Band Of Skulls

Tour 2010 - Support: Turbo Fruits

05.06.2010 Molotow / Hamburg

Von: Jessica Franke

Band Of Skulls Hamburg

Im Jahre 2008 finden sich an irgendeinem College irgendwo in Southampton drei junge Musiker zusammen. Und weil man sich so gut versteht und man mit drei Songwritern und zwei Leadsängern eh nix falsch machen kann, gründet man kurzerhand eine Band - die Geburtsstunde von Fleeing New York, die ihren Namen im November 2008 in Band Of Skulls umändern. Und ehe man sich versieht, sind die drei keine Freizeitmusiker mehr, sondern es geht um mehr, nämlich um ein Album. Ja und dann geht auf einmal alles ganz schnell. Innerhalb von 18 Monaten arbeitet das Trio an seinem Album "Baby Darling Doll Face Honey", welches schließlich im März 2009 zunächst in Großbritannien veröffentlicht wird. Kurze Zeit später hallt das Echo ihrer ersten Rocksongentwürfe in die Hallen des britischen Musikmagazins NME und was die Indiegemeinde weiß: Dort einmal angekommen, dauert es nicht lange, bis die Hype-Maschine auf Hochtouren läuft. Seit Januar 2010 ist das Album auch hierzulande erhältlich und mit genau diesem im Gepäck erscheinen die drei Supertalente am heutigen Abend im Hamburger Molotow.

Pünktlich um 21 Uhr beginnt das Konzert mit Turbo Fruits, die vorab schon mal für ordentlich Stimmung sorgen. Das Molotow ist nicht ausverkauft, aber dennoch gut gefüllt. Das Publikum lässt sich gut auf die drei Jungs aus Nashville, Tennessee ein. Es wird eifrig mitgetanzt und begeistert applaudiert. Beim letzten Song wird noch einmal ordentlich Gas gegeben. So manövriert der Sänger seinen Mikrophonständer in die Menge und präsentiert von hier aus "Mama's Mad Cos I Fried My Brain" mit vollem Einsatz. Um 21:30 Uhr verlassen die Jungs die Bühne und werden dabei gebührend vom Publikum gefeiert. Ich nutze die Umbaupause, um mir vorne an der Bühne einen Platz zu ergattern und schaue mich dabei ein wenig im Publikum um. Es ist wirklich ein bunt gemischter Haufen, von jung bis alt, vom Rocker bis zum Indie, alles ist dabei, was wahrscheinlich an der Vielfältigkeit des Trios liegt. Zwischen klassischem 60’s Rock, experimentierfreudiger Psychedelic und stellenweise tadellosem Indiepop legen sich die Band Of Skulls niemals fest.

Nach einem rasanten Umbau kommt um 21:50 Uhr schon die Band auf die Bühne. Und diese legen mit "Light Of The Morning", dem Einstiegssong des Albums, gleich ordentlich los. Satter Gitarrensound und ein krachendes Schlagzeug, Gesichtsakrobatik von Schlagzeuger Matt Hayward inklusive. Was mir sofort auffällt ist die Größe von Emma Richardson (Gesang, Bass), die bestimmt nahezu einen Kopf größer ist als Russell Mardsen (Gesang, Gitarre). Russell hat vier Gitarren mit im Gepäck, die auch alle fleißig abwechselnd gespielt werden. Darunter befinden sich, neben einer Fender, noch zwei wunderhübsche Gretsch.

"Wir haben euch ausschließlich Songs von unserem Album mitgebracht, bis auf einen, der ist nicht vom Album und der kommt jetzt", heißt es von Russell bevor schließlich "Friends", ein Song ihrer neuen EP "Friends" (2010), gespielt wird. Dem Publikum gefällt er sichtlich und auch bei mir steigert der Song die Vorfreude auf die neue EP, die in Deutschland bisher noch nicht erschienen ist. Neben ihren rockigen Nummern beweisen sich die Drei auch in ruhigeren Stücken wie "Patterns" und "Fires". Mein persönliches Highlight liefern die sympathischen Engländer jedoch mit ihrem Klassiker "I Know What I Am", bei dem auch die Fans ordentlich mitrocken und auch hier und dort textsichere Fans zu beobachten sind.

Zur Zugabe gibt es schließlich "Hollywood Bowl" auf die Ohren, sehr zur Freude der Fans. Und auch die Kombo hat sichtlich Spaß daran. Scheinbar wollen sie die Bühne gar nicht verlassen und dehnen den Song so weit wie möglich in die Länge, wobei sie nochmal so richtig zeigen, was sie drauf haben. Nun ist aber wirklich Schluss, Matt verschafft sich Platz, indem er sein Schlagzeug zur Seite tritt und dann verlässt die Band um 22:55 Uhr schließlich die Bühne. Da helfen auch weitere Zugaberufe nichts, das Konzert ist vorbei. So richtig lang war´s ja nicht, viel Material haben die Drei ja aber auch noch nicht. Schön war´s aber trotzdem. Meine lieben Band Of Skulls, macht weiter so!

Setlist:

Light Of The Morning
Death By Diamonds And Pearls
Friends
Patterns
Fires
Cold Fame
I Know What I Am
Bombs
Blood
Impossible
---------------
Hollywood Bowl

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