(Uniklubi)
Nach zwei Alben ("Rakkautta Ja Piikkilankaa" [2004] and "Kehä" [2005]) hat MHQ entschieden, dass es an der Zeit ist, eine Band unter die Lupe zu nehmen, die in ihrer Heimat Finnland bereits jede Menge Erfolg hat. Wir erfuhren, dass man sie wahrscheinlich bald auch auf deutschen Bühnen zu sehen bekommt – eine gute Startposition für Uniklubi, ‘die Welt in finnischer Sprache zu erobernÂ…’
Vor ihrer Show im Pakkahuone treffe ich Uniklubis Bassist Teemu für ein Frage- und Antwortspiel (auch Interview genannt ;) Da der Lärmpegel im Klubi wegen des Soundchecks ziemlich hoch ist, schlägt ein gutgelaunter Teemu einen Ortswechsel vor und so darf ich den Uniklubi Tourbus von innen kennenlernen. Bevor wir mit dem eigentlichen Interview beginnen, füllt Teemu den Fragebogen aus, während ich meine Sachen sortiere, und plötzlich schaut Sänger Jussi kurz vorbei. Er ist wahrscheinlich die schüchternste Person, die ich seit langer Zeit getroffen habe und kriegt es gerade auf die Reihe, schüchtern seinen Namen zu murmeln, bevor er wieder rausrennt. Er lässt mich somit in mich hineinkichernd stehen, und ich frage mich, ob ich ihn wirklich so sehr verschreckt habe, aber gleichzeitig macht es mich noch neugieriger auf die bevorstehende Show, und auf Jussis Bühnenpersönlichkeit, die mich noch sehr überraschen sollte.

Teemu: Okay, so für wen ist dieses Interview?
Es ist für ein deutsches Onlinemag. Es ist nicht sooo was Großes, du musst also keine Angst haben!
Teemu: Yeah yeah, okay! (lacht)
So, als erstes möchte ich anfangen mitÂ… Also ich habe versucht, etwas Info über die Band zu finden. Natürlich weiß ich ein bisschen was selbst, aber für ausländische Fans ist es immer sehr schwierig, Informationen zu finden, da eure Website komplett in finnisch ist. Deshalb möchte ich damit anfangen, dass du mir ein bißchen über die Band erzählst, etwas darüber wie ihr angefangen habt. Etwas Geschichte sozusagenÂ…
Teemu: Ja also, die Band gibt es seit 1999 und die ursprünglichen Mitglieder sind Sänger Jussi und der andere Gitarrist Pasi. Die beiden begannen mit Coversongs, weißt du, wie Nirvana und Guns N’ Roses, aber bald darauf begann Jussi damit, seine eigenen Songs zu schreiben, und finnisch kam dabei ziemlich natürlich. Und dann bin ich Ende 2001 dazugegommen, glaube ich. Und dann kam unser anderer Gitarrist Janne dazu, ich glaube das war 2002, und Janne ist Jussis großer Bruder. Und das letzte Mitglied war Antti, unser Schlagzeuger, der glaube ich Anfang 2003 kam. Und dann haben wir begonnen, das erste Album aufzunehmen, und ich habe zwei Songs dafür geschrieben, und es warÂ… (lacht) ich glaube wir haben das zwei Jahre lang gemacht.
Die Aufnahmen?
Teemu: Yeah! Und als es fertig war, haben wir diese Demo CD abgeholt, ich glaube da waren so fünf Songs drauf, und dann haben wir dieses kleine Indie-Label hier in Tampere bekommen und diese CD an alle großen Labels geschickt. Und dann waren es Universal Music, die wirklich interessiert waren. Gut, eigentlich waren einige interessiert, aber mit Universal war das so, weißt duÂ… die gaben das Gefühl, dass sie ihr Bestes geben werden, um uns den Durchbruch zu verschaffen. Also unterschrieben wir dann Ende 2003 bei Universal und dann im Februar 2004 ging die erste Single in die Radios. Und dann kam das erste AlbumÂ… (zählt) Januar, Februar, März, AprilÂ… (Gelächter) im Mai 2004 und dann haben wir mit dem Touren angefangen, und machen das seither. Also, wenn ich das so sagen kann, wir haben zwei Alben rausgebracht und beide haben Platin bekommen. Es läuft alles richtig gut. Und letzte Nacht hatten wir unseren ersten Gig der Sommertour und alle, weißt duÂ… die sind wirklich aufgeregt.
