Tour 2010 - Support: Sizarr
Die besten Bekanntschaften macht man eben doch bei Konzerten oder Festivals, so wie es auch bei den beiden US-amerikanischen Musikern Brian Burton (auch bekannt als Danger Mouse) und James Mercer der Fall gewesen ist. Im Jahre 2004 treffen sich die beiden beim dänischen Roskilde-Festival und entdecken recht schnell, dass sie musikalisch betrachtet die gleichen Vorlieben haben. Was macht man also? Man gründet ein gemeinsames Projekt, in dem sich der Multiinstrumentalist Burton auf selbst eingespielte Musik statt Samples und Mercer auf größere stimmliche Bandbreite festlegt. Und damit beginnt die Geschichte von Broken Bells! Eigentlich hätten die beiden Musiker unterschiedlicher fast nicht sein können. Während Danger Mouse sich in der Musikbranche unter anderem mit Projekten wie Gnarls Barkley einen Namen machte, erlangte James als Frontmann der Indierockkombo The Shins einen hohen Bekanntheitsgrad. Ihr gleichnamiges Debütalbum, welches im März 2010 erschienen ist (hier findet ihr unser Review), beweist jedoch ganz hervorragend, dass aus der Kombination beider Einflüsse ein experimentelles Meisterwerk entsprungen ist und verspricht, eines der Alben 2010 zu werden. Erst einige Wochen ist es her, dass man Broken Bells auf dem Melt! Festival erleben konnte. Und nun kommen sie für lediglich zwei weitere Konzerte nach Deutschland. Ich freue mich also umso mehr darüber, dass sie heute Halt in Hamburg, genauer im Übel & Gefährlich, machen.
Der stolze Ticketpreis von 30 € scheint nicht abgeschreckt zu haben. Zwar ist der nette Bunkerclub nicht ausverkauft, es ist jedoch proppevoll und die Stimmung ist bereits vor Konzertbeginn äußerst ausgelassen. Als Support hat sich das junge Trio um Sizarr angekündigt. Gerade erst die Volljährigkeit erlangt, haben die Landauer sich Großes vorgenommen, nämlich die Indiewelt mit unverwechselbarem Charme und durchaus tanzbarem Indierockpop zu erobern. Das Potenzial dafür ist jedenfalls vorhanden. Ein bisschen Zeit zum Warmwerden braucht das Publikum zwar schon, doch hat man erst einmal damit begonnen sich kollektiv zu den harmonischen Songs zu bewegen, kann man auch nicht mehr damit aufhören. Ein bisschen Routine auf der Bühne fehlt ihnen zwar noch, in jedem Fall darf man jedoch darauf gespannt sein, was man von den Jungs noch so zu hören bekommt.
Bereits vor Beginn des Konzertes herrscht fast schon Hysterie unter den Zuschauern. Mit tosendem Applaus werden Broken Bells regelrecht auf die Bühne gefordert. Um 22:00 Uhr erlöschen die Lichter und eine Leinwand im hinteren Bühnenbereich erwacht zum Leben. Fortan werden auf diese Bilder und kleine Filmchen projiziert: Das Weltall, Sterne, die Sonne oder die Kugel von ihrem Albumcover, die an einen Planeten erinnert. Insgesamt alles perfekt aufeinander abgestimmt und überaus stimmig mit dem melodiösen und dennoch experimentellen Sound der Amerikaner. Als die sympathischen Musiker schließlich die Bühne betreten, gibt es im Publikum kein Halten mehr. Neben James und Brian geben sich noch fünf weitere Musiker auf der Bühne leidenschaftlich ihrer Musik hin und versetzen das Publikum damit regelrecht in Ekstase. Viel Kommunikation mit dem Publikum liefern die Herren zwar nicht gerade, aber das macht auch gar nichts. Immer wieder mit einem Strahlen im Gesicht versprüht alleine Sänger und Gitarrist James Mercer einen derartigen Charme und beweist ganz offensichtlich wie gerührt er von der Begeisterung der Zuschauer ist. Mit einer wundervoll zusammengestellten Setlist spielen sie sich direkt in die Herzen des Publikums und werden von diesem dafür stets mit euphorischem Applaus belohnt. Inklusive Zugabe endet das Konzert nach knapp 75 Minuten. Hätte durchaus etwas länger gehen können, geht man allerdings nach einem Konzert nach Hause und legt direkt die Platte noch einmal auf, scheint wohl alles richtig verlaufen zu sein. Wenn man dabei noch eine Gänsehaut bekommt, scheint es sich ganz offensichtlich um einen perfekt gelungenen Auftritt gehandelt zu haben!
Setlist:
October
Heads On Fire
Ghost Inside
Sailing To Nowhere
Trap Doors
Citizen
High Road
Crimson
Lullaby
Vaporize
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Mongrel
Mall Misery