Bullet & Enforcer + Very Special Guest: Skull Fist
Ein Abend, drei Bands. Dreimal Heavy Metal. Heute Abend ist also die volle Dröhnung in Essen zu erwarten. Schon zu Beginn stößt die Platzkapazität des Turock fast an seine Grenzen. Es ist einfach brechend voll.
Zuerst stehen Skull Fist auf der Bühne und schaffen es, trotz der schwierigen Aufgabe als Support, die Stimmung ordentlich aufzupeitschen. Die aus Toronto, Kanada stammende Band gilt zur Zeit noch als Geheimtipp der Szene und lässt es mit Songs wie "Get Fisted", "Ride The Beast" oder dem Titelsong ihrer 2010 erschienenen EP "Heavier That Metal" so richtig krachen. Insgesamt stehen acht Titel auf der Setlist von Sänger Jacki Slaughter & Co. Darunter auch das Cover von "Angel Witch", der gleichnamigen Band. Danach ist ihre Show, trotz der lauten Forderung nach Zugaben, leider schon beendet. Schade, denn von solch einer Power kann man wirklich mehr vertragen.
Kurze Pause und schon geht es weiter mit Enforcer! Diese Band dürfte in Metalkreisen durchaus bekannter sein. Ursprünglich im Jahr 2004 als Soloprojekt von Sänger Olof Wikstrand gegründet, wurde damals noch mit einem etwas anderen Line-up das Debüt-Album "Into The Night" veröffentlicht. Inzwischen ist die zweite Platte "Diamonds" auf dem Markt. Es ist also genug Material vorhanden, um ordentlich loszurocken. Den Startschuss geben die fünf Schweden mit "Roll The Dice" vom aktuellen Tonträger. Es ist heiß im Club, die Stimmung lässt sich wahrscheinlich nur später noch durch die letzte Band des Abends Bullet auf die absolute Spitze treiben. Eines ist sicher: Ruhige Töne sind auch bei den folgenden Songs wie "Katana", "High Roller" oder "Diamonds" nicht zu erwarten. Die Eingängigkeit der Texte, gemixt mit den kraftvollen Riffs und dem Look erinnert an den Heavy Metal der 80er Jahre. Ähnliches lässt sich auch ergänzend zu Skull Fist noch sagen. Beide Gruppen treffen damit aber durchaus den "Nerv der Zeit", feiern die 80er doch gerade ein erfolgreiches Revival. Zwölftes und letztes Lied ist "Evil Attacker". Enforcer machen Lust auf mehr!
Diese Lust soll darauf folgend durch Bullet gestillt werden. 2001 gegründet, wurde in diesem Jahr ihr drittes Studio Album "Highway Pirates" veröffentlicht. Der Titelsong des Tonträgers ist der erste Streich der ebenfalls aus Schweden stammenden Combo. Inzwischen ist es mehr als eng vor der Bühne. Man kann sich wirklich glücklich schätzen noch ein Plätzchen an der Seite der Stage zu ergattern, ohne gleich mit Bier übergossen und mit Hieben vertrieben zu werden. Dieses war der erste Streich und die nächsten folgen sogleich. "Back The Road", ja das sind sie wirklich. Mit unglaublicher Dynamik und Präsenz bewegen sich Sänger Hell Hofer und seine Kollegen über die Bühne. Die weiteren Titel "Turn It Up Loud" und "Stay Wild" scheinen die Herren wörtlich zu nehmen. Unterstrichen wird das Ganze duch aus der Bühne schiessende Flammen, die nicht gerade zur Abkühlung der Luft beitragen. Dies stört aber niemanden. So wird durch Bangen, Klatschen und ordentliche Feierei die Atmosphäre weiter angeheizt. Einige Songs später liefern sich Hampus Klang und Erik Almström, beide an der E-Gitarre, ein großartiges instrumentales Battle, welches durch die Fans lauthals unterstützt wird. Als dreizehntes und letztes Stück wird "Bite The Bullet" vom gleichnamigen Album zum Besten gegeben. Danach geht ein großartiger Abend zu Ende. Heute kann man sich definitiv durchgerockt und zufrieden auf den Heimweg machen.