You and me against against the world Tour 2005, Support: Sonor
Ein nordischer Wind wehte am 25.11.2005 in Hannover. Die Sturmbö nannte sich Apoptygma Berzerk und sorgte für volle Hallen im Capitol. Bereits um 20.45 Uhr war die Location proppenvoll und die Stimmung kochte noch bevor die Norweger die Bühne betraten. Erwartungsvolle Vorfreude ging von dem bunt gemischtenÂ… nein, besser gesagt schwarz facettierten Publikum aus. Ob das der Verdienst der Vorgruppe Sonor war vermochte ich nicht zu sagen, da ich diese leider verpasst hatte. Ungeduldiges Gemurmel und einiges Geschrei nach dem Hauptact machten sich nach einer Weile breit. Apoptygma Berzerk ließen nicht lange nach sich rufen und kurz nach 21.00Uhr betrat die Band unter tosendem Applaus das Rampenlicht.
Geir Bratland, Angel, Anders Odden, Fredrik Brarud und nicht zuletzt Stephan GrothÂ… man wusste gar nicht wo man zuerst hinsehen sollte, denn einer sah besser aus als der andere und alle strahlten bis über beide Ohren. Es war der letzte Abend der Tour und Apoptygma Berzerk gaben noch einmal alles. Gleich mit "Eclipse" legten sie ordentlich los und bei dem dritten Song "Tuning to the frequency of your soul" tanzte der gesamte Saal. Alsbald wurde auch der Hit des aktuellen Albums präsentiert. "In this together" erhitzte die Gemüter und lautstark wurde mitgesungen. Bevor der Pulk überkochte ging das Set in das chilligere "Lost in Translation" über, um ein wenig Atemraum zu verschaffen.
So kalt es in Norwegen auch sein mag, die Jungs waren es keineswegs! Sie stachelten das Publikum an, spielten vorrangig ältere Songs wie "Deep Red", "Unicorn", "Kathys Song" oder "End of the world", die das Publikumin sich aufsaugte wie ein hungriger Vampir das Blut. Freudig feierten die Jungs on stage mit, so dass kaum jemand dem Bann der Tanzeswut entkommen konnte und automatisch angesteckt wurde. Die Stimmung war bombig, es war erstaunlich wie feierfreudig das Publikum des Abends war und immer wenn man dachte es ginge nicht mehr, bewiesen Band als auch Publikum das Gegenteil. Apoptygma Berzerk spielten ihr Set einwandfrei und mit solchem Enthusiasmus, dass es eine Wonne war ihnen zuzusehen. Auch die Akustik ließ keine Wünsche offen und man konnte von dem Ganzen nicht genug bekommen.
Bei der aktuellen Single "Shine on" fiel der Vorhang mit dem Bandlogo im Hintergrund und eine riesige Videoprojektion zeigte den zugehörigen Videoclip. Die Zeit verging – wie es so oft ist bei solch gelungenen Konzerten – wie im Fluge und nach empfundenen 20 Minuten (die sich als tatsächliche 90 Minuten entpuppten) kündigte Stephan den letzten Song an: "End of the world"Â… doch sicherlich nicht das Ende des Konzertes, denn es wurde gerufen, geklatscht und gepfiffen, bis Apoptygma Berzerk für eine Zugabe erneut auf der Bühne erschienen. Und für diese ließen sie sich nicht lumpen und gaben unter anderem "Love never dies" zum Besten.
Als die Band diesmal verschwand war des Ganzen immer noch nicht genug und das Publikum gab keine Ruhe bis eine zweite Zugabe für sie drin war. VerständlichÂ… wer dem Publikum so einheizt muss auch die (positiven) „Konsequenzen“ tragen. Die Freude kannte keine Grenzen als der allgemeine Publikumsliebling "Nonstop Violence" gespielt wurde. Hierbei flogen noch einmal die Fetzen, denn es war klar, dass es nun leider keine Zugabe mehr geben würde. Die Stimmung war atemberaubend, wie bereits den gesamten Abend über und die Sympathiepunkte der Band stiegen und stiegen.
22.50 Uhr war Ende des Konzertes und es herrschte ein totaler Überschuss an Glückshormonen. Mit glasigem Blick und absoluter Zufriedenheit im Gesicht verließ das Publikum das Konzert und wer noch nicht genug hatte, feierte bei der folgenden Party im Capitol weiter.