Cat Power

Tour 2008

04.06.2008 Live Music Hall / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Cat Power Köln

Cat Power wurde als Chan Marshall am 21.01.1972 in Atlanta, Georgia geboren. Sie wuchs als Tochter getrennt lebender Hippie-Eltern im Süden der USA auf. Musik macht sie seit Anfang der 90er Jahre und seit 1995 veröffentlicht sie in regelmäßigen Abständen CDs. So ist sie zurzeit unterwegs, um ihr Album „Jukebox“ vorzustellen, welches, ebenso wie ihr 2000er Album „The Covers Record“, ausschließlich Kompositionen anderer enthält.

Obwohl hierzulande (noch) nicht die ganz grosse Nummer sind an diesem nassen Abend in Köln zahlreiche Fans gekommen, doch ist die Live Music Hall trotzdem nur zu gut zwei Dritteln gefüllt. Vielleicht hält ja der Regen einige davon ab, sich auf den Weg zu machen. Zudem geben HIM gleichzeitig ein kostenloses Konzert im Kölner Süden.

Pünktlich um 21 Uhr schlendert Cat Power auf die Bühne und beginnt ihr Set mit „Dreams“, einer sehr intimen, bluesigen Nummer. Der Sound ist beeindruckend klar und differenziert und die Musiker spielen keine Note zuviel. Alles ist ausgerichtet auf die beeindruckende, sehr variable Stimme von Chan Marshall, die „Dark End Of The Street“ folgen lässt. Frau Power lebt die Stücke, sie bewegt sich beschwörend, dirigiert das noch sehr spärliche Licht und scheint auf einem ganz eigenen Planeten zu sein. Währenddessen sorgt der Keyboarder am linken Bühnenrand für den notwendigen Nebel. Mühsam, unter Einsatz seiner Gesundheit tatsächlich selbst hergestellt.

Hierin liegt vielleicht auch etwas das Problem des Abends. Cat Power singt fantastisch, ist total bei der Sache und wie schon erwähnt phasenweise auf einem anderen Planeten unterwegs und die Band bringt die Songs auf den Punkt. Doch trotzdem schaffen es die Musiker nicht, die Halle zu füllen, was leider zu Lasten der Stimmung geht. Zwischen den einzelnen Liedern wird zudem immer wieder das Saallicht gezündet und so wird das bisschen Intimität, das überhaupt entstehen kann, immer wieder zerstört.

Und so bleibt dort ein grosser Graben zwischen dem Geschehen auf der Bühne und dem im Publikum. Cat Power richtet kein Wort an ihre Fans, sie geht völlig in ihrem Ausdruckstanz und den Songs verloren und im Verlauf des Konzert wird diese Distanz immer greifbarer. Irgendwann bleibt dann das Saallicht ganz an und Chan Marshall steht auf der Bühne und versucht zum ersten Mal so etwas wie einen Kontakt zu ihren Gästen herzustellen.

Doch zu diesem Zeitpunkt ist das Konzert leider schon vorbei und die Menge bewegt sich Richtung Ausgang, um zu Hause noch einmal der schönen Stimme und den schönen Songs von Cat Power zu lauschen. In kleinerem Rahmen... und vielleicht sogar im Dunkeln.

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