BAP

Eröffnung der Festspiele Burg Nideggen

21.08.2009 Burg Nideggen / Nideggen

Von: Wolrad Wolff

BAP Nideggen

Niedecken auf Burg Nideggen: BAP eröffnen in diesem Jahr die Festspiele auf der Burg und begeistern ihre angereisten Fans in ritterlichem Ambiente. Schon auf dem Weg durch das kleine, verträumte Städtchen hoch zur Burg wird klar, dass dieser Abend ganz im Zeichen kölscher Kultur stehen wird: Gastronomen werben mit dem Slogan “kölsch essen und Kölsch trinken“. Dieses Angebot wird von vielen gerne angenommen und es steigt die Stimmung und somit die Vorfreude auf ein Konzerterlebnis der ganz besonderen Art. Spätestens bei Betreten der Burgruine stellt sich bei den Besuchern das Gefühl ein, dass eine Prise Rock’n’Roll das einzige ist, was diesem lauen Sommerabend noch fehlt.

Darauf muss das Publikum nicht lange warten: Pünktlich betreten die Kölsch-Rocker die Bühne und lassen mit ihrem ersten Titel “Nemm mich met“ gar keinen Zweifel daran, was an diesem Abend geschehen wird: eine Zeitreise durch 30 Jahre Bandgeschichte.

Der Sound, der anfangs noch etwas holperig daherkommt, ist schnell korrigiert und Teile des Publikums sind schon nach dem ersten Song völlig aus dem Häuschen. Den Rest hat es endgültig gepackt, als wenige Stücke später der Klassiker “Ruut-wieß-blau querjestriefte Frau“ gespielt wird. Den Song “Wellenreiter“ singt Niedecken nicht selber, sondern lässt ihn vom äußerst textsicheren Publikum singen. Auf der Bühne stehen fünf Männer und eine Frau. Die Geigerin Anne de Wolff wertet das Bühnengeschehen nicht nur optisch auf. Mit ihren sehr geschmackvollen Streichereinheiten veredelt sie so manchen Song und das findet beim Publikum großen Zuspruch. Streckenweise ist sie der Star des Abends.

Faszinierend für sein Publikum ist aber vor allem auch Wolfgang Niedecken: Was er wie kein Zweiter beherrscht, ist die Gratwanderung zwischen erhobenem Zeigefinger und Party. Seine Texte regen zum Nachdenken an. Und wenn er Werbung für “Rebound“, ein Hilfsprojekt für die Kinder und Opfer des Bürgerkrieges in Uganda, macht, wird seinen Ansagen andächtig gelauscht. Die Musik der Band hingegen strotzt vor Energie und Spielfreude, sie regt zum Tanzen und Feiern an und sorgt durchweg für gute Laune.

Fast dreieinhalb Stunden spielen BAP an diesem Abend und weder Band noch Publikum zeigen Anzeichen von Ermüdung. Das Programm ist so abwechslungsreich gestaltet, dass auf keinen Fall Langeweile aufkommt: Die gelungene Mischung aus alten BAP-Klassikern und neueren Songs - zum Beispiel vom aktuellen Album “Radio Pandora“ - wird mit großer Begeisterung aufgenommen und macht diesen Abend zu einem Konzerterlebnis, das lange im Gedächtnis bleibt.

 
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