Babyshambles

Tour 2008 - Support: The Kilians

22.01.2008 Live Music Hall / Köln

Von: Martina Dietrich

Babyshambles Köln

„The Babyshambles – Ein Trauerspiel“ - So, oder so ähnlich könnte man die Vorstellung der Band rund um den skandalumwitterten Frontmann Pete Doherty beschreiben.

Das Publikum empfing die Supportband „The Kilians“ aus Dinslaken um kurz nach 20:00 Uhr mit eifrigem Applaus, der jedoch erkennen ließ, worauf die Masse eigentlich wartete: einen Hinweis zu bekommen, ob Pete Doherty auch wirklich in Köln ist und somit das Konzert der Babyshambles auch wirklich stattfindet. Viele Fans jeden Alters haben sich eingefunden, die meisten bereits im zweiten oder dritten Anlauf The Babyshambles endlich live zu sehen und zu erleben.

Simon den Hartog, Sänger von The Kilians, beruhigte das ungeduldige Publikum mit den Worten „ein Konzert das stattfindet“, wodurch sich die Zweifel legten und die Zuhörerschaft die Band ausgelassen feierte. Mit Songs wie „Enforce Yourself“ oder „When Will I Ever Get Home“ ist die 5-köpfige Band als Live Act zu empfehlen. Um 21 Uhr beendeten The Kilians ihre Show und bedankten sich fleißig, wodurch der wortgewandte Frontmann mit „Danke, dass unser erstes Konzert hier ein ausverkauftes Konzert ist“ an Sympathie gewann.

Enttäuscht oder dankbar? Diese Frage stand den meisten Konzertbesuchern, die am heutigen Abend das Konzert bereits um 22:30 Uhr verließen, auf der Stirn.

The Babyshambles wurden heroisch empfangen, ich denke, nicht zuletzt, weil Pete Doherty durch Anwesenheit glänzte. Mit „Carry On Up In The Morning“ begann die Band um 21:20 Uhr ihre Show. Es folgten weitere Songs aus dem neuen Album „Shotter’s Nation“, unter anderem Â„Delivery“, „UnBiloTitled“ oder „The Lost Art of Murder“.

Zugleich jedoch wurden die Pausen zwischen den Songs immer etwas länger, die zunächst noch durch Kommentare von Pete Doherty selbst überbrückt wurden. Er glänzte mit deutschem Vokabular um auf seinen „leckeren Apfelsaft“ aufmerksam zu machen oder den Fans die Gelegenheit zu bieten, ihre „Pete – I love you“-Chöre zum Besten zu geben. Definitiv war das Publikum mehr als geduldig mit ihm und erfreute sich über jeden weiteren Ton, den die Band spielte.

Schweigen – um 22:00 Uhr war es mit einem Mal vorbei. Die Musik verstummte, die Band verließ die Bühne. Was war geschehen? Soll es das schon gewesen sein?

Nach cirka fünf Minuten kam Gitarrist Mik Whitnall auf die Bühne und verkündete „Pete will be back in a second.“ Natürlich ließ dies genug Spielraum für Spekulationen unter den Zuhörern über einen möglichen Zusammenbruch des in letzter Zeit eher durch seine Eskapaden berüchtigten Pete Doherty.

Der Gitarrist besänftigte das mitunter verunsicherte Publikum mit geselliger Überbrückungsmusik, bis der Frontmann gegen 22:15 Uhr, von den Gästen umjubelt, auf die Bühne zurückkehrte. Begonnen wurde nun mit einem Gitarrenintro, welches „Albion“ andeutete, jedoch nach einigen Minuten in den Song „Fuck Forever“ aus dem Album „Down In Albion“ überging.

Das Publikum nun völlig losgelöst, schrie sich die Lyrics förmlich aus dem Leib. Für einige Minuten waren Band und Fans eins und förderten sich gegenseitig. Ein guter Start nach der unerwarteten Unterbrechung, doch dies sollte zugleich der Höhepunkt des Abends bleiben.

Denn The Babyshambles verabschiedeten sich nach diesem Song und traten ab. Die Hoffnung, dass sie doch noch einmal auf die Bühne zurückkehren, erlosch, als die Lichter in der Live Music Hall angingen.

Die Frustration von vielen Fans und Gästen konnte man nicht überhören oder übersehen. Enttäuschte Gesichter hier und dort, vor allem bei denen, die extra aus anderen Ländern, zum Beispiel England, anreisten, um Pete Doherty und Band doch endlich einmal live zu erleben.

The Babyshambles: außerordentlich, bemerkenswerte Musik, eine grandiose Band, mit einem mehr als talentierten Pete Doherty, doch leider nicht in der Lage ein kontinuierliches Livepensum zu erfüllen. Ist man nun also enttäuscht oder doch eher dankbar zumindest für kurze Zeit etwas von ihnen gehört zu haben?

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