AFI

Tour 2006 / Support: Dispute & The Explosion

07.10.2006 Palladium / Köln

Von: Melanie Schupp

AFI Köln

AFI – eine Band die eigentlich ununterbrochen am Ackern und Touren ist. Doch leider führte die vier Kalifornier in den letzten Jahren nichts nach Deutschland. Doch am 07.10.2006 sollte das lange Warten endlich ein Ende haben. Zu diesem Datum spielten AFI endlich einmal wieder in Köln einen Gig.

Europaweit waren die Fans angereist und hatten teilweise sogar vor dem Palladium, in das der Auftritt aufgrund der hohen Nachfrage verlegt worden war, übernachtet. Ob französische, niederländische oder gar norwegische Auto-Kennzeichen – schon im Vorfeld wurde einmal mehr deutlich was für eine unglaubliche Fanbase AFI in der Vergangenheit als auch heute noch für sich behaupten können. Die Schlange vor dem Einlass war bereits Stunden vor Türöffnung sehr lang und wuchs mit nahendem Beginn in weite Ferne.

Trotz dem hohen Ansturm verlief der Einlass ohne Probleme. Gut organisiert erreichte das Publikum die Konzerthalle. Gleich mit zwei Support Acts fuhren AFI auf. Dispute und The Explosion wussten den Zuschauer gleich ordentlich einzuheizen. Kamen Dispute mit schnellem Hardcore / Punk aus Kalifornien daher, überzeugten The Explosion mit astreinem Punkrock. Sympathisch und sich vollkommen verausgabend rissen die Jungs beider Bands mit auch wenn die Abmischung bei Dispute noch etwas zu wünschen übrig ließ. Insgesamt war das Vorprogramm um einiges länger als der Haupact AFI sein sollte.

Endlich war es dann soweitÂ… die kurze Umbauphase für AFI neigte sich dem Ende zu und ein vollkommen in weiß gehaltenes Bühnenbild weckte die Vorfreude und die Neugierde des Publikums. Der riesige Decemberunderground Banner im Hintergrund prangte gewaltig über dem gesamten Aufbau. Als sich das Licht dimmte und die ersten Klänge zu „Prelude 12/12“ erklangen brach die Anspannung zusammen und die Gewalt des Publikums wurde freigesetzt. Die Strophen des Intros sangen die Zuschauer so laut mit, dass ich mich im Fotograben erstaunt und erfreut umdrehen und staunen musste. Es war ja bekannt, dass AFI eine besondere Bindung zu ihren Fans besitzen, aber etwas Ähnliches wie dies hatte ich schon lange nicht mehr erlebt.

Auch die Bandmitglieder, die nacheinander auf der Bühne erschienen, waren ganz in weiß gedressed. Sehr stylish und edel sah das Ganze aus, auch wenn Davey´s schwarze Hosenträger ein wenig an Clockwork Orange erinnerten. Gleich als zweiten Song wurde dann auch „Leaving Song Pt. 2“ entgegengeschmettert und das Herz eines jedes Fans müsste spätestens in diesem Moment vor Freude geglüht haben. Immer wieder unglaublich ist Davey´s Stimmspektrum. Wie auf den einzelnen Alben wechselt er mühelos von harten Screamo-Parts in sanfte Gesangspartien. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren vernommen, so könnte ich es nicht glauben.
Der Schwerpunkt der Setlist ruhte hauptsächlich auf den letzten beiden Alben „Decemberunderground“ und „Sing the Sorrow“, doch auch ein paar der älteren Stücke fanden ihren Platz. Einwandfrei und immer wieder das Publikum mit einbeziehend spielte die Band ihre Songs. Manchmal fast ein wenig zu routiniert, doch das Publikum schien das nicht zu stören. Die Stimmung war von Anfang bis Ende phänomenal und es wurde bei „Kill Caustic“ genauso mitgesungen wie zu „Silver and Gold“. Ob stimmungs- und gefühlsvoll bei „Endlessly, she said“ oder energetisch und alles wegfegend bei „Death of Season“, das Publikum stand hinter seiner Band.

Ziemlich enttäuschend war allerdings die Länge – oder besser gesagt Kürze – des Auftrittes. Nicht einmal eine volle Stunde inklusive der Zugaben, füllten AFI. Das war sicher etwas hart für die zum Teil von sehr weit angereisten Fans.
Doch das, was die Band mit ihrer kompakten Setlist präsentierte war überwältigend. Dem Publikum wurden noch einmal die letzten Energiereserven zu „Miss Murder“, dem Abschiedssong abverlangt.

Hoffen wir, dass wir nicht wieder Jahre auf die nächste Tour warten müssten und AFI uns bald wieder besuchen werdenÂ… oder vielleicht auch als Blaqk Audio, wer weiß?! Jade hatte immerhin im Interview vorab eine kleine Hoffnung diesbezüglich aufkeimen lassenÂ…

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