Yeah, okay. Der Bandname – wie seid ihr da drauf gekommen? Denn ich glaube, ihr hattet einen anderen Namen vorher?
Teemu: Ja, der erste Name war Pincenez, was soviel bedeutet wie diese Augengläser, ohne... wie sagt man dasÂ… (Einer der Crew Jungs kommt gerade rein und Teemu fragt ihn auf finnisch wie das auf englisch heisst.) Weißt du, diese Augengläser, ohne dieseÂ… (zeigt auf seine Ohren)
Spectacles? (Anm. d. Verf.: Von mir gedankenlos in den Raum geworfen, allerdings unmöglich zu übersetzen. Gemeint sind diese altmodischen Brillengläser ohne Bügel.)
Teemu: Yeah, spectacles! Und dann der Name Uniklubi (Anm d. Verf.: dt. Traumklub) kam, glaube ich, im Jahr 2000 und keiner weiß bis heute woher eigentlich. Nicht mal Jussi weiß dasÂ… (lacht)
Also eine betrunkene Idee dann?
Teemu: Ich weiß es nicht! (Gelächter)
OkayÂ… Und seid ihr alle mit musikalischen Einflüssen aufgewachsen?
Teemu: Ja sicher. Weißt du, wir sindÂ… jeder, natürlich jeder hatte immer diesen Traum, ein Rockstar zu sein, wenn man das so sagen kann. Aber wirÂ… die anderen, außer Jussi und Pasi, haben vorher in vielen verschieden Bands gespielt. Also ich habe vor ungefähr zehn Jahren angefangen, in einer Band zu spielen. Nun gut, die Musik war schon immer sehr stark. Ich erinnere mich als ich sechs Jahre alt war und auf dem Wohnzimmertisch gesungen habeÂ… (Gelächter) mit der Fernbedienung als MikrofonÂ… (zeigt wie und gibt vor zu singen) Yeah, es war schon immer ein grosse Sache für uns.
Und glaubst du, dass es einen Einfluss aufÂ… oder einen Effekt auf eure Musik hat, dass ihr in Finnland aufgewachsen seid?
Teemu: Natürlich, immer die finnische Melancholie, weißt du. Wenn du z.B. HIM hörst, und ja gut, auch andere Bands. Aber ich weiß, The Rasmus ist etwasÂ… die sind etwas "fröhlicher" (Gelächter) Also, HIM, Nightwish, Negative, natürlich ist da immer diese gewisse Melancholie. Also jaÂ… denn weißt du, die Winter sind richtig lang und dunkel und kaltÂ…
Ich wohne in Norwegen, ich weiß wie das ist! (Gelächter)
Teemu: Oh! NunÂ… man ist immer ein bißchen deprimiert, weißt duÂ…
OkayÂ… Kannst du jedes Bandmitglied mit einem Wort beschreiben? Da sie nicht hier sind, kannst du jaÂ… (Gelächter) Aber sei vorsichtig!
Teemu: F*ck, Idiot, dumm, ArschkindÂ… (Gelächter) NeinÂ… Ich glaube Antti istÂ… der SchlagzeugerÂ… er ist wie... der Vater. Denn er ist der Älteste und er hat das meiste Hirn.
OkayÂ… (Gelächter)
Teemu: Der Rest von uns ist ein Haufen verdammter Idioten, aberÂ… Also dann, Janne, der andere Gitarrist, er ist etwas ruhig, aber ich glaube er ist am meistenÂ… errrmÂ… also in einem WortÂ… ich glaube rock’n’roll (lacht) Gut, das sind drei Wörter, aber egalÂ… Und dann Pasi, er ist, errrmÂ… also, er ist der Frauenversteher, wenn man das so sagen kann (Gelächter) Und, Jussi, er ist derÂ… hmmm. Er ist schüchtern.
