Provehito In Altum Tour 2007
Berlin steht Kopf. Schon Wochen bevor die Tour von 30 Seconds To Mars startet spielen die Radiostationen die Musik der Amerikaner scheinbar auf Endlosschleife. Die Promotion zeigt Wirkung… oder aber es dringt langsam zur Bevölkerung durch, wer da am Mikrofon steht. Wie auch immer, vom Knaack Club geht’s in die Kalkscheune und von dort wird das Konzert in den Berliner Postbahnhof verlegt. Da soll noch jemand durchsteigen? Doch die Fans fanden ihren Weg ohne Probleme; sogar von weit her wie ein Fan-Plakat mit der Aufschrift „30 seconds to Russia“ beweist.
Mit Spannung wartet eine nicht enden wollende Schlange vor dem Eingang. Schleichendes Vorankommen hält uns von der Vorgruppe ab. Doch immerhin scheinen es alle pünktlich zum Hauptact zu schaffen. Das ist auch kein Wunder, denn die Herren lassen sich Zeit. Erst nach 22Uhr wird das Licht gelöscht und ein atmosphärisches Intro von Carmina Burana erklingt. Unter großem Jubel stürmen die Bandmitglieder die Bühne. Ein vermummter Jared Leto erscheint zuletzt, rennt und wirbelt über die Bühne als sei der Leibhaftige ihm auf den Fersen. Beginnend mit „Beautiful Lie“ stellt sich nun schnell heraus was zuerst da war: Der Musiker oder der Schauspieler. Für diejenigen, die Frontmann Jared nur aus dem Fernsehen kennen: er begann vor dem Schauspielen mit der Musik... und ist verdammt gut darin. Unglaublich hochwertig und voller Energie spielt ein jeder seine Parts. Lebensmüde wagt Jared sogar einen Sprung in die Menge und trägt verblüffenderweise noch sämtliche Kleidungsstücke, als er zurück auf die Bühne klettert.
Der ausverkaufte Postbahnhof beherbergt unterschiedliches Publikum, doch überraschenderweise ist der Altersdurchschnitt nicht gar so jung wie befürchtet. Auch das Männlein-Weiblein-Verhältnis ist ausgewogener als erwartet. Und von der ersten Minute an lassen sich die Zuschauer brav anstecken und mitreißen von der Show. Dies ist auch nicht schwer, denn ist die Setlist auch nur 9 Songs lastig so versprühen 30 Seconds To Mars über diese Zeitspanne hinweg eine solche Power, dass der Applaus und die leidenschaftlichen Mitsänger wohlverdient sind. Von Songs des Erstlingswerkes „30 Seconds To Mars“ bis zu den überwiegenden Songs des aktuellen (bzw. bereits seit 2005 aktuellen) „Beautiful Lie“ trifft Sänger Jared sämtliche Töne und schreit sich an den passenden Stellen die Lunge aus dem Leib.
Nach dem letzten Song „Attack“ erreicht das Publikum die Nachricht, dass die Band im Anschluss eine Autogrammstunde geben möchte. Fast ungläubig wird dies entgegen genommen. Doch tatsächlich wird nach kurzer Zeit im Vorraum des Postbahnhofes umgebaut und die Knaben erscheinen, mit Stiften bewaffnet um jeden einzelnen Autogramm- und Fotowunsch zu erfüllen.
Großer Respekt sei hiermit gezollt vor dem was die Band ihren Fans an diesem Abend gab. Eine brilliante Show als auch die Nähe zum Publikum überzeugten davon, dass hier das Schauspiel Nebenjob und die Musik die Hauptsache ist und hoffentlich auch in Zukunft sein wird.