ist eine fünfköpfige britische Garage-Rock-Band, die im Sommer 2005 in Southend entstanden ist. Vor kurzem haben sie mit "Skying" ihr bereits drittes Album veröffentlicht. Für Fans des Indierock der Marke The Horrors war "Skying" eine Art Schock. Statt des Garagepunk des Albums "Strange House" (2007) und dem Shoegaze-Gothic auf "Primary Colors" (2009) hoben plötzlich Synthis und luftige Gesangslinien den Blick gen Himmel. Die Arrangements wurden durchlässiger und elektronischer. Dies nahmen wir zum Anlass, um der Sache mal etwas näher auf den Grund zu gehen. Musicheadquarter-Redakteurin Jessica Franke befragte The Horrors-Gitarrist Joshua Third zu "Skying", der aktuellen Tour und zu vielen anderen Themen.

Erstmal vielen Dank für deine Zeit. Ich hoffe, es geht euch allen gut.
Joshua Third: Mir geht es gut. Vielen Dank!
Wie würdest du euer neues Album beschreiben? Wo liegen die Unterschiede zu den beiden Alben davor?
Joshua Third: Das ist ein ganz natürlicher Prozess. Wir haben den zusätzlichen Raum genutzt, den uns das verlangsamte Tempo beschert hat und wir sind nun weniger auf gegensätzliche Melodien fixiert.
Ich habe gelesen, dass es euch langweilt, immer dieselben zu bleiben. Kannst du uns das etwas näher erklären? Und in welcher Weise hat diese Einstellung die Arbeit an eurem dritten Album beeinflusst?
Joshua Third: Die Idee, auf jedem Album dieselbe Musik zu produzieren, ist etwas, das ich sinnlos finde. Warum sollte man sich ständig wiederholen wollen? Wir haben uns diesem Album genauso genähert wie den Alben davor. Fortschritt durch Experimentieren.
Wie haben die Fans bisher auf die neuen Songs reagiert?
Joshua Third: Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Darüber sind wir sehr glücklich.
Und wie läuft die Tour bis jetzt im allgemeinen?
Joshua Third: Grossartig! Ich geniesse es, dieses Album live zu spielen. Mehr als jedes andere zuvor. Es ist schön zu sehen, wie sich die Songs live entfalten.
Bist du lieber auf Tour oder arbeitest du lieber im Studio?
Joshua Third: Beides hat seinen eigenen Reiz. Oder allgemein ausgedrückt, wenn du von dem einen zu viel hast, sehnst du dich nach dem anderen.
Ihr seid schon in der ganzen Welt herumgekommen. Welche Stadt oder welches Land hat dir am besten gefallen? Was war der schönste Ort, an dem du bisher warst?
Joshua Third: Vor kurzem habe ich mich in Texas verliebt. Als wir dort das letzte Mal gespielt haben, hatten wir einen grossartigen Abend, der von True Widow veranstaltet wurde. Sie haben wirklich einige verblüffende Melodien gespielt. Der bisher beste Auftritt auf dieser Tour ist vermutlich in Mexico gewesen. Die Atmosphäre dort ist absolut elektrisierend.
Wo würdest du gerne noch hingehen?
Joshua Third: Ich würde liebend gerne Südamerika kennenlernen...

"Skying", das dritte Album von The Horrors, erschien im Juli diesen Jahres bei Beggars Group/Indigo.
Kannst du uns deine schönste und deine schlechteste Erfahrung auf Tour erzählen?
Joshua Third: Die Beste: Einmal in Butte, Montana musste ein völlig betrunkener Faris (Badwan, Sänger von The Horrors, d.Red.) vom örtlichen Stuntman nach Hause gebracht werden. Der war ein lokaler Held. Die Schlechteste: Ein Flug in Australien mit einer Ohrenentzündung. Das Gefühl zu erleben, als würden dir Bleistifte in deine Ohren gedrückt, während dich ein 10-Jähriger auslacht, ist nicht gerade schön.
Was hast du auf Tour immer dabei?
Joshua Third: Yorkshire Tee. Und zwar reichlich davon.
Wenn du jemanden genau jetzt auf einen Drink einladen könntest, wer würde das sein und über was würdest du dich mit demjenigen unterhalten?
Joshua Third: Mein Freund Jack. Wir würden über Würfelzucker sprechen.
Wenn du es dir aussuchen könntest, mit welcher Band würdest du gerne auf Tour gehen, entweder als Support oder eine Band, die euch supportet?
Joshua Third: Mit Lemmy (Kilmister, d.Red.) zu seiner Zeit bei Hawkwind.
Mit wem würdest du sonst gern noch zusammen arbeiten?
Joshua Third: Mit Shirley Bassey.
Gibt es eine Band, die du als deine All-time favourites bezeichnen würdest? Und einen Song, der dich maßgeblich beeinflusst hat?
Joshua Third: Sonic Youth und ihr Song "Stereo Sanctity".
Es gibt so viele gute Bands. Welche Musik hörst du im Moment? Gibt es einen Song, den du nicht mehr aufhören kannst zu hören? Wenn ja, welcher ist das und warum?
Joshua Third: Scum, Advert, History of Apple Pie, Toy. All deren letzte Veröffentlichungen.
Wo kann man dich in London antreffen? Was ist dein bevorzugter Pub, Club oder Shop? Hast du irgendwelche Empfehlungen für uns?
Joshua Third: The Shacklewell Arms ist wahrscheinlich mein bevorzugter Pub. Wir sind alle zusammen gerne im Cave Club, außer wenn wir auf Tour sind, der monatlich in der Buffalo Bar abgehalten wird. Ich liebe es außerdem wirklich an einem schönen Nachmittag zu Gordon's zu gehen. Das liegt direkt neben dem Kai.
Kannst du uns noch etwas in einer anderen Stadt empfehlen? Wo gibt es das beste Essen? Wo sollten die Leute auf ein Bier hingehen?
Joshua Third: The Magic Garden in Portland, Oregon. Ich gehe dorthin, um Poolbillard zu spielen.
Kannst du dir vorstellen umzuziehen? Wenn ja, wo würdest du hingehen?
Joshua Third: Nach Devon, aber noch nicht jetzt, danke. Wir können nicht sehr gut außerhalb von London arbeiten, wie wir bei diesem Album herausgefunden haben. Unser Monat außerhalb war nicht besonders produktiv.
Nochmals vielen Dank für das Interview! Ich wünsche euch alles Gute für euer Album und die Tour. Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder.
Joshua Third: Das hoffe ich auch.
Mit freundlicher Unterstützung von Tina Eisberg (QueenAboutMusic) und Christian Klenke (Beggars Group).