Das hab ich gemerkt! (Gelächter)
Teemu: Und ich, ich glaube ich bin wieÂ… derjenige der die ganze Zeit redet. Und quasselt, blablabla, die ganze Zeit, die ganze ZeitÂ… (Gelächter)
OkayÂ… Wie entwickelt sich die Musik? Ist es eher ein Prozess in der Band oder die Verantwortung einer Person? Ich glaube du und Jussi, ihr schreibt die TexteÂ…
Teemu: Yeah. Also, wir komponieren und schreiben die Texte, aber die sindÂ… weißt du, immer wenn wir zu den Proben gehen, ist der Song wie ‘ein Mann und eine Gitarre’, so lalalalala (gibt vor Gitarre zu spielen) und weißt duÂ… wie heißt dasÂ… die Arrangements kommen immer mit der Band. Immer wenn ein Song fertig ist, ist es Uniklubis Song, nicht meiner oder Jussis.
Ja, okay. Und habt ihr irgendein Muster in diesem Prozess, z.B. die Texte zuerst, oder die Musik zuerst?
Teemu: Ich mache immer zuerst die Musik. Also, ich weiß nicht, denn wir machen das nichtÂ… mit JussiÂ… wir machen die Songs nicht zusammen, also es ist meins or seins, das erste Demo, weißt du. Aber ich mache immer die Musik zuerst, dann die Texte.
Und woher bekommst du die Inspiration, die Ideen für die Texte?
Teemu: Von der DepressionÂ… (Gelächter)
Okay. Ich habe mir die Übersetzungen in den Foren usw. angesehen. Also, ich spreche nur drei Wörter finnisch, die sind nicht so ganz nützlichÂ… in Gesprächen zumindest (Gelächter) und ja, ich kann das erkennenÂ…
Teemu: Nun ja, sie sind wieÂ… ich glaube sie sind wie ruinierte, verdorbene Liebesgeschichten. Aber erm, ich glaube das kommende Album wird etwas anders werden. Ich glaube es wird mehr über uns sein, als über MädchenÂ…
Okay, gut! Ich hatte eine Frage dazu später, aber die würde jetzt reinpassenÂ… Nachdem ihrÂ… fass das jetzt aber nicht als Kritik oder so auf, ich wusste nicht, wie ich die Frage anders formuieren sollteÂ… aber nachdem ihr zwei Alben herausgebracht habt, die mehr oder weniger ‘ähnlich’ sind, glaubst du, dass ihr euren Stil gefunden habt, oder wollt ihr lieber etwas experimentieren?
Teemu: Oh, also, wir denken darüber nicht auf diese Weise. Denn was kommt, das kommt, weißt du. Man weiß nie, ob das vierte Album black metal sein wird. (Gelächter) Also, wir denken nicht auf die Art ‘was ist unser Stil’. Denn man wird so sehr beeinflusst von der Musik, die man hört, wenn man die Songs schreibt. Als ich die Songs für das ‘Kehä’ Album geschrieben habe, hörte ich so ungefähr Marilyn Manson und Alice In Chains. Also wird man deprimierter, und deprimierter und deprimierter und deprimierter (lacht und gibt vor zu weinen) Aber ja, ich glaube wenn ich jetzt anfangen würde etwas wie Cradle Of Filth zu hörenÂ… (Gelächter) würden die Songs wahrscheinlich heftiger sein.
Ja, okay. Nochmal zu den TextenÂ… Alles ist auf finnisch. Es ist natürlich klar, dass ihr euch entschieden habt auf finnisch zu schreiben, weil es eure Sprache ist, aber habt ihr je in Erwägung gezogen oder würdet ihr es tun, auch irgendwann auf englisch zu schreiben?
