Alice In Chains

Tour 2009

06.08.2009 Essigfabrik / Köln

Von: Willi Nickolaus

Alice In Chains Köln

So viel Grunge hat Deutschland schon lange nicht mehr erlebt! Eine Woche vor der Pearl Jam-Tour steht Alice in Chains auf dem Programm der Kölner Essigfabrik - das erste von drei Konzerten in hiesigen Gefilden. Zwar hatten die Mannen um Mastermind Jerry Cantrell im Sommer 2006 einige Festival- und Clubgigs in Europa und den USA absolviert, aber das sie im Jahre 2009 nochmal auf Welttournee - noch dazu mit neuem Album im Gepäck - gehen, war schon eine große überaus angenehme Überraschung. Neuer Sänger, neues Album, neues Glück - eine Gleichung, die an diesem Abend aufgehen sollte.

Besonders für ein paar Hardcore-Fans, die vor dem Gig in den Genuss eines Meet and Greet mit der Band kamen, obwohl sie sich dafür gar nicht beworben hatten. Eigentlich wollte sich ein AIC-Anhänger nur seine Gitarre von der Band unterschreiben lassen. Nachdem der Tourmanager jedoch feststellte, dass ein paar Gewinner des Treffens nicht erschienen waren, wurde der Fan kurzerhand samt Anhang in den Backstage-Bereich begleitet. Und so gab es neben der Unterschrift auch Drinks und Gelegenheit, mit der Band ein bisschen abzufeixen.

Um kurz nach 20 Uhr wird es ernst: Jerry Cantrell, Mike Inez, Sean Kinney und der neue Sänger William DuVall (Ex-Comes With The Fall) betreten sieben Jahre nach dem Tod von Layne Staley die Bühne, um von Anfang an klar zu machen, dass die Band immer noch brennt wie Zunder.

Schwere Wawa-Schwaden legen sich über die Menge und leiten den Opener "Rain When I Die" vom 1992er Album "Dirt" ein. Bereits ein paar Töne sorgen für den ersten Schwung Gänsehaut und die absolute Notwendigkeit, sich in der Nähe des Bühnenrands zu gruppieren. Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt deutlich auf Gitarrengott Jerry Cantrell und Debütant William DuVall. Cantrell legt sich wie gewohnt arschcool in die Saiten und auch DuVall wird seiner Rolle als neuer Frontmann gerecht. Eigentlich merkt man überhaupt gar keinen Unterschied zwischen Duvalls Stimme und der seines charismatischen Vorgängers Stayley. Auch die nachfolgenden Hits "Angry Chair", "Man In The Box" und "Them Bones" erklingen in CD-Qualität. Komisch nur, dass die Stimme bei "A Looking In View", der ersten Single vom neuen Album "Black Gives Way To Blue", deutlich leiser und schwachbrüstiger zu vernehmen ist. Zumal sie später bei alten Hits wie "We Die Young", "Nutshell" und "Would" wieder zu anfänglicher Qualität heranwächst. Bleibt zu hoffen, dass Duvall die neuen Songs noch nicht so gut auf dem Kasten hat, wie die schon live-erprobten alten HitsÂ…

Spätestens bei "Rooster", das als formidable Zugabe kredenzt wird, sind sich alle einig: Alice in Chains sind jeden Cent des Eintritts wert und sind an diesem Abend wie ein Phönix aus der Grunge-Asche aufgestiegen. Das macht Appetit auf das neue Album "Black Gives Way To Blue", das ab September im Handel erhältlich ist. Als kleinen Vorgeschmack gibt es HIER das neue Video zur Single "A Looking In View".

Setlist:

Rain When I Die
Angry Chair
Man In The Box
Them Bones
Dam That River
A Looking In View
We Die Young
Nutshell
Love, Hate, Love
Sludge Factory
Acid Bubble
Again
It Ain't Like
Would
---------------
Check My Brain
Dirt
Rooster

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