Bad Religion

The Dissent Of Man Tour 2011 - Support: The Adolescents

19.07.2011 E-Werk / Köln

Von: Daniel Rosnau

Bad Religion Köln

Ein Bad Religion Konzert ist in etwa vergleichbar mit einem Besuch bei betagten Verwandten: Es könnte immer das letzte Mal sein. Also begeben sich an diesem verregneten Dienstagabend wieder zahlreiche Punkrockfans in das Kölner E-Werk, um die Urväter des US-Punkrocks zu sehen.

Ein bunter Pulk verschiedenster Leute - Punks, Altrocker, Skater und ein paar jüngere Fans - mischen sich um kurz vor 21.00 Uhr vor der Bühne, wo bis gerade eben noch The Adolescents spielten - die wie Bad Religion ebenfalls zu den Gründungsvätern der Szene zählen. Dann, fast pünktlich um 21.00 Uhr ist es soweit und die Fünf betreten die Bühne. Brian Baker hat die Ehre und prescht die ersten Akkorde des Openers "The Resist Stance" in die Saiten und eröffnet das gut 80-minütige Set der Kalifornier. Das Kölner Publikum braucht jedoch noch zwei weitere Songs um richtig warm zu laufen, ist aber bei "21st Century Digital Boy" schon fast auf Betriebstemperatur.

Greg Graffin grinst ins Publikum und ist allgemein in Topform. Der Rest der Band verhält sich eigentlich wie immer: Brooks Wackerman drischt wie ein Derwisch auf seine Felle ein, Brian Baker schrabbelt leidenschaftlich auf seiner Les Paul, Jay Bentley springt, singt und rockt einfach nur - ich glaube von allen Anwesenden hat er am meisten Spaß. Nur Greg Hetson schaut etwas gelangweilt aus der Wäsche und trägt seine Gibson SG mehr oder weniger - abgesehen von ein, zwei Sprüngen - spazierend über die Bühne. Aber in der Summe passt der Gesamteindruck, denn auch nach 31 Jahren lassen Bad Religion fast alle ihrer Genrekollegen alt aussehen.

Wenn man als Band Klassiker (und Neo-Klassiker) wie "Punk Rock Song", "Los Angeles Is Burning" und "21st Century Digital Boy" schon in den ersten sechs Songs, also verdammt früh verbraten kann, dann bedeutet dies eigentlich nur, dass auf der Setliste ein Highlight dem nächsten folgt. Hier ist eigentlich für jeden was dabei, klar der ein oder andere wird vielleicht seinen Lieblingsong vermissen, aber hey - Bad Religion haben auch ein riesiges Repertoire. Ich meine, in 31 Jahren sammelt sich schon der ein oder andere Song an. "Wusstet ihr eigentlich, dass wir die einzige Punkrock Band sind, die einen Song über Schach geschrieben haben?", witzelt Graffin vor dem Song "The Defense" vom mittlerweile auch schon fast zehn Jahre alten Album "The Prozess Of Belief". Nicht nur diese Ansage, sondern auch Sprüche wie "Ihr seht zwar nicht gut aus, aber ihr habt wunderschöne Stimmen" vor "Generator" sorgen für Gelächter und gute Stimmung.

Eigentlich eine Bad Religion-Show wie jede andere: Bunt gemischte Klassiker, ein paar Songs vom neuen Album (live vorgetragen überzeugen die Lieder von "The Dissent Of Man" übrigens auf ganzer Linie) und zwischendurch ein wenig Unterhaltung durch Greg Graffin. Am Ende dann tropfender Schweiss von der Decke und zufriedene Gesichter.

Setlist:

The Resist Stance
Social Suicide
21st Century Digital Boy
Los Angeles Is Burning
Wrong Way Kids
Punk Rock Song
Atomic Garden
Before You Die
Recipe For Hate
The Devil In Stitches
Come Join Us
New Dark Ages
The Defense
1000 More Fools
Them And Us
Generator
Cyanide
Let Them Eat War
No Control
Along The Way
Fuck Armageddon... This Is Hell
---------------
American Jesus
Infected
Sorrow

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