Room Service Tour 2005 Support:Countermine
Ein Bericht über Konzerte von Bryan Adams zu schreiben, ist eigentlich nicht schwer. Das unterstreicht nicht die Eintönigkeit seiner Konzerte, sondern bestätigt die Konstantheit des Sängers und der Band, die dieses Jahr ihr 25 (!) Bestehen feiert. Dennoch gibt es einige Überraschungen während des Konzertes, mit denen ich vorher nicht unbedingt gerechnet habe. Aber auch sie sind durchgehend positiver Natur.
Die Vorband an diesem Abend war eine wenig bekanntere. Countermine brachte zwar keine Stimmung herüber, ihre Stücke jedoch eignen sich prima als Hintergrundmusik zu persönlichen Entspannungsphasen. Darüber hinaus beherrschen sie ihre Instrumente perfekt.
Los ging es dann, als Adams & Co mit einheitlicher Kleidung (Jeans, schwarzes T-Shirt und Turnschuhe) auf die Bühne spurteten, mit der neuen Single „Room Service“, gleichbetitelt mit dem aktuellen Album. Die Stelle des Songs in der Playlist dieses Abends war genau richtig. Es ist nicht gerade der beste Song von Adams, aber als Opener genau richtig. Viel besser war dann schon „Open Road“, der das Publikum zum ersten Mal zum Tanzen brachte.
Bryan Adams brachte des Weiteren das Publikum immer wieder mit lustigen Sprüchen zum Lachen und mich wunderte es doch ein wenig, dass er ein so lockerer Typ ist. Aber was er noch besser kann, ist, Musik machen, und keiner konnte in der leider nicht ausverkauften Halle behaupten, dass Adams nicht alles gegeben hätte. Er spielte alle seiner Hits, dazu ein Akkustikset (aus MTV Unplugged inkl. dem Hit „Summer of 69“) und mehrere Zugaben.
Das Adams den netten Umgang zu seinen Fans pflegt, zeigte sich beim Song „Baby, when your gone“, vor dem er einen weiblichen Fan auf die Bühne holte. Sie hieß Max und kam aus Gelsenkirchen, dessen Erwähnung im Mund von Adams eine besonders lustige Bedeutung bekam. Darüber hinaus machte Max ihre Sache mehr als gut und überzeugte auf der ganzen Linie.
Es mag bestimmt Leute geben, die in Bryan Adams keinen großen Musiker sehen und nur einen gradlinigen Rocker ohne besondere musikalische Finessen. Dabei beherrschen er und seine Band ihre Instrumente perfekt, was u.a. sein Gitarrist mit etlichen Solos eindrucksvoll bestätigte. Und da ist ja noch die Mundharmonika, das Instrument, dass vor allem Bob Dylan wie kein Zweiter beherrscht. Aber auch Adams spielt es ordentlich und es ist natürlich vor allem Live ein Hit und etwas ganz besonderes, in Zeiten, wo Musik nicht selten aus dem Computer kommt.
Alles in allem ein gutes Konzert, das wohl jeder ungefähr so erwartet hätte.
Wenn man auf ein Bryan Adams Konzert geht wird man nicht nur prima unterhalten, sondern vor allem nicht enttäuscht!