Closer To The Edge Tour 2011 - Support: Vermont Joy Parade & Our Mountain
"No I’m not saying, I’m sorryÂ…", sollten 30 Seconds To Mars aber sein. An diesem herbstlichen Dienstag spielen sie in der Lanxess Arena in Köln. Die Halle ist gut gefüllt, nur die obersten Ränge sind leerer. Schon mittags stehen die ersten Mädchen vor der Arena und warten auf den Einlass. Die Vorbands Vermont Joy Parade und Our Mountain scheinen nicht von großem Interesse zu sein. Die Fans warten sehnsüchtig auf 30 Seconds To Mars und beteiligen sich nur mehr oder weniger bei Vermont Joy Parade und Our Mountain. Man möge sie trotzdem erwähnen. Vermont Joy Parade sind ein bunter Zirkus aus Burlington, USA. Die fünfköpfige Gruppe nutzt die verschiedensten Instrumente, unter anderem Akkordeon und die Trompete, was dem ganzen einen volksmusikalischen Touch gibt. Mal was Neues. Our Mountain, eine Band aus Australien, beschreiben sich selbst als Psychedelic Rock. Das passt ganz gut zur Band, die ab und an Abbey Lee Kershaw, Karl Lagerfelds Muse, mit auf die Bühne nimmt. Das Publikum scheint entertaint, jedoch merkt man, dass alle nur auf eine Band warten.
Um 21.20 Uhr ist es dann soweit, 30 Seconds To Mars betreten die Bühne, jedoch interessiert bloß was Jared Leto treibt, der Sänger der Band. Ob die anderen auf der Bühne stehen, scheint relativ egal. Während die ersten Töne von "Escape" erklingen, wird Jared von unten auf die Bühne gefahren. Die Mädels kreischen extatisch, ohrenbetäubender Lärm. Mehr hört man nicht. Genau darin liegt das Problem, der Ton ist nicht gut und wird auch während des Konzertes nicht wirklich besser. Der Bass überwiegt und außer ein paar Wörtern hört man selbst beim Refrain nichts. Der Gute muss eh nicht wirklich singen, da das Publikum die Songs alle kennt und alle fleißig mitsingen. Was auch andere ärgert, denn außer "Jump!" hört man wenig von Jared. Die restliche Band spielt wortlos ihre Instrumente, das bestärkt den Gedanken, dass es hier bloß um einen geht, eben Jared Leto. Die Fans scheint das nicht zu stören.
Es gibt auch ein paar nette Gimmicks: riesige Ballons die vom Himmel fallen, Gummitiere die in die Menge geworfen werden, sowie Konfetti, das auf die Fans herab rieselt. Jared ist für seine Publikumsnähe bekannt, das zeigt er hier auch wieder. Er läuft durch die Massen, springt auf die Tribüne zu den Fans und spielt ein kleines Akustikset direkt neben den Fans am Mischpult. Über die Qualität seines Gitarrenspiels kann man streiten, jedoch scheinen die Fans voll befriedigt zu sein. Bei "The Kill" zücken alle ihre Feuerzeuge, beziehungsweise Handies und schwingen mit den Armen mit. Nach "Closer To The Edge" verschwindet die Band von der Bühne. Das Publikum ist mehr als verwirrt und nach einer kurzen Pause ertönen die ersten Klänge von "Hurricane" und ein Video startet. Es laufen zwei Videos zu "Hurricane" mit Playback. Während des zweiten Videos hört man viel Gepfeife. Irgendwann haben die Fans es auch dicke. Nachdem das interessante, Sado Maso-angehauchte Video zu Ende ist, spielen 30 Seconds To Mars ein kurzes Metallica Cover: "Enter Sandman".
Netterweise holt Jared noch einen weiblichen Fan auf die Bühne, welcher sich erst mal die Augen ausweint und sich dann als letztes Lied "Kings And Queens" wünscht. Das wird auch prompt gespielt und damit ist die Show beendet. An sich war diese Show wie alle anderen zuvor, es gab keine Überraschungen und die Setlist ist kurz. Mit Zugabe spielt die Band an diesem Abend 12 Songs, gezählt ohne das "Hurricane"-Video. Bei den vorhergegangenen und darauffolgenden Sets sind es 3 bis 4 Songs mehrÂ… Vielleicht hat die Band zu viel Glühwein auf dem tollen Kölner Weihnachtsmarkt getrunken und konnte deswegen nicht länger spielen. Insgesamt eine durchschnittliche Show. Die Band kann es besser!