5Bugs

Butter bei die Fische-Tour 2010 - 5Bugs + 3FeetSmaller - Support: See You Next Tuesday

11.10.2010 Bei Chez Heinz / Hannover

Von: Maren Röcker

5Bugs Hannover

Wer nicht weiß, wer sich hinter der "Butter bei die Fische" - Tour verbirgt, würde wohl dem Namen nach zunächst auf Helge Schneider tippen. In Wahrheit ist es eine Art Gemeinschaftsprojekt zweier schon seit längerem befreundeter Bands, den 5Bugs aus Berlin und 3FeetSmaller aus Wien. Auf ihrer Tour durch Deutschland gibt es jeweils einen dritten, lokalen Supportact, in diesem Falle See You Next Tuesday aus Hannover und Umgebung. Das Chéz Heinz ist ja ohnehin für kleine, aber auch internationale Künstler die Konzertlocation erster Wahl in Hannover. Sehr klein zwar, jedoch umso gemütlicher, mit günstigen Getränkepreisen und der entsprechend sympathischen Klientel. Da sich der Club in einem Keller unter einem Schwimmbad befindet, ist die Deckenhöhe recht knapp bemessen, dafür darf es aber bei Konzerten umso lauter werden, vor allem in Zeiten, da man immer häufiger davon hört, dass langjährige alternative Szeneclubs die Türen aufgrund zunehmender Juppisierung ehemaliger Arbeiterviertel dicht machen müssen. Nicht hier zum Glück, was einen schönen, langen Abend mit einer ordentlichen Portion Punkrock verspricht.

Normalerweise muss man im Chéz Heinz mit einiger Verspätung beim Konzertbeginn rechnen. Da dieses Mal jedoch drei Bands auf ihren Auftritt warten beginnt das Konzert verhältnismäßig pünktlich und so stürmen See You Next Tuesday relativ unvermittelt die Bühne und bieten dem Hannoveraner Publikum einen guten Einstieg in den Abend. Musikalisch fallen die vier Jungs etwas aus dem Rahmen, lässt sich ihre Musik doch eher in Richtung Hardcore schieben. Dennoch sind viele ihrer Songs dem Publikum bekannt, welches sich mehr und mehr traut den Spalt zur Bühne zu füllen. Die für Fans der typischen Punkmusik etwas ungewohnte "Gesangsstimme" wird durch ihr Talent an den Instrumenten wieder wettgemacht und so liefern See You Next Tuesday eine gute Show und einen guten Auftakt zum Abend und das sehen die Fans ebenso.

Als nächste Band lassen sich 3FeetSmaller ankündigen, die schon öfter in Hannover und Umgebung gastierten und hier die Fans bereits mehrfach überzeugen konnten. Die Fanbase auf mehreren Festivals des kürzlich vergangenen Sommers wie auch auf diversen Clubkonzerten zeigt, dass sich 3FeetSmaller mittlerweile als feste Größe in der deutschen Punkszene etabliert haben. Wer sich davon überzeugen will, kommt nicht drumherum sich das Spektakel einmal selbst anzuschauen. Neben der Musik mit Songs wie "One Night Stand" oder "See You In Hell" wird hier einiges an Show geboten, so wie ein Medley aus Cover-Songs, wobei Queen, Beyonce Knowles und Bob Sinclair nicht fehlen dürfen. Dann betont Sänger Marcus, dass er am liebsten gemietet wird um auf Beerdigungen aufzutreten und den Song "Everybody Dance Now" zu spielen. Ein weiteres Highlight bietet sich dadurch, dass die Band (bis auf den Drummer) ihre Mikrofonständer nimmt, sie vor die Bühne stellt und hier ein paar Songs zum Besten gibt. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass sich die 5Bugs ihren Headlinerstatus bei diesem Konzert teilen müssen.

Bei einem Blick auf den Tourkalender wird schnell klar, dass die 5Bugs einmal wieder alles geben, um den Ansprüchen ihrer Fans gerecht zu werden. Im Zuge der Tour werden auch kleinere Städte angesteuert, weshalb der Zeitplan extrem voll ist und sich die fünf Berliner kaum eine Pause gönnen. Dass diese Planung jedoch keinesfalls auf die Stimmung drückt wird den Fans direkt nach den ersten Tönen klar. Songs wie "In Between", "Appetite At First Site" und "We Stop At Nothing" dürfen natürlich nicht fehlen. Da das alte Equipment im Zuge eines Gewinnspieles unter den Kartenkäufern verlost wurde, glänzen Gitarrist Snöt und Bassist Daniel mit nagelneuen Instrumenten.

Dass die Jungs musikalisch topfit sind, ist ja seit längerem bekannt und ebenso textsicher sind die meisten Fans. Das Publikum singt und tanzt lauthals mit und angemessenerweise bildet sich ebenso schnell ein Pogopit, der, wie leider so oft, auf Unverständnis in den ersten Reihen trifft. Die Band hat sichtlich Spaß daran, auch wenn es manche Fans heute ein wenig übertreiben und lieber sich selbst als die Band auf der Bühne sehen, was aber im Zuge der Zugabe schnell und unmissverständlich von der Band klargestellt wird. Nebenbei wird noch schnell mit sagenhaften geschätzten fünfzehn Anläufen der schlechteste Stagediver der ganzen Tour gekürt, Hannover ist ein bisschen stolz. Als Zugabe gibt es gewohnterweise "I Love Rock ’n’ Roll" in einer umgedichteten Version von Joan Jett And The Blackhearts, wobei einige wenige (vorzugsweise in der ersten Reihe) wohl nur das Cover von Britney Spears kennen. Am Ende sind die Fans, wie es bei einem anständigen Punkrock-Konzert der Fall sein sollte, triefnass, sowohl vom eigenen als auch von fremdem Schweiß und um eine schöne Erinnerung an den Abend und ein paar blaue Flecken reicher.

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