Bring Me The Horizon
Suicide Season Tour 2009 - Support: A Day To Remember, August Burns Red
13.11.2009 Grosse Freiheit 36 / Hamburg
Von: Melanie Schupp

Die kleinen Jungs von Bring Me The Horizon sind in Deutschland ganz groß. In Hamburg führte dies sogar soweit, dass das Konzert vom Grünspan in die Große Freiheit verlegt werden musste. An einem Freitag den 13. (der dritte in diesem Jahr!) verschlug es die Überflieger in den Norden und mit ihnen zogen die vielversprechenden Aufsteiger A Day To Remember sowie August Burns Red.
Wie bereits erwartet füllte sich die Große Freiheit mit Unmengen Emo-Hardcore-Kids. Wer nicht rechtzeitig kam, verpasste zumindest einen Teil von August Burns Red, was ein Jammer war. Doch wer hätte a) mit solch einem Andrang und b) mit einem überpünktlichen Konzertbeginn gerechnet? Ich muss mir die Hamburger Pünktlichkeit mal hinter die Ohren schreiben. Doch auch die letzten 3 Songs der ersten Band des Abends reichten vollkommen aus um eine positive Meinung zu verschaffen. Hart, gnadenlos und ehrlich bretterte der Sound von der Bühne und das Publikum war bereits jetzt in Rage. Die Temperaturen in der Großen Freiheit stiegen schier sekündlich an und die Menge bebte vom Hüpfen und Pogen. Die Erhitzung in den ersten Reihen geriet noch mehr in Wallung als nach Ende des Sets die Bandmitglieder durch den Securitygraben liefen, um ihren Fans die Hände zu schütteln. Bereits nach diesem Konzert verlangte der Saal nach einer Zugabe. Doch wie bereits erwähnt: Pünktlichkeit wurde an diesem abend groß geschrieben.
Somit schritt Soundcheck gnadenlos voran und der Basscheck gab „Bro Hymn“ von Pennywise zum Besten. Eine passende Hintergrundmusik und bald war auch die Zeit für A Day To Remember gekommen. Es ist zwar ziemlich unüblich mit dem Megahit zu beginnen, doch hat man ein Album, das NUR gefüllt ist mit Hits, bleibt einem wohl keine andere Wahl. Dies war auch A Day To Remember bewusst und somit feuerten sie dem Publikum auch sogleich „The Downfall Of Us All“ des aktuellen Albums „Homesick“ entgegen… und die Rechnung ging auf. Alles war sofort wieder auf 180, sprang und sang mit. Und nahtlos folgte „Fast Forward To 2012“. Ebenso „Fast Forward“ fühlte sich die Show an. Ein Hit jagte den nächsten, bereits bei Song Nr. 5 „New Jersey Legion Iced Tea“ wurde die Wall Of Death angeregt, die natürlich tadellos funktionierte bei dem bereits auf Hochtouren aufgedrehte Feiervolk. Natürlich wurden auch die anderen Bands nochmals durch eine spezielle Ansage unterstützt und das Publikum dazu aufgefordert „to bring some love to August Burns Red and Bring Me The Fucking Horizon“ bevor „A Shot In The Dark“ folgte. Ein schöner Crowdsurfing Song und die Masse ließ sich nicht lange bitten. 12 Songs lang heizten A Day To Remember der Großen Freiheit ein und bewiesen, dass sie nicht nur auf Platte gut klangen. Die Stimmung war gewaltig: schwitzende Leiber, glühende Wangen und glasige Augen wo man hinsah.
In der folgenden Umbaupause gab es eine besondere Überraschung, die so schnell kam und ging, dass die meisten kaum begreifen konnten was passierte. Ein Kapuzenmännchen schlängelte sich vom Backstageeingang zum Securitygraben. Nur wenige erkannten Bring Me The Horizon Sänger Oliver Sykes unter der ins Gesicht gezogenen Kapuze und kreischten auf. Dieser schoss schnell ein paar Bilder, stachelte die Menge noch ein wenig an und war so schnell weg wie er gekommen war. Natürlich stieg die Anspannung nun noch mehr an. Die Jungs von Bring Me The Horizon zögerten das Ganze auch nicht weiter heraus als nötig und starteten sogleich mit „Chelsea Smile“ durch. Volle Breitseite und man hatte es ja nicht für möglich gehalten, doch BMTH machten das Unmögliche möglich und der Saal drehte noch mehr auf. Die Leute rasteten zu „Pray For Plagues“ aus und sprangen bei dem Growl-Gitarren-Gewitter von „No Need For Introductions“ auf das „Sleep With One Eye Open“ folgte, wie die Wilden. Doch nicht nur vor der Bühne bebte es; auch on stage war eine Unermüdlichkeit und Rastlosigkeit präsent. Publikum und Band schienen einen Wettbewerb im Abgehen zu veranstalten. Zum Glück hatten BMTH keine allzu lange Setlist am Start sonst hätte es sicherlich einige Kollabierende gegeben. Doch nach 9 Songs und Hits wie „The Comedown“, „Suicide Season“ und „Diamonds Aren’t Forever“ gelangte die Show mit dem Intro der aktuellen Remixversion von „Football Season Is Over“ zum Ende. Natürlich nicht, ohne noch einmal großartig aufzutrumpfen. Bevor der Song in die originale Albumversion überglitt, wurden die Fans aufgerufen die Bühne zu erobern. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen und bald standen etliche Gäste mit der Band auf der Bühne und feierten zu dem letzten Song des abends. Eine richtige Granate lieferten BMTH damit und machten das Konzert bei vielen Anwesenden bestimmt zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Noch vor 22 Uhr schloss sich der Vorhang und es dauerte noch sehr lange bis sich die Große Freiheit geleert hatte. Merchandisestände wurden belagert und einige Fans hofften offensichtlich noch auf das Erscheinen der BMTH Jungs und das nicht nur drinnen. Auch vor den Tourbussen draußen sammelte sich eine ansehnliche Menschenmasse an. Wer weiß... vielleicht wurden die Geduldigen ja belohnt, jedenfalls ist sicher, dass im Prinzip alleine dieses gewaltige Konzert schon sein Geld wert war.
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