Bring Me The Horizon

Tour 2011 - Special Guests: Architects + The Devil Wears Prada

23.01.2011 Essigfabrik / Köln

Von: Rainer Keuenhof

Bring Me The Horizon Köln

"Was erwartet mich da wohl?" - So oder zumindest so ähnlich frage ich mich jedes Mal, wenn ich auf dem Weg zu einem Konzert bin. Und das finde ich auch gut so, denn seien wir mal ehrlich, wozu sollte man auf ein Konzert gehen, wenn man weiß, was dort passiert? Dann könnte man ja auch die CD hören. Das einzige, was ich vor dem Konzert weiss, ist, dass die Location nicht die beste sein soll. Erst einmal heisst es aber Schlangestehen. Und selten komme ich mir bei einem Konzert so alt vor. Rückblickend waren wohl nur die Eltern älter, welche zum Aufpassen dabei waren.

Als Einheizer dient Tek-One und pünktlich um 20 Uhr entern die Jungs der Metalcore-Band The Devil Wears Prada die Bühne. Mit Songs wie "Escape", "Dogs Can Grow Beards All Over" und "Outnumbered" sorgen sie für erste Bewegungen innerhalb der Menge. Von meiner Position kann ich nur viele Kleidungsstücke der Band erblicken. Leider kann ich aber schon zu Anfang auch eine leicht aggressive Grundstimmung erkennen. Dass es bei dieser Art Konzert auch mal heftiger zugehen kann ist bekannt, aber leider ist es auch während den Umbaupausen so.

Danach wird die Bühne für Architects freigegeben. Die Band aus dem englischen Brighton startet energiegeladen mit ihrem Set und präsentiert Songs aus ihrem neuesten Album "The Here And Now". Die Security-Crew hat während des Auftritts schon alle Hände voll zu tun, um die Leute aufzufangen, die sich über die Menge zur Bühne haben tragen lassen. Und beim letzten Song wird ihr Können vollends auf die Probe gestellt. Nachdem Sänger Sam Carter die Menge zum Dauer-crowd-surfing auffordert. Während des gesamten Songs werden die Leiber über die Massen Richtung Bühne getragen. Nachdem das Set beendet ist, kann man dann auch erleichterte Gesichter der Sicherheitsmannschaft erblicken.

Spätestens jetzt ist die Essigfabrik am Kochen. Kurz bevor Bring Me The Horizon das Set starten, ist die Halle voll bis oben hin. Selten habe ich es auf Konzerten erlebt, dass von vorne bis hinten und an beiden Seiten alles voll ist. Licht aus, Nebel an und dann bricht die Hölle aus. Sowohl auf der Bühne als auch in der Menge. Was ich zudem nicht erwartet habe: Kreischende Mädels. Überhaupt ist die Frauen-/Mädchenquote sehr hoch. Gestartet wird mit "It Never Ends" und direkt folgend "Chelsea Smile" und "Alligator". Dann geht es für mich in die Menge. Und obwohl ich versuche, soweit wie möglich am Rand zu stehen, bleibt es mir nicht erspart, von Menschenmassen eingepfercht zu werden. An der Stelle ein "Danke" an den Veranstalter, dass ich entgegen der üblichen Kenntnis mit meinem ganzen Foto-Kram durch die Menge muss und nicht Backstage rausgeführt werde. So bleibt es mir nicht erspart einigen Leute auf die Füsse zu treten und selbst durch die Gegend gestoßen zu werden. Ein Highlight ist, dass sich die Band für den Song "The Sadness Will Never End" den Sänger der Architects auf die Bühne holt. Damit ist dann auch schon die Hälfte des Sets bestritten. Es folgen noch Lieder wie "Football Season Is Over", "Anthem" und "Diamonds Aren´t Forever." Nach Hause bin ich am Ende mit gemischten Gefühlen gegangen. Bands durchweg hörenswert, super Show aber vor allem der Sound der Essigfabrik ist leider nicht der Beste.

 

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