Tour 2005 Support: Ken
Man kann machen was man will, aber vor den Ceasars kann man momentan nicht fliehen. Der Hit „Jerk It Out“ bohrt sich nun auch beim IPod Shuffle Spot in unsere Ohrenwindungen und ergreift die Kontrolle über unsere Tanzmuskeln, klarer Fall..Invasion aus Schweden.
Genau diese Invasion kommt heute Abend im Kölner Underground daher, das sich ziemlich nahe an der Sold Out Schwelle befindet. Ich hätte nicht gedacht das so viele Leute dem Ruf der Schweden folgen würden, so kann man sich Irren.
Zuerst gibt es aber erst 30 Minuten elektronisch unterlegten Pop-Rock aus Germany. Ken beweisen das sie ihr Handwerk gut verstehen und die leicht rauchige Stimme Aydo Abays schält sich bei Liedern wie „Ashes“ und „Black Phantom“ direkt von den Ohren ins Herz. Musik für die Seele könnte man das ganze nennen, Musikalisch dabei nie wirklich auf eine Schiene festgefahren. Mal Blues, mal Pop und dann eher wieder etwas das sehr nach Kraut Rock klingt. Das gefällt und macht Laune für alle anwesenden.
Nach einer Umbaupause kommen dann auch die Herren aus Schweden zum Zug. Eine Leinwand haben sie auch mitgebracht, auf der während der ganzen Show Psychodelische Filmausschnitte laufen. Kombiniert mit dem bunten Scheinwerfer Licht und den mitsing tauglichen Liedern, fühlt man sich wie in eine spassige Flower Power Ära versetzt.
Das Grundgerüst des heutigen Abends bilden hauptsächlich Lieder der vor kurzem erschienenen Platte „Paper Tigers“. Der Gitarrist der Band, Jocke Ahlund, zeigt sich ausgesprochen gut gelaunt und tanzt die ganze Zeit auf der Bühne rum und erledigt den grossteil der Kommunikation mit dem Publikum. Das wiederum bleibt nicht lange ruhig und tanzt ausgelassen zur Poppigen und Orgellastigen Musik der Schweden.
Ein paar Jungs gehen sogar richtig ab und Springen wir Irre um die Wette und rempeln sich gegenseitig an, gute Laune pur die nicht nur den Bandmitgliedern ein Grinsen entlockt. Jocke kommentiert die Tanzeinlagen der menge auch freudig mit einem „Wow, I see some crazy Dance Moves down there!“
Hits wie „I'm Gonna Kick You Out” und “Out of My Hands” liefern immer wieder auch ein paar gern gehörte Brocken der alten Alben. Von den neuen Songs wissen vor allem „It's Not The Fall That Hurts“ und „Paper Tigers“ zu gefallen.
Wobei es wirklich schwer ist einzelne Höhepunkte herauszufiltern, das Publikum feiert jeden Song gebührend mit und es gibt keinen Bruch in der Welle „guter Laune“ Songs die einem förmlich entgegen schwappt.
„Jerk It Out“ bildet dabei natürlich das Glanzstück des Abends und dort wird (noch lauter) mitgesungen als bei den anderen Liedern. 2 mal versuchen die Schweden von der Bühne zu verschwinden..zweimal werden sie durch Zugabe Rufe wieder zurückgerufen. Jocke lässt es sich nehmen, jeden einzelnen Fan in den vorderen Reihen zum abschied die Hand zu reichen, sehr nette Geste die ihm noch mehr Sympathiepunkte bringt.
Alles in allem ein sehr schöner Abend. Einen Auftritt der Caesars sollte jeder Arzt bei schweren Depressionen und Stress verschreiben.