Tour 2005
Das die Boss Martians über nicht zu verachtende, Musikalische Qualitäten verfügen, wissen wir Deutschen spätestens seit dem erscheinen ihrer aktuellen Scheibe „The Set-Up“ (deren schöne Kritik ihr hier Lesen könnt ...CD Review).
Was Ursprünglich mal als Surfband Combo anfing, mauserte sich nun mit der neuen Scheibe zu einem feinen Stück Power Pop, ein Stilwechsel der sich auszahlen sollte.
Also tigerte ich neugierig ins Underground um die Live Qualitäten der Band auf die Probe zu stellen. Direkt am Eingang wurde man schon darauf hingewiesen das während des Konzerts ein Video Dreh stattfinden sollte, interessant.
Die 4 Jungs aus Seattle begannen ihr Set direkt überraschend mit einem neuen Song namens „Wrong Time“ der wunderbar mit auf die Set Up CD gepasst hätte. Das Publikum zeigte sich anfangs sehr zaghaft und das Underground selbst war nur zur Hälfte gefüllt, was mich doch aufgrund der durchwegs positiven Kritik zur neuen CD etwas verwunderte.
Aber keine Zeit lange nachzudenken, mit „I Wanna Be Your Addiction“ und „I Am Your Radio“ folgten dann auch direkt 2 meiner Liebling Songs und die menge bewegte sich etwas mehr, auch wenn Party Stimmung sicherlich anders aussah.
Sänger Evan Foster machte dann auch eine kurze Pause und informierte die anwesenden das man heute das Konzert mitschneiden würde um Material für einen neuen Videoclip zu sammeln. Er forderte die Anwesenden auf doch noch was näher an die Bühne zu kommen und keine Angst zu haben, mit leichten Zögern folgte man dann seiner aufforderung und die Atmosphäre wurde langsam etwas geselliger.
Im Anschluss folgten dann auch „Walk Away“ und das sehr schöne „Oh, Angela“ bei dem das Publikum sogar ein wenig mitsang, anscheinend geht’s ja doch.
In den gut 70 Minuten andauernden Set gab es dann auch noch einige der alten Songs wie zb. „Dreaming In Stereo“ und „Making The Rounds“ zu hören, nicht ganz so überzeugend wie das neuere Material, aber allemal gute Party Songs die Live Stimmung machten.
Einer der Highlights war zweifelsohne als Bassist Scott Myrene die Bühne verliess und munter in der Menge verschwand während er weiterspielte. Nur um dann bei einem sehr irritierten, jungen Herrn rücklings zwischen den Beinen durchzukrauchen.
Aktionen wie diese sorgten für gepflegtes Schmunzeln und passten natürlich hervorragend zur gute Laune Musik der Band, schlechte Stimmung hatte da wahrlich keine Chance.
Nachdem die Band später noch einige Songs zur Zugabe spielten entschuldigte sich Sänger Evan beim Publikum und gab bekannt das man jetzt noch einmal „Oh, Angela“ spielen müsse damit das Videomaterial für den Song auch im Kasten ist. Da es zum Glück ein schöner Song ist gab es vom Publikum aus auch kein murren und man feierte den Song noch einmal mit.
Wobei „Feiern“ ein bisschen übertrieben war. Sosehr die Band sich auch ins Zeug gelegt hatte, so ganz ist der Funke an dem Abend leider nicht übergesprungen. Vielleicht wussten einfach zu wenige der Besucher was für Musik da auf sie zukommen würde, anders kann ich mir das ganze kaum erklären. Mehr als verdienten Applaus, sehr wenige Gesangseinlagen und ein bisschen Oberkörper Schaukeln gab es leider nicht zu sehen.
Durch die sehr gute Soundqualität, die überzeugende Bühne Performance und die Stimmungsvolle Musik, konnte der Abend aber dann doch noch mit einem zufriedenen Gefühl im Magen enden. Vielleicht geht ja beim nächsten Kölner Konzert die Menge was mehr mit, schön wäre es allemal, wenn die Jungs aus Seattle, Köln demnächst wieder aufsuchen würden.