Diamond Wink Tour 2005
Je später der Abend, desto...
... emotionaler die Stimmung? So müßte es im Falle des Konzertes am vergangenen Montag in der Jahrhunderhalle in Frankfurt heißen. Alanis Morissette gab sich zum Besten und schaffte einen rasanten Stimmungswechsel vom „ungeduldig verärgert“ hin zu „himmelhoch jauchzend“.
Nach einer tollen Vorgruppe und unendlich erscheinenden 2 Stunden Wartezeit kam die kanadische Künstlerin elfengleich auf die Bühne geschwebt. Untermalt wurde das Szenario durch den Einspieler des klassischen Mädchenchor Scala mit dem Morissette Song „21 things“.
Waren zuvor noch böse Buh-Rufe aufgrund der langen Wartezeit zu hören, so donnerte der Applaus nun so, daß die Wände wackelten. Alanis bot mit der Originalversion von „21 things“ einen Konzertbeginn, der es in sich hatte. Die ersten Zeilen des Songs „Do you derive joy ....“ schien eine Antwort auf die mißmutige Ungeduld des Publikums zu sein und man mußte fast lächeln.
Vergessen waren die Stunden des Wartens und für die fast 5000 Alanisfans gab es kein Halten mehr.
Das Songprogramm umfaßte die gewohnten Erfolgsbrecher wie „you learn“, „you outhta know“, „uninvited“ und sicherlich „Ironic“. Bei letzterem sang das textsichere Publikum fast die erste Strophe allein und es schien als wollten sie den gesamten Text alleine singen, so laut sangen sie mit. Jedoch hatten sie gegen Alanis keine Chance. Die stimmgewaltige Sängerin schmetterte den Refrain gewaltig in die Halle. Das Bühnenbild war hellblau erleuchtet und die Akustik war atemberaubend. Unterstrichen wurde die tolle Atmosphäre durch 2 riesige Leinwände, die neben der Bühne angebracht waren, so daß auch der letzte Fan in den hinteren Reihen einen einwandfreien Blick auf die dunkel- und wieder langhaarige Sängerin werfen konnte.
Nach dem Song „front row“ fühlten sich ganz besonders die Fans aus der ersten Reihe, die nach über 6 Stunden des Ausharrens vor der Konzert Halle und dem Kampf um die begehrten Plätze in der ersten Reihe bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Diesem Gefühl konnte sich nach dem letzten Lied „thank you“ niemand mehr entziehen.
Ein tolles Konzert, ein tolles Publikum und eine noch viel tollere Alanis Morissette. Würde man es machen wie Alanis, so müßte man ebenso „thank you“ singen.