Teemu: Also, ich glaube nein. Aber gut, sag nie nie, aberÂ… Weißt du, wir haben gedachtÂ… was wir letzten Sommer gemacht habenÂ… wir haben Gigs in Wien, Österreich gespielt, und dann in Tschechien, dieses Masters Of Rock Festival. Und weißt du, man hat keine Erwartungen, wenn man auf finnisch singt, also ist alles das, was im Ausland kommt, positiv. Und nun sieht es sogar so aus, dass wir in Deutschland auf Tour gehen im HerbstÂ…
Wow! Das ist cool!
Teemu: Yeah, aber es ist nicht sicher, aber es sieht so aus. Und weißt du, warum sollten wir die Sprache ändern, wenn man uns auch so mag? Also ich glaube, das ist das Wesentliche.
Okay, da ist noch etwasÂ… fass auch das jetzt nicht als Angriff auf (Gelächter) oder so, weil persönlich denke ich, dassÂ… ich mag das finnisch. Und ich weiß nichtÂ… wenn es englisch wäre, dann würde es nicht das gleiche sein. Aber ich möchte nur deinen Standpunkt dazu wissen, weil Jonne von Negative hat mal in einem Interview gesagt: ‘Ich selbst könnte nie auf finnisch schreiben, das würde sich zu nackt anfühlen. Ich denke, dass finnisch nicht so eine gute Sprache für Dichtkunst ist, im Vergleich zu englisch.‘ Was ist deine Meinung dazu?
Teemu: Nun, ich denkeÂ… (lacht) Also, das ist seine Meinung. Er ist ein guter Freund von mir, und ermÂ… Weißt du, ich glaubeÂ… also unser Sänger Jussi ist der Meinung, dass es einfacher ist, mit finnischen Texten zu kommen, als mit englischen, alsoÂ… Ich denke, das ist nur ein Standpunkt, nichts weiter.
Okay. Das nächste AlbumÂ… Ich habe darüber in den Foren gelesen, dass ihr bald anfangen wollt, daran zu arbeiten?
Teemu: Yeah, im Herbst.
Okay, und wann plant ihr die Veröffentlichung? Wisst ihr da was?
Teemu: Nein. Nein, das tun wir nicht. (lacht)
Also ist es nicht in Verbindung mit dieser möglichen Tour in Deutschland oder so?
Teemu: Nein. Neeneeneenee, absolut nicht. Es wird nächstesÂ… also 2007 herauskommen.
Okay. Und was bevorzugst du eigentlich – auf Tour zu gehen oder im Studio zu arbeiten?
Teemu: (sofort) Das Touren! Ich glaube wenn du eine Band um dich herum hast, ich glaube das meisteÂ… der Grund dafür ist, live zu spielen. Ich glaube das ist wieÂ… die Albums sind ein notwendiges Übel, nur um live spielen zu können. Ich glaube, die Backyard Babies haben das einmal gesagt. Und es war eine gute Aussage.
Okay!
Teemu: Natürlich mag ich es auch sehr im Studio zu arbeiten, und jeder kommt die ganze Zeit immer mit besseren und besseren Ideen, also das ist großartig. Aber weißt du, im Grossen und Ganzen willst du eigentlich nur das Album veröffentlichen, um dann raus auf Tour zu gehenÂ…
Ja, tourenÂ… Okay. Erm, gibt es irgendetwas Lustiges zu erzählen, wie eine Tourgeschichte, irgendetwas peinliches, das passiert ist oder so?
