Blumentopf & Band Tour 2006
Nach längerer Zeit gehen die fünf vom Blumentopf mal wieder auf Tournee. Das muss wohl schon sehnlichst erhofft worden sein, denn das Kölner E-Werk war rammelvoll an diesem Abend. Das Publikum überwiegend jung und ausgelassen. Ein paar junge Frauen konnten ihr Glück nicht fassen und hingen sich in den Armen, als Blumentopf nach dem guten und von der Menge bejubelten Auftritt von „4 zu 1“ endlich auf die Bühne kamen.
Da war es ca. 21.15 Uhr. Die Show ging los. Blumentopf spielten querbeet alles was die Highlights ihrer fünf Alben so hergeben. Von „6 Meter 90“, über „Was der Handel“ bis zum aktuellen „Horst“ eben. Das war für mich sehr angenehm, da ich ihr neues Album „Musikmaschine“ noch nicht kannte. Das E-Werk nickte, wippte, hüpfte, warf die Hände um her als gäbe es kein Morgen. Auch der Topf hatte sichtlich seinen Spaß. Vor allem die Freestyles waren mal wieder unangefochten. Das kam auch den Barpersonal sehr entgegen, denn die waren mal sowas von unterbesetzt, dass manche die Hoffnung langsam aufgaben, an diesem Abend noch ein Bier zu bekommen. So gegen Ende nahmen die Fünf noch das Wagnis auf sich, ihre mittlerweile erlernten Instrumentenkünste mit ins Set einzubauen. Das machten sie aber nicht lange, da die Leute weniger wegen Melodie dort waren. Dennoch nicht schlecht und sicherlich der richtige Weg um im nächsten Album ein wenig vielfältiger zu klingen.
Mit „Horst“ verabschiedeten sie sich dann auch nach über 2,5 Std. Spielzeit aus Rücksichtnahme darauf, dass so mancher bestimmt am nächsten Tag noch arbeiten müsse. Das stimmte, den einige verließen schon vorher das Konzert, wahrscheinlich aus diesem Grunde. Gelohnt hatte es sich allemal. Die Jungs haben dem Publikum mehr geboten, als man erwarten durfte und welche Künstler geben heute noch gute 2,5 Stunden Vollgas auf der Bühne? Da sucht man lange und findet wenige. Mit dem deutschen HipHop ist es ja heutzutage im Grunde auch vorbei. Da ist es gut, dass man sich noch auf die „alte“ Garde, wie Dendemann, Fettes Brot oder eben auch Blumentopf verlassen kann. Die sprechen über aktuelle, das Leben in Deutschland betreffende Probleme und Späße, haben Witz und nehmen sich gelegentlich auch selbst nicht so voll.
Draußen regnete es wie seit langem nicht mehr. Warten oder Gehen? Gehen. In den zehn Minuten zum Auto konnte man nasser nicht werden. Währenddessen klang mir „Horst“ durchs Hirn. Am Auto angekommen hatte der Regen aufgehört. Wie man es macht, ist es falsch und jeder ist manchmal ein Horst. Aber wenn man dann noch lächelnd nach Hause fahren kann, muß es ein cooler Abend gewesen sein.