Beady Eye

Einziges Deutschlandkonzert - Support: Steve Cradock

14.03.2011 E-Werk / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Beady Eye Köln

Innerhalb von nur vier Stunden war das, ursprünglich für die Live Music Hall geplante, einzige Konzert des kleinen Gallaghers und den Resten von Oasis ausverkauft. Umso erstaunlicher, dass auf dem Weg zum E-Werk noch einige Tickets zum halben Preis zu erwerben sind. Das Publikum in der Halle ist bunt gemischt, einige Briten haben den weiten Weg auf sich genommen und auch die üblichen Sprechchöre sind zu hören. Neben dem absoluten Durchschnittsplattenkäufer stehen vereinzelt durchgestylte Mods, die Altersspanne liegt zwischen 20 und 60 Jahren, die In-Crowd ist lobenswerter Weise weitgehend fern geblieben.

Bevor Beady Eye die Songs ihres Debüts zum Besten geben, legt Support Steve Cradock (Ocean Color Scene) einen souveränen, routinierten Auftritt hin, der seine gitarristischen Qualitäten noch einmal unterstreicht und seine gesanglichen Fähigkeiten bloßstellt. Um 21:20 Uhr ist es dann endlich soweit und Gem Archer (Gitarre), Andy Bell (Bass, Gitarre), Chris Sharrock (Drums), Jeff Wootton und Matt Jones an Bass und Keyboards entern die Bühne. So wie auch Oasis, beginnen Beady Eye ihr Set mit einem Instrumental.

Die Crowd ist feierwillig und, zumindest zu Beginn, wähnt man sich auf einem Oasis-Gig. Liam Gallagher fährt sein übliches Bühnenspiel, das Mikro viel zu hoch, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Die Topffrisur sitzt und schon nach kurzer Zeit trieft der Parka vor Schweiß, was den Zeremonienmeister dazu bewegt, auch noch die Kapuze aufzusetzen. Die anfängliche Begeisterung legt sich dann jedoch recht bald, sind die neuen Songs doch nur ein fader Abklatsch der Ursprungsband, die ja auch in erster Linie eine, wenn auch gute und originelle Beatles-Kopie war.

Große Hits fehlen völlig und Songs wie das radiotaugliche "The Roller" können auch nur kurz von den offensichtlichen Schwächen im Songwriting ablenken. Aber Liam Gallagher hat sichtlich Spaß, neben den obligatorischen "Fuck" richtet er hin und wieder das Wort an das Publikum und sogar so etwas ähnliches wie ein Lächeln ist auszumachen. Er begutachtet das Publikum und scheint sich darüber zu freuen, auch ohne seinen Bruder die ganze Halle rocken zu können. Nach einer Stunde und einer Zugabe ist der Spuk dann vorbei und zurück bleibt ein etwas fades Gefühl. Hier die Setlist:

Four Letter Word
Beatles And Stones
Millionaire
For Anyone
The Roller
Wind Up Dream
Bring The Light
Standing On The Edge Of The Noise
Kill For A Dream
Three Ring Circus
Man Of Misery
The Beat Goes On
The Morning Son
---------------
Sons Of The Stage (World Of Twist Cover)

 

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