(Yellowcard)
Die kalifornische Band Yellowcard ist mit ihrem akuellen Album Lights & Sounds auf Welttournee und vor dem heutigen Auftritt in der Kölner Live Music Hall hatte Musicheadquarter.de die Gelegenheit mit dem Bassisten Pete Mosley zu sprechen.
Willkommen in Deutschland, willkommen in Köln! Habt ihr etwas von der Stadt sehen können?
Pete: Danke. Ja, gestern Abend waren wir in der Stadt und natürlich am Dom.
Und, seit ihr rauf?
Pete: Ja, wir sind den ganzen Weg rauf und es war sehr, sehr kalt und ich hab mich gestern verletzt.
Was ist passiert?
Pete: Ich bin in einen flachen Pool gesprungen und hab mir den Kopf gestoßen. Das musste mit einigen Stichen genäht werden.
Die Show heute Abend kannst du aber machen?
Pete: Klar, kein Problem. Ich hab keine Schmerzen.
Lass uns zu eurer Musik kommen. Das Intro des Lights & Sounds Album ist ein Cover von Emilias Big, Big World. Wie kommt das?
Pete: Weist du was? Du bist die dritte Person, die das sagt. Wir haben den Song nie gehört bis wir vor einer Woche in München interviewt worden sind. Sie ist ein schwedischer Popstar und wir haben nie schwedische Pop-Musik gehört. Das ist einfach nur ein riesen Zufall.
Punkrock ist vom Ursprung her die „linke“ Musik. Seid ihr politisch?
Pete: Nein, nicht wirklich. Wir haben zwar unsere Meinungen und Einstellungen aber wir haben nie behauptet eine Punkrock Band zu sein. Wir tun was wir glauben und glauben was wir tun und musikalisch haben wir natürlich einige Einflüsse aus diesem Bereich. Wir sind aufgewachsen mit Bands wie No FX und Bad Religion. Vor einigen Jahren haben wir bei den amerikanischen Wahlen unser Publikum zur Aufmerksamkeit aufgefordert. Unsere Einstellung war offensichtlich, doch wir treten nicht vor unser Publikum und sagen: Wählt diesen oder jenen Typen.
Du sagtest, Bands wie Bad Religion haben eure Musik beeinflusst. Kannst du dich noch an deine erste CD erinnern?
Pete (überlegt): Das war Do it again von den Beach Boys. Das war eine Kassette und die erste Musik, die ich mir als Kind von meinem eigenen Geld gekauft habe.
Und wann warst du das letzte Mal auf einem anderen Konzert?
Pete: Das ist erst ein paar Tage her. Wir waren in Nottingham und hatten den Abend vor unserer Show frei. Eine Band mit der wir vor einigen Jahren auf Tour waren, hat ebenfalls da gespielt und dann sind wir für einige Drinks vorbei gegangen.
Werdet ihr denn bei solchen Besuchen in Europa erkannt?
Pete: Ich nicht, ich bin eher brave Typ in unser Band. Aber unser Drummer wird erkannt. Der ist aber mit seinen Dreads auch leichter auszumachen und natürlich unser Sänger Ryan. Tja, keiner erkennt eben den Bassisten (lacht).
Wo wir gerade beim Thema sind. Es heißt im allgemeinen, Bassisten seien ein wenig seltsam. Stimmst du zu?
Pete: Ja, stimmt schon. Bassisten können eine Art Komplex entwickeln. Sie stehen meist im Hintergrund aber letztendlich sind die meisten Musiker ein wenig seltsam. Jeder hat so seine Eigenarten. Aber ich kann schon seltsam seinÂ…wenn ich zum Beispiel in zu flache Pools springe (lacht).
Sei beim nächsten Mal etwas vorsichtigerÂ…
Pete (lacht): Ja, werd ich sein.
Ich hab gelesen, dass dich der Film Vergiss mein nicht (Originaltitel: Eternal sunshine of the spotless mind) hätte dich sehr beeindruckt. Warum?
