Tour 2005
Nachdem ich Audioslave schon auf dem Hurricane beobachten konnte, habe ich mich richtig gefreut jetzt im kleineren Kreis die Fusion aus Soundgarden und Rage against the machine zu begutachten. Trotz Ärger auf Grund der hohen Ticket Preise und der Verlegung vom Palladium ins E-Werk schien die Hütte voll zu sein.
Um halb zehn ging es endlich los, und wie. Mit den Openern „Your time has come“ und „Set it off” legten Audioslave gleich richtig gut los. Zögernd und zurückhaltend, erstmal abwartend, wie es ja fast bei jedem Konzert ist. Publikum und Band müssen sich erst anfreunden. Doch das Anfreunden wurde spätestens beim dritten Song „The worm“ abgelegt. Chris Cornell (Vocals) in seiner eher unbeweglichen Art und Tom Morello (Guitar) in bekannter Manier an seinem Saiteninstrument.
Natürlich war die Stimmung gut, denn schließlich wusste man, dass mittlerweile die alten Soundgarden und RATM Songs ins Live-Programm aufgenommen wurden. Endlich, dachten die Einen, ein Fragezeichen machten die Anderen. Ob das gut geht? Chris Cornell a la Zack de la Rocha?
Zunächst aber spielte man den Soundgarden Song „Spoonman“ vom 1994 Megaseller „Superunknown“. Nicht schlecht. Das hat schon mal geklappt. Überwältigender Applaus durchfuhr das E-Werk. Da war die Erinnerung an frühere Zeiten deutlich zu spüren. Und Chris Cornell war über die Reaktionen sichtlich angetan und widmete den darauf folgenden Song, glatt jenen die zuvor so stark applaudierten. „Like a stone“ brachte also dann die erste kleine Erholung. Zumindest fürs Publikum.
Auch der etwas schwächere Song „Doesn’t remind me“ vom aktuellen Lonplayer „Out of exile“ wurde gut begleitet. Es folgetn weitere neue Stücke wie „Man or animal“ und den erst zum dritten oder vierten Mal live gespielten „#1 zero“. Mit zum Highlight gehörte auf jeden Fall die aktuelle Single/Video „Be yourself“. Abermals ließen sich die Leute im Kölner E-Werk auf Cornells Stimme treiben.
Die traditionelle Bandvorstellung folgte und mir war klar, nachdem ich die Jungs ja bereits auf dem Hurricnae gesehen habe, was im Anschluß folgt. Cornell verließ die Bühne und ließ Tim Commerford (Bass), Tom Morello und Brad Wilk (Drums) allein. Und wie die Freude aus jedem zu sprühen schien, konnte man deutlich erkennen, denn die ersten Akkorde vom RATM-Klassiker „Bulls on parade“ ertönten im Kölner E-Werk. Keine schlechte Variante ohne Cornell. Bevor man sich blamiert, lässt man es lieber bleiben. Der Song hat auch so ordentlich gerockt. Direkt im Übergang folgte „Sleep now in the fire“ vom RATM Debut Album. Hier trat Cornell wieder nach vorne und lieferte eine solide Gesangsleistung ab. Bewusst hatte man wohl die Songs ausgesucht, die eher zu Cornells Stimme passen würde, bzw. die er am besten umsetzen kann. Starker, respektvoller Applaus. Auch das war nicht schlecht.
„Drown me slowly“ holte uns nur kurz wieder in die Gegenwart zurück, denn es ging mit „Loud love“, einem `89er Ur-Gestein von Soundgarden, wieder zurück in die Vergangenheit. Erst das zweite Mal wurde dieser Song vor Live-Publikum zum Besten gegeben.
Bei Tom Morello tropfte schon der Schweiss von seiner Baseball-Cap. Der Mann schien aber auch alles gegeben zu haben. Unglaublich sind seine ja schon obligatorischen Soli in jedem Stück. Auch die Soundgarden Sachen spielte Morello perfekt. Mit „Shadow of the sun“ endete der erste Teil der Show und Audioslave zogen sich für eine kleine Unterbrechung zurück. Die Menge tobte natürlich wie verrückt und wollte mehr. Gerade die neu aufgelegten alten Songs wollte man verständlicher Weise hören.
Schließlich kam Chris Cornell alleine mit Akustik Gitarre wieder auf die Bühne und bat doch alle die können mitzusingen. „Black hole sun“, der wohl erfolgreichste Soundgarden Song wurde in einer zarten Akustik Version dargeboten. Sehr schön. Und im Anschluss folgte auch noch „Fell on black days“ und höre und staune „Call me a dog“. Ein alter Temple of the dog Haudegen. „I am the highway“ reihte sich in das Akustik Set ein. Gegen Mitte des Songs setzten die anderen drei wieder ein und man freute sich auf weitere Klassiker. Insbesondere wohl auf einen genau. Und so kam es, dass alle bei „Killing in the name“ mächtig ausrasten durften.
Mit ihrer ersten Singleauskopplung „Cochise“ beendeten dann Audioslave ihr Gastspiel in Köln. Sehr gerührt und sichtlich beeindruckt verabschiedeten sich die vier. Das hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht. Schade ist wirklich nur, dass die Songs der beiden Vorgänger Gruppe einfach mehr im Kopf bleiben, als die aktuelleren Sachen. Ich finde trotzdem das Audioslave auf einem guten Weg sind. Diese Stimme, diese Riffs braucht man einfach.