65daysofstatic

We Were Exploding Anyway-Tour 2010 - Support: Tall Ships, Nedry

08.11.2010 Hafenklang / Hamburg

Von: Jessica Franke

65daysofstatic Hamburg

Dass Genie und Wahnsinn nicht weit voneinander entfernt sind, ist ja bekannt. Bei 65daysofstatic bekommt man jedoch einmal mehr die Vorstellung davon, was man sich darunter nun eigentlich genau vorstellen kann. Niemand mischt harte, progressive, gitarrenlastige Instrumentalmusik mit einem gesampleten Off-Beat-Schlagzeug so gekonnt wie das Quartett aus Sheffield und nimmt damit eine einzigartige Stellung innerhalb der instrumentalen Math-Rock- und Post-Rock-Szene ein. Seit 2003 überzeugen die sympathischen Briten nun schon durch ihren experimentellen Sound, und auch ihre überragenden Livequalitäten sorgten wohl schließlich dafür, dass sie sich eine eiserne Fangemeinde erspielen konnten, in UK sogar zum Teil schon Hallen füllen und selbst in Asien kein unbeschriebenes Blatt mehr sind. Mit mittlerweile vier Studioalben im Gepäck können wir uns derzeit auch in Deutschland an ihrer Virtuosität erfreuen, heute machen sie im Hamburger Hafenklang Halt.

Mit der britischen Kombo Tall Ships beginnt der heutige Konzertabend. Das Trio hat sich dem Indierock verschrieben und sorgt schon mal im Vorwege für eine ausgelassene Stimmung unter den Zuschauern. Im Anschluss zeigen uns Nedry aus London ihren Hang zum Außergewöhnlichen. Mit ihrer Mischung aus Electronica und Ambient, versetzt mit Dubstep-Rhythmen, ernten sie beim Publikum formidablen Applaus.

Mittlerweile ist es richtig voll geworden im kleinen Hafenklang, der Raum ist mit Spannung und Vorfreude erfüllt. Es ist immerhin auch schon 22:55 Uhr als die Jungs um 65daysofstatic die Bühne betreten. Von der ersten Minute an geben sich die Musiker mit voller Leidenschaft ihrer Musik hin und übertragen dabei eine Energie, der sich hier im Raum wirklich keiner entziehen kann. Dafür werden die sympathischen Briten schließlich von den Zuschauern mit tosendem Applaus belohnt. Viel Zeit wird hier eindeutig nicht verschwendet, lediglich ein paar dankende Worte finden sie für die Fans. Daran scheint sich hier jedoch niemand zu stören.

Mit großen Ohren und staunenden Trommelfellen folgen die Zuschauer zu gern der Einladung der Band in ihre schillernde, rauschüberflutete und komplett kompromisslose Welt, in der man sich kollektiv zu den epischen Soundscaps bewegt. Das reduzierte Licht und die Nebelmaschine runden das ganze Spektakel mit grandioser Fertigkeit ab und fügen das Ganze zu einem authentischen Gesamtbild. Nahezu zwei Stunden liefern die Briten eine ausgezeichnete Auswahl aus dem Repertoire ihrer vier Alben ab und beweisen mit ihrer dynamischen Show, dass sie ihrem Ruf als herausragende Liveband in nichts nachstehen.

Setlist:

Piano Fights
Sawtooth Rising
Retreat! Retreat!
Pacify
PX3
Crash Tactics
Dance Dance Dance
Weak4
A Failsafe
Fix The Sky A Little
Mountainhead
Debutante
Radio Protector
Tiger Girl
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AOD

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