Blumentopf

Ihr & Wir - Tour 2010

12.10.2010 E-Werk / Köln

Von: Marc Brüser

Blumentopf Köln

Freestyle! Freestyle, freestyle, freestyle! Wenn Microsoft Word ein Synonym für diesen Begriff angeben müsste, wäre es wohl Blumentopf. Die HipHop-Konzerte und Battles, welche ich im Laufe der Zeit besucht habe sind einfach nichts gegen das, was die vier Jungs plus DJ Sebi Weiss an diesem kalten Oktoberabend im Kölner E-Werk vor 1.500 Zuschauen bieten.

Doch zum Anfang: Aufgrund der reizenden Unterstützung der Kölner Verkehrsbetriebe kann ich leider nichts über den Support Ya-Ha schreiben. Die Leute die ich gefragt habe meinten jedoch alle, dass die Band durchaus gut angekommen sei. Soviel dazu. Exakt um Viertel vor 9 gehen die Lichter in der Halle aus und das Quartett aus dem Dorf Freising im tiefsten Bayern betritt nach und nach die Bühne. Klassiker wie "Jeder Zweite linkt dich" und "Horst" lassen zwar etwas auf sich warten, dies ist jedoch entschuldbar aufgrund des Neulings "Wir", wovon einige Lieder - zum Beispiel die zweite Singleauskopplung "SoLaLa" - anfangs zum Besten gegeben werden. Das Publikum feiert, springt, hebt die Hände nach oben, einfach eine super Atmosphäre.

Doch die atmosphärischen Höhepunkte bleiben die Balladen. Zur Freude vieler wird "Da läuft was schief" gespielt und ein wenig später - meiner Meinung nach Bluemtopfs Meister- und Lebenswerk - "Manfred Mustermann". Einfach Wahnsinn wie man das Leben eines Ottonormalverbrauchers innerhalb von sechseinhalb Minuten so haargenau auf den Punkt bringen kann. Wahnsinn einfach. Und dann sind da nicht zu vergessen noch die Freestyles, wo unter anderem als Themen der Endstand des Deutschland – Kasachstan Spiels, sowie (wie nicht anders zu erwarten) Stuttgart 21 zu Tage kommen. Hierbei handelt es sich um einen Vorschlag, man könne es doch einfach dem "Köln Modell" gleichtun: Man gräbt ein Loch unter dem Bahnhof, er stürzt ein und so erledigt sich das Problem von selbst. Genial einfach und einfach genial. Mit "Party Safari" verabschieden sich die Töpfe nach gut anderthalb Stunden zum ersten Mal, lassen es sich jedoch nicht nehmen noch eine satte Zugabe von fünf Songs zu spielen.

Wow, was ein Konzert! Jetzt aber schnell zu den Garderoben, bevor sich eine riesige Schlange bildet - Pustekuchen! Die Herren erscheinen doch tatsächlich ein zweites Mal auf der Bühne. Und nicht nur auf der Bühne, sondern es geht auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Gefühlte fünf Minuten lassen sich die Töpfe vom Publikum zum Beat von DJ Sepalot vom Graben bis zur Mitte der Halle tragen und wieder zurück.

Nach letztendlich geschlagenen 2 Stunden und 15 Minuten ist dann endgültig Schluss. Und was bleibt großartig als Fazit zu sagen, außer das oben beschriebene noch einmal zu erwähnen? Blumentopf sind noch bis zum 29. Oktober auf Tour. Ihr bekommt für 25€ an der Abendkasse (so viel war es in Köln) wohl mit eines der besten Konzerte des Jahres geboten. Hingehen lohnt sich!

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