Ben Folds

Tour 2007

06.02.2007 Live Music Hall / Köln

Von: Simon Baranowski

Ben Folds Köln

Nach 2005 erschien Ben Folds wohl schneller als gedacht in good old Germany. Für vier Konzerte kam der Amerikaner über den Teich geflogen. Dabei gab es eigentlich gar nicht so richtig viel neues Material. Die aktuelle Platte „Supersunnyspeedgraphic“ ist lediglich eine Best of seiner vorher veröffentlichten EPs und Fan – bzw. Internetauskopplungen. Köln bildete den Abschluss seines Deutschlandbesuchs. Trotz angeschlagener Bronchien rockte Folds gute 2 ½ Stunden. Von einem Gesundheitsproblem spürte keiner was. Der Pianist schaffte mit seinen beiden Mitstreitern Jared Reynolds am Bass und Sam Smith am Schlagzeug eine perfekte Mischung aus sanften harmonischen Tönen und energievoller Tastenakrobatik. Zusätzlich zum Klavier stand dem Trio diesmal auf der Tour auch ein kleiner Synthesizer zur Verfügung, der nicht nur zur Belustigung der Gäste in Köln da stand, sondern gekonnt in viele Songs eingebaut wurde.

Ein bunt gemischtes Programm, das alle Teilabschnitte der Musiklaufbahn von Ben Folds beinhaltete. Alte Ben Folds Five Sachen, Solostücke seiner beiden Longplayer „Rockin’ the suburbs“ und „Songs for Silverman“ sowie Darbietungen der oben bereits genannten Kollektion seiner EPs und Singles.

Zu Europes „The Final Countdown“ wurde das Publikum auf den Auftritt vorbereitet, bis dann schließlich Ben Folds und seine zwei Kollegen ganz lässig, fast schon typisch trottelig schlürfend die Bühne betraten. „Theme from Dr.Pyser“, ein Instrumental Stück von Ben Folds Five, machte den Einstieg. „Trusted“ und „Gone“ folgten. Sichtlich amüsiert über seinen eigenen Humor viel es Ben Folds schwer bei dem Ein oder anderen Song ernst zu bleiben. Aber er meisterte alles wunderbar. Es war eine sehr ausgelassene Stimmung. Das Publikum lachte mit und war wohl genauso überrascht von den Entertainer-Qualitäten wie Folds selber. Trotz magerer Besetzung mit Klavier, Bass und Schlagzeug wurde definitiv gerockt und viel improvisiert. Melodien wie „Fred Jones Pt2“ oder „Evaporated“ suchen ihresgleichen. „Underground“ und „Kate“ vielen über die Leute herein. Man erkannte den Spaß und die Leidenschaft auf der Bühne. Hier wurde richtig Musik gemacht.

Andere Hervorzuhebende Songs waren vor allem „Landed“, den Badapda-Mitsing-Song „Army“ und seine Eigeninterpretation von „Bitches ain’t shit“. Eine Cover Version von HipHopper Dr.Dre, welche die bösen Worte richtig schön lieb verpackt. Ebenfalls coverte Folds den Postal Service Hit „ Such great heights“, wobei hier der Synthesizer richtig gut zur Geltung kam. Ein wundervoller Abend.  Über zwei Stunden Rock, Eleganz, Lockerheit und SentimentalitätÂ… alles was das Musikerherz begehrt.

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