Teemu: NunÂ… (Gelächter) Ziemlich viel, aberÂ… (mehr Gelächter) Was wäre etwas, was du auch drucken kannstÂ… HmmmÂ… (denkt nach) Also, letzten Sommer haben wir auf diesem Festival in Finnland gespielt, und meine Freunde sind mit ihrem eigenen Bus gekommen, weißt du, nur um die Bands zu sehen und Spaß zu haben und Alkohol zu trinken. Und nach unserem Auftritt bin ich mit zu ihnen gegangen, um Party zu machen. Und dann habe ich mit einem meiner Freunde angefangen Wodka zu trinkenÂ… wir haben ungefähr um 8 Uhr morgens aufgehört mit trinken (Gelächter) und der nächste Gig, den wir hatten, war so etwa, ich weiß nicht genauÂ… etwa 400 km weit weg und die Abfahrtszeit warÂ… ich glaube es war um 11 Uhr, und ich bin etwa um 12 Uhr aufgewacht und sie waren schon ungefähr 100 km weit wegÂ… (Gelächter) Und dann habe ich einÂ… also die Batterie war sehr leer in meinem Telefon und ich rief unseren Mischer an. Er hatte mich 37 Mal angerufen, und ich war total zu, weißt du. Denn ich hatte so ungefähr drei Stunden geschlafen, ich hatte ungefähr tausend Jahre oder so getrunken. Und er brüllte mich nur an, so ‘Verdammter Idiot, wo zum Teufel bist du??!’ (Gelächter) ‘Wir sind schon richtig langÂ… weit weg von dort!’ Und weißt du, dann hat dieser Typ, der mittlerweile unser Lichtmann ist – er wohnte in der Stadt, wo das Festival war – und erÂ… er holte mich ab und fuhr mich zum Bus und alle waren ziemlich stocksauer (Gelächter) Und dann die Show am nächsten Tag war soÂ… ich glaube sie war so um 6 Uhr abends, und ich hatte nichts außer Wasser getrunken und ungefähr drei Stunden geschlafen und ich war total betrunken, als wir auf die Bühne gingen (Gelächter)
Aber du hast es geschafft!
Teemu: Ich hab es geschafft! (mehr Gelächter)
Okay! Festivals oder Clubs – was bevorzugst du?
Teemu: Beides! Ich denke, wenn du auf Club Tour bist, Ich glaube wir haben jetzt so an die 60 oder 70 Shows in Clubs gespielt, und danach fühlt es sich wie im Himmel an, einfach zu gehen und Festivals zu spielen. Aber dann, nach dem Sommer ist es einfachÂ… du denkst einfach nur, lass uns das Album rausbringen und wieder auf Club Tour gehen. Also, weißt duÂ… beides hat seine guten und schlechten Seiten, denke ich.
Ich habe eine Fanfrage dazu, die habe ich geschickt bekommenÂ… Habt ihr eine unterschiedliche Einstellung zu den Bühnenauftritten im Sommer als im Winter, z.B. bei Festivals und so?
Teemu: Gut, natürlich ist es so, dass, wenn man auf grossen Festivals spielt und da sind so dreißig oder vierzig tausend Leute, die schreien, natürlich ist es etwas anderes als wenn man in einem Club spielt, wo vielleicht fünf oder sechs hundert Leute sind. Also ich glaube das ist der größte Unterschied. Aber nein, ich denke wir sind immerÂ… es macht keinen Unterschied wo die Show oder der Gig ist. Wir geben immer alles, was wir können.
Okay, das werde ich heute Abend sehen. Denn ich habe euch tatsächlich noch nie live gesehenÂ…
Nun kommt der Crew Mensch gerade wieder in den Bus und fügt hinzu: ‘Wie z.B. am 1. Mai, da waren ungefähr 40 Leute und sie haben auch da ihr Bestes gegeben!’
Teemu: Yeah!
Okay! Cool! 40 Leute! Aber das ist eigentlich auch schön auf eine Art, für die Fans, also das ist sehr privatÂ…
Teemu: YeahÂ…
Der Crew Mensch erzählt weiter: ‘Du solltest ihr mehr davon erzählenÂ…’ (sagt etwas, das im Gelächter untergeht)
Teemu: Das geht nicht... das geht nicht. Aber es war toll, es war toll! (mehr Gelächter)
Wenn ihr auf Tour seid, bedeutet das immer, dass ihr von Freunden und Familie getrennt seid, auch wenn ihr nur in eurem eigenen Land unterwegs seid. Wie geht ihr damit um?