Pete: Das ist ein toller Film und Michel Gondry ist ein fantastischer Filmemacher.
Also nicht, weil du manchmal einfach vergessen willst?
Pete: Jeder hat so Phasen, in denen er etwas auslöschen will, aberÂ…woher hast du das? Hab ich das mal in einem Interview gesagt?
Nein, hab ich in einem Forum gelesen.
Pete: Ok. Wie gesagt, es ist ein toller Film, doch eigentlich interessiert mich noch mehr die Filmmusik von Jon Brion. Der macht überragende Soundtracks und ich war mitunter dabei, als er die Stücke für diesen Film geschrieben hat.
Ok, noch mal zurück zu Yellowcard. Macht euch das Touren eigentlich Spaß?
Pete: Weißt du, Songs schreiben und ins Studio gehen macht immer Spaß. Aber unterwegs zu sein, Live Shows zu spielen und zu reisen ist einfach fantastisch. Wir sind jetzt ungefähr vier Wochen in Europa und dann jeweils für eineinhalb Wochen in Australien und dann in Japan. Manchmal bekommt man schon ein wenig Heimweh, aber wenn ich wieder zu Hause bin und frei habe, dauert es maximal zwei Tage, bis mich das langweilt. Wir lieben aber was wir tun und nichts geht über das Touren.
Hast du Lieblingssongs die ihr bei eurer Show spielt.
Pete: Im Moment sind es zwei Songs vom neuen Album. Es ist aber insgesamt toll, neues Material zu haben. Wir waren mit dem Oceans Avenue Stücken zwei Jahre auf Tour und haben die bis zum Erbrechen gespielt. Nun haben wir die neuen Songs und da kann man einfach mal Luft holen. Am besten gefallen mir im Moment Sure thing fallin und Hollywood died.
Bekommt ihr eigentlich die Reaktionen eures Publikums mit und gibt es Unterschiede in den verschiedenen Ländern und Städten?
Pete: Man kann nicht speziell sagen, die Leute sind in Kanada anders als in Deutschland, Frankreich, New York oder Kalifornien. Manchmal sind die Kids einfach ein wenig verrückter als anderswo, aber das hängt nicht vom Land ab. Aber wir bekommen schon einiges mit, ziehen auch unsere Kraft daraus und versuchen ihnen einfach eine energiegeladene Show zu liefern.
Hast du vor euren Shows Lampenfieber?
Pete: Nein, nicht wirklich. Bei den ersten Malen, wo man vor großem Publikum spielt ist man ein wenig nervös. Doch letztendlich sind die Leute zu weit weg, um richtig Lampenfieber zu haben. Einmal haben mich die Vendals eingeladen zwei Stücke mit ihnen auf der Bühne zu spielen. Mit deren Musik bin ich aufgewachsen und das waren meine Helden. Da war ich schon ein wenig zittrig. Aber es hat geklappt.
Das Lights & Sounds Album wurde gerade herausgebracht. Wie sind die weiteren Pläne?
Pete: Erst einmal nur touren. Für neue Stücke ist es noch zu früh. Wir sind nun seit vier Monaten unterwegs und promoten das Album nun erst einmal außerhalb der Staaten.
Sehen wir euch in diesem Jahr bei Rock am Ring?
Pete: Das weiß ich noch nicht. Es ist in der Diskussion. Wir waren ja schon 2004 dort, doch ob es in diesem Jahr klappen wird, kann ich noch nicht sagen. Wir hoffen jedoch, in diesem Jahr noch das ein oder andere Festival zu spielen.
Vielen Dank, dass du dir vor dem Auftritt die Zeit für das Interview genommen hast.
Pete: Gerne, wirst du dir die Show heute Abend ansehen?
Ja, ich werde da sein.
Pete: Dann wünsch ich dir viel Spaß dabei!
Musicheadquarter.de bedankt sich bei Pete Mosley für das sehr nette Interview und natürlich auch bei Leila von EMI, die dieses ermöglicht hat.