The Sea Of Memories Tour 2011
Reunion total! Auch um Frontmann Gavin Rossdale ist es zur Zeit wieder laut. Bush sind zurück mit neuem Album und Tour. Als ich um 19:30 Uhr das Docks in Hamburg betrete, ist es bereits brechend voll. Sowohl im Hauptraum als auch auf den Rängen gibt es keinen Platz mehr, zur Bühne ist kein Durchkommen. Die Vorband ist bereits fertig, die Vorbereitungen für Bush sind in den letzten Zügen. Immer ist es das gleiche mit diesen Konzerten an Samstagen - Einlass 18:00 Uhr - wie soll man denn so früh schon Rock’n’Roll sein?
Egal, ich suche mir einen Platz an der Bar im Vorraum, von der man die Bühne gut im Blick hat und warte - nur kurz, denn pünktlich um 20:00 Uhr betreten Rossdale und Co. die Bühne, begleitet von einem Bassgewitter, das bis zu den Eingangstüren des Docks den Boden erschüttern lässt. Das Licht auf der Bühne blendet und unter tobendem Applaus stimmen die Vier "Machinehead" an. Wildes Blitzlicht erhellt abgestimmt zum Anschlag der Gitarre das Publikum, von den Seiten der Bühne strömen Nedelschwaden und umhüllen Gitarrist Chris Taynor und Bassist Corey Britz. Der Sound ist gut, leider aber in den hinteren Bereichen leise. Mit Ende des Songs bricht erneut tobender Applaus aus und schon geht es weiter mit "The Chemical Between Us". Rossdale präsentiert sich, als wäre er für die Bühne geboren, leidenschaftlich singt, spielt und tanzt er in der Mitte der Bühne und reißt jeden Zuschauer mit.
Nach "Greedy Fly" kommt dann die erste Ansage. Rossdale redet, im hinteren Bereich kommen lediglich Schlagwörter wie "Deutschlandtour", "neue Platte" und außerdem "neuer Song" an, und mit dem geht’s dann auch weiter. Leichtfüßig wie eine Fee hüpft Gitarrist Taynor über die Bühne, noch etwas vorsichtig. Er tastet sich vor zu Rossdale und auch zu Britz, interagiert kurz mit ihnen, um dann wieder zurückzukehren an den Platz vor seinem Verstärker. Das Publikum ist da bereits etwas gelöster und springt wild herum, feiert jeden Song und singt Schlagwörter wie "Asshole-brother" oder "Your sex in your violence" mit. Bei "The People That We Love" ist kein Halten mehr, Rossdale, der seine Gitarre abgegeben hat, springt herum, geht so richtig ab.
Natürlich gibt’s dann auch noch eine Ballade, die von Britz am E-Piano und Taylor am E-Contrabass begleitet wird. Die Ansagen von Rossdale bleiben leider das gesamte Konzert über unverständlich, der Applaus des Publikums könnte aber darauf schließen, dass das, was er von sich gibt, cool zu sein scheint. Höhepunkt ist dann für alle, die sich nicht mehr in den Hauptraum drängeln konnten, als Rossdale mit Mikro von Bar zu Bar geht und dann auch für alle Hintenstehenden in greifbare Nähe rückt.
Um 21:10 Uhr geht die Band von der Bühne, klar ist natürlich, dass das noch nicht alles war. Kurze Zeit später sind sie auch schon wieder zurück und leiten mit "Come Together", einem Beatles-Cover, das Zugabenset ein. Ein Song, aus dem man in diesem Kontext sicher vieles interpretieren kann, meiner Meinung nach aber überflüssig, denn Bush haben ja noch so einige spielwürdige eigene Songs im Repertoire. Mit "Comedown" und "Glycerine" nimmt das Konzert dann unter verdientem Jubel ein Ende.
Auch wenn das neue Album nicht unbedingt ein grandioses Comeback einleiten sollte, so hat das Konzert in Hamburg dies wett gemacht. Ein absoluter Genuss, und der Beweis, auch um diese Uhrzeit geht Rock’n’Roll!