The Devil´s Playground Tour 2005
Es gibt verschiedene Arten von Konzerten. Die, bei denen man keinen blassen Schimmer von dem hat, was einen erwartet, einige, bei denen man eine grobe Vorstellung hat und solche, bei denen man sich drauf freut wie ein kleines Kind. Kurz vor dem dritten Advent rückt die Zeit zum wünschen ja immer näher, Billy Idol ist auf Tour und somit durfte ich nun ein Konzert der Kategorie 3 besuchen.
1984 habe ich mir als damals 9-jähriger meine erste Ronny´s Popshow LP gekauft, auf der neben grandiosen Songs wie Depeche Modes Master and Servant auch Eyes without a face von Lippe Idol drauf warÂ…jaja, die guten alten Zeiten. Inzwischen 50-jährig hat Billy in diesem Jahr sein neues Album Devils Playground herausgebracht und ist mit diesem gerade auf Tour.
Nach dem üblichen Verkehrsterror endlich in der Philipshalle in Düsseldorf angekommen und mit dem ersten Pils versorgt, muss ich am Merchandising Stand dann Schmunzeln. Neben den üblichen Shirts und CDs bietet Billy dem weiblichen Publikum ein besonderes Gimmick an. Für 15 Euro ist hier auch ein rot-schwarzer String zu erstehen, auf dem „The Devils Playground“ zu lesen ist.
Die Halle in Oberbilk ist rappelvoll als Billy um kurz nach Acht auf die Bühne tritt und er lässt es direkt richtig krachen. Wie es sich für eine Tour zum Album gehört, spielt er zu Beginn den Opener des aktuellen Albums Super Overdrive. Wen der Song auf dem Album vielleicht nicht sofort überzeugt hat, der wird live eines besseren belehrt. Klassischer Rock n Roll vom Feinsten. Die Techniker haben von Beginn an den Lautstärkeregler auf Maximum gesellt und werden ihn – Gott sei Dank – bis zum Ende hin nicht mehr anfassen. Auch die Sorge, dass die alten Hits zu kurz kommen werden, wird schon zu Beginn zerstreut, als er als Song Nummer 2 dann Dancing With Myself nachlegt.
Nun nimmt sich Billy die Zeit sein Publikum zu begrüßen und erklärt, wie er sich den Abend vorstellt. Er will sowohl Songs von Devils Playground als auch Stücke vom Best of-Album spielen und kündigt dann an: „I wanna party with you“! Der Jubel stimmt ihm zu und er bringt mit Flesh for fantasy den nächsten Hit.
Früh legt er seinen Sixpack frei und rockt bei White Wedding um kurz darauf das Tempo mit Eyes Without A Face etwas zu dosieren. Zu Sweet Sixteen schnallt er sich dann erstmals selber die Gitarre um.
Steve Stevens zeigt im Anschluss bei seinem beinahe zehnminütigen Gitarrensolo, warum er als einer der besten Rockgitarristen der Welt gilt. Filigranes Spiel, Tempiwechsel und ein bisschen Poserei, als er blind hinter dem Kopf und dann mit den Zähnen spielt, begeistern die Menge.
Bevor er Ready, Steady, Go spielt, ein Song, der noch aus den Zeiten seiner Gruppe Geneartion X die er 1981 verließ, stammt, kündigt er vorsichtig das Ende des Konzerts an. So richtig nimmt ihm das aber noch keiner ab und das Mainset beendet er dann auch erst nach dem folgenden Rebell Yell.
Als ich nach mehr als zwei Stunden und weiteren vier Zugaben die Halle mit Druck auf den Ohren und Come on my little Dancer auf den Lippen glücklich und zufrieden die Halle verlasse ist mir schnell klar, dass der alte Mann mir heute eines der besten Konzerte des Jahres geboten hat. Den Spannungsbogen hat er sowohl mit einer gesunden Mischung der alten (auch aus Generation X Zeiten) und neuen Songs sowie mit verschiedenen Phasen innerhalb des Konzerts gehalten. Ein lauter und schneller Anfangs- und Endteil und im Mittelpart einige etwas ruhigere Songs. Das hat dafür gesorgt, dass der Auftritt nie durchhing und ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat ihn live zu sehen raten, die Gelegenheit wahr zu nehmen. Grandioser Auftritt!
Super Overdrive
Dancing With Myself
Flesh For Fantasy
Body Snatcher
White Wedding
Scream
Eyes Without A Face
Sweet Sixteen
To Be A Lover
Sherri
Louisiana
Guitar Solo
Rat Race
L.A. Woman
Blue Highway
World Comin´ Down
Ready Steady Go
Rebell Yell
Hot In The City
Yellin´ At The Xmas Tree
Kiss Me Deadly
Mony Mony