Adam Green

Tour 2005

26.02.2005 Live Music Hall / Köln

Von: Stephan Kämper

Adam Green Köln

So wie vor dem Konzert denke ich nun immer noch: Adam Green ist genial und ziemlich seltsam zugleich. Das unterstrich er in eindrucksvoller Weise schon zu Beginn des Konzertes in der Live Music Hall zu Köln. Denn ehrlich gesagt kenne ich keinen Musiker, der seine eigene Band im Vorprogramm auftreten lässt.

So gut waren die dann aber leider nicht; habe eh nur drei Lieder von ihnen hören können. Dafür waren sie in Begleitung des jungen Künstlers mit dem Schlafzimmerblick umso besser und ihre Instrumente hörten sich an wie auf dem Album. Genauso waren dann auch die Songs, natürlich abgesehen von den kritischen Worten an Michael Jackson bezüglich seines Verdachtes des Kindesmissbrauches, die schon mit Jacksons Song Heal the world im Intro begannen.

Das Konzert brachte dann alle Songs von Green. Auf jeden Fall so ziemlich jedes von Friends of Mine und dem Nachfolger Gemstones, sowie lustige Einlagen bzw. seltsame Tanzeinlagen, wie zum Beispiel bei Bunnyranch, bei dem Green wie ein Hase andeutend über die Bühne sprang.

Die Bandkollegen von den Gnomes verhielten sich immer sehr ruhig, als würden sie ausdrücken wollen, dass sie das seltsame Verhalten von Green gewöhnt sind –was sie sicher auch sind. Abgesehen von einer Szene, in der sich zwei von ihnen auf der Bühne mit einander geringen und getreten haben- natürlich spaßeshalber. Da war dann Green derjenige, der es normal fand. Anscheinend scheinen sich die beiden „Gruppen“ prima zu ergänzen.

Doch auch Abseits der Band wusste das Genie zu überzeugen, in dem er eine lange Acousticsession hielt, dessen Lieder sich anhörten als würden sie völlig improvisiert sein. Doch das Publikum war an diesem Abend eh begeistert und klatschte bei jedem auch nur halb so lustigen Verhalten des Sängers. Bei dieser Session bekamen die Kollegen Libertines die Ehre, in dem Green mit What a waster eine Hommage an sie richtete (Er sang dieses Lied übrigens schon auf den Babyshambles Sessions). Das war auch gleichzeitig der Anfang des Wunschkonzertes, der sich ganz konkret in den Zugaben abspielte, in denen Green immer wieder Leute aus dem Publikum fragte, welchen Song sie denn hören möchten. Sehr gelungener Einfall und die Bestätigung der Publikumnähe, obwohl ich mir einen freundlicheren Abschluss gegen Ende des Konzertes gewünscht hätte.

Fazit: Adam Green kann definitiv einer der ganz großen werden. Er wirkt jetzt schon ein wenig wie ein neuer Sinatra und gehört mit Ryan Adams und vielen anderen zu einer hoffnungsvollen Musikgeneration.

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