Teemu: Also, natürlich versuchen wirÂ… wenn wir nicht unterwegs sind, versuchen wir unsere Freunde und Familien so viel wie möglich zu sehen und zu treffen, weißt du. Aber wenn man als finnische Band in Finnland auf Tour ist, dann bist du immer ungefährÂ… also im schlimmsten Fall immer noch mindestens zwei Tage die Woche zu Hause, also es ist nicht so intensiv, das Touren.
Ja, okay. Gibt es etwas, was du hasst, wenn ihr auf Tour seid?
Teemu: Ich hasse das Wecken, und die KaterÂ… (Gelächter)
Werdet ihr tatsächlich von eurem Manager aus dem Bett geworfen?
Teemu: Yeah!
Oooh... das ist gemein!
Teemu: Jedes verdammte Mal! (Gelächter) Und weißt du, das Wecken ist nicht so wie (spricht mit sanfter Stimme) ‘Komm Liebling, aufwachenÂ…’ Es ist mehr wie, weißt du, die schlagen uns und ‘Verdammte Idioten, Zeit zu laufen, steht auf! (schreit und führt es vor)
Also ist es ein bißchen wie bei der ArmeeÂ…
Teemu: Ja!
Okay. Ich habe gehört ihr alleÂ… einige von euch oder alle habe kleine Seitenprojekte neben Uniklubi, wenn ihr nicht auf Tour seid?
Teemu: Also nein, nicht alle von uns. Ich glaube unser Schlagzeuger und Janne, der andere Gitarrist, die haben das, aberÂ…
Meine Freunde haben mir erzählt, dass Jussi so etwas wie Akustik-Sets machtÂ…
Teemu: Yeah! Das ist wie, ja ja, wir machen dasÂ… yeah, aber dasÂ… es ist nicht wie ein Projekt. Du gehst einfach nur in eine Bar und spielst akustik, also Coversongs, und das wars. (Anm. g. Verf.: Was großartig ist, wovon ich mich am nächsten Abend bei der Jam Session in der voll gepackten Amadeus Bar selbst überzeugen konnte, da Teemu und Pasi dort mit ein paar Songs auftraten.) Nicht so wie für eine andere Band komponieren, weißt du, nicht so wasÂ…
Okay. Es gibt immer unterschiedliche Meinungen über Bands, Albums, Konzerte, die die Presse produziert. Lest ihr eigentlich eine Menge davon, oder lässt euch das eher kalt?
Teemu: NunÂ…
Weißt du, wieÂ… also wenn es Kritik gibtÂ…
Teemu: Natürlich lese ich das, und es ist lustig, weißt du. Es ist immer lustig wenn Leute dich nicht mögen (Gelächter) Denn ich glaube es ist besser, wenn sie dich hassen oder dich lieben, als wenn sie dich nicht beachten, glaube ichÂ… es ist besser, gehasst zu werden, als ignoriert zu werden.
Also schlechte Kritik ist gutÂ…
Teemu: Yeah. Ich glaube Andy McCoy hat mal gesagt ‘Jede Form von Aufmerksamkeit ist gute Werbung’.
Yeah, okay! (Gelächter) Erm, die seltsamste Frage die dir je in einem Interview gestellt wurde? Und komm nicht mit einer von diesen hierÂ… (lacht)
Teemu: HmmmÂ… (denkt etwas nach) Also, ich kann mich wirklich nicht erinnern.
Nichts?
Teemu: Also, ich glaubeÂ… nichts. Vielleicht solltest du mich etwas Seltsames fragen!
Okay! Nun ja, späterÂ… (Gelächter) Erm, yeahÂ… Zukunftspläne. Wo siehst du Uniklubi in fünf Jahren? Oder zwei, oder drei?
