5Bugs

Tour 2009 - Support: Not Called Jinx

09.10.2009 Kleine Freiheit / Osnabrück

Von: Maren Röcker

5Bugs Osnabrück

Es ist Anfang Oktober, langsam wird es in unseren Breitengraden wieder kälter und dunkel wird es sowieso immer früher. Dennoch lassen es sich die Rock’ n’ Roll Fans aus Osnabrück und Umgebung nicht nehmen, die 5Bugs aus Berlin am Ende ihrer langen Tour durch ganz Deutschland noch einmal auf ihrem Konzert zu besuchen. Die kleine Freiheit, gleich hinter dem Osnabrücker Hauptbahnhof, ist sozusagen Hamburger Staatsgebiet und steht, vor allem was die ganzen Astra Werbeartikel angeht, der Hansestadt in nichts nach. Schon der Eintritt in die vermutlich letzte Strandbar führt einen durch einen alten, ausrangierten Linienbus, eine äußerst originelle Idee.

So haben es auch Not Called Jinx, ebenfalls aus der Hauptstadt, in das stark abgekühlte Osnabrück am Rande von Niedersachen geschafft. Schon einige Male in Begleitung der 5Bugs, haben sie sich als Vorband diverser Musikgrößen längst etabliert und liefern selbstbewusst eine Supershow ab, besitzen aber dennoch das nötige bisschen Schüchternheit, um nicht arrogant, sondern sehr sympathisch rüberzukommen und genauso sieht es das Publikum. Der Konzertraum ist gefüllt, das Publikum gut durchgemischt und allen gefällt sichtbar und hörbar was sie auf der Bühne sehen und hören. Songs wie “Aim And Fire“ sind bei den Zuhörern bereits bekannt und beliebt und so steigt die Stimmung stetig. Mitten während des Auftritts betritt der Tonmischer die Bühne und übernimmt den Bass, ein Highlight, doch alles funktioniert wie es soll und das Publikum ist begeistert. Not Called Jinx kriegen verdienterweise einen riesen Applaus und nun freut man sich auf die 5Bugs.

Gespannt ist jeder, von vierzehn bis vierzig Jahren sind sämtliche Jahrgänge vor der Bühne vertreten und gut drauf sind alle gleichermaßen. Wem die Umbaupause zwischen den Auftritten zu lange erscheint, der vertreibt sich die Zeit mit einem kühlen Astra auf einem der unzähligen Sofas die an den Seiten stehen. Zugegeben, der geflieste Fußboden, seinerseits wahrscheinlich ein Überbleibsel aus den 70ern, ist für Konzerte denkbar ungeeignet. Dennoch macht es die Location im Gesamten längst wieder gut und wie Kilian, der Sänger von Not Called Jinx, kommentiert: "Der erste Rock n’ Roll Schuppen, der zwar so aussieht, aber wo es nicht so ekelig stinkt".

Recht hat er, was aber nicht heißt, dass man in Hamburg, pardon, Osnabrück nicht weiß wie man feiert. Im Gegenteil, spätestens beim Intro von den 5Bugs brennt die Hütte. Schon bei den ersten Songs bildet sich der obligatorische Pogopit, welcher stetig wächst. Die Band scheint nichts von ihrer Energie verloren zu haben, auch nicht auf dem vorletzten Konzert der Tour, bevor es wieder in die Berliner Heimat geht. Im Gegenteil, die fünf Jungs geben alles und das ist nicht gerade wenig. Songs wie “In Between“, “Appetite At First Sight“ und “Insight Of Me“ werden regelrecht von den Fans erwartet und gebührend gefeiert und mitgesungen. Als aus dem Pogo plötzlich einen Polonaise wird, ist Chris (Vocals) so begeistert, dass er kurzerhand eine Runde im Publikum mittanzt. Zwischendurch wird Mischer Thimo noch einmal gelobt, der leider heute vorerst das letzte Mal mit den 5Bugs aufgetreten ist und ihm wird gleich ein ganzes Lied gewidmet, natürlich nicht ohne den entsprechenden Applaus vom Publikum.

Das nächste Highlight ist, nach ca. 2/3 der Show, als Chris seine Akustikgitarre hervorholt und den Song “Just Another Tragic Story“ anstimmt, während alle übrigen Bandkollegen die Bühne verlassen. Mit den Worten "Ich hab zwar leider kein Klavier mit auf Tour, aber die Gitarre tut’s auch!". Zum ersten Mal spielt er den Song live, klingt echt gut und vor allem sehr authentisch, auch da mittlerweile unzählige Feuerzeuge aufgeleuchtet sind. Der Song geht mit viel Applaus zu Ende, und die Kollegen erklimmen erneut die Bühne. Es folgen Songs wie “Fighting In The Name Of Rock n’ Roll“ und “We Stop At Nothing“. Bei ”Automatic” stürmen Not Called Jinx plötzlich die Bühne und man übergibt sich die Instrumente. Der Song ist ja schon studiomäßig mit mehreren Sängern aufgenommen, unter anderem eben auch Kilian von Not Called Jinx. Eine echt coole Idee und ein perfekter Abschluss der Show, das Publikum zeigt Dankbarkeit, aber so richtig ist niemand zufrieden, denn das Konzert war wieder einmal zu kurz. Um das wieder gut zu machen nehmen sich die Bands noch Zeit für ihre Fans, unterschreiben unzählige CDs oder Körperteile und plaudern noch ein wenig bei einem kühlen Astra.

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