Christina Stürmer

Lebe Lauter Tour 2007 Support DolceNera

18.03.2007 E-Werk / Köln

Von: Janine Lennefer

Christina Stürmer Köln

Eigentlich sollte das Konzert im Palladium stattfinden, doch die Türen waren verschlossen. Es wurde ins E-Werk direkt gegenüber verlegt, wo es rappelst voll war. Was aber niemand wirklich störte.

Gegen 19.40 Uhr wurde es dunkel im Saal und eine kleine junge Dame mit Ihrer Band stand auf der Bühne. Die 30jährige Italienerin mit dem Künstlernamen „DolceNera" (zu Deutsch "süß und schwarz") eröffnete den Abend. Sie ist derzeit Italiens beste weibliche Sängerin und Songwriterin im Bereich Popmusik. 40 Minuten lang begeisterte sie das Publikum mit Songs aus Ihrem 2. Album (3 sind es insgesamt) „Un mondo perfetto" (aus dem Jahr 2005). Sie animierte die Leute zum Klatschen, Nachsingen und Schreien, die fleißig mitmachten. DolceNera hat eine sehr kräftige und rockige Stimme und ist durchaus zu empfehlen, wenn man sich für italienische Rockmusik interessiert.

Etwas überrascht war ich über das Alter des Publikums. Der Durchschnitt war eher ab 30 aufwärts, wobei auch viele Eltern mit Ihren Kindern dort waren, die größtenteils oben standen, damit sie überhaupt was sehen konnten. Gegen 20.45 Uhr wurde es erneut dunkel und das Publikum begann nach seiner Christina zu rufen. Die Musik ging los und ein Spot schien auf einen weißen Vorhang auf der Bühne, wo Christina Stürmer´s Schatten zu sehen war. Dann trat sie hervor und startete mit dem Song „Lebe Lauter“ aus Ihrem aktuellen gleichnamigen Album. Den kurzen Ausfall des Mikrofons nahm ihr niemand übel, denn es ist nicht sonderlich aufgefallen.

Die Menge sang lauthals mit, fast jeder konnte den Text und das nicht nur von dem einen Lied. Nach ein paar Liedern war Christina Stürmer plötzlich von der Bühne verschwunden und es wurde sich schon gefragt, ob es das schon gewesen ist? Na das konnte ja wohl kaum sein, nach wenigen Minuten stand die Österreicherin am anderen Ende des E-Werks auf einer kleinen Mini-Bühne direkt vor der Empore und präsentierte sich ihren Fans zum Greifen nah. Nach dem Song wechselte sie wieder auf die Bühne und weiter ging es mit der Show. Zwischendurch erzählte sie von ihrem Konzert vor anderthalb Jahren in der Kantine und war wirklich überrascht wie voll es im E-Werk war und dass sie einen mehr als doppelt so großen Saal füllen kann. Es gab dann noch einige Anekdötchen zu ihrem letzten Videodreh und einen Lesetipp, den ich mir aber leider nicht gemerkt habe. Wobei es ja auch nicht wirklich wichtig ist, denn man wollte ja Musik hören. Später gab es dann eine ca. 5 Minuten lange Samba-Einlage von Christina und Band, wonach sie sich verabschiedete. Nach heftigen Rufen um eine Zugabe, kam sie schließlich zurück. Jetzt wurde es etwas ruhiger, sie saß auf einem Hocker und wurde nur noch von zwei Mitgliedern ihrer Band auf akkustischen Gitarren begleitet. Sie präsentierte vor allem Songs aus dem Album „Lebe Lauter“, wie Â„Nie genug" (Titelsong zur Dokusoap "Alles was zählt" auf RTL), "Die Welt", "Scherbenmeer", "Revolution", "Ohne Dich", "An Sommertagen...“. Außerdem hatte sie noch zwei Klassiker im Gepäck. Zum einen „Bis ans Ende der Welt" (im Original von Rio Reiser) und natürlich „Kinder an die Macht" (im Original von Herbert Grönemeyer). Das Publikum war restlos begeistert, denn es war wirklich ein klasse Konzert. Die die es gerne rockiger mögen, sowie diejenigen die das Ruhige bevorzugen, kamen auf Ihre Kosten.

Christina Stürmer braucht keine Glamour-Outfits oder Starallüren um auf sich aufmerksam zu machen, sie überzeugt durch ihre natürliche, menschliche Art und natürlich vor allem durch ihre Musik. Wer sie mag und diesmal verpasst hat, sollte unbedingt eines ihrer nächsten Konzerte besuchen. Es lohnt sich wirklich!

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