Billy Bragg

Tour 2008 - Support: Kathryn Williams

29.09.2008 E-Werk / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Billy Bragg  Köln

Nach seiner Zusammenarbeit mit Wilco, in der der Legende Woody Guthrie gehuldigt wurde, und seinem diesjährigen Album „Mr. Love & Justice“, das er in zwei Versionen einspielte (nämlich einmal mit Band und einmal so), ist Billy Bragg für einige wenige Konzerte zu Gast in Deutschland. Und zwar so, wie man ihn seit Beginn seiner Karriere kennt und liebt: Alleine mit seiner Gitarre.

Heute Abend besucht er Köln und so wie er ist auch sein Publikum etwas in die Jahre gekommen. Der Oberrang im E-Werk wird für das heutige Konzert nicht benötigt und der Innenraum ist, –UNGLAUBLICH-, komplett bestuhlt. Einige wenige bleiben direkt an der einzigen geöffneten Theke stehen, obwohl es noch reichlich freie Plätze gibt.

Um 21 Uhr kommt Billy Bragg dann auf die Bühne, ohne Band, mit E-Gitarre um den Hals und beginnt mit „The World Turned Upside Down“, einer englischen Ballade von 1643, die von allen politisch motivierten Liedermachern gerne gesungen wird und schon seit langem zum Repertoire von Billy Bragg gehört. Weitere Songs der frühen Alben, wie z.B. „Greetings To The New Brunette“, „The Milkman Of Human Kindness“, „Sexuality“ und natürlich „There Is Power In A Union“ folgen. Zwischen den einzelnen Stücken hält Billy Bragg die gewohnten politischen und kämpferischen Reden, das aktuelle Tagesgeschehen betreffend. Es gibt nur wenige, die es schaffen, sich selbst dabei nicht zu ernst zu nehmen, sondern jedes Thema mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

„I Keep Faith“ vom neuen Album widmet er dann auch den Kölnern und ihren "lustigen" Aktionen kontra der Rechten Szene und macht damit zugleich deutlich, dass es sich bei allem Gesagten nicht um bloße Pose, sondern um gelebte Haltung handelt, die er seit mittlerweile 25 Jahren in der Welt zu verbreiten sucht.

In einem kleinen Set zwischendurch gibt Billy Bragg dann seine Lieblingssongs von Woody Guthrie und anderen Helden zum Besten. Er bringt kleine Späße zu seinem „Punk-Image“ und zu Johnny C(l)ash, bevor er dann nach dem unvermeidlichen „A New England“ und knapp zwei Stunden Programm von der Bühne verschwindet, um am Merchandise-Stand noch Autogramme zu geben. Alles in allem endet damit ein runder, nostalgischer Abend, der den einen oder anderen sogar zum Aufstehen bewegen konnte.

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