Bon Jovi

Have A Nice Day Tour 2006 Support: Nickelback

13.05.2006 LTU Arena / Düsseldorf

Von: Stefan Bink

Bon Jovi Düsseldorf

Bevor Bon Jovi am Abend knapp 50.000 Menschen in der LTU Arena mit seinem Auftritt beglücken möchte, bekommt er am Nachmittag auf der Pressekonferenz sein aktuelles Album Have a nice day in Platin überreicht, was er betont lässig zur Kenntnis nimmt und sich zu der Aussage hinreißen lässt, dass er Musik nicht des Geldes, sondern der Musik wegen macht. Fast vergisst er am Ende sogar die Edelmetallscheibe und man erfährt dort auch, dass sich Gitarrist Richie Sambora die Schulter angeknackst hat.

Wie es sich für einen Superstar gehört, ist auch der Support Act mit Nickelback durchaus alleine in der Lage, Konzerthallen zu füllen. Die Kanadier um Frontmann Chad Kroeger spielen auch nicht die übliche halbe Stunde einer Vorgruppe, sondern legen selbst ein fast einstündiges Konzert hin. Genug eigene Hits dafür haben sie ja auch auf jeden Fall. Die Vorfreude auf die Kombination dieser beiden Top Acts weicht – wie so oft in großen Arenen – jedoch recht schnell einer soundtechnischen Ernüchterung. Wer rockwillig auf den Big Bang gewartet hat, bekommt zwar bei fetten Drums im Idealfall leichtes Kammerflimmern, die Gitarren erreichen jedoch die Tribüne nur noch als Matsch und Unterhaltungen sind mit seinem Nachbarn auch ohne große Schreierei möglich. Im Innenraum scheint dies jedoch der Stimmung keinen Abbruch zu tun. Als Nickelback ihren Part dann mit How you remind me beenden, war der Auftakt zwar o.k., doch ich hatte mir irgendwie mehr erhofft.

Bleibt also die Hoffnung auf Bon Jovi, der nach einer kurzen Pause mit Last man standing vom aktuellen Album beginnt. Ganz in schwarz läuft er ein und begibt sich direkt ins Fanherz des Innenraums. Der Sound ist etwas besser ausgesteuert als noch Minuten zuvor und begeistert intoniert das Publikum jede Silbe des darauf folgenden You give love a bad name.
Was folgt ist ein bunter Streif durch die Bandhistorie mit naturgemäßem Hang zum Have a nice day Longplayer. Nächstes Highlight ist In these arms, wobei insgesamt auffällt, dass die beste Stimmung immer bei den größten Hits aufkommt. Hier ist der Sound eben nicht so wichtig, da selbst Kreti und Pleti die Texte kennen und man so mit seinem Nachbarn Arm in Arm feiern kann.
Musikalischer Höhepunkt des gesamten Abends ist wohl unbestritten der Auftritt von Richie Sambora. Solo nie so richtig in Wallung gekommen zeigt er bei I´ll be there for you, dass er weit mehr als der Erfüllungsgehilfe des Großmeisters ist. Der Gesang ist fesselnd und die Schulter scheint ihn bei seinem brillanten Gitarrenspiel nicht im Geringsten zu behindern.
Das Mainset hält dann noch einige Hits von Bon Jovi bereit. Bad Medicine und Living on a prayer werden wieder gemeinsam gesungen, bevor sich John und seine Musiker eine kleine Pause gönnen. Für die Zugabe hat sich die Band dann noch einen meiner Lieblingssongs aufbewahrt. Wanted dead or alive ist eines dieser Lieder, deren man einfach nicht überdrüssig werden kann und nach These days ist dann Ende der Vorstellung.

Etwas ratlos verlasse ich die Arena. Hat mir das jetzt gefallen oder war das nicht so doll? Leider hat die Akustik diese Frage aufgeworfen. Schlecht war es nicht, doch zu wenig präzise war die Instrumentierung und sorgte somit für deutliche Abstriche beim Konzertspaß. The bigger – the better funktioniert nun mal nicht zwangsläufig von alleine. Als Plus kann sich Bon Jovi auf jeden Fall die reine Quantität des Konzerts auf die Fahne schreiben. 2 Stunden sind eine sportliche Leistung, wobei mich die Setlist wiederum nicht vom Hocker gerissen hat. Letztlich bleibt eine nicht ganz aufgegangene Rechnung. Nickelback + 60 Euro + Bon Jovi bringt leider nicht das Ergebnis, mit dem man im Vorfeld kalkuliert hat.

LAST MAN STANDING
YOU GIVE LOVE A BAD NAME
CAPTAIN CRASH & THE BEAUTY QUEEN FROM MARS
I'D DIE FOR YOU
THE RADIO SAVED MY LIFE TONIGHT
NOVOCAINE
EVERYDAY
BORN TO BE MY BABY
STORY OF MY LIFE
JOEY
IN THESE ARMS
HAVE A NICE DAY
WHO SAYS YOU CAN'T GO HOME
IT'S MY LIFE
I'LL BE THERE FOR YOU (Lead Vocals: Richie Sambora)
SOMEDAY I'LL BE SATURDAY NIGHT
KEEP THE FAITH
BAD MEDICINE
RAISE YOUR HANDS
LIVIN' ON A PRAYER

BELLS OF FREEDOM
LAST CIGARETTE
I'LL SLEEP WHEN I'M DEAD
WANTED DEAD OR ALIVE
THESE DAYS

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