BigBang

Tour 2007

14.12.2007 Yard Club / Köln

Von: Wolrad Wolff

BigBang Köln

Mit großen Schritten geht das Jahr 2007 seinem Ende entgegen, jedoch nicht, ohne ein Clubkonzert der Extraklasse für uns bereitgehalten zu haben.
Bigbang heißt die dreiköpfige Truppe aus Norwegen rund um den Frontmann Øystein Greni (guitar, lead vocals), die mit 200 Gigs in diesem Jahr sicherlich rekordverdächtig ist. Während sie in Deutschland noch ein absoluter Geheimtipp sind, gehören Bigbang in ihrer Heimat zu den momentan angesagtesten Bands. Ihr aktuelles Studioalbum „Too much Yang“ landete direkt nach seiner Veröffentlichung auf Platz 1 und wurde einen Tag später vergoldet.

Wie sich in Köln im Yard club sehr bald rausstellt: Diese Band ist ein musikalisches Phänomen. Da ist keine Spur von Ermüdung oder Langeweile. Bescheiden, ja fast unscheinbar betreten Olaf Olsen (drums, vocals), Øyvind Storli Hoel (bass, vocals) und Øystein Greni aus dem Publikum heraus die Bühne. Und dann geschieht das Unglaubliche: Die drei sympathischen Jungs aus dem Norden Europas spielen den ersten Ton und haben das Publikum direkt auf ihrer Seite. Der Yard club ist zur Hälfte gefüllt und es wird mitgesungen, getanzt und gefeiert.
Der Sound der Band ist vintage, auf jeglichen überflüssigen digitalen Schickschnack wird verzichtet - warm ertönen alte Gitarren und alte Verstärker. Die Songs der Band sind eindeutig Singer/Songwriter-orientiert. Sie sind rockig und bestechen durch dreistimmige Vocals, die den Gesamtsound extrem verdichten und fett machen. Das Zusammenspiel der Band ist atemberaubend tight. Keiner der Musiker hat es nötig, sich in irgendeiner Art und Weise profilieren zu müssen; vielmehr steht jeder von ihnen ganz im Dienste des Songs. Und so kommt es beim Publikum auch an: Rocksongs, die mit ihrer geballten Wucht Emotionen auslösen, die durch ihre Direktheit bestechen und die einfach glücklich machen. Von der ersten Minute an gab es niemanden im Publikum, der keinen Spaß hatte – überall glückliche Gesichter von Leuten, die wussten, dass sie musikalisch einen besonderen Abend erleben würden.

Eigentlich wollte Øystein Greni ja Profi-Skater werden, jedoch machte ihm eine Knieverletzung einen Strich durch die Rechnung. Und so entschloss er sich, es seinem Vater gleichzutun und Gitarrist in einer Band zu werden. Das ganze Unternehmen schien jedoch erstmal gescheitert, als 1999 das zweite Album der Band „Electric Psalmbook“ total floppte. Aufgeben war aber für Øystein keine Option, und so lieh er sich Geld, um das Album noch einmal zu promoten. Und so wurde die Band erst zum Geheimtipp und dann zu einem Major Act in Norwegen. Im Moment lebt die Band in Kalifornien. Der Grund dafür sei die Skaterkultur und natürlich auch das bessere Wetter.

Wer Lust auf die Musik von Bigbang bekommen hat, dem empfehle ich als Einstieg das Doppel – Livealbum „Radio Radio TV Sleep“, welches bis heute das meistverkaufte Livealbum in Norwegen ist. Ihren größter Hit „ Girl in Oslo“ findet man auf dem 2000 erschienen Album „Clouds rolling by“, das ähnlich wie „Frontside Rock'n'Roll“ (2002) sehr direkt und pur daherkommt. Das neue Album „Too much Yang“ ist für meinen Geschmack schon fast ein wenig zu perfekt produziert, aber es sind schöne Songs darauf, und es kann kein Zufall sein, dass es von Null direkt auf Platz 1 landete.

Øystein Greni selbst sagt, es sei zwar sehr schön, viele alte Instrumente zu besitzen, aber letztendlich sei das nicht wichtig. Was zählt, ist die Musik!
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Bon Jovi Tickets bei www.eventim.de