Teemu: Also, ich hoffe hier in diesem Bus natürlich. Selbstverständlich. Aber ich weiss nichtÂ… Wir versuchen es stückweise zu nehmenÂ… ein Album nach dem anderen, also ist es sehr schwer zu sagen, weißt du. Das könnte alles morgen schon vorbei sein, man weiß nieÂ… aber hoffentlich sehe ich unsÂ… wie wir unser siebentes Album machen! (lacht)
Okay, gut. Ich hoffe das!
Teemu: Und ich glaube, dass wirÂ… also wir werden nicht die Sprache zu Englisch wechseln, also werden wir es wie Rammstein machen, weißt duÂ… die Welt in finnischer Sprache erobernÂ… (lacht)
Also plant ihr, auch im Ausland zu veröffentlichen und zu tourenÂ… also das mit dem Touren hatten wir ja schon, aber was ist mit dem Veröffentlichen?
Teemu: Also, das wäre natürlich schönÂ… aber ich glaube, das ist nicht so einfach, einfach so zu veröffentlichen, denn es gibt viele Labels, weißt du. Und vieleÂ… viele Leute in AnzügenÂ…
Errrr, okayÂ…
Teemu: Â… die die Entscheidungen treffen, alsoÂ…
Es gibt also auch Anzug-Menschen in der Musikbranche dannÂ…
Teemu: YepÂ…
Okay... Ich sehe gerade, dass ich tatsächlich eine Frage übersprungen habe hierÂ… (Gelächter) Okay, erm, es passt jetzt zwar nicht mehr so ganz rein, aber egalÂ… Finnische Bands werden immer beliebter heutzutage, auch im Ausland. Was glaubst du, warum das so ist?
Teemu: Warum, ich glaubeÂ… weil finnische Musik wirklich gut ist heutzutage. Also, wenn du HIM nimmst, ich glaubeÂ… Also ich schätze Ville Valo wirklich sehr, denn er istÂ… er ist ein Sänger-Songschreiber und er hat, sie haben wieviel Alben mittlerweile gemacht, vier oder fünf. Und er schreibt und komponiert all die Songs, alsoÂ… Aus Finnland kommen gute Songschreiber. Und ich glaube es gibt da, wie sagt manÂ… also jeder in Finnland hat dieses Feuer in einem drin, weißt du, das wir es wollen, dass wir es so sehr wollenÂ… Nicht wie in Amerkia z.B. weil dort sind da die Plattenfirmen und die sammeln die gutaussehenden Leute, und dann ‘hier ist ein Song, sing ihn’. Und weißt du, wo ist da das Leben, also die Musik hat keineÂ… nicht so viel Seele, glaube ich, wie z.BÂ… nun, die Finnische Musik.
Yeah, das stimmt. Okay, ich glaube das war’s jetzt.
Teemu: Okay.
Nun zu den seltsamen FragenÂ…
Teemu: YeahÂ… (Gelächter)
Du hast darum gebeten!
Teemu: Ist schon okayÂ…
Okay, ich weiß nur nicht, welche ich nehmen sollÂ… Erm ok, Cartoons. Wähl einen davon: Mumins, Simpsons, Winnie Pooh. Einen, wo du die Figuren kennst.
Teemu: Ich nehme Simpsons.
Simpsons, okay. Und jetzt setze Uniklubi mal in die Simpsons. Wer ist wer?
Teemu: ErmÂ… (denkt nach und lacht) Also, ich glaube Janne ist Homer. Und errrmÂ… Antti is Apu (lacht) und errrmÂ… Pasi ist Barney. Weißt du?
Barney?
Teemu: Der BetrunkeneÂ… (imitiert) ’Hey there!!’
Ah, okay, der!
Teemu: Ja, der! Und Jussi ist Maggie, weil er... sie sagt nie was (Gelächter) und ich binÂ… also, ich bin Bart.
Bart, okÂ… der Rebell!
Teemu: Okay, das ist allesÂ… Also, das war eine seltsame Frage, denke ich!
Okay, dann hast du gleich was, wenn dir die Frage das nächste Mal gestellt wird (Gelächter) OkayÂ… und irgendwelche schlechte Angewohnheiten?
