Tour 2008 - Support: Redeem & Three Days Grace
Für 3 Doors Down aus Mississippi gibt es bei ihrer insgesamt sieben Konzerte umfassenden Deutschlandtournee keinen Weg an der Domstadt vorbei. Die fünf Musiker hatte ich vor ihrem Konzert das letzte Mal bei Rock am Ring 2005 gesehen und war nach ihrer Absage für RAR 2008 schon sehr auf die Show gespannt.
Nach dem Betreten des Palladiums, an dessen Eingang ich eine halbe Stunde vor Beginn nicht ein einziges Mal nach einer überzähligen Eintrittskarte gefragt werde, bietet sich ein altbekanntes Bild. Während sich der reife Teil des bereits anwesenden Publikums gemütlich etwas zu trinken besorgt, den Raucherbereich aufsucht oder einen Blick auf den Merch-Stand wirft, kleben in den ersten Reihen bereits die Teenie-Groupies aneinander, jeder von ihnen bereit, den erkämpften Platz bis aufs Blut zu verteidigen.
Um kurz nach 20 Uhr steigt der erste Support-Act, Redeem aus der Schweiz auf die Bühne und im Anschluss folgen die Kanadier von Three Days Grace. Selten habe ich so gute Vorbands erlebt, die in jeder Hinsicht den Fans richtig einheizen können.
Nach einer Umbaupause, die sich auf gefühlte zwei Stunden erstreckt, gehen dann die Lichter aus und zu den Klängen von „The Champion In Me“ das Gekreische los. 3 Doors Down-Frontmann Brad Arnold begrüßt die Menge im weißen Muskelshirt und stellt, wie auch wohl jeder im Saal fest, dass der letzte Auftritt schon eine Weile her ist.
Nachdem ich das neue aktuelle, selbstbetitelte „3 Doors Down“-Album (veröffentlicht seit 16.05.2008) nicht als Glanzleistung bezeichnen würde, ist dieses Konzert im Gegensatz dazu alles andere als enttäuschend. Ich kann nicht leugnen, dass ich zu jenen Konzertbesuchern gehöre, die mit der Hoffnung kommen, alte und bekannte Songs zu hören. Die alten Hits werden glücklicherweise reihenweise gespielt und haben an ihrer Gegenwart und Stärke nichts verloren. Auch weil sie deutlich machen, was für eine außerordentliche und erfolgreiche Band 3 Doors Down ist. Die glorreichen Evergreens wie z.B. „Kryptonite“ oder „It's Not My Time“ stellten ca. 85% des Programms dar. Die tiefgründigen Balladen „Here Without You“, „Landing In London“ und „Away From The Sun“ entfalten besonders eine Wirkung auf die Pärchen und weiblichen Besucher im Raum. Engumschlungen oder singend-schunkelnd werden 3 Doors Down hier sehr kuschelig gefeiert.
Im Großen und Ganzen macht das Quintett gut Stimmung. Die Mischung der Tracks, druckvoller Rocksound, gepaart mit intensiven Schmusesongs bringt eine gute Abwechslung und von der angeblichen Kehlkopfentzündung des Sängers Brad Arnold ist nichts festzustellen. Seine stufenlose und wohlklingende Stimme präsentiert er wie eh und je. Dennoch hat es den Anschein, dass im Vergleich zu RAR 2005, die generelle Aktivität auf der Bühne und Interaktion mit dem Publikum eher abgenommen hat. Zudem kommt es mir so vor, dass das Programm nur so runtergespielt und der Zugabenteil eher lieblos drangehängt wird, damit auch noch die aktuellen Songs wie „Train“ oder „It´s Not My Time“ gespielt werden können.
Noch mal freundlich grüßen und sich herzlich bedanken, das war’s! Enttäuschend ist auch, dass mit zwei Vorbands der Mainact nur ca. 1 Stunde und 20 Minuten gespielt hat. Eigentlich nicht das, was ich mir von einer erfolgreichen Band mit sieben Nummer 1 Singles in den USA, mehr als 15 Millionen verkauften Platten, die über Awards sowie Grammy-Nominierungen verfügt, verspreche. Alles in allem fällt mein Fazit dennoch positiv aus. Die Gründe sind hier die heilende Kehlkopfentzündung die ich berücksichtige und weil alle meine Lieblingssongs im Programm waren.