A-Ha

100 Jahre Norsk Hydro, Tour 2005

28.08.2005 Frognerpark / Oslo

Von: Diana Hartmann

A-Ha Oslo

Norsk Hydro feierte 100-jährigen Geburtstag und zu diesem Anlass gab’s am Samstag im Frognerpark (auch bekannt als Vigelandspark) ein großes Geburtstagsfest mit verschiedenen Aktivitäten und Konzerten – und das alles gratis. Den Höhepunkt des Abends sollte ein Konzert der norwegischen Musikhelden von a-ha werden.

Meine Freundin und ich kamen gegen 17.00 Uhr im Park an, da zu diesem Zeitpunkt eine klassische Aufführung gab: das Osloer Sinfonieorchester spielte eine Lord Of The Rings Sinfonie, und wir hofften, dass der doch etwas extreme Wechsel von Publikum uns eine Chance bieten würde, so weit wie möglich an die Bühne zu kommen. Nach dieser Aufführung wurde jedoch der abgesperrte FOS Bereich komplett geleert, so dass die Bänke entfernt und ein Bodenbelag aufgelegt werden konnte, da es wegen kräftigem Regens schon ziemlich matschig war. Die Leute, die schon seit geraumer Zeit gewartet hatten, bekamen alle ein quietschegelbes Armbändchen, und nur diese wurden dann auch wieder hineingelassen. Glückskekse wie wir sie sind, konnten wir uns dann auch zwei dieser Armbändchen besorgen bevor die Gates wieder geöffnet wurden – ein verzweifelter Gesichtsausdruck und so tun als ob man kein Norwegisch verstünde half da schon super, um den Securitymann mit den Bändchen in der Tasche zu erweichen ;)

Als dann um 18.00 die FOS Gates ohne großartige Vorankündigung geöffnet wurden, waren wir dann ziemlich schnell drin und plazierten uns wo? Natürlich in der 1. Reihe, auf der linken Seite der Bühne (welche sich als die falsche Seite herausstellte, wenn einem danch war, Morten anzuhimmeln, aber nächstes Mal wissen wir es dann besser ;) Gut, im Graben, der eigentlich keiner war, waren auf fast gleicher Höhe wie die Bühne eine Vielzahl von Fernsehkameras und deren Bediener plaziert, was nun nicht gerade uneingeschränkte Sicht auf die Buehne bedeutete. Aber auch wenn wir von etwas weiter hinten die Bühne zwar insgesamt besser im Blick gehabt hätten, entschieden wir uns ganz vorne zu bleiben, denn da gab es wenigstens keine 1,90-Menschen, die sich vor uns stellen und uns die Sicht ruinieren könnten – eine ab und zu vorbeifahrende Kamera war da in unseren Augen doch die bessere Alternative.

Es hieß dann erstmal 3 Stunden warten, wobei uns die Zeit von diversen Vorbands angenehmer gemacht werden sollte, aber Ravi mit seinem Rap-Gegröhle und Bandmitgliedern, die sich wohl im Kalender geirrt hatten und mit Faschingskostümen auf der Bühne standen, war ja nun wohl alles andere als ein passender Aufwärmer. Aber auch das überstanden wir im Halbschlaf mit Ohrenstöpseln, bis es dann um 21.15 endlich hieß: a-ha. Sage und schreibe 120.000 (!) Leute hatten sich mittlerweile im Park eingefunden, um Norwegens größte Rockband zu erleben. Und wir ganz vorne! Yeah!

Welches Teenagegirl der 80er kann sich nicht daran erinnern, Morten Harket auf Bravo Postern angeschmachtet zu haben, und ich muss sagen, die gut 20 Jährchen, die seitdem vergangen sind, haben dem Mann keine Abstriche getan. Auch als 45-jähriger sieht der immer noch zum Anknabbern aus :)

Drei bestens gelaunte Herren und diverse Gastmusiker begannen die Show mit der neuen Single Celice, gefolgt von Move To Memphis und Scoundrel Days. Ein super Sound, eine fantastische Beleuchtung samt grosse Videoschirme sorgten für die richtige Stimmung. Morten sang im großen und ganzen fantastisch und Magne tat sein bestes, um das Publikum zu animieren und zwischen den Songs zu unterhalten, da der Sänger ja nicht unbedingt die kommunikationsfreudigste Person dieser Welt ist.

Was ich ganz toll fand war, dass alles was in Norwegisch gesagt wurde auch ins Englische uebersetzt wurde, da die gesamte Frontpartie aus Fans verschiedener internationaler Fanclubs bestand, die ihre Herkunft mit Flaggen kenntlich machten. Morten sprach den internationalen Fans auch einen besonderen Dank fürs kommen aus – eine sehr nette Geste.

Insgesamt fünf Stuecke des kommenden Albums bekamen wir zu hören, unter anderem eine Ballade namens Cozy Prison, bei der Pål am Piano saß. Und natürlich spielte die Band auch jede Menge alte Klassiker, wie Crying In The Rain, Early Morning und I’ve Been Losing You, mein Lieblingssong. Es gab auch eine akustische Version von Summer Moved On, bei der das Publikum zum mitsingen aufgefordert wurde, und da das so gut klappte, wurde das singen dann beim folgenden Hunting High And Low gleich nochmal wiederholt. Es war großartig, dieses riesige Menschenmeer mitsingen zu hören. Bei Take On Me war dann mithüpfen angesagt, bevor es mit Stay On These Roads etwas langsameres zum Ausklang gab.

Natürlich wollten wir alle mehr, und a-ha kamen dann zurück mit einem weiteren Song des neuen Albums, Analogue, der mir besonders gut gefiel. Sehr rockig, und ich kann mir nicht helfen, aber einige Passagen erinnerten mich irgendwie ein kleines bisschen an The Cure. Nach The Sun Always Shines On TV und The Living Daylights verließen Morten, Magne und Pål dann erneut die Bühne, während das Publikum weiterhin “Ooohhooohooohoo, the living daylights” zum Besten gab. Klänge wie in einem Fussballstadion. Dann kamen die drei Norweger doch ganz schnell nochmal zurück mit Dark Is The Night als einen allerletzten Song, bevor endgültig die Lichter ausgingen und die Techniker ihre Aufräumarbeit begannen.

Das Chaos auf dem Heimweg war vorprogrammiert, denn 120.000 Leute passen ganz einfach nicht in die U-Bahn, aber wir ließen uns Zeit und spazierten durch den Park zu einer anderen Haltestelle, während wir die großartigen zwei Stunden, die wir gerade erlebt hatten, nochmal Revue passieren ließen.

Danke a-ha für diesen wunderbaren Konzertabend!

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