Teemu: Jede Menge!
Uh huhÂ… Dann sag mal!
Teemu: Oh, also (Gelächter) AlsoÂ… ich glaube, weißt du, wenn du auf Tour bist und der ganze Alkohol ist umsonst, alsoÂ…
Der führt in VersuchungÂ… (lacht)
Teemu: Man trinkt eine MengeÂ… und das ist, weißt duÂ… obwohl du eigentlich nicht willst (lacht) aber es ist wieÂ… du hast nichts anderes zu tun als dich zu besaufen. Und dann also, natürlich Zigaretten, die sind immer eine schlechte Angewohneheit Und dann kann ich nicht, ich kann wirklich nicht ohne eine Tasse starken Kaffee aufwachen. Und wenn ich zwei Tage lang keinen Kaffee trinke, dann kriege ich diese massiven Kopfschmerzen. Ich habe schon Kaffee getrunken, da war ich so fünf Jahre alt, oder vier.
Oh, okay. Abhängig?
Teemu: Yeah.
Okay. Ja, und was macht ihr so auf Tour? Da ist sehr viel WartereiÂ… Außer dem Trinken?
Teemu: Yeah, jede Menge WartereiÂ… Aber wir trinken nicht bevor wir auf die Bühne gehen. Natürlich manchmal, weißt du, wenn manÂ… wenn die Tour andauert, wenn es scheint als ob es schon ewig dauert, also manchmal kann man dann schon verleitet werden (lacht) und betrinkt sich und spielt schlecht, aberÂ… Wir denken wegen dem Trinken, dass wir nichtÂ… wir haben keinÂ… wie sagt manÂ… wir können es uns nicht leisten, schlechte Shows zu spielen. Ich glaube niemand kann das. Weil, man weiß das nie, obwohl vielleicht nur fünf Leute da wären und man betrinkt sich und spielt schlecht, das könnte es sein womit der Abstieg anfängt, man weiss nieÂ… Also, aber wir spielen eine Menge (zeigt nach hinten im Bus) Wenn du Fotos machen willst, dort ist unser Entertainment-Zimmer (Gelächter) Wir spielen sehr viel mit Xbox 360, denn wir haben ein Abkommen mit denen, und dann schauen wir Filme, und dann machen wir etwas, wie z.B. Bowling gehen oder sowas, wenn es möglich ist. Und dann warten. Aber weißt du, diesen Sommer können wir die Zeit in Hotelzimmern verbringen, glaube ich, denn die Fussball-WM fängt an, und wir sind alle ziemlich große Fußballfans.
Ich hatte diese Frage, weil mir von Freunden, die auch hier sind, gesagt wurde, das Jussi ein großer Fußballfan ist, aber wenn du nun sagst ihr seid das alleÂ…
Teemu: Nun, alle, außer Antti, er beachtet das nicht so.
Ok, und wer gewinnt?
Teemu: Brasilien!
Okay. Ich komme irgendwann später bei Gelegenheit nochmal darauf zurück!
Teemu: (lacht laut)
Okay, also du musstest das ja sagen, weil Finnland ist ja nicht bei der WM dabei, oder?
Teemu: Nein, werden sie auch nie! (Gelächter)
Okay, ich denke das ist jetzt allesÂ… Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!
Teemu: Dankeschön!
Mit Teemu lässt es sich einfach gut reden und die Interviewzeit fliegt nur so vorbei. Die 30 Minuten, die ursprünglich eingeplant waren, sind bereits lange überschritten, als Teemu immer noch geduldig für einige Fotos posiert, mich ein kurzes Video für die Fans aufnehmen lässt und es arrangiert, dass ich während der gesamten Show Fotos machen darf. Er kümmert sich auch darum, dass die Anderen ihre Fragebögen ausfüllen – ein dickes Dankeschön für alles! :)
Vielen Dank an Mikko von Universal Music Finland, Esa von der Crew und natürlich Teemu für die Ermöglichung dieses Interviews!
Sieh dir das Video HIER an!